Paul möchte ins Spielzimmer

Paul ist ganz irritiert.

Eigentlich dachte er, dass er mit Mama nur auf den Spielplatz geht oder in den Laden mit den vielen bunten Sachen im Regal und den Leckerlis am Ausgang. Da darf er immer in dem Auto sitzen, mit Lenkrad!, und Mama fährt ihn durch die hohen Gänge, in denen es mal kalt ist und mal warm, mal richtig gut und mal doof. Lustig, wenn die anderen Leute beseite springen, wenn er kräht.

Da fahren sie immer hin, wenn sie fahren, wenn Mama ihn auf dem Rücksitz festmacht in dem engen Sitz, bei dem man nur den Vordersitz sieht und schräg das Ohr von Mama. Sonst nichts. Vor dem Fenster hängt Winnie Puh, dabei schaut Paul viel lieber nach den anderen Autos.

Sie sind nicht zum Spielplatz gefahren, und auch nicht in den Laden, und auch nicht zur Oma Gerda mit den Katzen, sondern halten vor dem Haus mit den bunten Klappfenster und den Kinderwagen vor der Tür. Das ist auch nicht der Kindergarten, wo seine grosse Schwester hingeht. Das ist was anderes.

Mama hat was von Ausziehen und Messen gesagt, von Unter und Suchen und Spielen und anderen Sachen, die er nicht verstanden hat. An der grossen Theke sitzen zwei Frauen, die mit Mama reden, Mama holt ihre Tasche mit dem Geld raus und gibt der einen Frau ein Plastik und dann sollen sie gleich. Dabei sieht Paul in dem Zimmer direkt neben der grossen Theke ganz viel Spielzeug auf dem Boden liegen, Bücher und zwei andere Kinder, die da spielen. Da darf er nicht rein. Er soll „gleich mitkommen“.

Paul zieht Mama zu dem Zimmer mit dem Spielzeug. Da möchte er gerne rein. Mama sagt ihm, es sei keine Zeit und alles sei nicht so schlimm und er könne gleich noch spielen. Stattdessen zieht sie ihn in einen anderen Raum, der ist langweilig, und fängt an, sein Bob-Baumeister-T-Shirt auszuziehen. Dabei ist es gar nicht warm hier. Und ins Bett geht er hier auch noch nicht. Die Schuhe und die Hose auch. Die Frau von der Anmeldung kommt wieder herein und sagt, er soll sich auf das schwarze Ding an der Wand stellen. Das mag Paul nicht. Es wackelt bestimmt. Und dahinter steht noch etwas großes Langes, das will die Frau ihm auf den Kopf schieben. Nein. Das muss nicht sein. Außerdem macht das die Frau. Dabei soll das Mama machen. Sagt er auch.

Sie hören ihn nicht. Die Frau stellt ihn auf das Ding. Es wackelt. Hat er gewusst. Das Gefühl im Bauch wird grummelig, er merkt, wie er weinen muss, weil er das nicht will und weil Mama ihm dann bestimmt hilft. Die kommt auch, nimmt ihn auf den Arm, spricht irgendwas mit ihm, was er gar nicht wirklich hört. Dann stellt sie ihn wieder auf das Ding. Das wackelt. Paul ist jetzt sauer und schreit laut, weil, dann geht alles meist besser. Mama nimmt ihn wieder auf den Arm, also besser. Er schluchzt und wird leiser. Dann stellt ihn die Mama wieder auf das Ding. Kann er nicht bei ihr auf dem Arm bleiben? Dann wackelt es eben bei Mama und nicht bei ihm.

Später sind sie alleine im Zimmer und Mama spielt Puzzle und Steckspiele und zeigt ihm ein Buch. Dass er gerne wieder angezogen werden will, hat sie nicht interessiert. Paul ist irritiert. Und warum müssen sie jetzt hier rumsitzen und Puzzle spielen? Die gab es auch vorne in dem anderen Zimmer.

Ein Mann kommt durch die Tür. Wer ist das jetzt? Paul versteckt sich hinter Mamas Bein. Der Mann spricht mit seiner Mutter, Mama sagt, Paul soll „dem Mann“ Hallo sagen. Der spricht auch mit Paul, sagt Hallo und winkt ihm zu, die Hand, die er ausstreckt, will Paul nicht haben. Paul schaut lieber woanders hin. Vielleicht geht Mann ja wieder. Verkaufen tut der jedenfalls nichts.

Der Mann bleibt. Er spricht weiter mit Mama, schaut in das Gelbe Buch, das sie mitgebracht haben, fragt Mama viel, und Paul spielt in der Zeit mit den Puzzles. Hat er zwar schon zweimal fertig gemacht, aber dann eben nochmal. Der Mann steht auf. Mama nimmt Paul und setzt ihn auf die Liege am Fenster. Das Puzzle hält er gut fest. Vielleicht kann er dann weitermachen. Der Mann (wer ist das??) holt einen gelben Schlauch mit einem Plastikding aus der Schublade und drückt ihn auf Pauls Brust. Das kitzelt. Ach nein, der Mann kitzelt ihn dabei am Bauch. Das ist nett. Mama sagt, das sei ok so, er brauche keine Angst zu haben. Vielleicht doch, oder warum sagt sie das sonst? Paul hat keine Angst. Er möchte nur in das Zimmer mit dem Spielzeug.

Am Ende zieht Mama ihn wieder an. Paul musste Bilder erkennen und was sagen. Paul war sehr leise, so dass der Mann auch geflüstert hat. Da hat Paul ihn gar nicht mehr verstanden und hat die Wörter lauter gesprochen. Da hat der Mann gelacht. Fussball haben sie auch gespielt. Und die Puzzle musste Paul – nochmal! – zeigen. Hat der Mann das nicht gleich gesehen? Doof.

Sie sagen alle Tschüss zueinander, jetzt möchte Paul gerne noch zeigen, dass er auf einem Bein stehen kann, vorhin wollte er nicht. Jetzt schon. Aber der Mann hat ihm schon zum Abschied gewunken. Ach, vorher gab´s noch einen Luftballon. Paul mag den Geschmack nicht. Gummi. Mama und er gehen an der Anmeldung vorbei, er schaut nochmal in das Spielzimmer rein. Die anderen Kinder sind schon weg. Da wäre jetzt ganz viel Platz. Aber Mama sagt, sie haben keine Zeit. „Vielleicht beim nächsten Mal,“ sagt Mama. Das sagt sie immer.

Kinderärzten machen Hausbesuche. Aber nicht immer.


Passend zu dem gerade stattfindenden Kinder- und Jugendärztetag in Berlin gab es diese Woche in „Report Mainz“ einen interessanten Beitrag zum Thema Hausbesuch, für uns alle passend wurden die Kinderärzte herausgegriffen: Gute Zielgruppe (Eltern), Leidensdruck (Arme Kinder), unterrepräsentierte Fachärztegruppe in den Standesvertretungen.

Kurz zusammengefasst: Die Patienten haben das Recht auf einen Hausbesuch, letztendlich ohne zu beurteilen, ob dieser überhaupt notwendig ist. Außerdem: Kinderärzte verdienen mehr als genug Geld, also können sie auch die Zeit im Auto verbringen. Als Zeugen der Klageseite präsentieren sich zwei Kinderkrankenschwestern, die natürlich beurteilen können, wie dringend ein Hausbesuch sei, und wie sehr ein Kind darunter leide, in die Praxis zu kommen. Als ob das nicht jede Mutter könnte.

Mein letzter Hausbesuch liegt schon ein wenig zurück. Steven ist ein Kind mit PEG-Sonde und einem Tracheostoma, er wird in einem Heim versorgt, es sind regelmäßig Verbandswechsel unter ärztlicher Aufsicht zu leisten. Wann bin ich noch zu jemandem Hause gefahren? Bei Luise, deren Windpocken so stark waren, dass sie sich nicht von der Couch wegbewegen könnte. Ach ja, dann bei dem Kind nach Plötzlichen Kindstod, eine eher unglücklicher Hausbesuch. Dann noch der Fieberkrampf, das war hier gleich um die Ecke, und im letzten Winter Familie Holzmann, bei der alle drei Kinder an Grippe mit hohem Fieber litten, zudem die Mutter selbst erkrankt war.

Warum machen Ärzte, vor allem Kinder- und Jugendärzte selten Hausbesuche?
– Das technische Equipment aus Hausbesuchen ist unzureichend: Keine Möglichkeit, einen Ultraschall zu machen, Urin unter dem Mikroskop anzusehen oder Blut abzunehmen. Keine fMFA an meiner Seite 🙂
– Licht und Umgebung der Heimstatt sind unzureichend. Den schlafenden Dreijährigen, der im abgedunkelten Zimmer sein Fieber ausschläft, kann ich zwischen Bettlaken und Zudecke untersuchen, optimal ist das nicht. Beurteilung eines Hautausschlags unter „Wohnungslichtverhältnissen“? Forget it.
– Die Präsenzpflicht leidet: Jeder niedergelassene Arzt muss zu den Sprechstunden in seiner Praxis sein. Was, wenn dort ein Notfall eintrifft?
– Wer versorgt die Patienten in der Praxis, während ich auf Hausbesuch bin? Bei 80-110 Patienten im Winter bleibt nur noch „Kurzmedizin“. Ein Hausbesuch kostet mich mindestens 30 Minuten, realistischer dürfte eine Stunde sein, einschließlich An- und Abfahrt.
– Wann ist eine medizinische Notwendigkeit gegeben? Wenn die Eltern das sagen? Vermutlich, denn anders kann es von der fMFA am Telefon nicht beurteilt werden. Aus der Erfahrung, welche „Notfälle“ täglich in die Notfallambulanzen marschieren, sehen wir die Qualität dieser Selbsteinschätzungen. Nicht alle Eltern sind in medizinischen Berufen tätig.
– Vorsorgeuntersuchungen oder Impfungen (vielleicht abgesehen von der U2 während des Wochenbettes) sind nicht medizinisch indiziert als Hausbesuch durchzuführen. Achja: Eine Impfung im Kinderzimmer dürfte übrigens psychologisch „ungeschickt“ sein.

titel-scoyo-lieblinge-blogger-juni-2017Dennoch können Hausbesuche aus sozialpädiatrischen Aspekten sinnvoll sein: Nicht selten triffst Du als Arzt auf überheizte verrauchte Wohnungen, überfüllte Medikamentenschränke oder versiffte Waschbecken in Küche oder Bad suboptimale hygienische Verhältnisse. Viel Input für die weitere familienmedizinische Beurteilung.

Natürlich ist das eine sehr arztzentrierte Perspektive. Ich kann Eltern gut verstehen, deren Kinder sehr krank sind, nicht transportfähig, den Aufwand der Anfahrt scheuen, die Wartezeit in der Praxis usw., und die sich daher einen Hausbesuch wünschen. Wir versuchen das auch einzurichten: Am Abend, in der Mittagspause. In aller Regel halten die fMFA mit mir Rücksprache, ich telefoniere dann mit den Eltern, um die wirkliche Indikation für einen Hausbesuch einzuschätzen.

Schade aber um den „Report“-Beitrag: „Warum Kinderärzte nicht mehr zu ihren kleinen Patienten kommen?“ Das wird leider nicht beantwortet. Das Resumé, der Patient habe ein Recht auf Hausbesuche und basta, greift zu kurz.
Welche Erfahrungen habt Ihr mit einem hausbesuchenden (Kinder-)Arzt gemacht? Oder auch mit der Ablehnung eines Besuches?

Pressemitteilung des BVKJ zu diesem Thema

(c) Bild bei Flickr/Canada Science and Technology Museum (CC Lizenz BY NC ND 2.0)

Don Massimo und die Geflüchteten

Young and FatMassimiliano ist reichlich dick. Seine Gewichtsperzentile sprengt den Rahmen des Computermonitors (nach oben), ich muss scrollen. Ganz abgesehen davon, dass ich den Eltern das seit dem vierten Lebensjahr unter die Nase halte, bewegt sich sonst nichts in der Familie.

Inzwischen geht Don Massi in die fünfte Klasse. Ich mache mal wieder einen Anlauf.

Ich: „Bist Du denn im Sportverein?“
Don Massi: „Hat mir nicht gefallen. Fussball war doof, Schwimmen kann ich nicht und Taekwondo war Papa zu teuer.“
Ich: „Und wie kommst Du zur Schule?“
Don Massi: „Papa.“
Papa: „Ich fahre.“
Ich: „Im Winter?“
Papa: „No. Immer. Zu kalt.“
Ich: „Jetzt auch noch?“ Ich deute auf die Sonne, die just heute ins Untersuchungszimmer scheint.
Papa: „Ist ja grad krank, der Bub.“ Mmmhja. Ein wenig Schnupfen.
Ich: „Und laufen? Ist das weit?“
Don Massi, winkt ab: „Kilometer?“
Papa: „Eher 1500 Meter.“
Ich: „Also laufen?“
Massimiliano schaut leidend zum Vater.
Papa: „Zu kalt.“
Ich: „Und dann ab nächstem Monat? Frühling? 15 Grad morgens?“
Papa: „Mal sehen.“
Ich: „Oder Fahrrad? Hast Du ein Fahrrad?“
Massimiliano: „Nur ein kleines. Von erster Klasse.“
Ich: „Super. Neues Fahrrad zum Geburtstag, Morgens zur Schule, mittags zurück. Da gehts eh nur bergab.“ Ich kenne die Lokalitäten.
Papa: „Weiß nicht. Gefährlich.“
Ich: „Wegen der Hauptstrasse? Aber da gibt es doch von Ihnen aus die Unterführung.“
Papa: „Nicht Verkehr. Die Leute.“
Ich: „Welche Leute?“
Papa: „Na. Sind doch jetzt so viele da. Flüt-chlinge…“
Ich: „Flüchtlinge? Was machen die?“
Papa: „Da möchte ich gar nicht dran denken.“
Ich: „Bestimmt nicht Ihren Sohn vom Fahrrad holen.“
Papa: „Weiß man?“

Und schon sind die Flüchtlinge Schuld daran, dass unsere Kinder zu dick sind.

(c) Bild bei Flickr/Tony Alter (Creative Commons License)

Über Zahnärzte

"Dad, You Are So Weird"

An meinen ersten Zahnarztbesuch kann ich mich gar nicht erinnern. Vielleicht habe ich das auch komplett verdrängt, vielleicht war ich schlicht zu jung, so dass die Erinnerung in der Kindheit verhaftet blieb, ich weiß es nicht. Ich fürchte jedoch, dass meine Eltern mit mir das erste Mal bei einem Zahnarzt waren, als ich das erste Mal so richtig Zahnschmerzen hatte. Ich hatte nämlich richtig schlechte Zähne.

An den Zahnarzt, an den ich mich dann erinnern kann, möchte ich mich nicht gerne erinnern. Er war nicht nett, hatte kalte Hände (keine Handschuhe), schlechten Mundgeruch und keine Geschenke für kleine Kinder. Aber er hat viel gebohrt. Ohne Betäubung. Das war zu der Zeit wohl noch uncool oder zu teuer oder nicht in oder einfach nur gemein. Jedenfalls hat er meinen Umgang mit Zahnärzten offiziell verbockt.

Die nächsten waren nicht besser. Unsere Familie ist ein paar Mal während meiner Schulzeit umgezogen, und ich kann nicht behaupten, dass die anderen Zahnärzte dem ersten irgendwie in Doofheit und mangelndem Einfühlungsvermögen für Kinder nachstanden. Ich kann mich an nackte Wartezimmer mit harten Stühlen erinnern, an laute Bohrer, dem Satz „das geht so schnell, das merkst Du gar nicht“ (äh, doch!) und dass ich wiederholt hingehen musste, weil – so die offizielle Begründung meiner Mutter – die Zahnschmerzen noch schlimmer wurden, weil der Zahnarzt „Luft unter der Füllung eingeschlossen“ habe.

Nachdem ich auf eigenen Füßen stand, dachte ich, ich finde bessere Zahnärzte. Ich fragte meine Freunde, Kommilitonen an der Uni, ob es in der Stadt einen guten Zahnarzt gebe, denn schließlich hatte ich nun keine Mutti mehr, die mich einmal pro Jahr für ein Bonusheft zum Klempner schleifte. Naja. Die Empfehlungen waren auch eher mäßig. Aber ich gestehe: Dank meiner Kindeserfahrung zögerte ich die nun selbstbestimmten Besuche beim Zahnarzt sehr lange heraus. Meist gabs dann was zu tun.

Erst mit Ende Zwanzig, ich war schon auf dem Weg zum eigenen Facharzt, erbarmte sich einer und gab mir vor der Behandlung eine Spritze! Es war ein Segen. Seither verlange ich immer danach, ich kann nicht verstehen, dass das keiner früher gemacht hat. Inspektion einmal, zweimal jährlich ok, Zahnreinigung, alles machbar – aber sobald der Bohrer ausgepackt wird, gibt es bei mir eine Spritze vorneweg. Sabbern und lustige Sprache im Anschluss inbegriffen, was soll´s.

Bitte erspart Euren Kindern diese Erfahrung.

– Denkt ab dem ersten Geburtstag an den ersten Zahnarztbesuch (die Zahnärzte empfehlen „ab dem ersten Zahn“).
– Lasst die Kinder an Euren Besuchen teilhaben, führt sie spielerisch an die Zahnarztpraxis heran. Erzählt keine Horrorstories, aber verheimlicht auch nicht, dass es beim Zahnarzt mal wehtun kann.
– Ihr braucht keinen so genannten Kinderzahnarzt – es tut auch jemand nettes, der gut mit Kindern kann. „Kinderzahnheilkunde“ ist kein Teil der Weiterbildungsordnung der Zahnärzte, aber Zahnärzte können sich über Curricula oder Zusatzqualifikationen spezialisieren. Geschützt ist der Begriff nicht. Verbände der Kinderzahnärzte achten jedoch auf die Sicherung der Qualität.
– Testet den Zahnarzt – die Chemie zwischen Arzt und Kind muss stimmen. Ideal ist der Zahnarzt für die ganze Familie, das stärkt das Vertrauen des Kindes. Viele echte Kinderzahnarztpraxen sprießen aus dem Boden – die behandeln dann aber keine Erwachsene. Dafür sind die Räume schön bunt, die Stühle kindgerecht und die ZMFAs (hoffentlich) kindgeschult.
– Geht regelmäßig. Am Anfang zum Gucken, zum Instrumente-, Licht- und Gerüchekennenlernen und dann zur steten Kontrolle. Der erste Zahnbesuch mit dem ersten Loch ist nicht gut.

Inzwischen habe ich eine Zahnärztin, der ich blind vertraue. Meine Kinder auch. Jetzt gehe ich zweimal im Jahr ohne Angst. Das Bohren ist auch seltener geworden. Und wenn, dann immer nur mit Betäubung.

(c) Bild bei Flickr/Patrick (Creative Commons License)

Rote Fahnen oder: Wenn Kinderärzte sich Sorgen machen

Alle Welt spricht in der Notfallbehandlung und den Ambulanzen vom Triage-System: Also der Einschätzung, ob eine ambulante Vorstellung sehr dringend, weniger dringend oder „naja, das ist ja nicht wirklich ein Notfall“ ist. Manchmal wird es auch das „Ampel-System“ genannt, weil rote, gelbe und grüne Farben vergeben werden, um die Dringlichkeit einer Behandlung anzuzeigen. Dem verwandt sind die „Red Flags„, die sich in vielen Symptombeschreibungen finden, also Krankheitszeichen, die in der Aufmerksamkeit des Mediziners knallrote Fahnen schwenken: Achtung! Gefahr!

Ich versuche, meinen fMFA diese roten Fahnen zu vermitteln: Eltern rufen ja meist vorher an, weil sie einen Termin brauchen, und die fMFA sollte dann bereits am Telefon entscheiden, wie kurzfristig dieser vergeben werden muss (oder ob vielleicht eine Beratung am Telefon ausreicht – gibt´s ja auch). Jedes Krankheitsbild hat da so seine „specials“, aber ein paar „Nummer Eins“-Red-flags, also „Rote Flaggen mit Blink- und Blaulicht“ gibt es sicher noch obendrauf.

Hier ein paar Dinge, die auch den Kinderarzt schwitzen lassen. Wann machen wir uns wirklich Sorgen?

Kleine Säuglinge mit hohem Fieber — Wer Eltern am Telefon hat, sollte immer, immer und immer nach dem Alter des Kindes fragen. Handelt es sich um einen Säugling (also bis zum 1.Geburtstag, noch dringlicher wird es unter 6 Monaten), wird er immer schneller einbestellt, als ein größeres Kind. Nicht nur, weil meist die Eltern besorgter sind, sondern weil die klassischen Symptome bei vielen Krankheiten unklarer sind. Wenn kleine Babys Fieber haben (> 38,5 Grad rektal), ist meist was im Busch.

Sehr starke Schmerzen — völlig klar. Kinder mit Schmerzen sollten das nicht aushalten. Aber es gibt ja so gute Mittel wie Paracetamol und Ibuprofen (umso erschreckender, dass Kinder bei uns vorgestellt werden, die „schon die ganze Nacht Ohrenweh“ haben und immer noch nichts bekamen).
In diesem Post geht es aber um Schmerzen, die die Kinder völlig einnehmen, dass auch Analgetika nichts mehr ausrichten können. Schmerzen an Kopf, Bauch, Rücken, nach Stürzen. Kinder, die sich nicht mehr beruhigen, Säuglinge (wieder), die nichts mehr trinken wollen, große Kinder, die sich vor Schmerzen nicht mehr bewegen (auch die stillen) – zum Doktor.

Atemnot — „Herr Doktor, mein Kind bekommt gar keine Luft“, das hören wir oft und ist aus Sicht der Eltern ein weites Feld.
Achten sollte man vielmehr auf fehlende Stimme (wieder die Säuglinge, die nicht mal mehr schreien), so genannte Einziehungen (sichtbare Atmung an den Rippen oder oberhalb des Brustbeins), sehr schnelle Atmung und quietschende oder feinknisternde Geräusche.
Schließlich können Atemprobleme zu starker Blässe oder Dunkelverfärbung des Gesichtes führen (Zyanose), auch darauf sollten Eltern achten.

Eintrübung — Nichtansprechbarkeit, Lethargie, Bewußtlosigkeit, Schläfrigkeit, Synonyme gibt es viele. Dies ist ein absolutes Alarmzeichen, egal in welchem Alter.
Klar sind kranke Kinder müde, wenn sie aber nicht erweckbar sind, sich gar nicht mit Spielen oder Ablenkung aufmuntern lassen, darf das zu Denken geben.

Ausschläge — Hier sind nicht irgendwelche Pickelchen gemeint, auch nicht Ausschläge bei Windpocken, Ringelröteln oder Scharlach. Es gibt eigentlich keine dermatologischen Notfälle.
Ausschläge, vor denen wir Angst haben, sind „Petechien“ (Einblutungen in die Haut), erkennbar daran, dass Druck auf die Haut die Rötungen nicht verschwinden lassen, sie blasst nicht ab. Petechien können eine schwere Sepsis anzeigen, wie sie bei Hirnhautentzündungen vorkommen. Ein Notfall.


Diese Red Flags sind in absteigender Häufigkeit aufgeschrieben, fiebernde Säuglinge sind beinahe Tagesgeschäft, während das fiese Exanthem bei Meningokokken-Sepsis eine große Ausnahme ist, dennoch sind meine fMFA bei all diesen Kindern bemüht, am gleichen Halbtag noch einen Termin zu geben.

Für Eltern, deren Kinder o.g. Auffälligkeiten zeigen: Anrufen, Dringlichkeit mitteilen, auf einen Termin bestehen. Diese Red Flags bedeuten nicht, dass tatsächlich etwas Schlimmes vorliegt (im Gegenteil: Meist können wir eine ernsthafte Krankheit ausschließen und den Kindern gut helfen), aber eine Abklärung ist unumgänglich. Ist der Kinderarzt nicht erreichbar, fahrt in die nächstgelegene Notfallklinik oder (insbesondere bei Atemnot, Nichtansprechbarkeit oder der Hirnhautentzündung) wählt die 112.


Können wir die o.g. Symptome auch umgekehrt betrachten?

Klar! Ein Kind, dass zwar krank ist, aber …
– … klein ist, noch gut trinkt oder isst, kein Fieber hat,
– … über keine Schmerzen klagt, also auch lacht und spielt,
– … ganz ruhig atmet, z.B. auch durch die Nase oder mit Schnuller im Mund,
– … adäquat reagiert, antwortet, seinem Spielzeug nachgeht oder sich ablenken lässt vom Kranksein,
dürfte insgesamt zwar krank, aber nicht lebensbedrohlich erkrankt sein. Ein Anruf beim Kinderarzt kann jetzt die Nerven beruhigen, Tipps von der fMFA Abholen kann ja nie schaden. Im Zweifelsfall schaue ich aber gerne das Kind an.

Grüße,
kinderdok.

Nebenbei: Diese Dinge sind – logisch – international. Claire McCarthy (@drClaire) schrieb unlängst ein ähnliches Posting (englisch) aus ihrer Notfallsprechstunde, ich habe mich an ihren Artikel angelehnt.

Erstveröffentlichung hier.

(c) Bild: kinderdok, basierend auf Red flags von Rutger van Waveren/Flickr (Lizenz bei CC BY-SA 2.0)

„Ganz normal“ und bitte keine Entschuldigung.

Heute hat sich (mal wieder) thumbs upeine Mutter entschuldigt, dass sie ihr Kind bereits zum zweiten oder dritten Mal seit Februar in der Praxis vorstellt. Jedesmal mit Erkältung, nichts Schlimmes, Husten, Schnupfen, die übliche Rotzgeschichte.

Liebe Eltern!
Was erlebt Ihr eigentlich in anderen Arztpraxen? Schimpft da jemand? Oder geht das Gerücht herum, wir Kinderärzte hätten kein Verständnis dafür, dass besorgte Eltern ihre kranken Kinder vorbeibringen? Steht Ihr unter Druck von außen, von Elternforen oder Elterngruppen, die Euch sagen, Ihr seid übervorsichtig, ängstlich, Helikopter?

Bitte zieht Euch diesen Schuh nicht an.
Kinderärzte haben überhaupt kein Problem damit, den Eltern die beruhigende Mitteilung zu machen, dass keine schlimme Erkrankung vorliegt, keine schwere Lungen- oder Ohrenentzündung, sondern alles „ganz normal“ abläuft.
Beruhigung ist unser zweiter Vorname.

Mir ist es lieber, ich sehe die Kinder einmal zu viel als zu wenig. Auch von verspäteten Diagnosen können wir ja ein Lied singen. Dennoch: Diese Aussage soll wiederum niemanden in Panik versetzen. Das wichtigste Kriterium einer Vorstellung beim Doc ist: „Die Eltern möchten das gerne abklären lassen.“
Wenn´s dann einmal zuviel war – egal.

Und bitte am Ende: Niemals dafür entschuldigen. Ich schimpfe nicht.

Grüße, kinderdok

(c) Bild bei Flickr/amanda tipton (License CC BY-NC-ND 2.0)

Versprechen an alle Eltern in der Erkältungszeit

Shaking hands

Liebe leidgeprüfte Eltern,

auch wenn Euer Kind das vierte Mal in zwei Wochen Fieber hat oder Ohrenweh oder einen bösen Husten, der Euch nicht schlafen lässt, auch wenn Ihr denkt, Ihr seid die einzigen, die so oft in der Praxis vorbeischauen, auch wenn der Große den Mittleren und dann die Kleine ansteckt und Ihr dazwischen im Kreuzfeuer der Viren bestehen müsst, auch wenn die Erzieherinnen oder die Omma oder die Nachbarn meinen, Ihr solltet mal abklären lassen, warum´s Bobele immer und ständig krank ist:

Seid sicher:
Ihr seid nicht alleine.
Der Großseufzer der Grippewelle hallt durch alle Allgemein-, Internisten- und Kinder- und Jugendarztpraxen der Republik, von den Notfallambulanzen ganz zu schweigen. Aber es gibt ein Licht am Ende des Tunnels. Der Frühling.
Lasst Euch bitte nicht kirre machen von Eurem eigenen schlechten Gewissen, wieder mal die Telefonnummer unserer Praxis zu wählen, um einen Termin zu vereinbaren.

Seid sicher:
Andere rufen noch viel häufiger an.
Wegen Banalitäten. Zum dritten Mal wegen der vierten Warze am zweiten Zeh, die nach fünf Monaten noch immer nicht weg ist. Wegen des Hauch eines Ausschlags im unteren Quadranten der linken Gesäßbacke. Oder weil die Bauchweh des verstopftem Stammhalters wieder da sind. Nur weil das empfohlene Medikament nicht gegeben wurde.

Seid sicher:
Niemand wird hier die Augen verdrehen, auch nicht in Gedanken. Wir sind Kinderärzte, wir sind fMFA, wir nehmen Eure Sorgen ernst, egal wie oft Ihr kommt, egal, mit wievielen Kindern, egal, wie krank oder weniger krank. Unser Job ist, Euch (hoffentlich) zu beruhigen und die Wogen der Sorge auf ein erträgliches Maß zu reduzieren.

Seid sicher:
Es kommen wieder ruhigere Zeiten des Sommers, des Spielplatzes, des Freibads, der Schulzeit und der Jugend, in denen Marie-Jolyne und Connor-Justin nicht mehr zum Arzt müssen, weil sie alle Infekte endlich gehabt haben. Ich erinnere Euch dann daran, wie ich dieses Posting geschrieben habe.

Seid sicher:
„Herr Doktor, wir haben uns ja schon lange nicht mehr gesehen.“
Der Tag kommt.

(c) Bild bei Flickr/Chris-Håvard Berge (CC Lizenz)

Einmal tief durchatmen

Ich wollte noch von dem Vertretungskind erzählen, dass still japsend (Giemen und Brummen, die Insider wissen) auf meinem Untersuchungstisch lag, neunmonatig, ein wenig subfebril seit ein paar Tagen, trinke gut, esse Breichen und erbreche nicht. Die Nächte seien erträglich, aber der Husten, Herr Doktor, der Husten, hört und hört nicht auf.

Wenn ich die Kinder nicht kenne, kenne ich auch die Therapie nicht, jede/r Kollege/in hat da ein anderes Regime. Das Bobele hier kommt von jot-we-de, die Vertretung der Vertretung der Vertretung, also nun die Frage: „Was kriegt er denn an Medikamenten?“

„Da haben wir das.“ Die Mutter präsentiert mir ein Röhrchen Bryonia C5. Ich muss erst einmal mit Lesebrille lesen, so klein war das geschrieben.

„Ok, noch etwas?“ – „Ja, da ist dann noch dies.“ Noch ein Röhrchen, hier die Beschriftung „Bei zusätzlichem Erbrechen.“ Sanguinaria canadensis – diesmal in C200. „Die sollen wir aber nur geben, wenn´s gaanz schlimm ist. Und nur ein Kügelchen.“

Ich staune. „Haben Sie das denn gegeben?“, frage ich. Nein, haben sie nicht, so schlimm war es dann nicht. Aber besser wurde es genauso wenig, deshalb sind sie dann hier zu mir. „Haben Sie das direkt vom Kollegen bekommen?“ – „Ja, die hat er aus seinem Schrank mitgegeben. Aber von der Apotheke haben wir noch das hier gekriegt.“ Die Mutter reicht mir noch eine Schachtel …na klar, ohja, das beliebte viel umworbene Komplexpräparat der Firma He.el.

„Und das ist, was Sie Ihrem Sohn jetzt geben sollen?“, frage ich. Ist denn nichts wirklich Wirksames dabei?
„Achso,“ sagt die Mutter. „Doch, das hier noch.“ Sie holt aus dem Medikamentenbeutel ein Dosieraerosol hervor nebst einer Inhalationshilfe. „Das benutzen wir auch noch ein paar mal täglich, wenn´s gar nicht wird.“
„Da bin ich aber froh,“ rutscht es mir heraus.

Der kleine Held konnte schließlich besser durchatmen, nachdem wir ihn in der Praxis mit Salbutamol inhalieren liessen. Wir besprachen, die Inhalationen zu intensivieren, sich wieder zu melden, wenn Fieber auftritt und ihn in ein paar Tagen nochmals abzuhören.
„Dann sind Sie wohl nicht so begeistert von den Globuli, was?“, fragt mich die Mutter beim Verabschieden. Ob das so offensichtlich war? „Und was halten Sie davon? Das hat uns unser Hausarzt noch zu alledem dazu gegeben. Das löse den Schleim am besten, sagt er.“ Sie greift noch einmal in den Beutel und zieht eine Schachtel Ambro.x.ol hervor.

Himmel hilf. Das gute alte überflüssige Ambro.x.ol dürfte bei einem Kind mit Bronchitis eher zu einer Verschlimmerung des Befundes führen, schließlich kämpft der Organismus da schon genug mit Schleim in den engen Luftwegen. Ganz abgesehen davon finde ich jedoch das Riesenarsenal an Mittelchen höchst problematisch. Geht es nicht auch einfacher? Dass ich von der Nichtwirksamkeit von Glaubuli überzeugt bin, dürfte inzwischen bekannt sein, geschenkt.

Kollegenbashing ist verpönt. Das tut man nicht, ich auch nicht (außer hier). Ich habe daher auch lediglich bemerkt, dass ich das inhalieren für die sinnvollste Variante all dieser Medikamentenoptionen halte.

Papagei

Shy girl

Setting: Fünfjährige Tochter, Mutter, Kinderdok. Untersuchung.
Ich: „Oh prima, Unterhemd ist schon ausgezogen, dann höre ich dich mal ab.“
Mutter: „Jetzt hört der Onkel Dich mal ab.“
Ich: „So, dann schaue ich noch in die Ohren.“
Mutter: „Nur kurz Ohren schauen, nicht schlimm.“
Ich: „Alles klar, und noch den Mund auf.“
Mutter: „Komm, mach schön den Mund auf.“
Ich: „Legst du Dich mal hin, dann taste ich noch Deinen Bauch ab.“
Mutter: „Legst dich schön hin, passiert nichts.“
Ich: „Also wunderbar, dann setz Dich mal wieder.“
Mutter: „Setz Dich mal wieder.“
Ich: „Wie alt bist Du denn schon?“
Mutter: „Komm sag, wie alt bist Du?“
Tochter: „…“
Mutter: „Bist du vier oder fünf?“
Tochter: „…“
Ich: „Kannst mirs auch mit den Fingern zeigen.“
Mutter: „Bist Du fünf?“
Tochter nickt. Lässt die Hand wieder sinken.
Ich: „Hast Du denn arge Halsweh? Oder gehts mit dem Essen und Trinken?“
Tochters Mund öffnet sich.
Mutter: „Essen geht schon. Gell, Marlies-Susann?“
Tochter nickt.
Ich, erstmals zur Mutter: „Also, sie hat einen leichten Racheninfekt, ist nicht so schlimm, ein wenig rot, nichts eitriges. Da darf sie was lutschen, viel trinken. Das wird schon.“
Mutter: „Siehst, Marlies-Susann, alles nicht so schlimm beim Onkel Dokter.“
Ich: „Also Tschüss, Marlies-Susann.“ Reiche ihr die Hand.
Tochter versteckt sich hinter der Mutter.
Mutter: „Naja, das macht sie nicht so gern, sie ist immer sooo schüchtern.“

(Von diesen Konstellationen gibt es mehr, als ich denken kann, gerade am Freitag war wieder eine Kandidatin mit ihrer… Tochter da. Da war mir, das muss ich nicht bloggen, das gabs sicher schon im Blog. Und siehe da. Tatsächlich. Hier also die wenig recyclete Variante von vor 8 Jahren.)

(c) Foto bei Flickr/Andy (CC Lizenz BY-ND 2.0)

Kinder müssen vor Blutabnahmen nicht nüchtern sein

So, die Titelzeile hat ausreichend als clickbait gewirkt, nun etwas differenzierter. Das Feedback auf meinen obigen Tweet, dass Kinder zur Blutabnahme nicht nüchtern sein müssen, veranlasste mich zu folgendem Blogpost:

Grundsätzlich kann man sagen, dass ein Patient zu einer Blutabnahme nicht nüchtern sein muss. Dies gilt besonders für Kinder. Kinder sind unausgeglichen und unzufrieden, wenn sie nichts gegessen haben. Welche Eltern wissen das nicht? Jugendliche, die morgens wenig frühstücken, sind noch wackeliger auf den Beinen, so dass es nach einer Blutabnahme zu einer Synkope kommen kann. Das muss nicht sein.

Nüchtern sein bedeutet, kein Essen, keine Medikamente und möglichst auch nichts zu Trinken zu sich genommen zu haben. Daraus folgert, dass das Nüchtern sein zur Blutabnahme nur dann notwendig ist, wenn:

– … Medikamentenspiegel bestimmt werden (dann das entsprechende Medikament erst nach der Blutabnahme einnehmen, z.B. Antiepileptika) oder eine Verträglichkeit geprüft wird (hier geht es oft um Leber und Nierenwerte, die nach dem Essen schon einmal verändert sein können),

– … der Blutzucker von Interesse ist (klar, bei Verdacht auf Diabetes, aber auch zum Beispiel nach einer Kreislaufsynkope),

– … die Cholesterine bestimmt werden soll. Das ist bei Kindern und Jugendlichen eher selten, bei dicken Kindern ist es aber schon mal nötig. Dabei sollten wir nicht vergessen, dass die Wertigkeit des Cholesterinsspiegels in den letzten Jahren immer mehr infrage gestellt wurde.

Wann weiß ich nun, wann ich nüchtern sein muss, und wann nicht, bzw., ob ich meinem Kind etwas zu essen geben darf? Einfache Antwort: Die fMFA fragen bei der Terminvereinbarung. Falls dann eine Antwort kommt wie, „Sie müssen bei unsimmer nüchtern sein vor einer Blutabnahme!“, ruhig genauer nachfragen: Was soll sich am berühmten „kleinen Blutbild“ schon verändern, wenn das Kind morgens ein Marmeladenbrot isst? Vielleicht ändert sich dann auch was in den Praxen, die das immer fordern.

Und die Kinder sind entspannter.

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