„Ganz normal“ und bitte keine Entschuldigung.

Heute hat sich (mal wieder) thumbs upeine Mutter entschuldigt, dass sie ihr Kind bereits zum zweiten oder dritten Mal seit Februar in der Praxis vorstellt. Jedesmal mit Erkältung, nichts Schlimmes, Husten, Schnupfen, die übliche Rotzgeschichte.

Liebe Eltern!
Was erlebt Ihr eigentlich in anderen Arztpraxen? Schimpft da jemand? Oder geht das Gerücht herum, wir Kinderärzte hätten kein Verständnis dafür, dass besorgte Eltern ihre kranken Kinder vorbeibringen? Steht Ihr unter Druck von außen, von Elternforen oder Elterngruppen, die Euch sagen, Ihr seid übervorsichtig, ängstlich, Helikopter?

Bitte zieht Euch diesen Schuh nicht an.
Kinderärzte haben überhaupt kein Problem damit, den Eltern die beruhigende Mitteilung zu machen, dass keine schlimme Erkrankung vorliegt, keine schwere Lungen- oder Ohrenentzündung, sondern alles „ganz normal“ abläuft.
Beruhigung ist unser zweiter Vorname.

Mir ist es lieber, ich sehe die Kinder einmal zu viel als zu wenig. Auch von verspäteten Diagnosen können wir ja ein Lied singen. Dennoch: Diese Aussage soll wiederum niemanden in Panik versetzen. Das wichtigste Kriterium einer Vorstellung beim Doc ist: „Die Eltern möchten das gerne abklären lassen.“
Wenn´s dann einmal zuviel war – egal.

Und bitte am Ende: Niemals dafür entschuldigen. Ich schimpfe nicht.

Grüße, kinderdok

(c) Bild bei Flickr/amanda tipton (License CC BY-NC-ND 2.0)

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