Die Prinzessin mit dem Bart [irgendwie Werbung]

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Heute lest Ihr einen Gastbeitrag von Elisabeth, sie hat mir geschrieben und mich auf ein Crowdfundingprojekt hingewiesen, das ich hiermit gerne unterstützen möchte:

„Lieber Kinderdok,

es geht um ein Crowdfunding-Projekt des Kinderbuchautors Martin Auer, in das ich nicht involviert bin (wiewohl ich den Autor von ein paar Lesungen kenne und auch Freunde habe, die ihn wirklich gut kennen und entsprechend schätzen), das ich aber für ein sehr wichtiges und unterstützenswertes halte.

Dieses Buch WÄRE sein dreißigstes, seine bisherigen sind in renommierten Verlagen erschienen und er hat auch bereits einige Preise dafür bekommen, dieses Buch aber wollen die Verlage nicht herausbringen, weil angeblich die Zeit dafür noch nicht reif ist.

Das Buch, „Die Prinzessin mit dem Bart“, ist nämlich insofern anders, als der Prinz nicht die Prinzessin heiratet, sondern einen anderen Prinzen.

Daher versucht Martin Auer nun, es per Crowdfunding herauszubringen.

Mehr dazu vom Autor persönlich hier: https://www.startnext.com/prinzessin-mit-dem-bart oder das Video direkt auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=WvS5cGsSkC4&t=43s

Seine Mittel, die Idee öffentlich zu machen, sind sehr begrenzt, und er hat jetzt etwa 75% dank des Crowdfundings beisammen. Die Crowdfunding-Aktion läuft noch bis Mitte November, und es wäre schön, wenn er es noch schaffen könnte bis dahin, denn dann kann das Buch in den Druck gehen.

Ich habe mit dem Projekt nichts zu tun, er hat mich auch nicht darum gebeten, aber ich mache das aus Überzeugung.

Mit freundlichen Grüßen

Elisabeth“

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Hilfe! Mein Kind glüht!

Ein ganz häufiges Gespräch:

Mutter: „Ich habe jetzt keinen Termin, weil, das ist ganz dringend, meine Tochter hat soo hohes Fieber.“
Ich: „Und wie hoch ist die Temperatur? Wie haben Sie denn gemessen?“
Mutter: „Achtunddreißigkommazwo! An der Stirn!“

PoorlyMmh, nun ja.
Die Angst vor oder bei Fieber ist sicher eine der stärksten, die Eltern bei ihren Kindern durchleben, vor allem, wenn das Kind noch klein ist oder das erste Mal Temperatur entwickelt. Da gibt’s viele Fehlinformationen, wieder einmal viele irrationale Befürchtungen und Behandlungsvorschläge.
Wie die obige Mutter verhalten sich viele, auch die Väter, na klar – die sind manchmal noch besorgter: Es wird viel Temperatur gemessen, oft falsch bzw. an der falschen Stelle und die Interpretation hakt.

Wann sollte man Fieber messen?
Wenn man es fühlt. Ganz einfache Antwort. Da wir selbst eine normale Körpertemperatur von ca. 37 Grad haben, empfinden wir Temperaturen darüber als „erhöht“, eine Hauttemperatur von 38 oder noch höher spüren wir. Wenn das Kind entsprechend quengelt, nicht isst oder trinkt (vor allem die Säuglinge), darf gemessen werden.
Im Umkehrschluß heisst das: Ein gesundes Kind braucht keine Temperaturmessung. Also auch kein Säugling nach Entlassung aus dem Krankenhaus, auch kein Kind, dessen Geschwister krank sind.
Medizinisches Personal ist da natürlich anders: Bei einem Neugeborenen wird i.d.R. im Wochenbett Temperatur gemessen, auch die fMFA beim Kinderarzt misst eventuell, das ist neben dem Ritual nur eine zusätzliche Information.

Wie misst man Temperatur?
Am besten im Po oder Ohr, axillär oder im Mund kann man vergessen, und die neuen Stirnthermometer sind bei langem nicht so gut, wie es die Werbung suggeriert. Die rektale Messung (also Po) ist der Goldstandard, hier befindet sich die Messung am nächsten zum Körperinneren und erfasst damit am besten die so genannte Körperkerntemperatur. Wir messen in der Praxis bis zum ersten Geburtstag stets rektal. Sind Kinder das von Anfang an gewohnt, geht es auch bei Älteren. Technik: Thermometer vorsichtig bis zum Verschwinden der Metallspitze einführen (Salbe ist erlaubt) und aufs Piepsen warten. Thermometer mit flexibler Spitze gibt es, da braucht man keine Angst zu haben, etwas zu verletzen.
Dann folgt die Messung im Ohr. Moderne Fieberthermometer sind praktisch deckungsgleich mit der rektalen Messung, aber erst ab einem Jahr nutzbar (wegen des schmalen Gehörgangs und der Fehlmessungen). Dabei sollte den Gehörgang „entlang“ gemessen werden, d.h. man zielt auf das Trommelfell, das liegt ungefähr in Verlängerung des Ohreintritts in Richtung des gegenüberliegenden Auges!

Und was mache ich nun mit der gemessenen Temperatur?
Es gibt Grenzwerte, diese kleine Tabelle hilft:
Säuglinge: Normaltemperatur bis 37,5 Grad, ab dann spricht man bereits von Fieber
Kleinkinder (ca. bis 3 Jahre): erhöhte Temperatur 37,5 – 38,5 Grad, ab 38,5 Grad Fieber
Größere Kinder: erhöhte Temperatur bis 39 – 39,5 Grad, ab dann Fieber.
Das sind aber nur Richtwerte. Sie sagen weder etwas über die Schwere oder Art der Erkrankung aus, noch, wie es dem Kind geht.

Wann muß ich zum Arzt?
Säuglinge über 38,5 Grad sollten immer einem Arzt vorgestellt werden, nicht in Panik und sofort, aber z.B. mit Termin am gleichen Tag. So machen wir das in der Praxis.
Bei Kindern ab einem Jahr können die Eltern auch abwarten: Ist das Kind gut drauf, gibt keinerlei Schmerzen (z.B. Ohr oder Bauch?) an, reicht es, das Kind auch nach zwei oder drei Tagen zum Arzt zu bringen. Viele virale Infekte (denn darum handelt es sich ja meist) „vergehen“ nach 72 Stunden, das Fieber macht den Viren den Garaus.

Wann muß ich ein Medikament geben?
Wenn es dem Kind nicht gut geht. Das ist individuell sehr verschieden. Es gibt eigentlich keine Temperatur, ab der man fiebersenkende Mittel geben muß. Aber keine Frage: Über 39,5 Grad fühlt sich keiner mehr wirklich wohl, da gibt man oft etwas.
Dennoch: Fieber hat seinen Sinn, es bekämpft die Krankheitserreger, daher sollte Fieber wirken, solange, wie das Kind es toleriert. Bedeutet auch: Schlafende fiebernde Kinder (auch die „Backöfen“) werden bitte nicht gemessen (auch wenn das mit den modernen Ohrthermometern super geht) – denn eine Konsequenz ergibt sich daraus nicht: Wer wird sein schlafendes Kind mit 40 Grad Fieber schon wecken, um ihm ein Zäpfchen zu schieben oder Saft einzuflößen?

Die Angst vor Fieber ist sehr verbreitet und wird geschürt durch irrationale Vorstellungen von Gefahr, Sorge um Fieberkrämpfe, etwas zu verpassen oder dass „die Eiweißmoleküle im Gehirn schmelzen, wenn die Temperatur über 40 Grad steigt“. Wie bei allen Erkrankungen bietet Doktor Google schlimmste Verknüpfungen zum Fieber, aber auch überholte Vorstellungen (UnsreOmma sah immer gleich den Typhus vor Augen) oder ethnische Lehre (das „innere Feuer“ bei vielen muslimischen Familien) prägen die Sorge ums Fieber. Da entstehen dann viele Fehlinformationen.
Darf ich mit einem fiebernden Kind rausgehen? Klar. Warum nicht?
Darf ein fieberndes Kind gebadet werden? Grundsätzlich ja, es sollte natürlich nicht auskühlen. Lauwarme „Waschungen“ mit einem weichen Waschlappen sind sogar erholsam.
Ist das ansteckend? Ja, logisch. Fieber ist schließlich i.d.R. ein Zeichen für eine Infektion, viral oder bakteriell, oder die holt man sich von anderen Menschen. Und man kann sie auch weitergeben.
Ab 40 Grad gibts Fieberkrämpfe, oder wann wird es überhaupt gefährlich? Nein. Fieberkrämpfe gibt es auch bei geringeren Temperaturen, und eine sehr hohe Temperatur reduziert natürlich das Befinden des Kindes, bringt aber keine akute Lebensgefahr.

Auf dem Blog „Mit Kinderaugen“ habe ich letzte Woche in diesem Zusammenhang ein Interview gegeben, da könnt Ihr noch mehr zu dem Thema nachlesen. Dajana hat im übrigen eine Blogparade gestartet, BloggerInnen (oder Vlogger – who´s that?) können ihre eigenen Erfahrungen zum Thema Fieber bei ihren Kindern posten, es gibt dazu einen Hashtag #BraunFieberthermometer, denn unter den Blogposts werden von der Firma Braun Ohrthermometer verlost. Es lohnt sich also.

Wie geht’s Euch mit dem Fieber bei Euren Kindern? Schon mal was Unschönes erlebt? Was empfiehlt Euer Kinderarzt, wie Ihr damit umgeht? Wer selbst etwas zu dem Thema bloggen will, an den Hashtag denken (und auf mein und das „Kinderaugen“-Blog verlinken 😉 ).

Bei weiteren Fragen – hier kommen die Kommentare:

Ein „sponsored post“ für Braun Fieberthermometer.

(c) Bild bei Flickr – Sarah Horrigan

Da geht die Sonne auf

Das einzige, was ich in unten angehängtem Video nachvollziehen kann, sind die blau-grau gefärbten Anfangssequenzen. Träume darf man ja haben.
Geht es wirklich darum, den Hausarztberuf (und ich zähle mal den Kinderarzt dazu) im schönsten Licht zu färben, um ihn zu bewerben, anlehnend an die aktuellen Bundeswehrbe-Clips? Oder soll über einen perfiden Weg der Satire billige Aufmerksamkeit erzeugt werden?

Kann ich das nicht besser? Mal nachdenken:

—–
Story-Board Kinder- und Jugendarzt:

Erste Sequenz – eine junge Ärztin in Schlabberlook und Bärchen-Stethoskop um den Hals versucht, einem schreienden Säugling Blut aus dem Handrücken zu quetschen. – Überblende – die gleiche Ärztin steht auf dem Stationsflur und wird von der Stationsschwester zusammengefaltet – Überblende – die Ärztin hat einen Dreijährigen auf dem Arm, die Mutter steht daneben, alle lachen, bis der Dreijährige der Kollegin über die Bluse spuckt. – Überblende – beim Auswaschen der Bluse verliert sich der Blick der Ärztin in die Ferne.

Zweite Sequenz – Die Ärztin wird morgens von einer Schar Kinder geweckt, sagen wir drei, sie sitzt mit ihnen und dem Dreitagebart-Ehemann am Frühstückstisch (Orangensaft, Eier, frische Brötchen) – Überblende – eine Uhr wird gestreift, es ist zehn Uhr morgens – sie betritt ihre Praxis und wird gleich winkend von den Arzthelferinnen begrüßt – Überblende – zwei oder drei Untersuchungsszenen – ein lachender Säugling – eine dankbare Mutter – ein Jugendlicher, der das Peace-Zeichen macht – Überblende – die Ärztin fährt in ihrem Oldschool-Käfer (himmelblau) wieder nach Hause – nach dem Sonnenstand zu urteilen ist es kurz nach Mittag

Dritte Sequenz – Spiele mit der Familie, die Jüngste hört mit einem Spielzeug-Stethoskop ab – Überblende – der Mann hat den Tisch gedeckt, nachdem er seine Homework-Utensilien mit zwei oder drei Handgriffen aufgeräumt hat – Überblende – Grillabend mit Freunden – alle in beige-weiße Töne gekleidet, alle lachen, alle sind happy …

Vierte Sequenz – Die Ärztin wieder in ihrer Praxis, sie untersucht wieder ein Kind, diesmal ein traurig drein schauendes – übersät mit Punkten, auch für den Laien als Windpocken zu erkennen, die Ärztin gibt einfühlsame Ratschläge an die Eltern – Überblende – zwei Tage später, wieder das gleiche Kind, mit völlig gesunder Haut, es bringt der Ärztin einen Blumenstrauß in die Praxis – der Vater legt noch eine Pralinenschachtel oben drauf und wirft der Ärztin einen … vielsagenden … jedenfalls zweideutigen Blick zu. Das Bild gefriert über dem strahlend-weißen Lachen der Ärztin.

Das Ganze unterlegen wir mit Gitarrenklängen oder einem Solo-Piano. Himmlisch. Da geht die Sonne auf.
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Nein, das war nichts.
Die Hausärzte im Ländle können es natürlich besser. Viel Spaß – so dürft Ihr Euch meinen Alltag vorstellen:

(verantwortlich für diesen Spot: Die TK und der Hausärzteverband)

Ab dem ersten Husten??

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Was fällt bei diesem Bild auf (übrigens als Anzeige in einem so genannten „Fachblatt“ für Kinderärzte)?
Das Kindchenschema wird fett bedient. Dazu ein Quatsche-Doktor-Entchen zur Unterstreichung der Harmlosigkeit des Medikamentes. Achja, „frei von Menthol und Campher“, denn da hat sich inzwischen herumgesprochen, dass das böse böse böse ist. Und dann noch „Ab dem ersten Husten.“

Aber Achtung: hier gibt es ein Sternchen (hätten Sie’s gesehen?). Und da steht „*für Kinder ab 6 Monate (nur Rückeneinreibung)“. Oh, interessant. Aber ab dem ersten Husten. Als ob nicht ein zwei oder drei monatiges nicht schon mal Husten würde.20131216-221335.jpg

Kommen wir zum Kleingedruckten. Das sind die nicht entzifferbaren Zeilen ganz unten:

Ich zitiere:20131216-221440.jpg
Gegenanzeigen – … Säuglinge und Kleinkinder bis zum 6. Lebensmonat (Gefahr des Kehlkopfkrampfes), Säuglinge und Kleinkinder vom 6. Monat bis zum vollendeten 6. Lebensjahr dürfen im Gesichts-, Nasen- und Brustbereich nicht mit … eingerieben werden…

Nebenwirkungen – … Kontaktekzeme, … Hustenreiz, … an Haut und Schleimhäuten … Reizerscheinungen, … eine Verkrampfung der Atemmuskulatur (Bronchospasmen) kann verstärkt werden. … nicht auszuschließen, dass in sehr seltenen Fällen, … Atemnot auftreten kann. usw.

Liebe Eltern.
Ihr braucht kein Einreibezeugs. Ihr braucht auch keine Majoranbutter oder Pini.menth.ol Tröpfchen, weder auf dem Kind noch auf Kleidung. Das Zeug hilft nicht. Es schadet.
Husten ist in erster Linie ein Schutzmechanismus des Körpers. Er schadet nicht, sondern hilft. Die meisten Kinder husten wegen verstopften Nasen. Nasentropfen oder -spray ist also ok. Bei länger dauerndem Husten oder Atemnot greift nicht zu diesem Mist von oben, sondern lasst einen Kinderarzt sein Stethoskop und seine Ohren arbeiten. Bei einer Bronchitis gibts gute andere Mittel, ätherische Öle machen alles schlimmer.

Demnächst: Warum auch Schleimlöser Mist sind.

so was Ähnliches:
Das kenne ich auch nicht
Was soll denn das nun wieder heißen, liebe AOK?

Das kenne ich auch nicht

20131201-235525.jpgAus der beliebten Reihe „Was die Pharmawerbung manchmal für einen Mist produziert“ hier ein Bild aus einer Werbeseite für hypoallergene Säuglingsnahrung.
Ich habe schon einiges an Exanthemen gesehen, die Eltern kommen mit den wildesten Pünktchen und Pickelchen, die man teils erkennt, teil suchen muss, häufig als harmlos identifizieren und gelegentlich als Kinderkrankheit einordnen kann. Aber da da auf dem Bild: Das kenne ich auch nicht.
Was sind das – Schmetterlinge? Fledermäuse? Ein fliegenförmiges Exanthem?  Verteilung grob disseminiert ohne Anzeichen von Konfluierung? Zumindest erscheint der Säugling nicht sonderlich beeinträchtigt. Jucken wirds wohl nicht.

Nebenbefundlich sehen wir einen Doktor im weißen Kittel – vermutlich Herr Professor – oder den Studienarzt aus den Nest.lupa-Laboratorien? Bei mir hängen jedenfalls keine Phantasiemoleküle von Säuglingsmilchen an der Wand.

Zielgruppe ist die Ärzteschaft, denn diese Werbung erscheint in den verschiedenen Fachzeitschriften. Aber merke: Verkaufe Deinen Leser nie für dumm. Das schreckt ab.

was soll denn das nun wieder heissen, liebe aok?

das habe ich letztens in ba-wü gesehen:

wie darf ich das denn jetzt verstehen? philosophisch? provozierend? nachdenklich für den leser?

was habe ich denn jetzt nicht? eine hotline? brauche ich die? da gibts doch einen arzt, den ich anrufen kann? eigentlich auch am abend und am wochenende. da gibt es nämlich einen bereitschaftsdienst.
vielleicht habe ich auch keine gesundheit. auch eine idee. da wird es dann wirklich philosophisch. ich habe keine gesundheit, also bin ich krank, also greif ich zum telefon, um meine gesundheit wiederzufinden? aha.
vielleicht habe ich auch keine eltern? ach doch, dass da links wird wohl meine mami sein. darum geht es wohl nicht.
vielleicht gehts ums handy? ist das überhaupt ein echtes telefon? so quietschgelb wirds am ende nur ein spielzeugtelefon sein. ja, genau. was ich nicht habe: ein echtes telefon, das wird es sein.
oder habe ich keine krankenkasse? bin gar nicht versichert? ja, genau. deshalb rufe ich bei der aok an, um mich zu versichern. gute idee? naja. vielleicht nicht gerade bei der aok. zumindest nicht als kind. aok, alles ohne kinder.

ach… moment. die sprechblase geht von dem kind aus. also hat das kind und die mutter (also sie, im sinne von wir) etwas, was du (also die aok?) nicht hat. oder bin ich das du? also mir fehlt etwas, was die beiden haben? hä?
keine ahnung.
vielleicht hat die aok aber die, also die ahnung. darauf könnte ich mich einigen – was ihr habt, und wir alle nicht? keine ahnung… das wirds sein. klingt aber ein wenig beleidigend.

großes preisausschreiben!

großes preisausschreiben

wir verlosen einen check up von kopf bis fuß im wert von 60 euro! machen sie mit! das einzige, was sie tun müssen: zeigen sie uns ihren impfausweis. ist er vollständig oder schaffen wir es, die empfohlenen impfungen in einem monat nachzuholen, nehmen sie an der großen verlosung teil!

trostpreise: komplett-flat-occupiance für ihr kind für nur 12 euro im monat! einfach so, auf versichertenkarte.

eine sitzung akupunktur, durch unsere reinemachefrau unter supervision des chefs persönlich – denn: egal wo man sticht, helfen tuts trotzdem.

eine flasche hahnenmannwasser, garantiert mit wichtigen noxen in ausreichender verdünnung versetzt – so macht komplex-homöopathie so richtig spass.

denn endlich dürfen wir werben, endlich dürfen wir sogar wettbewerbe und preisausschreiben veranstalten, um unsere produkte, also uns, an den patienten ranzubringen! verpassen sie nicht die einmalige chance! sie kommt nie wieder. denn was zahnärzte können, können wir schon lange!

liebe product placer

… ich weiß, dass ihr nichts dafür könnt, und es sind die bösen internet-robots, die euch diese arbeit abnehmen, aber: könnt ihr bitte diese nervigen emails und spam-kommentare im gästebuch unterlassen, die mich stetig auffordern, irgendwelche produkte zu begutachten, um diese dann zu besprechen. tatsächlich geht es euch verständlicherweise nur um werbung. und die mache ich nun mal in meinem blog nicht, außer, ich persönlich finde irgendetwas richtig gut. aber die hundertfünfzige version eines hustensaftes oder die x-te variante eines autokindersitzes gehört sicher nicht dazu.

dann schickt mir lieber rezensionsexemplare von büchern 😉 gerne auch belletristik. oder das neueste smartphone von nokiapple, da gibt es sicher eine spitzen-app auch für den kinderarzt. leider werden solche dinge aber nie per robot verteilt.

werbung II

und noch so ein geniale werbung – sehr perfide als eintrag in ein arztverzeichnis verpackt –
schön auch das kleingedruckte auf der rückseite: „die registrierung der beantragten daten kostet 43 euro im monat, zzgl der gesetzlichen umsatzsteuer, … die laufzeit beträgt einen zeitraum von drei jahren … gerichtsstand sind die gerichte und tribunale von madrid.“ wohl dem, der schlaue fmfa´s hat, die so einen schrott nicht einfach mit stempel und unterschrift versehen und zurückfaxen. um den chef zu entlasten.
kostenpunkt 1842,12 euro.

werbung I

täglich kommen durchschnittlich zwölf bis fünfzehn briefe und sendungen in unserem praxisbriefkasten  an – nach dem aussortieren bleiben meist drei oder vier echte briefe übrig, also post von kollegen, überweisern, krankenhaus usw.
der rest ist, logisch, werbung. wie in vielen büros oder auch privathaushalten. werbung in der praxis kommt meist aber besonders perfide daher, da als wissenschaftliche information verpackt, als „die entdeckung des jahrzehnts“ oder „die innovation in der antibiotikabehandlung“. oder als vermeintliche wissenschaftliche zeitung, in deren artikel sich aber zig produktplazierungen mit dem berühmten (R) finden.

am heutigen tag eine besonders schöne aussendung von einem meiner lieblingsmittelchen zum wohlbefinden. und dazu solche worthülsen wie „sehr gut verträglich“ und „fördert die heilung“  – nebst zweier „literaturstellen“, damit das ganz besonders wissenschaftlich fundiert wirkt. und diese quellen finden sich dann in den kostenlos-einwurf-wissenschaftlichen zeitungen „kinder- und jugendmedizin“ des schattauer-verlages und „päd – praktische pädiatrie“ von omni-med – in denen sich zwar auch interessante artikel finden lassen, deren zumindest zweite hälfte aber stets gefüllt ist mit so genannten „nachrichten der industrie“ oder „anwendungsbeobachtungen“, die in der regel durch pharmafirmen gesponsert sind und jeglichen seriösen studiencharakter vermissen lassen.

also: pharmafirma lanciert einen artikel in einer pseudo-wissenschaftszeitung, um nachher in ihren werbeaussendungen genau auf diesen artikel mittels literaturangabe zu verweisen. durchschaubar. aber chic anzuschauen.

ganz klasse auch diese eindrückliche graphische darstellung der aussage „krankheitsdauer deutlich verkürzt“ (man beachte die differenzierte einteilung der ordinate): 

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