Meine Kinder – Deine Kinder

Wenn mich Eltern fragen, ob ich bei meinen eigenen Kindern auch
– diese Impfung gebe
– dieses Antibiotikum einsetze
– diesen Erziehungstipp beherzige
– diesen fachärztlichen Kollegen besuche
– diese Diagnostik veranlasste
antworte ich stets:
“Ja. Denn meine Kinder sind meine Kinder, und ich bin ihr Vater. Entscheidungen für meine Kinder treffe ich nach eigenem Gewissen, wie Sie auch, aber mit Ratschlag des Mediziners in mir, das ist für mich ein Glücksfall. Warum sollte dieser Ratschlag bei Ihrem Kind anders ausfallen? Schließlich sind wir unseren Patienten zur besten Behandlung nach bestem Wissen und Gewissen verpflichtet.”

Mit der Umsetzung haperts dann mitunter (siehe Erziehung). Aber das steht auf einem anderen Blatt.

Gelesen im Juli

Wie auch im Juni – der Owen Meany. Da im englischen Original, hat es etwas länger gedauert, ihn zu lesen, dennoch war es, als lese ich den Roman ganz neu, das erste Mal.

A Prayer for Owen Meany von John Irving
Was kann ich noch über das Buch sagen, nachdem ich es nun zum zigsten Mal (aber erstmals im Original) gelesen habe? Vielleicht habe ich es tatsächlich neu entdeckt. Die Religiösität, die dem Buch entspringt, war mir nie so bewußt, obwohl man es in jeder Seite um die Ohren gehauen bekommt. Zu stark empfand ich immer den Charakter von Owen Meany selbst. Noch mehr verstand ich diesmal die vielen Metaphern und Symbole, und auch die Bezüge zur Gegenwart (1987, als das Buch erschien) verstehe ich jetzt besser als früher. Absolut bewundernswert: Irvings Komposition des Romans, seine Rück-, Vor- und Einblendungen, ohne je die Twists des Romanes vorher zu verraten.

In der englischen Kindle-Ausgabe gibt es noch ein schönes Interview mit John Irving, für Fans natürlich lesenswert. Amazon bietet zudem noch einen Guide für Lehrer an. Owen Meany ist in den USA inzwischen Schullektüre, die Aufgaben im A Teacher’s Guide sind sehr interessant, manche Fragen beleuchten Figuren und Ideen, über die ich mir (bisher) keine Gedanken gemacht habe. Wen es interessiert, also die verkappten Englischlehrer unter uns – angucken. Übrigens kostenlos. (5/5)

Die letzte Drachentöterin von Jasper Fforde
(übersetzt von Isabel Bogdan)
Hinein ins Vergnügen. So ab und zu lese ich gerne mal so genannte Jugendbücher, meist heute als “no-ager” oder “crossover” bezeichnet, also geschrieben für ein junges Publikum, aber eigentlich auch für uns Große hübsch lesbar, siehe Harry Potter oder John Green. Im “Drachentöterin” gehts um Jennifer Strange, mal wieder um Magie im Alltag, einer seltsamen Welt zwischen dem heutigen Großbritannien und einer Fabelvision davon, dem letzten Drachen in derselben und wer ihn töten soll. Herrlich lustige Verwicklungen, schnelle Handlungswechsel und ein Schluß, der Lust macht auf mehr (ist nur der Einstieg in eine Reihe von Büchern rund um Jennifer Strange). Fforde schreibt gerne Fortsetzungsbücher, mit Thursday Next bin ich nicht so warm geworden, die Reihe “Grau” hingegen scheint er leider nicht fortzusetzen, deren Debütroman fand ich wirklich gut. “Drachentöterin” jedenfalls — das kann noch sehr lustig werden.
Respekt vor Isabel Bogdan für die Übersetzung – was ist schwerer, als den englischen Humor ins Deutsche zu verpflanzen? So gut! (5/5)

Um Leben und Tod von Henry Marsh
(übersetzt von Katrin Behringer)
Der Kollege Neurochirurg schreibt ein Buch. Das hat mich interessiert und das habe ich auch bekommen: Kapitel für Kapitel ein Bericht aus dem OP-Saal, jeweils betitelt mit Erkrankungen (meist Tumoren) des Gehirns, Innenansichten des bekanntesten Neurochirurgen Englands, inzwischen im Ruhestand. Bei vielen Geschichten musste ich schlucken, verstand die Sicht des Arztes, aber bei keiner so sehr, als Marsh selbst zum Patienten wird.
Dennoch: Das Buch wirkt ein wenig zusammengestückelt, als habe ein Lektor (oder Verleger) ihn aufgefordert, “Mr Marsh, schreibens´e doch mal ein Buch. Tolle Idee: Sie nehmen sich immer einen Patienten und seinen speziellen Tumor und erzählen ein bisschen aus ihrem Leben, na, wäre das was?” Das Buch wird gelobt für die Eigenkritik des Arztes, für die Eingeständnisse der Fehler, die er in seiner Karriere begangen hat, und die jeden Mediziner verfolgen. Diese Passagen sind wichtig und schenken paradoxerweise noch mehr Vertrauen in einen solch erfahrenen Chirurgen. Der Rest sind Geschichten. Mehr nicht. Aber sicher bin ich auch die falsche Zielgruppe. (3/5)

Die Schneekönigin von Michael Cunningham
(übersetzt von Eva Bonné)
Naja. Na gut. Nicht mein Buch. Nicht mein Stil. Die Bilder und Gedanken zu verschwurbelt, die Charaktere für mich zumindest zu wenig identifizabel (urgs…). Irgendwie geht´s um zwei Brüder, die Freundin des einen ist an Krebs erkrankt, spielt in New York, prima. Der eine ist schwul, der andere ein verkappter Rockmusiker. Soviel zum Klischee der New Yorker. Ich bin einfach nicht reingekommen. Da “nur” ausgeliehen hier per Onleihe, zum Glück in der Anschaffung verzeihbar. Lektüre abgebrochen. (1/5)

[Dieser Text enthält so genannte Affiliate Links – siehe Impressum]

Alle Neune

Das Blog wird bald Teenie/Tennie or whatever – noch ein Jahr. Ich bin schon ganz aufgeregt. Hoffentlich ist es nicht so ein Früh-Pubertier, was anfängt, rumzuzicken. Wir werden sehen. Manchmal lag es in letzter Zeit schon ziemlich lange im Bett.

Heute ist erstmal Geburtstag.

Nine (65/365)

(C) Foto bei John Liu

#12von12 Juli

#1von12:

#2von12:

#3von12:

Sowas darf man nicht abmähen #12von12

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#4von12:

In Detail #12von12

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#5von12:

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#6von12 – Sonntag. Andere arbeiten lassen:

#7von12:

#8von12:

#9von12:

Prost

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#10von12:

 #11von12 – Na prima

 

und logisch #12von12 – leider erst um 0:12 uploaded.

 

7/7

Wir hatten unser Wohnmobil auf dem großen Rasenparkplatz abgestellt. Heute stand Stonehenge auf dem Programm. Die Große fand die Steinkreise sehr lustig, glaubte noch an Riesen und interessierte sich kein bißchen für die erdgeschichtlichen Zusammenhänge. Der Kleine war nur mit dem Laufenlernen beschäftigt und damit, seine große Schwester zu ärgern. Für uns Eltern war Stonehenge ein MUSS auf dem Weg nach Land´s End.

Keiner der angereisten Touristen interessierte sich am Ende für ein paar überdimensionierte Kieselsteine. Selbst die Japaner standen wie gebannt um die Radios herum, der Besitzer des Souvenirshops hatte von der rustikalen Keltenmusik auf handfeste BBC-Fakten umgestellt. Schleppend erst, dann immer deutlicher und erschreckender sickerten die Nachrichten durch, und für jeden war der Urlaub plötzlich ein anderer.

Cornwall liegt für die Briten ganz weit draußen im Land, es ist eine andere Welt, eine mystische sogar. König Artus soll hier geboren sein, die weltbekannten Gärten an den Küsten entführen jede für sich an einen anderen Weltenhorizont. An diesem Tag aber war London ganz nah. Viel näher noch als 2001 New York oder das Pentagon. Wir fuhren weiter, hin zur rettenden Urlaubsmystik, weg von der Realtität hundert Kilometer hinter uns, am Ende der M3. Niemals dabei sein, immer woanders.

Zehn Jahre danach

Freibad Notizen

– Für Bienen sind Freibäder Fremdhabitate, also Zucker ohne Blumen
– Akzessorische Brustwarzen erkennen nur Eingeweihte
– Ich liege hier 1,5 Stunden, seitdem wurde der Knirps da drüben nicht eingecremt, obwohl schon zweimal im Wasser
– Seltsame Kindernamen auf Autos sind nichts gegen seltsame Kindernamen, auf den Pectoralis tätowiert
– Der glücklich erreichte Schattenplatz entpuppt sich üblicherweise als Königsmund der Ameisen
– Der Salto des Fünfzehnjährigen vom Fünfer wird weniger wahrgenommen als der Debütsprung (Nase und Augen zu) der Fünfjährigen im Blümchenbikini vom Einer
– Es gibt tatsächlich noch Eltern, die ihre schwimmflügelbepackte Kinder vom Beckenrand stoßen
– Der Geruch von Sonnencreme schwankt von lieblich zu brenzlig zu ranzig – und immer dran denken: Eine Handfläche voll pro Neun der Neunerregel – remember that?
– … und die ewig gleiche Frage: “Bin ich eigentlich auch so mopsig geworden?”

by the way:

Gelesen (und Gesehen und Gehört) im Mai

Der Marsianer von Andy Weir (übersetzt von Jürgen Langowski)
Hat ein bisschen was von “Apollo 13”, versetzt ins nächste Jahrtausend, in dem der Marsastronaut bei einer missglückten Mission auf der Oberfläche des Planeten zurückgelassen wird. Seine eigenen McGyver-Anstrengungen und die Rettungsaktion der Erde stehen im Mittelpunkt des Buches. Inwiweit die ausführlichen physikalischen und chemischen Ausführungen der Wahrheit entsprechen, kann ich nicht sagen, schlüssig klang das alles schon. Am Ende wird es richtig schön actionmäßig knapp und unglaubwürdig, ein wenig mehr Verzweiflung hätte den Protagonisten zudem nachvollziehbarer gemacht. In jedem Fall *das* Buch der kommenden Raumfahrtgeneration, sehr weitsichtig. (4/5)

Der Tag, als meine Frau einen Mann fand von Sibylle Berg
Frau ist frustriert vom Zusammenleben mit ihrem Ehemann, beide um die fünfzig, da muß der neue Lover her, der am Ende aber enttäuscht, und die Frau erkennt, dass die Ehe, die sie bis dahin führte, doch das Verlässlichere im Leben ist. Sibylle Berg spart nicht mit sexuellen Ausführungen, saftigen Worten und verblüffenden Metaphern, ganz nett zu lesen, aber für mich nicht nachhaltig genug. Weil ich ein Mann bin? (3/5)

Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek von David Whitehouse
(übersetzt von Dorothee Merkel)
Sehr nette Geschichte über einen vernachlässigten Jungen, der sich in die Arme einer alleinerziehenden Mutter flüchtet und mit dieser und ihrer (autistischen, jeder braucht eine Geschichte) Tochter in einem gestohlenen Bücherbus quer durch England flüchtet. Sehr schön geschrieben, kein wirklicher Roman für alle Generationen, da teils sehr heftige Ausbrüche des Jungen. Aber insgesamt sehr spannend konstruiert mit echten Cliffhangern. Achja, ein ungerecht verfolgter Mörder und ein Schloß mit Zoo in Schottland kommt auch noch drin vor. Wem das nicht genug Abstrusitäten sind – es gibt noch ein paar. (4/5)

Alles über Sally von Arno Geiger
Frau ist frustriert vom Zusammenleben mit ihrem Ehemann, beide um die fünfzig, da muß der neue Lover her, der am Ende aber enttäuscht, und die Frau erkennt, dass die Ehe, die sie bis dahin führte, doch das Verlässlichere im Leben ist. Arno Geiger beschreibt das Ehepaar nüchterner und alltäglicher als Sibylle Berg (s.o.), keine Ahnung, warum ich gerade solche Bücher lesen muß. Jetzt habe ich genug davon. Sprache schön, Story teils zu ausufernd, Überblätterfaktor hoch (3/5).

Ein anderes Highlight dieses Monats: Game of Thrones – Staffeln 1-4 
Die Frau des Hauses meinte, es sei mal Zeit, die GoT-Staffeln an einem Stück zu sehen, also denn. Da ich die dritte und vierte noch gar nicht kannte (die Bücher sowieso nicht, die sind mir zu dick), gönnten wir uns die ca. 40 Folgen in knapp zwei Wochen, allabendlich. Da läuft man wenigstens nicht Gefahr, sinnlos im Fernsehen herumzuzappen. Bewertung ist klar, für Fans volle Punktzahl, für alle anderen kein Verlust, sie nicht zu sehen. (5/5)

Zum Hörbuchhören kam ich im Mai nicht, stattdessen habe ich dies für mich entdeckt: Sanft und Sorgfältig, eine Radiosendung und Podcast von Olli Schulz und Jan Böhmermann
Gewöhnungsbedürftig, diese Radiosendung von Schulz und Böhmermann, Kultstatus bei allen Pro7- und NeoMagazin-Sehern. Die beiden quatschen zu allem und nichts, ziehen eine Zote nach der anderen, ein loses Thema soll der einzelnen Sendung einen roten Faden geben, unterscheiden kann man die Sendungen aber dennoch kaum. Mit Gästen wie Peter Fox oder Matthias Brandt (also: maulfauler Starschauspieler trifft auf Quasselstrippen) gibts dezente Abwechslung. Ich höre die Sendung zeitversetzt als Podcast im Auto, leider ist dieser dann ohne Musikpausen, was bei den annoncierten Songs seeehr schade ist. Kultsendung bedeutet, man bekommt kaum genug davon, das war es aber auch schon. Ich bleib trotzdem dran. (4/5)

(Ich habe keine Ahnung, warum die Bücherlinks momentan nicht immer das Titelblatt des Buches zeigen, irgendein Bug der Affiliate links)

Kurzer Dank

… an die liebe Pharmama, für das freundliche Geschenk aus meiner A.-Wunschliste, noch zum Tag des Buches. Dir, liebe Pharmama, Dank für die steten Geschichten und Inspirationen zum Bloggen. Stay tuned!

PS Pharmama hat auch ein Buch

  

#12von12 im Mai

Der Tag in Bildern – es beginnt mit dem Mittagessen, weil ich vorher mal wieder nicht gecheckt habe, dass 12von12 Tag ist. Die liebe Nessy hat es “mir gesteckt” via Twitter.

Kurzer Dank

… an Da. Ba. für die nette Amazon-Geschenk-Post. Mein SuB freut sich.

 

Vorherige ältere Einträge

1. Platz in Kategorie Baby und Kinder bei den Hitmeister Superblogs 2012
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