Abrechnung done

Ärzte (sicher auch andere offiziell Selbständige) machen am Ende des Quartals die Abrechnung über die behandelten Patienten – gesetzlich Versicherte und Privatpatienten.

Im Idealfall sieht das so aus:
– PC hochfahren
– Praxis-EDV starten
– Menüpunkt „Abrechnung“ suchen
– „Start“ klicken
– Ca. 5 Minuten warten
– Verschlüsselungsmodul der KV starten
– File hochladen
Dauer: Sagen wir 15 Minuten.

And now – back to reality:
– PC hochfahren
– Praxis-EDV starten
– Menüpunkt „Abrechnung“ suchen
– „Start“ klicken
– Ca. 5 Minuten warten
– Verschlüsselungsmodul der KV starten
– Fehlermeldung „Kryptomodul veraltet“ entsetzt anstarren
– Update Praxis-EDV downloaden (ca. 1,5 Stunden), wahlweise Update-CD einlegen, in 50% der Fälle frustriert feststellen, dass diese nicht bootet, also doch Download
– Installation des Updates auf dem Server und den Clients (ca. 1 Stunde, 3/4 Stunde davon wegen des Windows-XP-Clients, von dem ich mich nicht trennen kann)
– Praxis-EDV neustarten
– Menüpunkt „Abrechnung“ suchen
– „Start“ klicken
– Ca. 5 Minuten warten
– Verschlüsselungsmodul der KV starten
– Fehlermeldung „Kryptomodul findet schwere Fehler“ entsetzt anstarren
– Ca. 60 Patienten händisch korrigieren (z.B. „Bronchitis“-ICD in „Bronchitis beim Kind“-ICD umwandeln oder Zahlendreher im Gültigszeitraum der GKV-Karte aufspüren – hat leider die Kontrollroutine vor der Abrechnung nicht gefunden…)(Ca. 1/2 Stunde)
– Praxis-EDV neustarten
– Menüpunkt „Abrechnung“ suchen
– „Start“ klicken
– Ca. 5 Minuten warten
– Verschlüsselungsmodul der KV starten
– Fehlermeldung „Kryptomodul findet leichte Fehler“ ungläubig anstarren und … ignorieren
– File hochladen
– Die Fehlermeldung „Ihre Sitzung ist abgelaufen“ mit einem frischen Kaffee entgegnen
– Neustart KV-Homepage
– File hochladen
Dauer: Ca. 3 Stunden.

(auch schon vorgekommen: Letzten Schritt vergessen und 1 Monat später den erhobenen Zeigefinger der KV per Post zur Kenntnis nehmen).

Gelesen im Juni

6 Uhr 41 von Jean-Philippe Blondel
(Übersetzt von Anne Braun)
Ein Roman über die Begegnung zweier ehemals Liierten in einem Personenzug, sie setzen nebeneinander, der eine wagt nicht, den anderen erkannt zu haben und umgekehrt, es gibt Rückblenden beider Leben und am Ende gehen sie doch haarscharf aneinander vorbei. Stylistisch hübsch geschrieben, auch die Idee ist nett – aber ganz ehrlich: Am Ende blieb nur heiße Luft. (2/5)

Der Ruf des Kuckucks von Robert Galbraith (d.i. J.K.Rowling)
(Übersetzt von Wulf Bergner, Christoph Göhler und Kristof Kurz)
Ich kann die Kritiker verstehen. Wir alle wollen ein Buch im Harry-Potter-Style lesen, eine Pageturner, mit viel Fantasie und literarischer Magie. Der „Kuckuck“ ist der Pseudonymroman von JK Rowling und eine nette Fingerübung der Erfolgsautorin. Ein solider „Whodunit“-Krimi in klassisch englischer Manier mit einem interessanten Charakterkopf als Detektiv und seiner neuen Assistentin. Viele Dinge wirkten vorhersehbar, vor allem die Beziehung der zwei Protagonisten, die Auflösung des Falles war irgendwann klar, entsprechend lasch war der Spannungsbogen gehalten. (3/5)

Unheilpraktiker: Wie Heilpraktiker mit unserer Gesundheit spielenvon Anousch Müller
Hierüber habe ich schon geschrieben. (5/5)

Der goldene Handschuh von Heinz Strunck
(Hörbuch, gelesen von ihm selbst)
Eklig, richtig eklig das Buch. Ich bin ja als Arzt hartgesotten und mache auch vor Splatterfilmen nicht halt, ertrage vielleicht auch die Fantasien von Massenmördern, aber dieses Buch ist … eklig. Wahrscheinlich zieht das Buch seine Faszination jedoch aus der Wirklichkeit, aus der Zeitlosigkeit, daraus, dass die ganze Geschichte des Frauenmörders aus Hamburg auch in der heutigen Zeit stattfinden könnte. Brilliant die Balance zwischen Abschreckung und Sympathie für den gefallenen Mann, wunderbar gelesen vom Autor selbst – wieder ein Hamburger, der sein Buch selbst liest. Das kann schief gehen, weil unfreiwillig komisch, hier aber macht es einen guten Teil der Spannung aus. Trotzdem eklig. (4/5)

Der Pfau von Isabel Bogdan
(Hörbuch gelesen von Christoph Maria Herbst)
Frau Bogdan schrub ein Buch – viel besser als JK Rowling in ihrem Metier umschreibt sie die Klischees eines Herrenhauses in den Schottischen Highlands, dem schrulligen Hausherrn, seiner resoluten Frau, dem kompetenten Gärtnerfaktotum, der hilfsbedürftigen Haushaltshilfe. Dazu die versnobbten Banker aus London, die ein Teambuildingwochenende im Herrenhaus abhalten, geführt von der gestrengen Frau Chefin. Dass am Ende alle ein bißchen anders wurden, weil alles ein bißchen anders lief als gedacht, das macht den Gag des Buches aus. Schöne Urlaubslektüre in Schottland. Den Vorleser CM Herbst muß man nicht erwähnen, er bringt diesem Hörbuch den fünften Stern. (5/5)
Ach, und dann ist da noch der Pfau. Der arme Pfau.

[Dieser Text enthält so genannte Affiliate Links – siehe Impressum]

Lampenfieber

Frankfurt am Main: Bühne

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, das im hohen Alter (… no comment) abzulegen, aber leider geht es mir heute immer noch wie zu Schulzeiten: Jeden Morgen habe ich Bauchgrimmen, bevor ich zur Arbeit gehe. Ob das der normale Schulbesuch war, von Klassenarbeiten ganz zu schweigen, im Studium vor Seminaren oder Prüfungen (weniger in den Vorlesungen) oder jetzt – morgens schlägt mein Magen Kapriolen. Er sagt Hallo, er drückt, er meldet sich wie ein Stein im Schuh, ignorierbar, aber nervig.

Das fängt an, wenn ich mich ins Auto setze oder aufs Fahrrad, nimmt zu, wenn ich zu den letzten Kreuzungen, der letzten Ampel komme, das Auto parke, dann ist der Gipfel erreicht. Keine Sorge, erbrochen habe ich mich noch nie.
Die Krönung war früherTM die Sieben-Nächte-Schicht auf der Neugeborenen-Intensiv. Das gab es das Bauchgrummeln vor der Schicht – logisch, aber dann noch einmal in der letzten Stunde von fünf bis sechs in der früh, kurz vor der Ablösung. Die Stunde der Bewährung – wenn jetzt ein Kreißsaaleinsatz anstand (und das kam oft genug vor), konntest Du sicher sein, dass irgendwas schief läuft. Du bist müde, die Kreißsaalschwester ebenso, der Oberarzt hatte kein erweitertes Interesse, um diese Uhrzeit anzurücken. Trotzdem ging es meist glimpflich aus.

Mit dem ersten Patienten am Morgen ist es dann vorbei. Vermutlich erreicht mein Adrenalinspiegel dann das nötige Maß, um meine Magensäure wieder runter zu regulieren (Physiologie war schon immer meine Stärke). Ich denke an etwas anderes, bin eingebunden in den Tagesablauf. So hat das früher mit Klassenarbeiten genauso funktioniert. Ein echtes Blackout kenne ich nicht. Es nervt.

Habe ich Angst vor der Arbeit? Respekt vor dem, was da auf mich zukommt? Hallo, das kenne ich aber schon seit Jahren, große Überraschungen gibt es nicht. Oder sind es die Hormone, die meinen Verstand und Körper auf die nötige Betriebstemperatur bringen? Immerhin sorgt das Bauchgrummeln für einen gewissen „Hallo-wach“-Zustand, völlig verpennt zur Arbeit zu erscheinen ist sicher nicht sinnvoll. Zeitdruck verschlimmert den Zustand übrigens: Verschlafen ist der Horror, außerdem, wenn der normale Tagesablauf am Morgen gestört ist (Kinder krank, fMFA krankgemeldet, Auto kaputt), dann kommt zum Grimmen noch das Flirren und das Heppeln dazu (kann sich jeder mit Sinn füllen, was das denn nun bedeutet).

Alles probiert: Gut frühstücken, nichts frühstücken, Kaffee, Schwarzen Tee, warme Milch, Holunderschnaps, das Bauchgrummeln kam, blieb und ging, wie jeden Tag aufs Neue. Nach all den Jahren habe ich mich nun damit arrangiert und akzeptiert als mein Vegetativum, meinen persönlichen Zwang, meine unangenehme Routine. Da würde mir bestimmt etwas fehlen. Ob ich das mal erlebe?

(c) Bild bei Flickr/Kevin Hackert

Besinnung im alltäglichen Grippewust

Jedes Kind ist speziell, jeder Virus auch, jede Mutter, jeder Vater, jede Familie. Jeder Fieberverlauf nimmt seinen eigenen Gang, jeder Rotz, jeder Husten, jedes Zipperlein. Jede Minute, die Eltern am Bett ihres Kindes verbringen, spät in der Nacht, mit der kühlen Hand auf der heißen Stirn oder massierend über den wehen Bauch. Jede Ohrenweh sind eigen, jedes Halskratzen, jeder müde, flaue und schmerzende Kopf. Jede Stich der Impfung, jede Blutabnahme, jede Sorge, weil vierzig Grad Fieber, jedes Schreien in der Nacht, jede Blähung, jede Kolik, jedes rote Auge. Jeder Schreck am Morgen, wenn die Nase blutet oder das Kind weinend auf der Toilette verbringt, weil der Magen das Frühstück nicht mehr hält.
Jedes Mal scheint der Verlauf gleich, doch jedes Mal ist er neu.
Die Flut der Kinder, die in die Praxis kommen, jede mit dem gleichen oder ähnlichen Wehwehchen, jeder Anruf scheint genauso, jede Frage der fMFA, jede Terminvereinbarung, jede Vertröstung, dass die Praxis erst zum späten Nachmittag einen Termin hat, jedes Bedauern, dass sie womöglich gar keinen Termin mehr anbieten kann.
Bei jedem Türeöffnen, dem hundertsten Mal an diesem Tag, bei jedem Erfragen des Verlaufes, der Symptome und des Befindens bedeutet es, da zu sein, frisch zu sein, interessiert zu sein, wachsam zu sein, zuzuhören, neu zu hören, neu zu tasten, neu zu sehen, abzuwägen, neu zu ordnen und neu und individuell und speziell zu entscheiden, zu beraten und zu verordnen.
Besinne Dich, Doc, auf das tägliche Neuerleben in jeder Familie, bei jedem Kind, bei jedem Patient. Die Menge verklärt den Blick auf das Einzelne. Das Alltägliche Deiner Praxis ist nicht das Alltägliche Deiner Patienten. Dein eigenes Kranksein magst Du vielleicht selbst einordnen in der profanen Grippewelle, wenn Du Dich selbst bei Dir Doktor nennst, aber als Patient bist Du spätestens dann so alltäglich wichtig wie jeder andere auch. Erwartest Du das von Deinem Gegenüber, dann erwarte das auch von Dir. Jeden Tag.

Good vibrations

Es gibt so Tage. Vielleicht zu spät ins Bett gegangen, vielleicht zu früh aufgestanden, also wie jeden Tag, das Auto nicht gefunden, zuviele Berufspendler unterwegs, zuviele rote Ampeln, zuviel Schnee, zu wenig Schnee, Sonne, die blendet, Stress mit Frau oder den Kindern, Du kennst das.

Und dann auffe Arbeit, die ersten Arbeiten, Blutabnahmen meist, gehen in die Hose. Nicht gezielt, nicht getroffen. Nun ist es nicht so einfach, einem Kind Blut abzunehmen, schon klar, aber es gibt schließlich Tage, wo das reibungslos klappt. Aber ich kenne mich schon: Gelingt die erste BA nicht, dann wird’s auch mit der zweiten und dritten nichts, dann hält die fMFA nicht richtig fest, die Mutter jammert zuviel daneben, das Kind kann am wenigsten dazu, das steht fest.

Dann die Untersuchungen. Kommst Du durch die Tür, greint das Kind schon, bevor Du überhaupt etwas sagen konntest. Schüttelt die Mutter schon mit dem Kopf, bevor Du fertig gesprochen hast, beschwert sie sich, obwohl du noch gar nicht gesagt hast, dass es kein Rezept braucht. Dein Kaffee wird kalt sein, wenn Du um 10.30 Uhr das erste Mal dazu kommen solltest, von ihm zu nippen, und die Kekse auf dem Personaltisch sind noch vom letzten Weihnachtsfest.
Du kannst sicher sein, dass das ein Tag ist, an dem die Impfungen falsch aufgezogen werden, an dem die Leute ihre Termine verpassen, oder zumindest zu spät kommen und am Abend die letzten Gespräche sich länger ziehen als sonst. Arzthelferinnen, die Dir genau heute verkünden, dass sie nächste Woche drei Tage zur Generalüberholung ins Krankenhaus müssen, obwohl der MFA-Personalstand sowieso bereits dezimitiert ist. Fehlt nur noch die Kassenärztliche Vereinigung, die genau heute anruft, um Dir zu verkünden, dass die Regressforderung vom letzten Quartal rechtens war. Wer rechnet auch schon Blutzuckerstreifen über Praxisbedarf ab? Ganz zu schweigen vom 150 Euro teuren Adrenalin-Pen, den Du nie benutzen wirst und der nach einem Jahr bereits verfällt. Anderes Thema.
Es gibt so Tage.

Und es gibt solche, an denen immer die Sonne scheint, im Radio hintereinander Deine Lieblingslieder gesungen werden, jedes Kind Dich als lieben Onkel betrachtet und nicht als „der Mann“ (wie Dich die Eltern an den schlechten Tagen immer nennen) und alle Vorsorgen so durchrutschen, wie sich das die Lehrbücher vorstellen, oder die Testzentrale, die ihre Tests mit zwanzig Minuten angeben, nie einberechnet, wie renitent manche Prüflinge sein können.
Heute ist ein guter Tag, good vibrations: Hineinkommen, utzidutzi mit dem Probanden machen, ein Lachen abgreifen, den nächsten Scherz auf den Lippen, Mütter und Väter, die Dir stille lauschen und mit denen du gemeinsam eine Lösung findest. Keine Diskussionen über Impfungen oder Glaubuli, weil Du die Sorgen der Eltern ernst nimmst und sie Dir als informierten Experten vertrauen.

Es sind die Kinder. „Herr Doktor, Du bist mein Doktor.“ Bilder, jeden Tag zehn, die Du geschenkt bekommst. Tage, an denen aus dem Malen ein Kunstwerk wird, aus dem Sprachtest ein Dialog, das Impfen mit zwar verkniffenem Gesicht und versteckter Träne akzeptiert wird. „Danke, Doktor. Mama sagt, Du musst das machen mit dem Pieks, damit ich gesund bleibe. Danke.“
Wegen der Kinder tun mir meine schlechten Tage leid. Da präferiere ich die zweite Kategorie, wer würde das nicht tun?
Es gibt so Tage.

Ich glaube an die Macht der vibrations, der Verbindung zwischen Arzt und Patient, irgendetwas da zwischen Vernunft und Verstand. Empathie oder Connection, ein unsichtbarer Link oder eine Fangschnur, ein Einsammeln der Emotion, eine Schnittmenge zwischen Deinem und meinem Gemütszustand. Das sind schließlich die Tage, an denen Heilung gelingt, Zufriedenheit mit der Arbeit des Arztes.

Jeden Morgen auf der Fahrt bete ich, es möge einer der guten Tage sein. Bis zum Stau gegenüber der Markthalle.

Süßes für den Homöopathie-Freund

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Ich präsentiere: Mein coolstes Weihnachtsgeschenk.

In meinem Freundeskreis ist es bekannt, wie ich zu Globuli und sonstigen Heilpraktikanten-Therapien eingestellt bin.

Umso mehr freute es mich, dass ich dieses Jahr eine wunderschön liebevoll gebastelte Erste-Hilfe-Box geschenkt bekam. Ich möchte sie Dir, meinem Leser, nicht vorenthalten:

Man beachte die künstlerische Anlehnung an die klassischen Taschenapotheken, die gerne an die Eltern verkauft werden. Man beachte das gelehrtensichere Latinum, die praktischen Zusatz-Gadgets wie Beatmungsmaske (extra klein) und mobiler OP-Leuchte.

Ach, ich habe so tolle Freunde. Danke, I.

 

The sun ain’t gonna shine anymore

Langsam hat es ein Ende mit den Nachrufen. 

Anno wasweißich habe ich den Film „Truly madly deeply“ in einem kleinen Kino in London gesehen, ich kurz vor meiner ersten Auslandsfamulatur in England, frisch verliebt und empfänglich für jede Art von Schnulzen im Kino. Traf ich auf den coolsten aller britischen Schauspieler. Alan Rickman. Ob Severus Snape oder Sheriff von Nottingham, gerne auch als Midlife Crisis Man in „Love actually“, diese Rolle mochte ich immer am liebsten: Alan Rickman als verstorbene Liebe des Lebens für Juliet Stevenson. Nun ist er irgendwo in dieser anderen Welt.

The sun ain’t gonna shine anymore:


Und wer den Film komplett sehen will:

Jahresrückblickfragebogen

Sparkler / Wunderkerze III

Nachdem ich letztes Jahr meinen Jahresrückblicktext runtergeschrieben habe, ohne große Korrekturen, ganz aus dem Bauch heraus, nun heute mal etwas Strukturiertes. Der Fragebogen geistert durch diverse Blogs, hier bei Kiki habe ich ihn grad mal wieder entdeckt.

Zugenommen oder abgenommen? Leider zugenommen. Die Vorgaben 2014 nicht umgesetzt, zu wenig Sport getrieben, dafür zuviel und zu gut gegessen. Außerdem bringen die Mitteljahre weniger Grundumsatz mit sich, das ist bekannt.

Haare länger oder kürzer? Kürzer. Zwischenrein sogar mal hyperkurz, dass mich der Sohn als „Räuber“ titulierte, inzwischen wieder Volahiku.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger? Auch hier zeigt sich die mitteljährige Presbyopie, d.h. demnächst kann ich ganz ohne Sehhilfe überleben. Zumindest auf die Ferne. Beim Buchlesen bin ich dafür schon bei zehn Zentimeter angekommen. In der Summe bin ich also kurzsichtiger, auch was die Praxis anging. *Das* habe ich alles nicht kommen sehen.

Mehr bewegt oder weniger? Im Urlaub deutlich mehr (fette Fahrradtour mit der Familie die Elbe ab Dessau abwärts bis zur Kugelbake), während der regenfreien Zeit sogar die fünfzehn Kilometer zur Praxis mit dem Fahrrad gefahren (ok, zweimal wöchentlich…)  – ansonsten weniger. Das Joggen habe ich mangels Motivation beinahe komplett eingestellt, weder Runtastic, noch Musik, noch Hörbücher, noch Podcasts haben mich dazu verleiten können. Neuer An*lauf* 2016.

Zu wenig bewegt aus der Wohlfühlzone – die Flüchtlingsmenschen sind in unserer Gegend kaum angekommen, ein oder zwei Familien in der Praxis, die aber schon bei Verwandten versorgt waren, sonst blieb es noch entspannt. Beeindruckt bin ich von Eltern, die in der mittelgroßen Unterkunft im Ort helfen. Aktuell bewegen wir uns zu wenig. An die Nase fassen.

Der hirnrissigste Plan? Ein zweites Buch zu schreiben.

Die gefährlichste Unternehmung? Ich bin kein Achterbahntyp. Um den Kids eine Freude zu machen, bin ich zweimal in diesem Jahr in so ein Ding gestiegen, bei dem man am Anfang nur wenig nass wird, dann ungefähr zwei Kilometer senkrecht nach oben gezogen wird, um am Ende im freien Fall in ein Wasserbecken zu stürzen. Ziel ist, zu kreischen, völlig durchgenäßt rauszukommen und den Moment ersehnen, wann das vorbei ist. Adrenalinkick war am größten, als es dann tatsächlich vorbei war. Brauche ich nicht.

Die teuerste Anschaffung? Dekadent teurer Urlaub über Pfingsten. Too expensive to be proud of. No comment.

Das leckerste Essen? Hyperhamburger bei Hans im Glück. Und gerade unser Weihnachtsmenü: Orangenschwein mit Klößen und Rotkohl. Yummi.

Das beeindruckendste Buch? Der neue John Irving [Amazon-Werbelink](den ich immer noch nicht durchhabe, mein Inneres möchte nicht, dass er endet), ansonsten gibt es hier noch ein paar.

Der ergreifendste Film? Naja, ergreifend: Der neue Star Wars, auf den habe ich lange genug gewartet. Und welcher Moment der ergreifendste daraus war, wissen die Insider. Toll fand ich auch die Serie Fargo [Amazon-Werbelink], die so gut ist wie der Originalfilm. Ganz Spitze auch: Interstellar  [Amazon Werbelink].

Die beste CD?  Dieses Jahr habe ich mir wissentlich tatsächlich keine CD gekauft. Seit Frühjahr bin ich Spotify-User, teile mir den Account (und die Gebühr) mit der großen Tochter. Entdecke dabei viele alte Sachen, die ich lange nicht mehr gehört hatte, freue mich über die gesamte Beatlesausgabe, die man dort seit jüngst hören kann. Alte Sachen, die ich gerade höre? The Wall, Scorpions, Karl Jenkins The Armed Man. Neue Entdeckung dank meiner Tochter: 21 Pilots.

Das schönste Konzert? Ich hatte auf Bruce Springsteen gehofft, so wurde es doch dieses hier:

Das beste Lied? Bis heute hätte ich keines benennen können, dann stolperte ich bei Buddenbohm über dieses hier – wenn auch älter:

Die meiste Zeit verbracht mit…? … Arbeiten in der Praxis, trivial.

Die schönste Zeit verbracht mit…? … meiner Familie im Urlaub.

Vorherrschendes Gefühl 2015? Pfff.

2015 zum ersten Mal getan? Auf einem Longboard gestanden. 2015 zum letzten Mal getan? Auf einem Longboard gestanden.

2015 nach langer Zeit wieder getan? Mit dem Flugzeug in den Urlaub. Die letzten Jahre beschränkten wir uns auf Europa, Auto, Wandern oder Radfahren. Achja, mal wieder eine Gitarre in die Hand genommen.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen? Die sechs Wochen, in der sich die beste Ehefrau von allen nur auf Krücken bewegen durfte. Der Zustand „Personalwechsel“ in der Praxis. Zahnschmerzen zwei Tage vor Heiligabend.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte? Impfen.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe? Der Urlaub für die Kinder dieses Jahr (siehe oben, teuerste Anschaffung)

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?  Äh, ja, hüstel… dies hier: [Amazon Werbelink]. Und klar: Geduld, Zeit und Liebe.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat? „Du bist mein Arzt.“
Die anderen Dinge sind privat😉

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe? Das liegt nicht in meiner Perspektive.

2015 war in einem Wort…? Vergisses.

Addendum: Was ich noch loswerden wollte? Dass ich hoffe, das Jahr 2016 wird nicht erneut als Krisen-Jahr bezeichnet. Dass wieder mehr Mut und Vertrauen einkehrt in das politische Denken und das Kollektivgewissen. Dass das ewige Jammern über die Zustände in unserem Land endet und diese im größeren Verhältnis gesehen werden. Dass die vorherrschende Einstellung der Menschen hier das der Völkerverständigung und des Willkommens bleibt und nicht dass der Xenophobie. Und: Vergeßt mir die Kinder nicht.

Liebe Blogleser: Ich danke Euch für Eure Treue 2015 und hoffe, dass Ihr Euch auch in Zukunft durch meine Blogbeiträge unterhalten fühlt. Bleibt gesund und drückt Eure Familie ganz fest zum Jahreswechsel.

… stay tuned.

(c) Foto bei Flickr/Christian Schnettelker

#12von12 im Oktober

Hurra, nach langer Hand vorgeplant (also gestern wieder eingefallen), gelang es mir, heute den #12von12-Tag zu zelebrieren. Auf meine alten Tage muß ich mich aber sicherlich davon verabschieden, Gott, ist das aufregend.
Nachdem der September ja einen Sonntag zum 12. machte – und ich ihn verpasste – , hatte ich heute das Glück, dass die fMFA komplett zu einer Fortbildung abrückten. Keine fMFA, keine Patienten für den kinderdok. Welch glückliche Fügung – ein freier Tag, Zeit für Fotos und Familie (für einen größeren Eindruck bitte anklicken).

Dennoch – Aufstehen:

Kinderdok goes Peanuts

Ich kann nicht anders. Und weil ich doch so ein Fan von Charles M. Schulz bin…

Ein wenig verfälscht habe ich das Bild aber doch (meine Ohren sind größer).

  

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