Wer reiset, impfet.

“Vor jeder Auslandsreise sollten Eltern überprüfen, ob die mitfahrenden Kinder einen ausreichenden Standardimpfschutz gegen MMR (Masern, Mumps und Röteln), Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Haemophilus influenzae (HiB), Hepatitis B, Poliomyelitis, Pneumokokken und Meningokokken besitzen.

„Um eventuell fehlende Immunisierungen rechtzeitig verabreichen zu können, sollten sich Eltern möglichst schon einige Wochen vor Reiseantritt von ihrem Kinder- und Jugendarzt beraten lassen. Er kann auch bei der Reiseapotheke behilflich sein“, empfiehlt Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Insbesondere bei älteren Kindern bestehen häufig Impflücken.
Neben den Standardimpfungen können auch andere Schutzmaßnahmen ratsam sein, wie ein Influenza-Impfschutz für Reisen in Regionen der Südhalbkugel. Dort tritt Influenza (Grippe) von April bis Oktober auf und in tropischen Gebieten das ganze Jahr. Impfungen gegen FSME, Hepatitis A, Typhus sowie Impfungen gegen bestimmte Meningokokken-Serogruppen zusätzlich zur Meningokokken-C-Impfung können für manche Länder sinnvoll sein. In seltenen Fällen, wie z.B. bei Aufenthalten in ländlichen Regionen Asiens, kann eine Immunisierung gegen die Japanische Enzephalitis erforderlich sein. Gelbfieberimpfungen sind empfehlenswert für alle Länder, wo ein entsprechendes Risiko besteht. Tödliche Erkrankungen wurden zuletzt von Reisenden im Amazonasgebiet, Venezuela und Westafrika bekannt.

„Eltern sollten auch wissen, ob in dem von ihnen gewählten Urlaubsland Tollwut-Gefahr besteht. Kleine Kinder haben hier ein erhöhtes Risiko für tödliche Infektionen, da sie unüberlegt Tiere streicheln wollen und gebissen werden können. Aber auch Kratzer oder kleinere Verletzungen, oder das Ablecken einer verletzten Hautstelle durch ein infiziertes Tier können zu einer Ansteckung führen“, gibt Dr. Fegeler zu bedenken. Die häufigsten Überträger in den betroffenen Ländern sind Hunde, gefolgt von Fledermäusen, Katzen, Füchsen, Wölfen, Dachsen, Waschbären und Affen. In einigen Ländern muss ein Fledermausbiss immer als ein Tollwutfall behandelt werden, da die Tiere Tollwut übertragen können, ohne selbst Anzeichen zu zeigen. Besonders gefährdete Gebiete sind hier Afrika und Asien. In Südamerika und der Karibik gibt es noch einige Tollwut-Fälle. Laut dem WHO Rabies Bulletin Europe wurden 2014 und 2015 u.a. noch in der Türkei (168 Tiere), in der Ukraine (185 Tiere) und in Georgien (29) infizierte Tiere gemeldet. Allerdings blieben Menschen bis auf einen Fall in Georgien verschont. Weltweit verursacht Tollwut schätzungsweise 60.000 Todesfälle – etwa die Hälfte davon in Indien.”

Quellen: MMW Fortschr. Med., pädiatrie hautnah, pädiatrie & pädiologie, WHO
_________________________________________________
Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V.

Ich finde es stets interessant, wie blauäugig die Eltern in die exotischsten Regionen reisen, ohne sich rechtzeitig Gedanken zum Impfschutz zu machen. “Morgen fliegen wir nach Kuala Lumpur!” — schön. Dann wird es etwas knapp mit der empfohlenen Hepatitis-A-Impfung.

Viele Krankenkassen beteiligen sich inzwischen auch an den Kosten für Reiseimpfungen, die jedoch zunächst als Individuelle Gesundheitsleistung selbst zu bezahlen sind. Dieses Geld sollte es einem Wert sein. Die Kohle hat ja schließlich auch für die Weltreise gereicht.

Gelesen im April

Leider hat mich Buch No.2 sehr lange festgehalten und damit fern von anderen literarischen Genüssen, das ist im Rückblick schade, die Lesefreizeit ist zu kurz, um sich mit Büchern abzugeben, die nicht für den eigenen Geschmack gedacht sind. Ich muss das Weglegen wieder konsequenter umsetzen. Hier meine Leseabenteuer des April:

Nazis, Nadeln und Intrigen: Erinnerungen eines Skeptikers von Edzard Ernst
Darüber habe ich bereits ausführlich geschrieben, jedem Skeptiker alternativer Medizin sehr ans Herz gelegt, gibt es einen interessanten Einblick in die “Szene” und gegen welche Windmühlen gestandene Wissenschaftler kämpfen müssen. (5/5)

Das achte Leben (Für Brilka) von Nino Haratischwili
Das Buch hat mich ratlos hinterlassen. Wohl geschrieben, angenehm zu lesen, sicher lange recherchiert. Stand auf der Liste zum Buchpreis 2014. Eine Familiengeschichte in Georgien und der Sowjetunion im letzten Jahrhundert, nebenbei erfährt man viel von der russischen Geschichte (bei mir einen große Lücke).
Ein ambitioniertes Projekt von über 1200 Seiten, und genau diese Tatsache hat mich scheitern lassen. Das Buch ist imho viel zu lang. Vielleicht habe ich auch nicht genug Durchhaltevermögen. Tut mir leid. Warum dürfen literarische Werke nicht mehrteilig erscheinen? George R.R. Martin kann es doch auch. Die “Brilka” jedenfalls habe ich nicht zu Ende gelesen, schade um die Zeit. (2/5)

Deutschland verstehen: Ein Lese-, Lern- und Anschaubuch von Ralf Grauel und Jan Schwochow
Ein Sachbuch, das schon lange in meinem Schrank steht, ich stehe auf Erklärbärgrafiken. Beim Schmökern durch meinen SuB bin ich bei diesem großformatigen Buch hängen geblieben, und habe mich ein ganzes Wochenende hineinvertieft. Ob es die Vorgänge bei einer Bundestagswahl oder die beteiligten Personen bei einem Bundesligaspiel sind, alles ist wunderbar einprägsam illustriert, genauso wie die beliebtesten Vornamen (und warum) oder die Luftbrücke. Wer Deutschland verstehen will, mal auf andere Weise, dem sei dieses Buch gegönnt. (5/5)

Revival von Stephen King
(Übersetzt von Bernhard Kleinschmidt, Gelesen von David Nathan)
Stephen King schreibt ein Buch über Religiösität, über Familie, über Drogen, Rockmusik und Elektrizität. Seltsam? Ja. Der Spannungsbogen ist klassisch, die Figuren faszinierend, die Atmosphäre unvergleichlich. Stephen King kehrt zum Horror zurück und bleibt seinem Stil “das Gruselige des Alltags” treu. Wie sich das Entspannte und Familiäre über Jahre fortentwickelt zur Abrechnung mit den Dämonen der Vergangenheit, das ist genial. Gelesen von David Nathan, mehr geht nicht. (5/5)


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Buchverlosung!

Nach dem Teaser nun der offizielle Start:

Ich bin dieses Jahr wieder dabei, wenn Blogger Lesefreude schenken. Für alle Leser dieses Blogs, aber vor allem schöner Bücher, verlose ich in der Zeit der Aktion “Blogger schenken Lesefreude” vom 20.4. bis 23.4. folgende Bücher:

Die Unperfekten von Tom Rachman (Roman aus dem Zeitungsmilieu)
Chill mal, Frau Freitag von Frau Freitag (Erlebnisberichte… aus der Schule)
Libellensommer von Antje Babendererde (Jugendroman, die erste Liebe usw.)
Die dunklen Gassen des Himmels von Tad Williams (Urban Fantasy über einen Erzengel und seinen Job)

(Die Bücher stammen alle aus meinem Fundus, sind wirklich gut erhalten und damit auch verschenkbar, lediglich “Frau Freitag” hat einen blassen Stempel auf dem Schnitt, das habe ich mal am Grabbeltisch erlegt. Die Geschichten sind alle prima und gut, die Bücher selbst passen aber jedes für sich irgendwie nicht auf meinen Geschmack, deshalb möchte ich andere damit erfreuen.)

Was tun?

– Teilnehmen darf jeder, der mindestens 18 ist (oder jemanden beauftragen kann 😁).
– Es gibt eine kleine Aufgabe: Schreibe in die Kommentare den ersten Satz des Buches, welches Du gerade liest (keine Vorworte oder Motti oder Widmungen oder so, das ist wohl klar) und wie das Buch heisst.
– Wer mag, darf auch noch das One-and-only-favorite-Buch nennen, das sie/er wirklich jedem empfiehlt, mit auf eine einsame Insel nehmen würde, das beste der besten eben, usw. Schließlich schenken wir hier Lesensfreude, da sind Tipps immer gut.
– Du musst ansonsten nur Deine E-mail-Adresse und Nickname im entsprechenden Feld und den Buchwunsch (gerne auch “egal”, gewinnen kann jeder aber nur eins…) in der Kommentarzeile hinterlassen. Die E-mail-Adresse ist nur für mich sichtbar und wird – wie auch die postalische Adresse bei Gewinn – später wieder gelöscht. Bitte keine Namensangaben, Adressen oder e-mail-Adressen direkt im Kommentarfeld (= für alle sichtbar) posten. Was Nettes schreiben ist aber immer drin.
– Wer keinen Buchwunsch postet, kriegt irgendein Buch der Liste.
– Es werden nur die Einsendungen berücksichtigt, die unter diesem heutigen Posting stehen, also da unten (⬇️). Das könnt Ihr aber bis zum 23.4./23.59 Uhr machen.
– Ein paar Tage nach dem 23.4. (sobald ich dazu komme) verlose ich die Bücher mittels random.org.
– Ich benachrichtige Euch per e-mail, eine Erwähnung mit Nickname gibts hier auf dem Blog natürlich auch. And the winner is…
– Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Viel Spaß, und… schau ruhig in der offiziellen Homepage vorbei, da gibt’s noch mehr zu entdecken.

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Serviceblog: Buchverlosung! (Teaser)

Ich bin dieses Jahr wieder dabei, wenn Blogger Lesefreude schenken. Für alle Leser, dieses Blogs, aber vor allem schöner Bücher, verlose ich in der Zeit der Aktion “Blogger schenken Lesefreude” vom 20.4. bis 23.4. folgende Bücher:

Die Unperfekten von Tom Rachman
Chill mal, Frau Freitag von Frau Freitag
Libellensommer von Antje Babendererde
Die dunklen Gassen des Himmels von Tad Williams

Was tun? Du musst nur am 20.4. wiederkehren und Deine E-mail-Adresse und den Buchwunsch in der Kommentatorenliste hinterlassen. Genauere Bedingungen folgen dann. Das hier ist nur der Teaser.
Viel Spaß, und… schau ruhig in der offiziellen Homepage vorbei, da gibt’s noch mehr zu entdecken.
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Gelesen im März

Joyland von Stephen King
(Deutsch von Hannes Riffel)
Stephen King ist ein Phänomen: Seit Jahrzehnten erfolgreich, geliebt von den einen, gemieden von den anderen. Seine Fans sehen in ihm einen angehenden Nobelpreisträger, seine Gegner einen geschickt vermarkteten Groschenromanschreiber. Nachdem er mit Mr. Mercedes vor kurzem einen waschechten Thriller hinlegte (ohne Horror), kommt mit “Joyland” ein Krimi daher (ohne Horror). Die Geschichten sind allesamt nicht sonderlich sophisticated, aber den Thrill, den Spannungsbogen kann keiner so gut, wie Stephen. Man muß ja nicht seine Schocker lesen, aber seine “braven” Romane und Geschichten sind feinste Erzählliteratur. Ich lausche gerade “Revival”, dem allerneuesten Buch von ihm – nächsten Monat mehr davon. (5/5)

Von Männern, die keine Frauen haben von Haruki Murakami
(Deutsch von Ursula Gräfe)
Murakami wird gehypet, keine Frage. Seine Romane verkaufen sich weltweit wie geschnitten Brot, es ist chic, ihn als ewigen Nobelpreisaspirant zu bezeichnen (geht mir auch so). Mit den vorliegenden Geschichten tat ich mich jedoch etwas schwer. Klar, die üblichen schrägen Typen mit schrägen Ansichten, vor allem, was das Sexuelle angeht – das kennt man von Murakami. In vielen seiner Romane tauchen diese kurzen Geschichten auf. Trotzdem bleibt diesmal nicht viel “hängen”. Ein paar nette Ideen, ja, wie immer auch vorzüglich erzählt, aber mehr? Ich hoffe, Herr Murakami hat diese Geschichtensammlung nur dem Hype zuliebe veröffentlicht. Seine Romane sind mir lieber, weil verworrener und beglückender in der Auflösung. (3/5)

Die Straße von Cormac MacCarthy
(Deutsch von Nikolaus Stingl, Gelesen von Christian Brückner)
Weltliteratur. Simply as that. Unfuckingfassbar gut geschrieben, Metaphern zum Zungeschnalzen, biblische Symbolik und bedrückende Angstathmosphäre. Ganz großes Kopfkino dank Christian Brückner, den ich nur hören will (sein schauspielerisches und interviewtechnisches Können sind miserabel), der ein wenig scheitert an den Timbres der einzelnen (wenigen) Figuren, das kann David Nathan (siehe King) besser.
“Die Straße” gibts auch als Film, da bin ich noch gespannt drauf. Als Roman (jedenfalls in Hörbuchform) gibts eine (6/5)

Gestern Nacht im Taxi von Sascha Bors
Davon hatten wir´s schon vor einer Woche – lesenswert (4/5).

Der Araber von morgen von Riad Sattouf
(Deutsch von Andreas Platthaus)
Eine Graphic novel, der erste Teil, über den jungen Riad, der als Sohn einer Französin und eines Syrers hin- und herwandelt zwischen Paris und Libyen, Syrien und dem Irak, zwischen den Welten. Extrem gut eingefangen die Sichtweise des Kindes, authentisch heißt das wohl, angenehm und lustig gezeichnet in einem ganz eigenen Stil. Sattouf hat auch ein Buch über seine Beschneidung gemalt – habe ich vor einiger Zeit mal gelesen, genau der gleiche entwaffnende Witz. Vom “Araber” gibt es bald einen zweiten Teil, ich werde ihn sicher lesen. (5/5)

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Pre-Gelesen: Taxi! Taxi!

Diese Kolumne kommt eigentlich erst am Anfang des Monats, aber dem Buch “Gestern Nacht im Taxi” möchte ich gerne ein Extra Posting widmen, denn Sascha Bors, Blogkollege und Taxifahrer, hat was geschrieben (schon das zweite, nicht wahr?), anlehnend und erweiternd zu seinem ebenfalls sehr lesenswerten Blog “Gestern nacht im Taxi” (Achtung! Gleicher Titel! Manche Verlage können´s eben…).

Nun stehe ich sowieso sehr auf Berufsblogs. Auch wenn´s nur ein eingeschränkter Blick “aufs Janze” ist und nicht aus dem vollen Leben schöpft, wie die zahlreichen Mutti-, Privat- und Familienblogs, so bieten sie mir doch Einsicht in das, was die anderen da so machen. (… “Was machen die da?”, ein Teil von Buddenbohms und Frau Bogdans Werk, auch so was Nettes, da schon mal reingeschaut, wirklich spannend… aber das führt jetzt zu weit…).

Ich habe schon bei Buchhändlern reingeschaut, bei Anwälten, Leichenbestattern und natürlich den vielen Medizinern und Rettungsleuten, die sich in der Blogosphäre tummeln. Es gibt wohl noch mehr Taxiblogs, ich hänge aber nur bei Sash fest, dazu schreibt er von allen am regelmäßigsten und auch am lustigsten. Eine “good attitude” hat er außerdem noch, ist auch wichtig.

Im Buch nach dem Blog breitet er sich genüßlich weiter aus, wie sich das fürs Prosahafte außerhalb des Bloggens auch gehört: Jedes Kapitel gibt sich ganz einem Thema hin (Kohle, Kotzen, Pärchen :-)), er lässt seine Fahrgäste auf- und abmarschieren, also ein- und aussteigen und den Leser teilhaben an dem kleinen Mikrokosmos Taxi. Ich fand das Lesen sehr unterhaltsam, gönnte mir die letzten Abende je ein Kapitel – obwohl sich das Buch auch gut zum Rein- und Festlesen eignet, da kommts nicht so auf die Reihenfolge an. Ich habe viel erfahren: Über die Taxi-“fackel”, übers Trinkgeld, überhaupt das Verdienen als Taxifahrer, über Platzprobleme, Sarrazins Welt, Zechpreller und Sprachprobleme. Sash räumt auf mit Vorurteilen gegenüber dem Taxigewerbe, gibt aber freimütig zu, dass manche Gerüchte über schwarze Schafe auch ihre Berechtigung haben (naja, dumme Kollegen gibt es überall, oder?).

Ich fahre selbst selten mit dem Taxi, ergibt sich hier auf dem Lande nicht so. Außerdem knausere ich tatsächlich mit dem Geld, obwohl ich die Rechnung seit diesem Buch etwas anders sehe: Schließlich sind in einer Großstadt Taxen stets verfügbar, das kostet, schließlich holen und bringen sie Dich direkt vom Start zum Ziel, ein geldwerter Vorteil. Und die paar Male nach dem Nachtdienst oder dem Rockkonzert, in denen ich eine Taxe genommen habe (ach doch, da noch im Urlaub, weißte noch, mit dem vielen Gepäck…?), fand ich es immer angenehm bequem und kommunikativ. Sascha, wenn Du was erreicht hast mit diesem Buch, dann, dass kinderdok mal häufiger mit Euch mitfährt. Jedenfalls demnächst in Berlin.

Gestern Nacht im Taxi von Sascha Bors, erschienen 2015 bei emons:

PS an Sascha: Aber “Taxi” mit dem unvergleichlichen Andy Kaufman kennst Du auch, oder? Kam kurz auch im deutschen Fernsehen – und wird in “Man on the Moon” von Milos Forman gefeatured. Hier.

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Medientipps

Aus aktuellen Pushmeldungen 😊 von Bloglesern und Tweetern ein paar Medienempfehlungen, Links und Mediathekfilmen:

Kleine Versuchsobjekte – Viele Medikamente im Kindesalter sind nie an Kindern getestet worden. Warum das so ist und was das in der Realität bedeutet, zeigt die Doku auf 3sat.

Gerd Scobel beschäftigte sich im Anschluss mit der Kinderheilkunde im Allgemeinen, Versorgung, Unterversorgung, bedrohte Versorgung? Kinderkrankheiten.

Auch wenn es ein Bericht des Daily Telegraph ist – die Nachricht ist wirklich schlimm: Ein vier Wochen alter Säugling stirbt in England an Keuchhusten, die “harmlose” Kinderkrankheit, wie viele Impfkritiker sagen.

Das wirre Bild der Impfgegner – ein Beitrag von Panorama. Ist das wirklich alles nur eine Frage der Perspektive?

Ein Artikel des Biologen Cornelius Courts auf den ScienceBlogs zur alternativen” Ausbildung der Hebammen, als Multiplikatoren des esoterischen Denkens. Brisant. Nicht alle Geburtshelferinnen sind so.

Und das Allerletzte, nur für Hardcore Neugierige: “Plakate” gegen das Impfen. Teils echt, teils Satire. BTW: Do not follow the hyperlinks!

 

Gelesen im Februar

Kindeswohl
von Ian McEwan (übersetzt von Werner Schmitz)
Einer meiner großen Favoriten: Ian McEwan. Nicht alle Bücher haben Nobelpreisreife, aber McEwans Sprache ist so dicht, metaphorisch und lyrisch, dass ich stets in Schwärmen kommen. Dabei bedient er in verschiedenen Sujets (Kriegsromanen, Zukunftsvisionen, Familiendramen, Beziehungsgeflechte, Thriller) das gleiche Thema: Eine vermeintliche bürgerliche Idylle wird durch ein oder zwei Wendungen aus der Bahn geworfen. Hier ist es die Familienrichterin Fiona, die eigentlich ihre eigene zerrüttete Ehe aufarbeitet, sich aber aus Berufsgründen mit ganz anderen Beziehungen auseinandersetzen muß. Ein Plot hinter dem Plot, ein starker jugendlicher Gegenpart zu der älteren Protagonistin und nebenbei die Arbeit einer Familienrichterin in England – sicher penibel recherchiert vom großen McEwan. (5/5)

Das große Hobbit-Buch: Der komplette Text mit Kommentaren und Bildern
von J.R.R. Tolkien, herausgegeben von Douglas Anderson
Doch doch, ich bin ein großer Herr-der-Ringe-Fan, habe quasi über Tolkien promoviert und freue mich auch über die Jacksonschen Filme. Aus dem Anlass der Hobbit-Reihe im Kino habe ich mir daher den Roman neu gekauft. Diese wunderschöne Ausgabe des deutschen Tolkien-Verlages Klett-Cotta versammelt ganz viele Materialien zu dem unterschätzten Vorläufer des Herrn der Ringe – Illustrationen aus den internationalen Ausgaben und zig Fußnoten, die die Komplexität des Werkes unterstreichen. Das macht die eigentliche Lektüre etwas schwierig, aber – man kennt´s ja schon. (4/5)

Ich bleibe hier
von Catherine Ryan Hyde (übersetzt von Marion Plath)
Das habe ich mir über KindleUnlimited als Leih-Ebook auf meinen Kindle gezogen, einfach , weil es auf der Bestsellerliste dort ganz oben stand. Es hat sich gelohnt. Kein tiefgreifend schöngeistiges Werk, aber eine herzerwärmende Geschichte über ein kleines Mädchen, dass durch seine Nachbarn im Mietshaus in Obhut genommen wird, weil ihre eigene Mutter zugekifft in der Wohnung vegetiert. Geschrieben ist das Buch in zwei Perspektiven: Aus Sicht des Mädchens und aus Sicht des Nachbarn Billy, dem schwulen Broadway-Tänzer, der seit Jahren wegen Agarophobie nicht mehr aus dem Haus gegangen ist. Das gibt der Sache zusätzlichen Reiz. Ein Frauen-Buch? Ja. (4/5)

What if?
von Randall Munroe (deutsch von Ralf Pannowitsch)
Oh, ein Sachbuch. Ja, die lese ich wenige, vor allem, wenn sie sich nicht gerade mit Kinderheilkunde beschäftigen. Aber dieses hat mich sehr interessiert, da vom XKCD-Macher Randall Munroe geschrieben. Allgemein bekannt: Munroe versucht, interessante “Was wäre, wenn”-Fragen wissenschaftlich aufzuarbeiten. Aufgelockert und erstaunlich gut ergänzt wird das ganze durch seine berühmten Strichmännchen. Ich habe nicht alles am Ende kapiert, konnte nicht allem Science-Geschwurbel folgen, aber lustig ist´s allemal, vor allem – ganz “Mythbuster” – , wenn die Fragen in Exzess weitergesponnen werden. Gegönnt sei dem Buch sein Platz auf den Bestsellerlisten. (5/5)

War and Dreams
von Maryse und Jean F Charles (übersetzt von Resel Rebiersch)
Eine Graphic Novel über den Zweiten Weltkrieg, in Rückblenden erzählt am Strand der Normandie, an dem sich die Schicksale von vier Soldaten kreuzen, entflechten und wiederfinden. Sehr schön konventionell gezeichnet, ich fand die Geschichte etwas verworren, aber als kurze Nachmittagslektüre ganz ok. (3/5)

Zahra’s Paradise
von Amir und Khalil (übersetzt von Reinhard Pietsch)
Meine zweite Graphic Novel in diesem Monat, die eindeutig bessere. “Zahras Paradise” schildert eine Zeit im Iran kurz nach der Grünen Revolution von 2009, als zig Menschen verschwanden, unter anderem Mehdi. Dessen Bruder (ein Blogger) und seine Mutter gehen auf Suche. Ihr Verzweifeln an den Hürden der Bürokratie, der Korruption der Diktatur und dem bigotten Verhalten der Geistlichen erschüttert den Leser. Eine ganz andere Welt, eine Historie, die Europa kaum tangiert, die doch der Menschenverachtung in Pinochets Chile oder Francos Spanien ähnelt, sich naturgemäß aber vielmehr hinter der Religion versteckt. Der Comic ist beworben als “Comic für Teens”, dürfte aber starker Tobak sein. (5/5)

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Tollabox Unboxed #laterblog

Vielen lieben Dank an das Team von Tollabox fürs Zusenden der Box zum Thema Gesundheit. Dank einiger Umleitungen kam sie letzendlich zu Weihnachten bei mir an. Ausgepackt ist sie schon lange, hier endlich die Bilder dazu als Danke schön.

Es gibt viel zu entdecken: Eine spannende Geschichte rund um die kleine Emma, deren Papa Dr. Brinkmann (sic!) selbst erkrankt ist, so dass das Mädchen versucht, den Praxisalltag zu bestreiten. Schließlich möchte sie nicht alle Patienten ins weit entfernte Krankenhaus schicken! Hilfe bekommt sie von den Tollas, dem guten Geistern der Tollabox-Idee, die sie aber schließlich daran erinnern, dass das keine Aufgabe für ein kleines Mädchen ist. So nimmt die Geschichte, als es etwas brenzliger wird, einen guten Ausgang.
Die Geschichte ist vorlesbar aus einem beigelegten Heft, es gibt sie aber auch als Hörspiel auf CD dazu. Tolla!

Was gibts noch? Wie immer in der Tolla-Box: Ganz viel Bastelkram. Man kann Seife herstellen, ein kleines Krankenhaus basteln und anmalen und eine Handschuhbakterie nähen. Alle Utensilien dafür liegen der Box bei. Videos im Internet geben Hilfestellung, aber eigentlich sind die beigefügten Anleitungen narren- und kindersicher. Ich fand die Gesundheitsbox witzig, klar, manche Umschreibungen in der Geschichte sind etwas mit erhobenem Zeigefinger (“kindersicherer Wasserkocher”), aber das muss wohl so sein.

Wie das Tollabox-System sonst funktioniert, verrät detailliert die Internetseite – in einem Abonnement erhält man monatlich eine Box nachhause geschickt, je länger man das Abo bestellt, desto günstiger wird die Box. Die Themen variieren, leider lassen sich aber keine einzelne Boxen nachbestellen (oder?), vielleicht geht das aufgrund der Stückzahlen nicht so einfach. Das Konzept ist innovativ, kreativ und inspirierend, wären die Kinderdok Kinder noch etwas kleiner, wäre das sicher auch eine Idee für unseren Haushalt gewesen. Schaut’s Euch mal an!

(Die Arztfigur soll übrigens mir nachempfunden sein)

**** Btw: Lasen Sie soeben den 1000.Blogeintrag auf “kids and me 2.0! ****
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[Dies ist kein sponsored blog post. Ich erhielt die Gesundheitsbox als Geschenk für das Redigieren des medizinischen Inhaltes der o.g. Geschichte. Das habe ich gerne gemacht. Da ich es wichtig finde, Kindern Gesundheitsthemen spielerisch nahezubringen, passt ein Bericht prima in meinen Blog. Teil des Berichtes sind Links, die dann zwingend zur Tollabox-Seite weiterleiten.
Schade, dass ich meine, ich müsse diesen Disclaimer schreiben. Aber das mache ich mit mir selbst aus.]

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Achtung! Schon wieder Impfungen!

Tut mir leid, noch ein Impfthema…

Leser B. hat bei mir angefragt, worauf er und seine Frau bei dem eigenen Impfschutz achten müssen, wenn demnächst ihr erstes Kind zur Welt kommt. Superfrage! Superthema!

Impfempfehlungen für Jungeltern bzw. alle Eltern/Paare, die demnächst vorhaben, Kinder in die Welt zu setzen bzw. jeden Erwachsenen:

*** Es sollte ein Impfschutz gegen Tetanus/Diphtherie/Polio/Keuchhusten vorliegen: Jede dieser Impfungen sollte nicht länger als zehn Jahre zurückliegen. Also bitte in den Impfpass schauen, die entsprechenden Zeilen suchen (wird i.d.R. in Kombination geimpft) und das Datum checken. Keuchhusten heißt übrigens Pertussis. Fehlt die Impfung oder liegt sie länger als zehn Jahre zurück: 1x Auffrischen lassen mit einem Kombiimpfstoff.

Vor allem Keuchhusten ist in diesem Fall wichtig: Der Säugling kann sich damit anstecken, es besteht kein ausreichender Nestschutz. Die meisten Fälle von Keuchhusten im Neugeborenen und frühen Säuglingsalter werden durch nahe Kontaktpersonen (Eltern, Oma und Opa) übertragen (“Die Omma hustet schon drei Wochen, aber sonst gehts ihr gut…”)

Leider wird oft der Keuchhustenschutz vernachlässigt – Hausärzte impfen dann alle zehn Jahre fröhlich Tetanus, aber nicht in Kombination mit Pertussis. Die o.g. Empfehlung gibt es aber bereits über zehn Jahre.

[Edit] – Polio muß nach Grundimmunisierung und einmalige Auffrischung nicht mehr nachgeimpft werden.

*** Masern: Eigenes Alter überprüfen ;-) — Erwachsene, die nach 1970 geboren sind, entweder a) wissentlich keine Masern durchlaufen haben oder b) nur eine oder keine Masernimpfung haben, sollten sich dagegen 1x impfen lassen (in Kombination mit Mumps oder Röteln – für diese Impfungen gilt die gleiche Empfehlung)

*** Windpocken: Hier empfiehlt die STIKO eine Impfung für “Seronegative Frauen mit Kinderwunsch”, “Empfängliche Patienten mit schwerer Neurodermitis”, und “Empfängliche Personen mit engem Kontakt zu den beiden zuvor Genannten” (also die zugehörigen Partner, Geschwister, Oma und Opa). Was sind nun “Empfängliche Personen“? Lt. STIKO, wenn keine Impfung erfolgt ist, oder keine Varizellen sicher durchlaufen wurden oder wenn bei serologischer Testung keine spezifischen Antikörper nachgewiesen wurden. Ich empfehle den Eltern eine Impfung, wenn keine Windpocken in der Kindheit stattfanden. Diese erfolgt 2x im Abstand von 4-6 Wochen.

**** Influenza: Die STIKO empfiehlt “allen Schwangeren ab 2. Trimenon, bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens ab 1. Trimenon” auch die Grippe-Impfung. Die Väter werden hier nicht ausdrücklich genannt.

Natürlich gibt es weitere Impfungen, sie sind aber aktuell nicht relevant für den frischen Säugling. Es gibt hierzu keine Empfehlung, dennoch kann man für den Selbstschutz natürlich die Impfungen durchführen lassen.

Was machen Schwangere, denen eine der o.g. Impfungen fehlen? Die Impfungen sind in der Schwangerschaft nicht zugelassen, daher sollte möglichst zügig nach Entbindung geimpft werden, bei Stillenden ist das eigentlich kein Problem. Besser ist es jedoch, bereits vor Konzeption seinen Impfschutz zu aktualisieren (also immer). Frauenärzte und Hausärzte sind angehalten, lt. STIKO “bei jeder Gelegenheit” den Impfschutz zu überprüfen.

Aktuellste Impfempfehlungen der STIKO

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