Wenn Kinder Bauchweh haben, wird alles wichtig

Chronische Bauchschmerzen: Wichtige Beobachtungen für die Sprechstunde notieren

Chronische Bauchschmerzen haben meistens eine nicht-organische Ursache, doch ist es wichtig, dass der Kinder- und Jugendarzt die Beschwerden abklärt. Von chronischen Bauchschmerzen sprechen Experten, wenn diese seit mehr als zwei Monaten bestehen und die Bauchschmerzen mindestens viermal pro Monat auftreten.

Bei der Diagnose der Bauchschmerzen sind Beobachtungen der Eltern und die Auskunft der Kinder hilfreich. Kann Ihr Kind den Ort des Schmerzes nennen bzw. strahlt dieser aus? In welchen Zeiträumen treten die Beschwerden auf, und häufen sie sich zu bestimmten Tageszeiten oder nach dem Essen? Leidet das Kind unter Erbrechen? Wie ist der Stuhlgang – leidet Ihr Kind unter Durchfall, Verstopfung, ist Schleim oder Blut beigemengt? Wichtig sind auch die Ernährungsgewohnheiten: Trinkt Ihr Kind viel Milch oder Fruchtsäfte, isst es viel Früchte oder konsumiert es evtl. viel Süßstoff – z.B. über Getränke? Hat Ihr Kind Schluckbeschwerden? Oder quälen Ihr Kind irgendwelche Probleme? „Um dem Kinder- und Jugendarzt bei der Suche zu helfen, können sich Eltern zu diesen Punkten vor der Sprechstunde Notizen machen bzw. ein Protokoll führen. Darüber hinaus ist ein Protokoll der Ernährungsgewohnheiten sinnvoll, wenn eine Nahrungsmittelallergie vermutet wird“, empfiehlt Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des wissenschaftlichen Beirats beim Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Ohne eine medizinische Bestätigung sollten Eltern auf keinen Fall ihrem Kind eine Diät auferlegen. Denn dadurch können Mangelerscheinungen begünstigt werden.

Sind in der Familie chronische Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Zöliakie bekannt, muss der Kinder- und Jugendarzt ebenso davon wissen. „Sind körperliche Ursachen unwahrscheinlich bzw. ausgeschlossen, handelt es sich bei den chronischen Bauchschmerzen um sogenannte funktionelle Bauchschmerzen. Ursache sind Stress (z.B. Ängste unterschiedlicher Art, Schlaflosigkeit, zu viel Bildschirmkonsum, familiäre Spannungen etc.). Dann ist es wichtig, die Ursachen aufzuarbeiten, damit das Kind lernt, damit umzugehen bzw. andere Auslöser zu vermeiden“, beschreibt Dr. Fegeler das Vorgehen.

Funktionelle Bauchschmerzen nehmen mit zunehmendem Alter ab. Ist bei den 3- bis 6-Jährigen noch fast jedes vierte Kind davon betroffen, leidet weniger als jeder fünfte Jugendliche zwischen 11 und 17 Jahren darunter.

Quelle: MMW Fortschritte der Medizin

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Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V.

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Iss bei Hunger und nicht, wenn Du traurig bist

„Eine norwegische Studie weist darauf hin, dass Kinder, deren Eltern sie häufig mit Essen trösteten, auch später zu „emotionalem Essen“ neigen.

„Mit emotionalem Essen stillen Menschen nicht ihren Hunger, sondern sie bekämpfen schlechte Gefühle. Kinder entwickeln Bewältigungsstrategien, um Unangenehmes zu vermeiden. Erhalten sie oft etwas Süßes gegen ihren Schmerz oder andere unschöne Erfahrungen, eignen sie sich diese Methode gerne an“, erläutert Dr. Monika Niehaus, Kinder- und Jugendärztin sowie Mitglied des Expertengremiums des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Der Untersuchung um Dr. Professor Silje Steinsbekk von der Universität in Trondheim zufolge zeigten Kinder, deren Eltern ihnen im Alter von vier Jahren Naschereien zur Beruhigung angeboten hatten, im Alter von 6, 8 und 10 Jahren vermehrt Anzeichen von emotionalem Essen. Nahrungsmittel, die Kinder gegen Furcht, körperliche oder seelische Verletzungen und Ähnliches verzehren, sind i.d.R. auch besonders kalorienreich, wie z.B. Süßigkeiten. Kohlenhydratreiche Speisen regen die Ausschüttung des Neurotransmitters Serotonin an und Zucker die von Dopamin, die beide das Wohlbefinden steigern können. Serotonin gilt deshalb auch als „Glückshormon“.

Die norwegischen Experten konnten zudem beobachten, dass Kinder, die sich schneller aufregten und/oder sich gut durch „Leckereien“ beruhigen ließen, auch tendenziell mehr von den Eltern damit besänftigt wurden. Was zum Teil erklärt, warum Kinder, die leicht aus der Fassung geraten, eher emotionale Esser sind. „Umarmen Sie Ihr Kind und sprechen Sie liebevoll mit ihm, wenn es traurig ist oder ihm etwa weh tut. Vielleicht kann auch die Aussicht auf eine Geschichte helfen, die Sie ihm vorlesen. Finden Sie heraus, was Ihrem Kind helfen kann – aber ohne Kalorien“, rät Dr. Niehaus und schließt sich damit Steinsbekks Vorschlägen an.


Quelle: ScienceDaily, HealthDay, Child Development

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Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V.

Wenn den Kindern auf der Reise übel ist

„Die Ferienzeit naht – und damit erinnert sich vielleicht die eine oder andere Familie auch an unschöne Erlebnisse mit Erbrochenem auf dem Rücksitz oder im Fußraum, improvisierte Reinigungsaktionen und unnötigen Stress bei der letztjährigen Fahrt in den Urlaub.Warum trifft es immer die Kleinen bei der Reiseübelkeit? Und was kann man dagegen unternehmen?
Viele Eltern schwören auf Übelkeit reduzierende Medikamente. Vom unkritischen Einsatz vieler dieser Stoffe raten Kinder- und Jugendärzte aber dringend ab. 

Michael Achenbach, Landes-Pressesprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Westfalen-Lippe: „Gerade bei Kleinkindern kann es in seltenen Fällen zu gegenteiligen Wirkungen kommen. Die Medikamente lösen den Brechreiz erst aus. Auch hat es bei diesen Präparaten schon Überdosierungen mit tödlichem Verlauf gegeben. Eltern sollten also immer über alternative Möglichkeiten zur Vermeidung und Reduktion von Reiseübelkeit Bescheid wissen.“

Reiseübelkeit entsteht, wenn die Signale des Gleichgewichtsorgans nicht mit den restlichen Sinneseindrücken übereinstimmen. Babys stört das noch nicht so sehr, da in diesem Alter die optischen Eindrücke noch nicht mit Bewegungserfahrungen gekoppelt sind. Ab dem Alter von zwei Jahren kann die Übelkeit Kinder dann aber umso heftiger erwischen. „Der Körper denkt, er steht still, das Gleichgewichtsorgan meldet hingegen Bewegung. Auf diesen Widerspruch reagiert der Körper mit Übelkeit – bei dem einen Menschen stärker, beim anderen schwächer“, erläutert Achenbach. „Wichtig ist jetzt, die unterschiedlichen Eindrücke besser abzugleichen, zum Beispiel indem das Kind auf der Mitte der Rückbank sitzt, damit es nach vorne sehen kann. Am besten ist es, den Blick auf einen festen Punkt in der Ferne zu richten.“

Aber auch eine sanfte, vorausschauende Fahrweise kann helfen, Übelkeit zu vermeiden.

Außerdem helfen eine leichte Mahlzeit vor Fahrtbeginn, Ablenkung, regelmäßige Pausen an der Frischluft und das Vermeiden widersprüchlicher Sinnesreize. Achenbach: „Wer sich spuckende Kinder auf der Rückbank ersparen will, sollte Tablet, Smartphone, Bücher usw. bis zur Ankunft am Ferienort wegpacken! Beschäftigen Sie statt dessen die Ohren, z.B. mit Geschichten, Hörbüchern usw.“

Auf keinen Fall darf das Kind bei laufender Fahrt abgeschnallt werden, wenn es über Übelkeit klagt. Sicherheit geht immer vor. „Fenster auf, den nächsten Parkplatz ansteuern und – für den schlimmsten Fall – eine Brechtüte parat haben!“ empfiehlt Achenbach. Rezeptfreie Medikamente gegen Reiseübelkeit sollten nur im Ausnahmefall und dann nur in kleinstmöglicher Dosis gegeben werden.

Achenbach: „Ob mit oder hoffentlich ohne Reiseübelkeit: ich wünsche allen Familien einen erholsamen Sommerurlaub.“

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Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V.

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Ich verlinke immer gerne auf die Seite Kinderaerzte-im-Netz.de, weil das Redaktionsteam gute Recherche betreibt, stets aktuelle Artikel aus internationalen Veröffentlichungen postet und trotzdem auch an eigene Pressemitteilungen wie die oben denkt. Leider gibt es dort keine Kommentarfunktion – es soll wohl bewußt kein übliches Elternforum sein.

Welche Tipps habt Ihr, dass Euren Kindern auf Reisen nicht so kotzerig wird?

Auch elektrisch paffen Kinder mit

„E-Zigaretten nicht in Gegenwart von Kindern rauchen

Da der Dampf von E-Zigaretten gesundheitsschädliche Stoffe enthält, sollten Eltern nicht in Gegenwart ihrer Kinder rauchen und vermeiden, dass Kinder auch durch andere Menschen diesen Schadstoffen ausgesetzt werden.

E-Zigaretten sollten nicht in Gegenwart von Kindern geraucht werden, da Kinder durch den Dampf ebenso Nikotin ausgesetzt werden und sich dieses auf Oberflächen ablagert. Auch andere Stoffe, die als potenziell krebsauslösend und schädlich für die Atemwege gelten, sind im Dampf enthalten. „Eltern sollten deshalb weder im Auto noch zuhause E-Zigaretten verwenden“, rät Dr. Hermann Josef Kahl, Bundespressesprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Beispielswiese verbreiten E-Zigaretten Acetaldehyd sowie Acrolein. Beide Substanzen wirken reizend auf Haut und Schleimhäute und schaden dem Flimmerepithel in den Atemwegen. Sie stehen auch im Verdacht, Krebs auslösen zu können. Für das gesundheitsschädliche Chrom und Nickel wurden im E-Zigaretten-Dampf sogar höhere Werte als im Tabakrauch gemessen.

Da sich E-Zigaretten-Nebel aus ultrafeinen Flüssigkeitspartikeln zusammensetzt, können die Schadstoffe besonders tief in die Atemwege gelangen und sich dort vermehrt ablagern. „Wie sich das längerfristig auf die Gesundheit und die Atemwege von Heranwachsenden auswirkt, ist derzeit noch nicht abzuschätzen“, gibt Dr. Kahl zu bedenken. Einer aktuellen amerikanischen Umfrage zufolge sind nicht einmal jedem vierten Erwachsenen die Gesundheitsrisiken des „passiven Dampfens“ bewusst.“

Quellen: AAP, Kardiologe, Public Health Res Pract.“
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Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V.


 

In diesem Zusammenhang fordern wir Kinder- und Jugendärzte schon lange das Rauchen im Auto, wenn Kinder mitfahren, zu verbieten. Die Schotten sind da schon weiter. Trotz Brexit.

Wann immer Eltern sagen, sie rauchten ja nicht in der Gegenwart des Kindes, sehe ich die Kippe in der Hand meines autofahrenden Vaters. Der hätte das mit Sicherheit auch gesagt. Schließlich ist das Fenster offen, und es qualmt hinaus. Und die Balkone der Nachbarschaft sind bevölkert mit rauchenden Eltern, die sich im Anschluß Pullover, T-Shirt und Hose vom Leibe reißen, um sich neu einzukleiden. Ja, klar.

Kein Tattoo vor Volljährigkeit

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte fordert:

„Junge Menschen sollten sich nicht vor ihrer Volljährigkeit tätowieren lassen

Wenn Minderjährige ein Tattoo wollen, brauchen sie für einen Vertrag mit dem Tattoo-Studio die Einwilligung der Eltern. Vor dem Gesetz gilt das Tätowieren von unter 18-Jährigen als eine Körperverletzung, die aber nicht bestraft wird, wenn die Eltern einwilligen, umfassend über die Risiken aufgeklärt wurden und der Jugendliche einsichts- und urteilsfähig ist.Mom Anchor

„Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) und die European Society of Tattoo and Pigment Research (ESTP) vertreten die Auffassung, dass sich junge Menschen nicht vor ihrer Volljährigkeit tätowieren lassen sollten. Denn es sind viele gesundheitliche, soziale und ästhetische Risiken zu bedenken“, warnt Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des wissenschaftlichen Beirats beim BVKJ. Wer in Deutschland ein Tattoo-Studio eröffnen will, braucht bisher noch keinen speziellen Befähigungsnachweis vorlegen. Tattoo-Farben müssen zudem nicht amtlich zugelassen werden. „Bei Hautkrankheiten wie Neurodermitis oder Schuppenflechte, bei Diabetes, bei Abwehrschwäche, bei Herzfehlern und bei Blutungsneigung (z.B. durch gerinnungshemmende Medikamente) raten wir generell von einer Tätowierung ab, da das Risiko für Komplikationen zu groß ist“, so Dr. Fegeler.

Interessieren sich Heranwachsende für Tattoos, sollten sie sich umfassend über die Risiken informieren, z.B. auf der Seite „Safer Tattoo“ (www.safer-tattoo.de/risiken.html) des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Bei Bedarf können sie sich auch von ihrem Jugendarzt aufklären lassen. Zwar ist in Deutschland das Risiko für die Übertragung von schweren Erkrankungen, wie infektiösen Lebererkrankungen (Hepatitis B und C) und HIV, selten, aber auch andere häufigere Virusinfektionen können über unsaubere Instrumente und Farben erworben werden. So können sich Warzen und Herpes nach einer Tätowierung ausbreiten. Bakterielle Infektionen können Abszesse entstehen lassen und im schlimmsten Fall auch zu einer Blutvergiftung führen.

In einer Übersichtsstudie an 3.411 tätowierten Personen klagten 6% über dauerhafte Beschwerden. Neben Narbenbildungen wurden auftretende Schwellungen, Papeln und anhaltender Juckreiz angegeben. Allergien gegen Farbbestandteile bzw. Konservierungsmittel können ebenso zum Problem werden. Die Behandlung solcher Unverträglichkeitsreaktionen, wie Ausschläge mit starkem Jucken, hat sich als schwierig erwiesen. Oft ist dann die Entfernung des gesamten Tattoos erforderlich.

Geschmack verändert sich im Laufe des Lebens

Befinden sich Teenager noch im Wachstum, so ändert das Tattoo später auch sein Aussehen, wenn es in die Länge und die Breite gedehnt wird. Dies gilt in jedem Fall, wenn die Faltenbildung einsetzt. Laut einer amerikanischen Umfrage bedauert jeder vierte Tätowierte zwischen 18 und 35 Jahren, dass er Tinte unter der Haut trägt. Als häufigste Gründe dafür wurde angegeben,

  • dass sie/er zu jung war, als sie/er ihr/sein Tattoo bekam,
  • dass sie/er sich verändert hat und das Tattoo nicht mehr zum gegenwärtigem Lebensstil passt,
  • dass das Tattoo im Zusammenhang mit einer Person steht, mit der man nicht mehr zusammen ist und/ oder
  • dass das Tattoo nicht professionell aussieht.

In Deutschland sind schätzungsweise acht bis zehn Millionen Menschen tätowiert.

Quellen: European Society of Tattoo and Pigment Research, The Harris Poll, Hautarzt

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Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V.

(c) Bild bei Mez Love/Flickr (Lizenz Creative Commons)

Ich wusste gar nicht, dass das ein so relevantes Problem ist unter Jugendlichen, wenngleich mir die Trend- und Modelinie gegenwärtig ist. Ein anderes Thema ist das Piercing. Insbesondere Nabelpiercings sind sehr verbreitet unter den jungen Mädchen, das Ohrenpiercen ist normal und gesellschaftlich anerkannt. Zahnschmerzen bekomme ich nur bei den Säuglingen, die bereits schier im Wochenbett gestochen werden.

Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte wehrt sich gegen die pauschale Verurteilung des Gesundheitswesens

„Dina Michels, Korruptionsbeauftragte der Kaufmännischen Krankenkasse, hat im Interview mit der Frankfurter Rundschau das Gesundheitswesen als korrupten Sumpf bezeichnet. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte wehrt sich gegen die pauschale Verurteilung.

BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach: „Frau Michels wirft vor allem uns Ärzten vor, korrupt zu sein, Verordnungen gegen Geld oder Benefits auszustellen. Das Arztgeheimnis begünstige dies, die Justiz sei unfähig, dies zu erkennen und zu verfolgen, mächtige Netzwerke hielten ihre schützende Hand über die Ärzte. Frau Michels Einlassungen mit ihrem Mischmasch aus Unterstellungen und Verschwörungstheorien sind pauschal, böswillig und verleumderisch. Als Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte prüfen wir, Klage dagegen zu erheben.

Über 15.000 Kinder- und Jugendärzte versorgen über 14 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland vom ersten Lebenstag an bis zum 18 Geburtstag. Wir stehen jeden Tag in unseren Praxen und sorgen für die bestmögliche medizinische Betreuung unserer Patienten durch Vorsorgen, Impfungen, Heilung von Infekten, Elternberatung, wir verordnen auch Logopädie, Physiotherapie und Ergotherapie, wenn es uns notwendig für die gesunde Entwicklung der uns anvertrauten Kinder erscheint. Wir sind Anwälte unserer Patienten und unsere Entscheidungen fallen unter das Arztgeheimnis, und das ist gut so. So wird verhindert, dass zum Beispiel die Kassen Leistungen verweigern, weil sie ihnen zu teuer erscheinen oder weil sie der Meinung sind, dass chronisch kranke oder behinderte Kinder Therapien nicht brauchen. Hier von Intransparenz zu sprechen, halten wir für zutiefst bedenklich, ebenso wie der Justiz Inkompetenz vorzuwerfen. An mächtige Netzwerke zu glauben, die irgendwelche Machenschaften decken, zeugt unseres Erachtens von zu reichlichem Konsum von Mafiafilmen. Und anzunehmen, dass Therapeuten uns bezahlen, wenn wir Patienten an sie überweisen, ist angesichts der mickrigen Honorare, die diese von den Kassen bekommen, geradezu absurd. (Physiotherapeuten bekommen im Durchschnitt 19 Euro pro Behandlung von der GKV). Die Wahrheit sieht schlichter aus. Auch in unseren Reihen gibt es mit einiger Sicherheit schwarze Schafe, die die Kassen und damit die Allgemeinheit betrügen. Diese gehören bestraft und werden auch in der Regel bestraft durch unsere gut funktionierende Justiz. Wer anderes behauptet und Ärzte und Ärztinnen unter Generalverdacht stellt, zerstört das jeden Tag millionenfach gelebte Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient und schadet damit vor allem denen, um die es geht: unseren Patienten.“

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Dies ist eine Pressemitteilung des BVKJ.

Dem ist imgrunde nichts hinzuzufügen. Das Interview mit Frau Michels steht in Tradition eines Ärztebashings, das in den letzten Jahren zugenommen zu haben scheint. Vielleicht liegt das aber auch an der selektiven Wahrnehmung des eigenen Berufsstandes. Ähnliches können bestimmt auch Polizisten oder Politiker von sich selbst behaupten.

Und jetzt muß ich mit Luigi sprechen. Er und seine zwei Kleiderschränke haben um einen Termin gebeten. Wahrscheinlich gehts mal wieder um die monatlichen Zahlungen. Dabei habe ich doch letztens Don Marcos Cousine pro bono behandelt.

 

Sleep well … and alone

„Kinder sollten lange vor Schuleintritt selbständig einschlafen können. „Kinder mit anhaltenden Schlafproblemen bis ins Schulalter besitzen tendenziell eine schlechtere Selbstregulation, d.h., im Vergleich zu ihren Altersgenossen ohne Schlafprobleme können sie sich schlechter auf etwas konzentrieren, und es fällt ihnen schwer, ihre Gefühle zu kontrollieren. Das sind alles Verhaltensweisen, die den Erfolg in der Schule beeinträchtigen können“, erklärt Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jungenarzt sowie Mitglied des Expertengremiums des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) bei http://www.kinderaerzte-im-netz.de.

Dies bestätigt eine aktuelle australische Studie. Wenn auch schlechtes Einschlafen, schlechtere Konzentrationsfähigkeit und mangelhafte Impulskontrolle möglicherweise Ausdruck der gleichen Störung sind, kann aber durch ein verbessertes Schlafen auch eine Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit erreicht werden.

Regelmäßige Schlafenszeiten mit gleichbleibenden Ritualen erleichtern das Einschlafen. Dass Kinder bei den Eltern schlafen oder sich Väter oder Mütter zu ihnen ins Bett legen, sollte zu den Ausnahmen gehören, damit Kinder lernen, in ihrem eigenen Bett alleine einzuschlafen. Auch der „pünktliche“ Mittagsschlaf im Vorschulalter ist ein wichtiger Bestandteil der „Schlafhygiene“. „Über die Zeit des Zubettgehens bestimmen die Eltern. Jedoch darf das Bett keine Erziehungsmaßnahme sein. Kinder sollten nicht als Strafe ins Bett geschickt werden“, warnt Dr. Fegeler.

Kindergartenkinder benötigen täglich etwa 11 bis 13 Stunden Schlaf, Grundschüler 10 bis 11 Stunden und Jugendliche mindestens 9 Stunden. Schlafprobleme sollten bis zum Schulalter behoben sein. Halten Schlafstörungen bei Kindern über Wochen an, empfiehlt es sich, den Kinder- und Jugendarzt zu konsultieren.“

Quelle: British Journal of Educational Psychology, Queensland University

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Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V.

Wenn’s Bobele humpeln tut

„Hüftschnupfen: Ruhe und Schonung sind angesagt

Wenn ein Kind hinkt oder nicht mehr laufen will, weil eine Hüfte schmerzt, verbirgt sich dahinter häufig ein sogenannter Hüftschnupfen bzw. Coxitis fugax. Die Beschwerden beginnen meist plötzlich ohne erkennbare Ursache und können bis ins Knie ausstrahlen.
„Eine Coxitis fugax beruht auf einer flüchtigen Hüftentzündung. Damit die schmerzhafte Schwellung in der Gelenkschleimhaut der Hüfte sich zurückbilden kann, braucht das Gelenk Ruhe und Schonung“, erklärt Dr. Hermann Josef Kahl, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Von einem Hüftschnupfen sind vorwiegend Klein- und Grundschulkinder betroffen. Bei starken Beschwerden können schmerzlindernde Medikamente helfen. Da Kinder bis zu etwa sechs Jahren noch nicht gut mit Gehhilfen umgehen können, sollten sie evtl. einige Tage das Bett hüten. Halten Betroffene die Schonung ein, lassen die Beschwerden etwa nach einer Woche ohne Folgen nach. „Um andere Erkrankungen wie beispielsweise eine Borreliose oder Rheuma auszuschließen, sollte ein humpelndes Kind immer dem Kinder- und Jugendarzt vorgestellt werden. Wenn die Hüftschmerzen mit Fieber verbunden sind, ist das ein Alarmzeichen, bei dem Eltern umgehend ihren Kinder- und Jugendarzt aufsuchen sollten, um frühzeitig Schäden am Gelenk verhindern zu können“, rät Dr. Kahl.

Oft geht dem Hüftschnupfen zwei Wochen zuvor eine Virusinfektion beispielsweise der Atemwege oder des Magen-Darm-Trakts voraus. Wie der Hüftschnupfen und die Infekte genau zusammenhängen, ist noch unklar.“

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Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V.

Frostbeulen ohne Frost

breaking the ice

„Auch bei einigen Graden über den Gefrierpunkt können Kinder Kälteschäden erleiden. Kalter Wind bzw. Fahrtwind, Regen oder Schnee bzw. kalte Nässe erhöhen das Risiko.

„Kinder besitzen eine dünnere Haut als Erwachsene und verlieren dadurch schneller Körperwärme. Besonders empfindlich sind Babys, da ihre Körperoberfläche im Verhältnis zum Körpervolumen größer ist als bei Erwachsenen“, erklärt Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des Expertengremiums des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) bei http://www.kinderaerzte-im-netz.de. Kälteschäden sind zwar selten, doch sollten Eltern erste Warnzeichen erkennen: blasse, teilweise auch grau-weiß oder gelb-weiß verfärbte Hautstellen. Die Region kann brennen und dann taub werden.

Auch bei winterlichem Klima sollten Eltern darauf achten, dass ihr Kind genug trinkt. Denn: „Tobt ein Kind im Schnee herum, kühlen über die vermehrte Atemarbeit die Schleimhäute aus und geben viel Feuchtigkeit ab. Im Vergleich zu Erwachsenen haben Kinder geringere Wasserreserven“, erläutert Dr. Fegeler. Insgesamt sollten Kinder bei eisigen Temperaturen immer wieder Pausen zum Aufwärmen einlegen. Aber Vorsicht: Der ständige Wechsel zwischen warmem Innenraum und eisiger Kälte im Freien verlangt der Haut eine besondere Anpassungsleistung ab. Wichtig ist hier das Eincremen der ungeschützten Haut (Gesicht!) mit einer fettenden Creme. Auch der ausreichende Sonnenschutz muss beachtet werden: Sonnige Tage im Schnee bedeuten eine erhöhte UV-Belastung aufgrund der Streustrahlung. Bei etwa Minus 27 Grad Celsius bzw. gefühlten Temperaturen in diesem Bereich sollten Kinder nicht mehr draußen spielen.

Mehrere Kleidungsschichten („Zwiebelschalenprinzip“) sorgen dafür, dass wenig Körperwärme verloren geht. Fäustlinge eignen sich besser als Fingerhandschuhe, da sich die Finger gegenseitig warm halten können. Die Schuhe sollten wasserdicht sein und dürfen nicht zu eng anliegen, um die Blutzirkulation nicht zu behindern. Eine über die Ohren reichende Kopfbedeckung ist ein Muss, denn fast ein Drittel der Körperwärme geht über den Kopf verloren. Die Ohren können zudem leicht Kälteschäden erleiden, da sie nicht so gut durchblutet sind. Eine fette Hautcreme schützt das Gesicht vor Feuchtigkeitsverlust. Die Lippen dürfen Eltern nicht vergessen: Hier hilft ein Fettstift. Vaseline um die empfindlichen Naseneingänge verringert bei feuchten Nasen die Verdunstungskälte.

Quellen: CME, American Academy of Petiatrics, Canadian Pediatric Society“

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Eine Pressemitteilung des Berufsverbandes für Kinder- und Jugendärzte.

(c) Foto bei Flickr/Jessica Lucia

Don´t pust

„Abschürfungen: Nicht in die Wunde pusten

Hat sich ein Kind eine Abschürfung zugezogen, sollten Eltern zur Beruhigung und Schmerzlinderung nicht in die Wunde pusten, denn das kann die Verbreitung von Bakterien fördern. Abschürfungen sind oberflächlich abgescheuerte Hautteile, die z.B. häufig bei leichten Fahrrad- oder Roller-Stürzen auftreten.

„Achten Sie darauf, dass Ihr Kind die Wunde nicht ausleckt – Speichel enthält zu viele Krankheitskeime. Halten Sie die Wunde zum Säubern unter kaltes Wasser – ohne zu reiben. Entfernen Sie mit gereinigten Händen oder einer Pinzette Dreck- oder Steinpartikel. Danach desinfizieren Sie die Wunde und versorgen Sie diese mit einem luftdurchlässigen Pflaster oder einer Mullbinde. Grundsätzlich sollten Sie bei der Erstversorgung einer Wunde keine Heil-Salben oder Sprühpflaster auftragen“, rät Dr. Monika Niehaus, Kinder- und Jugendärztin vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Thüringen.

Ist die Wunde größer, z.B. auf der Brust oder auf dem Rücken, oder erstreckt sich über einen ganzen Arm oder ein ganzes Bein, sollten Eltern mit ihrem Kind zum Kinder- und Jugendarzt. „Auch wenn die Schürfwunde sich in der Nähe eines Auges befindet oder im Gesicht mit Dreckpartikeln in der Wunde, sollte der Kinder- und Jugendarzt gleich aufgesucht werden. Denn eine verunreinigte Schürfwunde, aus der Dreck und Kiesel nicht vollständig beseitigt sind, kann sich leicht entzünden und später Narben bilden“, warnt Dr. Niehaus. Wärmeentwicklung, Rötung und Schwellung sind Anzeichen für eine Entzündung, die ebenso der Kinderarzt kontrollieren sollte.“

Quelle: Pressemitteilung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V.

Dem ist natürlich nichts hinzuzufügen. Allerdings pusten die Eltern nicht mehr auf Schürfwunden, sondern werfen mit Zuckerkügelchen. Ist vermutlich ungleich harmloser. Also, liebe Glaubuliphilen: Wieder mal alles richtig gemacht.

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