Gelesen im Februar

Kindeswohl
von Ian McEwan (übersetzt von Werner Schmitz)
Einer meiner großen Favoriten: Ian McEwan. Nicht alle Bücher haben Nobelpreisreife, aber McEwans Sprache ist so dicht, metaphorisch und lyrisch, dass ich stets in Schwärmen kommen. Dabei bedient er in verschiedenen Sujets (Kriegsromanen, Zukunftsvisionen, Familiendramen, Beziehungsgeflechte, Thriller) das gleiche Thema: Eine vermeintliche bürgerliche Idylle wird durch ein oder zwei Wendungen aus der Bahn geworfen. Hier ist es die Familienrichterin Fiona, die eigentlich ihre eigene zerrüttete Ehe aufarbeitet, sich aber aus Berufsgründen mit ganz anderen Beziehungen auseinandersetzen muß. Ein Plot hinter dem Plot, ein starker jugendlicher Gegenpart zu der älteren Protagonistin und nebenbei die Arbeit einer Familienrichterin in England – sicher penibel recherchiert vom großen McEwan. (5/5)

Das große Hobbit-Buch: Der komplette Text mit Kommentaren und Bildern
von J.R.R. Tolkien, herausgegeben von Douglas Anderson
Doch doch, ich bin ein großer Herr-der-Ringe-Fan, habe quasi über Tolkien promoviert und freue mich auch über die Jacksonschen Filme. Aus dem Anlass der Hobbit-Reihe im Kino habe ich mir daher den Roman neu gekauft. Diese wunderschöne Ausgabe des deutschen Tolkien-Verlages Klett-Cotta versammelt ganz viele Materialien zu dem unterschätzten Vorläufer des Herrn der Ringe – Illustrationen aus den internationalen Ausgaben und zig Fußnoten, die die Komplexität des Werkes unterstreichen. Das macht die eigentliche Lektüre etwas schwierig, aber – man kennt´s ja schon. (4/5)

Ich bleibe hier
von Catherine Ryan Hyde (übersetzt von Marion Plath)
Das habe ich mir über KindleUnlimited als Leih-Ebook auf meinen Kindle gezogen, einfach , weil es auf der Bestsellerliste dort ganz oben stand. Es hat sich gelohnt. Kein tiefgreifend schöngeistiges Werk, aber eine herzerwärmende Geschichte über ein kleines Mädchen, dass durch seine Nachbarn im Mietshaus in Obhut genommen wird, weil ihre eigene Mutter zugekifft in der Wohnung vegetiert. Geschrieben ist das Buch in zwei Perspektiven: Aus Sicht des Mädchens und aus Sicht des Nachbarn Billy, dem schwulen Broadway-Tänzer, der seit Jahren wegen Agarophobie nicht mehr aus dem Haus gegangen ist. Das gibt der Sache zusätzlichen Reiz. Ein Frauen-Buch? Ja. (4/5)

What if?
von Randall Munroe (deutsch von Ralf Pannowitsch)
Oh, ein Sachbuch. Ja, die lese ich wenige, vor allem, wenn sie sich nicht gerade mit Kinderheilkunde beschäftigen. Aber dieses hat mich sehr interessiert, da vom XKCD-Macher Randall Munroe geschrieben. Allgemein bekannt: Munroe versucht, interessante “Was wäre, wenn”-Fragen wissenschaftlich aufzuarbeiten. Aufgelockert und erstaunlich gut ergänzt wird das ganze durch seine berühmten Strichmännchen. Ich habe nicht alles am Ende kapiert, konnte nicht allem Science-Geschwurbel folgen, aber lustig ist´s allemal, vor allem – ganz “Mythbuster” – , wenn die Fragen in Exzess weitergesponnen werden. Gegönnt sei dem Buch sein Platz auf den Bestsellerlisten. (5/5)

War and Dreams
von Maryse und Jean F Charles (übersetzt von Resel Rebiersch)
Eine Graphic Novel über den Zweiten Weltkrieg, in Rückblenden erzählt am Strand der Normandie, an dem sich die Schicksale von vier Soldaten kreuzen, entflechten und wiederfinden. Sehr schön konventionell gezeichnet, ich fand die Geschichte etwas verworren, aber als kurze Nachmittagslektüre ganz ok. (3/5)

Zahra’s Paradise
von Amir und Khalil (übersetzt von Reinhard Pietsch)
Meine zweite Graphic Novel in diesem Monat, die eindeutig bessere. “Zahras Paradise” schildert eine Zeit im Iran kurz nach der Grünen Revolution von 2009, als zig Menschen verschwanden, unter anderem Mehdi. Dessen Bruder (ein Blogger) und seine Mutter gehen auf Suche. Ihr Verzweifeln an den Hürden der Bürokratie, der Korruption der Diktatur und dem bigotten Verhalten der Geistlichen erschüttert den Leser. Eine ganz andere Welt, eine Historie, die Europa kaum tangiert, die doch der Menschenverachtung in Pinochets Chile oder Francos Spanien ähnelt, sich naturgemäß aber vielmehr hinter der Religion versteckt. Der Comic ist beworben als “Comic für Teens”, dürfte aber starker Tobak sein. (5/5)

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Tollabox Unboxed #laterblog

Vielen lieben Dank an das Team von Tollabox fürs Zusenden der Box zum Thema Gesundheit. Dank einiger Umleitungen kam sie letzendlich zu Weihnachten bei mir an. Ausgepackt ist sie schon lange, hier endlich die Bilder dazu als Danke schön.

Es gibt viel zu entdecken: Eine spannende Geschichte rund um die kleine Emma, deren Papa Dr. Brinkmann (sic!) selbst erkrankt ist, so dass das Mädchen versucht, den Praxisalltag zu bestreiten. Schließlich möchte sie nicht alle Patienten ins weit entfernte Krankenhaus schicken! Hilfe bekommt sie von den Tollas, dem guten Geistern der Tollabox-Idee, die sie aber schließlich daran erinnern, dass das keine Aufgabe für ein kleines Mädchen ist. So nimmt die Geschichte, als es etwas brenzliger wird, einen guten Ausgang.
Die Geschichte ist vorlesbar aus einem beigelegten Heft, es gibt sie aber auch als Hörspiel auf CD dazu. Tolla!

Was gibts noch? Wie immer in der Tolla-Box: Ganz viel Bastelkram. Man kann Seife herstellen, ein kleines Krankenhaus basteln und anmalen und eine Handschuhbakterie nähen. Alle Utensilien dafür liegen der Box bei. Videos im Internet geben Hilfestellung, aber eigentlich sind die beigefügten Anleitungen narren- und kindersicher. Ich fand die Gesundheitsbox witzig, klar, manche Umschreibungen in der Geschichte sind etwas mit erhobenem Zeigefinger (“kindersicherer Wasserkocher”), aber das muss wohl so sein.

Wie das Tollabox-System sonst funktioniert, verrät detailliert die Internetseite – in einem Abonnement erhält man monatlich eine Box nachhause geschickt, je länger man das Abo bestellt, desto günstiger wird die Box. Die Themen variieren, leider lassen sich aber keine einzelne Boxen nachbestellen (oder?), vielleicht geht das aufgrund der Stückzahlen nicht so einfach. Das Konzept ist innovativ, kreativ und inspirierend, wären die Kinderdok Kinder noch etwas kleiner, wäre das sicher auch eine Idee für unseren Haushalt gewesen. Schaut’s Euch mal an!

(Die Arztfigur soll übrigens mir nachempfunden sein)

**** Btw: Lasen Sie soeben den 1000.Blogeintrag auf “kids and me 2.0! ****
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[Dies ist kein sponsored blog post. Ich erhielt die Gesundheitsbox als Geschenk für das Redigieren des medizinischen Inhaltes der o.g. Geschichte. Das habe ich gerne gemacht. Da ich es wichtig finde, Kindern Gesundheitsthemen spielerisch nahezubringen, passt ein Bericht prima in meinen Blog. Teil des Berichtes sind Links, die dann zwingend zur Tollabox-Seite weiterleiten.
Schade, dass ich meine, ich müsse diesen Disclaimer schreiben. Aber das mache ich mit mir selbst aus.]

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Achtung! Schon wieder Impfungen!

Tut mir leid, noch ein Impfthema…

Leser B. hat bei mir angefragt, worauf er und seine Frau bei dem eigenen Impfschutz achten müssen, wenn demnächst ihr erstes Kind zur Welt kommt. Superfrage! Superthema!

Impfempfehlungen für Jungeltern bzw. alle Eltern/Paare, die demnächst vorhaben, Kinder in die Welt zu setzen bzw. jeden Erwachsenen:

*** Es sollte ein Impfschutz gegen Tetanus/Diphtherie/Polio/Keuchhusten vorliegen: Jede dieser Impfungen sollte nicht länger als zehn Jahre zurückliegen. Also bitte in den Impfpass schauen, die entsprechenden Zeilen suchen (wird i.d.R. in Kombination geimpft) und das Datum checken. Keuchhusten heißt übrigens Pertussis. Fehlt die Impfung oder liegt sie länger als zehn Jahre zurück: 1x Auffrischen lassen mit einem Kombiimpfstoff.

Vor allem Keuchhusten ist in diesem Fall wichtig: Der Säugling kann sich damit anstecken, es besteht kein ausreichender Nestschutz. Die meisten Fälle von Keuchhusten im Neugeborenen und frühen Säuglingsalter werden durch nahe Kontaktpersonen (Eltern, Oma und Opa) übertragen (“Die Omma hustet schon drei Wochen, aber sonst gehts ihr gut…”)

Leider wird oft der Keuchhustenschutz vernachlässigt – Hausärzte impfen dann alle zehn Jahre fröhlich Tetanus, aber nicht in Kombination mit Pertussis. Die o.g. Empfehlung gibt es aber bereits über zehn Jahre.

[Edit] – Polio muß nach Grundimmunisierung und einmalige Auffrischung nicht mehr nachgeimpft werden.

*** Masern: Eigenes Alter überprüfen ;-) — Erwachsene, die nach 1970 geboren sind, entweder a) wissentlich keine Masern durchlaufen haben oder b) nur eine oder keine Masernimpfung haben, sollten sich dagegen 1x impfen lassen (in Kombination mit Mumps oder Röteln – für diese Impfungen gilt die gleiche Empfehlung)

*** Windpocken: Hier empfiehlt die STIKO eine Impfung für “Seronegative Frauen mit Kinderwunsch”, “Empfängliche Patienten mit schwerer Neurodermitis”, und “Empfängliche Personen mit engem Kontakt zu den beiden zuvor Genannten” (also die zugehörigen Partner, Geschwister, Oma und Opa). Was sind nun “Empfängliche Personen“? Lt. STIKO, wenn keine Impfung erfolgt ist, oder keine Varizellen sicher durchlaufen wurden oder wenn bei serologischer Testung keine spezifischen Antikörper nachgewiesen wurden. Ich empfehle den Eltern eine Impfung, wenn keine Windpocken in der Kindheit stattfanden. Diese erfolgt 2x im Abstand von 4-6 Wochen.

**** Influenza: Die STIKO empfiehlt “allen Schwangeren ab 2. Trimenon, bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens ab 1. Trimenon” auch die Grippe-Impfung. Die Väter werden hier nicht ausdrücklich genannt.

Natürlich gibt es weitere Impfungen, sie sind aber aktuell nicht relevant für den frischen Säugling. Es gibt hierzu keine Empfehlung, dennoch kann man für den Selbstschutz natürlich die Impfungen durchführen lassen.

Was machen Schwangere, denen eine der o.g. Impfungen fehlen? Die Impfungen sind in der Schwangerschaft nicht zugelassen, daher sollte möglichst zügig nach Entbindung geimpft werden, bei Stillenden ist das eigentlich kein Problem. Besser ist es jedoch, bereits vor Konzeption seinen Impfschutz zu aktualisieren (also immer). Frauenärzte und Hausärzte sind angehalten, lt. STIKO “bei jeder Gelegenheit” den Impfschutz zu überprüfen.

Aktuellste Impfempfehlungen der STIKO

Gelesen im Januar

Matchbox Theater
von Michael Frayn
(übersetzt von Michael Raab)
Michael Frayn ist ein toller britischer Dichter, Theaterschreiber und Romancier, sein Matchbox Theater ein Abriss kurzer Sketche, mit ein paar netten Ideen und Jokes. Mehr aber auch nicht. Das ebook war günstig. Resteverwertung? (1/5)

Schwimmen in der Nacht
von Jessica Keener
(übersetzt von Maria Hummitzsch)
Ein tolles Buch, ich habe es in zwei Tagen durchgelesen. Coming-of-age, Familienroman, viel Verarbeitung, Auseinandersetzen mit dem Thema “Kranke Eltern”, dann Neuanfang, Erste Liebe und die Liebe zur Musik. Ein Roman aus der Perspektive der jungen Sarah, wie sie ihre geliebten Brüder wahrnimmt, ihre Mutter, den hilflosen Vater, die Flucht aus dem Schoß der Familie in ihre eigene freie Welt. Manches lässt den Leser an die eigene Jugend erinnern. Sehr empfehlenswert, übrigens ein Debütroman. (5/5)

Schweinskopf al dente
von Rita Falk

Keine Ahnung, was mich geritten hat, diesen “Provinzkrimi” zu lesen. Ich fand den ersten Film nach den Büchern von Rita Falk ganz lustig, Eberhofer ist ein sympathischer Unsympath. Dachte ich, schaunerwermal, wie das so als Buch rüberkommt. Lustig, jaja, jede Zeile ein Witzel, nett, prima, gelacht haben wir. Krimimäßig ein totaler Reinfall ohne irgendeine Spannung, geht das bayrische Gedönsel irgendwann auf den Wecker. Der Krimi taugt als schöne Vorlage für weitere Filme, keine Frage, aber als Roman imho nicht. Und irgendwie fehlt im Buch Eisi Gulp. (2/5)

Fair Play
von Tove Jansson
(übersetzt von Birgitta Kicherer)
Ja, das ist DIE Tove Jansson, die Schöpferin der Mumins, die finnische Astrid Lindgren. Mumins sind Teil meiner eigenen Kindheit und Teil des Vorlesestoffes bei meinen eigenen Kindern, ich fand auch das Sommerbuch über Tove Janssons Erlebnisse mit ihrer Großmutter genial und zeitlos. Aber das hier? Die Begegnung zweier Künstlerinnen in Helsinki und sonstwo in der Welt. Ganz nett geschrieben, sterbenslangweilig im Abgang. (1/5)

Pfaueninsel
von Thomas Hettche
(Hörbuch gelesen von Dagmar Manzel)
War ja auf der Shortlist des deutschen Buchpreises 2014, dementsprechend erwartungsvoll lauschte ich dem Text. Geschichte: Unglaublich detailreich recherchiert, sicher viel Arbeit. Text: Angelehnt an das neunzehnte Jahrhundert stilistisch antiquiert. Protagonistin: Liebenswert. Lesung: So spannend wie ein Märchenbuch, Dagmar Manzel hat die Stimme für diesen vergangenen Stil, das wirkt vor allem einschläfernd.
Es ist sicher eine Glanzleistung, einen Roman über ein Burgfräulein mit Osteochondrose im achtzehnten Jahrhundert komplett im entsprechenden Deutsch zu schreiben, nebenbei auch noch viel preussische Geschichte zu streifen und einen Einblick in die Botanik zu bekommen – so richtig weiterempfehlen mag ich das Buch dennoch nicht. Selbst gelesen wäre ich sicher über die ersten dreißig Seiten nicht hinausgekommen. (3/5)


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1000 Tode schreiben

Auch wenn der Kinderarzt sich meist nicht mit diesem Sujet beschäftigen muß, beschäftigt es umso mehr, wenn damit konfrontiert: Der Tod eines Patienten, eines Angehörigen, eines nahen Bekannten. Unsere Gesellschaft tut sich schwer mit der Auseinandersetzung damit, unsere Sozialisierung versteht den Tod als Gefahr, als Übergang in eine dunklere Zeit, geprägt von Angst vor dem Umgewissen.

Und trotzdem setzen wir uns alle irgendwann einmal damit auseinander. Auch Kinder müssen das, wenn Großeltern sterben oder auch nur der Familienhamster.

Frau Frohmann hat im Laufe des letzten Jahres ein Projekt ins Leben gerufen, dessen vorläufiges Ergebnis ich wirklich jedem/r zur Lektüre ans Herz legen möchte: 1000 Tode schreiben.
Sie rief Schreiberlinge allerlei Couleur zur Auseinandersetzung mit dem Tod auf, damit “wiederum ein plausibles Bild dessen entsteht, wie der Tod in der heutigen Gesellschaft wahrgenommen wird, welche Realität er hat, wie und was er ist.” Ziel ist es, 1000 Texte zu versammeln.

Der erste Teil sah 135 Texte, der zweite weitere 111, folgen sollen Teil Drei und Vier. Ein jede/r ist aufgerufen, mitzuschreiben und Texte einzureichen. Für den dritten Teil werden nun auch fremdsprachige Texte gesucht.
Ich habe mich gefreut, mit “Zu klein”, dem Blogeintrag vom 9.11.2014, Teil des Projektes zu sein (Text 240). Wer mitschreiben möchte, findet die nötigen Infos beim Frohmann Verlag.

Erhältlich ist das ebook in allen bekannten e-Formaten bei allen üblichen Verdächtigen, hier seien exemplarisch minimore und amazon genannt. Das E-Book kostet EUR 4,99, die Autor- und Herausgeberanteile am Erlös gehen als Spende an das Kinderhospiz Sonnenhof in Berlin-Pankow.


Frau Frohmann bei wired.
Noch mehr komprimierte Info zu 1000Tode bei Stefan Mesch, auch mit empfohlenen Lesetipps aus dem Projekt.
#1000tode

Spread the word – reblogg it.

Gelesen im Dezember

Lieben
von Karl-Ove Knausgard

(Deutsch von Paul Berf)
Nachdem ich in den Sommerferien den ersten Teil von Knausgards Biographie kennenlernen durfte (“Min Kamp”…), konnte ich nicht umhin. Es geht eine Faszination von diesem Werk aus. Am meisten fesselt mich der Drift von den alltäglichen Banalitäten hin zu philosophischen Betrachtungen, einfacher Sprache mit wunderschönen Worten wechselnd. Genau das, was andere so langweilig finden. Ich brauche nun wieder Zeit bis zum nächsten Band, aber er kommt sicher.
In der Geschichte hier: Seine Liebe zu seiner Frau und seinen Kindern, dazu der Kampf mit dem Alltag, der Vereinbarkeit seines Lebens als schriftstellernder einsamer Wolf mit den nervigen Kindern und der großzügigen Ehegattin. (5/5)

Ewig Dein
von Daniel Glattauer

Naja. Vor Jahren hatte ich mich anstiften lassen, “Gut gegen Nordwind” zu lesen (wer nicht?), jetzt habe ich Glattauer auf einer Lesung gesehen – das war wirklich gut -, erstmal kapiert, dass das ein Österreicher ist, also nochmal probiert. Angenehm: Es ist ein halber Krimi. Unangenehm: Die Protagonistin gehört nach jedem Kapitel geschüttelt. Außerdem kommt das Ende zu plötzlich, da hat bestimmt ein Lektor gekürzt. Und dann: Glattauer schreibe eigentlich keine Frauenbücher? Äh, doch. (3/5)

Tausend Tode schreiben
von Christiane Frohmann

Anthologien lese ich ungerne, auch mit Kurzgeschichten tue ich mich generell schwer, ich bin da eher der Romantyp, aber an 1000Tode kam man diesmal als Twitter-User und ebook-Leser nicht vorbei. Frau Frohmann fragte an und viele viele steuerten ihren Beitrag zum Thema Tod bei. Alle Vielfalt wird stilistisch und perspektivisch bearbeitet. Ich werde noch lange und immer wieder daran lesen, zum Von-vorne-nach-hinten-Durchlesen ist es wohl auch gar nicht gedacht, in Anthologien darf man ja auch stöbern. (5/5)

Missing. New York
von Don Winslow
(Deutsch von Chris Hirte)
Mit seinem Sensationsbestseller “Tage der Toten” konnte ich nicht genug anfangen, zu rasant, zu wenig Tiefgang, nee. Dieser Roman hier über den Ex-Cop Decker, der nach vermissten Kindern sucht, ist ähnlich geschrieben, klar, packt aber ungemein. Vielleicht ist es auch das Sujet, das mitreisst. Mein Interesse wurde übrigens wiedergeweckt durch das “Blaue Sofa” mit Wolfgang Herles, indem Winslow sehr anregend im Interview atwortete. Der Beginn einer neuen Romanreihe, da werde ich weiter dran lesen. Ein Punkt Abzug, weil ich nach einer Woche die Handlung vergessen hatte. Trotzdem gute Kurzweil. (4/5)

Kililana Song: Eine Kindheit in Kenia und Kililana Song 2: Liongos Lied
von Benjamin Flao

Ich lese gerne mal Graphic Novels, dieses zweibändige Werk habe ich mir in der hiesigen Bibliothek geliehen. Wer sich für Afrika interessiert, findet wunderschöne Aquarellzeichnungen, die jede für sich bereits ein Kunstwerk darstellen. Die Story entwickelt sich etwas zäh, der Knalleffekt am Ende ist dafür umso besser. Hintergrund bildet die Urbanisierung der afrikanischen Grenzregionen an der Küste Kenias, böser ausgedrückt: Die Ausbeutung historischer und ökologisch wichtiger Landstriche durch die Europäer, verflochten mit dem schnellen Geld der Immobilienhaie und des Drogenhandels, transportiert über die Geschichte eines kenianischen Jungen. (3/5)

Gescheiterteteres aus dem Skizzenblog
von Claus Ast

Claus Ast hatte seinen zweiten Band der gesammelten besten Cartoons schon lange vorgestellt, aber da dieser neue als Geschenk für die Tochter unterm Weihnachtsbaum lag und jedem, der daran blätterte, so einige Lachanfälle entlockte, gehört es hier einfach zu den Lesegenüßen des Dezembers dazu. (5/5)

Stoner
von John Williams
(Übersetzt von Bernhard Robben, gelesen von Burghart Klaußner)
Oh yeah, mein Highlight des Monats. Ich hatte schon viel von diesem Roman gehört, der unscheinbar wirkt und bereits so alt und vergessen ist. Die Amerikaner suchen immer noch nach ihrem “Großen Roman”? Das hier wäre doch einer. Die Geschichte kommt ganz ruhig daher, das Leben des Literaturprofessors William Stoner, aber es sind die – ungelogen – unvergleichlichen Metaphern und wunderschönen Umschreibungen, die das Buch so klassisch machen.
Ich hätte es selbst gelesen nach ein paar Kapiteln weggelegt, vielleicht, weil es mir dann doch zu unscheinbar erschienen wäre – aber ich durfte es als Hörbuch mit Burghart Klaußner hören. Mensch, welch ein Genuß! Ich dachte, David Nathans Stephen-King-Lesungen seien das Nonplusultra, auch Mathias Brandt im letzten Monat hat mich geschafft, aber das hier ist das Beste, was ich je vorgelesen bekommen habe! (6/5)

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Erziehung bei den Kesslers

Das Buch hat einen einfachen, damit anspruchsvollen Titel: “Erziehung”. Trotzdem ist das Büchlein der Familie Kessler keines der vielen vielen Erziehungsratgeber, die in jeder Buchhandlung zuhauf herumstehen und die jede für sich die Wahrheit beanspruchen. Die Kesslers haben sich zusammengetan (Eltern und ihre vier Kinder) und ein gemeinsames Buch ihres gemeinsamen Familienlebens geschrieben. Deshalb folgt im Untertitel das “Abenteuer für die ganze Familie”.

Dabei behandelt jedes Kapitel ein Thema, das in jeder Familie eine Rolle spielt: Konsequenzen, der Umgang mit Grenzen, Medien, Gerechtigkeit, Taschengeld, Streitereien, auch Aufklärung und Pubertät, schließlich der Humor und die gemeinsamen Unternehmungen. Jedes Familienmitglied hatte die Aufgabe, ein bestimmtes Kapitel zu bearbeiten, Kommentare waren erlaubt. Entstanden sind dabei verschiedene Blickwinkel auf die eigene Familie, auf die Dynamiken über die Jahre, die Veränderungen und damit ein Beispiel für ein sehr harmonisches Zusammenleben.

Viel in dieser Familie ist geprägt durch den Glaube an Gott. Das ist ok und damit auch ein Lebensentwurf, der selbstredend in die Erziehung hineinspielt. Gegenseitige Achtung und Respekt, aktives Zuhören und Humor schwingen aus jeder Seite mit. Das Christliche mag nicht jedermanns Sache sein, manche mag das sogar abschrecken. Ich fand es aber in der Summe nicht aufdringlich, lediglich der Verbot von Medien in denen Zauberer oder Hexen vorkamen (Bibi Blocksberg oder Harry Potter), halte ich in der heutigen Zeit für sehr anachronistisch. Der Einfluss der Rowling-Bücher hat bei vielen Kindern sicher nicht zur Verführung zur Magie (und damit zum zitierten “Bösen”) geführt, sondern zur Kameradschaftlichkeit, Freundschaft und Liebe zur Familie und dem Glauben in das Gute im Menschen.

Das Buch bietet keine Kochrezepte, zum Glück, denn Erziehungsbücher, die das vermitteln, sind i.d.R. die schlechtesten. Die Kesslers wollen das auch gar nicht. Sie wollen zeigen: So machen wir das, das ist unser Gesamtkonzept. Ihr könnt das auch, mit Humor und Respekt. Das ist ok und völlig ausreichend. Wer allerdings Hilfe sucht, weil es in der Erziehung mit den eigenen Kinder nicht funktioniert, dem wird das Buch nicht helfen. Ich hab´s trotzdem mit Genuß gelesen, konnte dieses und jenes für die eigene Familie bestätigen und ableiten. Danke für das Buch, Emanuel Kessler. ;-)

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Gelesen im Oktober

Die Bücher wirken sehr durcheinander diesen Monat, geprägt vom Lesestoff via Buchmesse und dank der Zeit, die ich abends beim Kinder- und Jugendärztekongress in Bad Orb hatte. Hier mein Lesen im vergangenen Monat:

Ein ganzes Leben von Robert Seethaler
Ein Geheimtipp in der deutschsprachigen Literatur, dieser Robert Seethaler. Bereits der Trafikant konnte mich fesseln, dieses neue Buch berichtet – Achtung – über ein ganzes Leben, und nur das. Aber gerade das. Und das macht Seethaler beeindruckend unprätentiös, umso größer ist der Sog. Die Geschichte eines Alpenbewohners im letzten Jahrhundert. Wer schöne Sprache ohne intellektuelles Gesülze mag – Lesen! (5/5)

Marias Testament von Colm Toibin
(deutsch von Giovanni und Ditte Bandini)
Holla, das Buch hatte ich vor einem Jahr mal auf Englisch gekauft, erlegt in einer irischen Buchhandlung, und bald weggelegt, weil zu schwer. Trotzdem war ich neugierig, und versuchte mich jetzt an der Übersetzung. Also… entweder bin ich einfach nicht schlau genug für diese Sprache, oder die Story (klar, die Leidensgeschichte und alles drumherum aus der Sicht der Heiligen Maria) hat´s nicht gebracht. Sehr anstrengend, am Ende: So what? Schade für das Thema. (2/5)

Die Held-Trilogie von Flix
Flix hat mich bereits mit seinem Don Quijote und den Ferdinand-Büchern gekauft. Jetzt habe ich ihn auf der Buchmesse getroffen, damit ich etwas zum Signieren in der Hand hatte, habe ich mir den “Held” gekauft. Was soll ich sagen? Richtig wirklich gut. Lustig, wundernett gezeichnet, obwohl nur schwarzweiss, mit drei Geschichten, die ans Herzle gehen. Gelacht, geweint, gefiebert — danke, Flix. (5/5)

Drohnenland von Tom Hillenbrand
Hillenbrand konstruiert in diesem Roman eine medial vernetzte Zukunftswelt, vor allem einen Überwachungsstaat, in dem jeder jeden durch seine Brille filmt, in dem Drohnen uns als Kameras auf Schritt und Tritt verfolgen, und in der die Vergangenheit durch so genannte Spiegelungen (Rekonstruktionen des Gefilmten) wiedergegeben und “begangen” werden kann. Sehr gewagt, sehr konsequent durchdacht, das fand ich toll. Die Story hingegen hat mich zwischendrin etwas gelangweilt, das Ende kam mir zu glücklich und wenig erarbeitet vor. Ein Zukunfts-Krimi mit einem lockeren Kommissar und beunruhigenden Visionen – noch etwas düsterer als “The Circle”. (4/5)

Opas Engel von Jutta Bauer
Dieses schmale Bilderbuch habe ich auf dem Flohmarkt wiederentdeckt – es ist bestimmt bei vielen bekannt, als Lektüre hier zu präsentieren, beinahe zu kurz. Dennoch: Immer wieder lesenswert, auch zu verschenken. Es gibt einen netten Film der Maus dazu (5/5)

Erziehung – Ein Abenteuer für die ganze Familie von Martina und Volker Kessler
Ein etwas anderes “Erziehungsbuch” – davon demnächst mehr. (3/5)

Mr. Mercedes von Stephen King
(deutsch von Bernhard Kleinschmidt, Hörbuch gelesen von David Nathan)
Ich bin King-Fan, seit “Shining” und “Feuerkind”. Er hat seine Höhen und Tiefen – dieses Buch hier ist ein absolutes High. Wer sich endlich aktiv vom Vorurteil befreien will, Stephen King schreibe nur Horrorbücher (“Uuuh, das ist mir zu eklig”), sollte sich Mr. Mercedes gönnen. Das ist ein handfester Thriller ohne irgendwelches übersinnliches Gedöns, mit fantastischen Charakterstudien, einem Spitzen-Plot und einem sympathischen Held. Was braucht es mehr für gute Unterhaltung? Ohja: Als Hörbuch einen kongenialen Vorleser wie David Nathan, mann, ist der gut! (5/5)

Abgebrochen: World War Z von Max Brooks
(deutsch von Joachim Körber, Hörbuch gelesen von David Nathan und Michael Pan)
Da ist schon ein interessantes Projekt: Das Zombie-Thema mit Berichten und Interviews einer weltweiten Plage wieder zu beleben, der Erfolg des Buches (incl. Film) gibt dem ja auch recht. Dennoch, ich fand, es funktioniert nicht. Die Spannungsbögen brechen regelmäßig ab, die Kapitel sind in sich zu öde, das eigentlich Thema zu wenig variiert. Das geht bei “The Walking Dead” besser. Ich habe das Hörbuch abgebrochen, das rettet nicht einmal David Nathan. Warum ein Kinderarzt so was hört und sieht? Meine dunkle Seite. (1/5)


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Fernsehtipp

Heute abend auf ARTE 21.45 Uhr gibts (wieder einmal) eine Doku- und Infosendung zum Thema Impfungen “Impfen, Risiko mit Methode” – und es bleibt zu hoffen, dass diese nicht die Klischeezielgruppe der ARTE-Zuschauer (Lehrer und Waldorfabsolventen, böses Vorurteil) anvisiert und Impfungen zu kritisch sieht. Der Onlinetext lässt hoffen:

“Sind Schutzimpfungen wirklich sinnvoll? Was spricht dagegen, was dafür? Die australische Autorin Sonya Pemberton geht diesen Fragen an ausgewählten Beispielen nach und zeigt, wie schwer eine eindeutige Antwort darauf fällt.

Ihre Dokumentation macht anhand „klassischer“ Kinderkrankheiten wie Masern, Keuchhusten und Kinderlähmung das Pro und Kontra frühkindlicher Immunisierung deutlich und blickt zurück in die Geschichte – denn schon die Antike kannte frühe Formen des Impfens.

In der Frage frühkindlicher Immunisierung stehen sich Impfgegner und -befürworter meist unversöhnlich gegenüber. Wenige Themen sind emotional so aufgeladen. Dabei könnte ein sachlicher Umgang nicht schaden. Und die vielzitierte Impfmüdigkeit verschärft das Dilemma noch. Mediziner gehen davon aus, dass eine Impfrate von 95% notwendig ist, um eine Gesellschaft dauerhaft, beispielsweise vor Masernepidemien, zu schützen. Fällt diese Rate um nur ein paar Punkte, kann dies dramatische Konsequenzen haben. Und lebenslange Folgen für ein erkranktes Kind.”

Auf der ARTE-Seite gibts dazu – wie üblich – noch mehr Informationen.

[Edit] — Die hervorragende Sendung lässt sich zeitlich begrenzt via ARTE Mediathek HIER anschauen.

alphabet oder Was macht die Schule mit unseren Kindern?!

Kennt jemand von Euch den Film “alphabet“? Er lief vor einem guten Jahr in verschiedenen (Programm-)Kinos, damals hatte ich ihn leider verpasst. An dem einen Tag konnte ich nicht, an dem anderen hatte meine Frau keine Zeit (ich gehe ungern alleine ins Kino), und schon war er aus dem Kinoprogramm verschwunden.

Wie prägt das Schulsystem unsere Kinder? Das will der Filmemacher Erwin Wagenhofer vermitteln, der uns schon so spannende Filme wie “We feed the World” bescherte. Der Trailer dieses Films lässt hoffen, dass verschiedene Lehrsysteme der Welt gezeigt werden und sich damit letztendlich unser Schulsystem in Deutschland kritisch auseinandersetzen darf. Ich dachte, ich sehe Japaner, Chinesen, afrikanische Eingeborene, US-Amerikaner und Aborigines und davon abgesetzt Waldorfschulen, die Rütli-Schule und irgendein Elitegymnasium, um Schlüsse zu ziehen, was das Lernen der Kinder wirklich ausmacht.

Weit gefehlt. Der Film zeigt uns am Anfang nur das chinesische Schulsystem – wir hatten es schon befürchtet: Drill, Prüfungen, Urkunden, Matheolympiaden. Wir sehen die Chinesen aus dem Blick des PISA-Beauftragten der Bundesrepublik, der gleich feststellt, dass China schließlich alle PISA-Rankings anführt, und dass Europa dies verpasst habe, um auf dem Weltmarkt mitzuhalten. So weit, so gut.

Dann lernen wir Herrn Professor Hüther kennen, für Bildungs- und Erziehungsforscher in Deutschland ein bekannter Mann, er durchreist die Lande und lehrt, die Kinder Kinder sein zu lassen, wegzukommen vom Drill in deutschen Landen, weg von Noten und Gehorsam, hin zur freien Entfaltung des Individuums. So weit, so gut.

Schließlich gibt es die Familie Stern. Der alte Mann hat autodidaktisch eine “Malschule” begründet, die in seinem französischen Gutshaus Kindern, auch Älteren die Möglichkeit bietet, sich malerisch zu entfalten. Ein weißes Blatt, schöne Ölfarben, ein paar alte Pinsel, jeder darf, wie er/sie will. Niemand gibt etwas vor (außer dem alten Mann, der dafür sorgt, dass die Farben sauber bleiben und das Blatt an der richtigen Stelle an die Wand gezweckt wird). Später kommt sein Sohn ins Bild, der nie zur Schule ging, nie unter Druck stand, und jetzt fließend Fremdsprachen spricht und wunderschön selbst gebaute Gitarren spielt. Schnitt auf Professor Hüther, der verkündet, dass Kinder sich stets alleine bilden, auch ohne das Zutun von außen.

Der letzte im Reigen der pädagogischen Anschauungsobjekte ist schließlich Pablo Pineda, der als erster Mann mit Down-Syndrom erfolgreich ein Universitätsstudium abschloss und der nebenbei schauspielert - auch hier gibts den passenden Hütherschen Kommentar. Pineda darf dann auch den entscheidenden Satz sprechen, dass Pädagogik etwas mit Liebe zu tun haben muß und nie mit Angst. Er fährt schlafend Zug, wir sehen ihn im Fussballstadion und wie er im Campus lauthals gähnt. Die sympathischste Figur des Films.

Ich erwartete den Schlagabtausch zwischen Hüther und dem PISA-Mann, gerne auch eine deutsche Familie, die nach China auswanderte, oder arme chinesische Kinder, die das deutsche Bildungssystem unterfordert. Der Hartz-IV-Mann, der sich per Securityarbeit und 8 Euro pro Tag über Wasser hält, trotz Einser-Notendurchschnitt in der Hauptschule – er wurde als einziges “Opfer” in Deutschland präsentiert.

Vor allem aber erwartete ich die gestörten deutschen Kinder, die auf dem chinesischen Weg sind, um nur Leistung über Leistung zu bringen. Das CEO-Seminar von McKinsey, das etwas deplatziert hineingeschnitten war, und indem die junge Absolventen zeigen konnten, wie skrupellos sie das hiesige System gemacht hat, blieb überraschend zahm (abgesehen davon, dass die zukünftigen CEOs in ihren dunkelblauen Kostümchen und Anzügen genauso uniformiert wirkten wie die chinesischen Schulkinder). Sprach deshalb der Personalchef der Telekom von der Militarisierung unserer Wirtschaftskarrieren?

Chinas Lehranstalten gegen schullose Erziehung gegen Hüthersche Horrorprognosen – zu schwach für einen Film, der aufrütteln will.
Schade. Chance verpasst.

Offizielle Seite mit Trailer usw.
alphabet auf DVD und – wer hat – via Amazon Stream

Passend dazu: Wir sind keine Sorgenkinder von Martin Spiewak

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