Woanders 

Gefunden hier und da, auch freundlich zugesandt durch Leser, Follower und Tweeter, in jedem Fall spannend zu lesen. Viel Spaß:

Die Süddeutsche setzt sich mit den Risiken auseinander, die eine naturheilkundlich-alternative Behandlung von Kindern mit sich bringen kann. Wir Kinderärzte fürchten auch den alltäglichen Mißbrauch, das Kinder erfahren, wegen jedem Wehwechen ein Glaubulili bekommen zu müssen.

Immer mehr Krankenkassen setzen auf den Marktvorteil “Homöopathie” und verpulvert Geld für eine unwirksame Heilmethode. Panorama berichtet, was das für Ärzte bedeutet: Sie werden für Gespräche fürstlich entlohnt, wenn diese als homöopathische Anamnesen erhoben werden. Die sprechende Medizin fernab der Globuli bleibt außenvor.

Incidental Comics beschäftigt sich gerne mit dem Kampf um die richtigen Worte, das Bücherschreiben, die Literatur. Hier wieder ein wundervolles Beispiel für den nächtlichen Schreibanfall.

Was kann man Eltern umstimmen, die ihre Kinder nicht impfen wollen? Es ist immer noch die Darstellung der impfpräventablen Krankheiten an sich.

Ein wunderbarer Artikel aus der Zeit über den Mythos des Kellers, der mich daran erinnerte, dass der unsrige auch mal wieder eine Generalmobilmachung braucht. Online ist der Artikel im Stil des Scrollytelling erzählt, eine Erzählform, die ich erst durch Buddenbohms Linkliste kennenlernte. Tollstes Beispiel dazu.

Hat Euer Kind auch eine Zahnspange? Vielleicht ohne echten medizinischen Nutzen. Ein Sakrileg unter Kieferorthopäden. Auch ein lustiges Thema: Die Seilschaften zwischen den “Kiefis”, den Orthopäden und – wieder mal – den Osteopathen. Wäre auch mal was für Medizinjournalisten.

Während ich das hier schreibe, läuft im Hintergrund Paris, Texas von Wim Wenders. Zuletzt habe ich den Film in unserem Kommunalen Kino gesehen, da bin ich noch zur Schule gegangen, der Film war gerade ein Jahr alt. Wir saßen im ersten Stock unserer Ortsbibliothek, der Film kam von der Rolle (mit Pause), und wir saßen auf knarzenden Plastikstühlen. Ich bin sicher, ich habe ihn danach nie wieder gesehen. Trotzdem erkenne ich jede Szene wieder. Ganz großes deutsches Kino.

Gelesen im Juli

Wie auch im Juni – der Owen Meany. Da im englischen Original, hat es etwas länger gedauert, ihn zu lesen, dennoch war es, als lese ich den Roman ganz neu, das erste Mal.

A Prayer for Owen Meany von John Irving
Was kann ich noch über das Buch sagen, nachdem ich es nun zum zigsten Mal (aber erstmals im Original) gelesen habe? Vielleicht habe ich es tatsächlich neu entdeckt. Die Religiösität, die dem Buch entspringt, war mir nie so bewußt, obwohl man es in jeder Seite um die Ohren gehauen bekommt. Zu stark empfand ich immer den Charakter von Owen Meany selbst. Noch mehr verstand ich diesmal die vielen Metaphern und Symbole, und auch die Bezüge zur Gegenwart (1987, als das Buch erschien) verstehe ich jetzt besser als früher. Absolut bewundernswert: Irvings Komposition des Romans, seine Rück-, Vor- und Einblendungen, ohne je die Twists des Romanes vorher zu verraten.

In der englischen Kindle-Ausgabe gibt es noch ein schönes Interview mit John Irving, für Fans natürlich lesenswert. Amazon bietet zudem noch einen Guide für Lehrer an. Owen Meany ist in den USA inzwischen Schullektüre, die Aufgaben im A Teacher’s Guide sind sehr interessant, manche Fragen beleuchten Figuren und Ideen, über die ich mir (bisher) keine Gedanken gemacht habe. Wen es interessiert, also die verkappten Englischlehrer unter uns – angucken. Übrigens kostenlos. (5/5)

Die letzte Drachentöterin von Jasper Fforde
(übersetzt von Isabel Bogdan)
Hinein ins Vergnügen. So ab und zu lese ich gerne mal so genannte Jugendbücher, meist heute als “no-ager” oder “crossover” bezeichnet, also geschrieben für ein junges Publikum, aber eigentlich auch für uns Große hübsch lesbar, siehe Harry Potter oder John Green. Im “Drachentöterin” gehts um Jennifer Strange, mal wieder um Magie im Alltag, einer seltsamen Welt zwischen dem heutigen Großbritannien und einer Fabelvision davon, dem letzten Drachen in derselben und wer ihn töten soll. Herrlich lustige Verwicklungen, schnelle Handlungswechsel und ein Schluß, der Lust macht auf mehr (ist nur der Einstieg in eine Reihe von Büchern rund um Jennifer Strange). Fforde schreibt gerne Fortsetzungsbücher, mit Thursday Next bin ich nicht so warm geworden, die Reihe “Grau” hingegen scheint er leider nicht fortzusetzen, deren Debütroman fand ich wirklich gut. “Drachentöterin” jedenfalls — das kann noch sehr lustig werden.
Respekt vor Isabel Bogdan für die Übersetzung – was ist schwerer, als den englischen Humor ins Deutsche zu verpflanzen? So gut! (5/5)

Um Leben und Tod von Henry Marsh
(übersetzt von Katrin Behringer)
Der Kollege Neurochirurg schreibt ein Buch. Das hat mich interessiert und das habe ich auch bekommen: Kapitel für Kapitel ein Bericht aus dem OP-Saal, jeweils betitelt mit Erkrankungen (meist Tumoren) des Gehirns, Innenansichten des bekanntesten Neurochirurgen Englands, inzwischen im Ruhestand. Bei vielen Geschichten musste ich schlucken, verstand die Sicht des Arztes, aber bei keiner so sehr, als Marsh selbst zum Patienten wird.
Dennoch: Das Buch wirkt ein wenig zusammengestückelt, als habe ein Lektor (oder Verleger) ihn aufgefordert, “Mr Marsh, schreibens´e doch mal ein Buch. Tolle Idee: Sie nehmen sich immer einen Patienten und seinen speziellen Tumor und erzählen ein bisschen aus ihrem Leben, na, wäre das was?” Das Buch wird gelobt für die Eigenkritik des Arztes, für die Eingeständnisse der Fehler, die er in seiner Karriere begangen hat, und die jeden Mediziner verfolgen. Diese Passagen sind wichtig und schenken paradoxerweise noch mehr Vertrauen in einen solch erfahrenen Chirurgen. Der Rest sind Geschichten. Mehr nicht. Aber sicher bin ich auch die falsche Zielgruppe. (3/5)

Die Schneekönigin von Michael Cunningham
(übersetzt von Eva Bonné)
Naja. Na gut. Nicht mein Buch. Nicht mein Stil. Die Bilder und Gedanken zu verschwurbelt, die Charaktere für mich zumindest zu wenig identifizabel (urgs…). Irgendwie geht´s um zwei Brüder, die Freundin des einen ist an Krebs erkrankt, spielt in New York, prima. Der eine ist schwul, der andere ein verkappter Rockmusiker. Soviel zum Klischee der New Yorker. Ich bin einfach nicht reingekommen. Da “nur” ausgeliehen hier per Onleihe, zum Glück in der Anschaffung verzeihbar. Lektüre abgebrochen. (1/5)

[Dieser Text enthält so genannte Affiliate Links – siehe Impressum]

Bye bye Pooh

Schade, dass er gestorben ist. So ein sympathischer Typ.
Ich durfte ihm vor zwei Jahren auf der Frankfurter Buchmesse lauschen, als er aus der Autobiographie von Mark Twain im Agora-Zelt gelesen hat. Es gab auch ein Autogramm (nicht von Mark Twain, dafür von ihm [“voc.” 😀].
Bye Pooh.

HaRo 1HaRo

Gelesen (und Gesehen und Gehört) im Mai

Der Marsianer von Andy Weir (übersetzt von Jürgen Langowski)
Hat ein bisschen was von “Apollo 13”, versetzt ins nächste Jahrtausend, in dem der Marsastronaut bei einer missglückten Mission auf der Oberfläche des Planeten zurückgelassen wird. Seine eigenen McGyver-Anstrengungen und die Rettungsaktion der Erde stehen im Mittelpunkt des Buches. Inwiweit die ausführlichen physikalischen und chemischen Ausführungen der Wahrheit entsprechen, kann ich nicht sagen, schlüssig klang das alles schon. Am Ende wird es richtig schön actionmäßig knapp und unglaubwürdig, ein wenig mehr Verzweiflung hätte den Protagonisten zudem nachvollziehbarer gemacht. In jedem Fall *das* Buch der kommenden Raumfahrtgeneration, sehr weitsichtig. (4/5)

Der Tag, als meine Frau einen Mann fand von Sibylle Berg
Frau ist frustriert vom Zusammenleben mit ihrem Ehemann, beide um die fünfzig, da muß der neue Lover her, der am Ende aber enttäuscht, und die Frau erkennt, dass die Ehe, die sie bis dahin führte, doch das Verlässlichere im Leben ist. Sibylle Berg spart nicht mit sexuellen Ausführungen, saftigen Worten und verblüffenden Metaphern, ganz nett zu lesen, aber für mich nicht nachhaltig genug. Weil ich ein Mann bin? (3/5)

Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek von David Whitehouse
(übersetzt von Dorothee Merkel)
Sehr nette Geschichte über einen vernachlässigten Jungen, der sich in die Arme einer alleinerziehenden Mutter flüchtet und mit dieser und ihrer (autistischen, jeder braucht eine Geschichte) Tochter in einem gestohlenen Bücherbus quer durch England flüchtet. Sehr schön geschrieben, kein wirklicher Roman für alle Generationen, da teils sehr heftige Ausbrüche des Jungen. Aber insgesamt sehr spannend konstruiert mit echten Cliffhangern. Achja, ein ungerecht verfolgter Mörder und ein Schloß mit Zoo in Schottland kommt auch noch drin vor. Wem das nicht genug Abstrusitäten sind – es gibt noch ein paar. (4/5)

Alles über Sally von Arno Geiger
Frau ist frustriert vom Zusammenleben mit ihrem Ehemann, beide um die fünfzig, da muß der neue Lover her, der am Ende aber enttäuscht, und die Frau erkennt, dass die Ehe, die sie bis dahin führte, doch das Verlässlichere im Leben ist. Arno Geiger beschreibt das Ehepaar nüchterner und alltäglicher als Sibylle Berg (s.o.), keine Ahnung, warum ich gerade solche Bücher lesen muß. Jetzt habe ich genug davon. Sprache schön, Story teils zu ausufernd, Überblätterfaktor hoch (3/5).

Ein anderes Highlight dieses Monats: Game of Thrones – Staffeln 1-4 
Die Frau des Hauses meinte, es sei mal Zeit, die GoT-Staffeln an einem Stück zu sehen, also denn. Da ich die dritte und vierte noch gar nicht kannte (die Bücher sowieso nicht, die sind mir zu dick), gönnten wir uns die ca. 40 Folgen in knapp zwei Wochen, allabendlich. Da läuft man wenigstens nicht Gefahr, sinnlos im Fernsehen herumzuzappen. Bewertung ist klar, für Fans volle Punktzahl, für alle anderen kein Verlust, sie nicht zu sehen. (5/5)

Zum Hörbuchhören kam ich im Mai nicht, stattdessen habe ich dies für mich entdeckt: Sanft und Sorgfältig, eine Radiosendung und Podcast von Olli Schulz und Jan Böhmermann
Gewöhnungsbedürftig, diese Radiosendung von Schulz und Böhmermann, Kultstatus bei allen Pro7- und NeoMagazin-Sehern. Die beiden quatschen zu allem und nichts, ziehen eine Zote nach der anderen, ein loses Thema soll der einzelnen Sendung einen roten Faden geben, unterscheiden kann man die Sendungen aber dennoch kaum. Mit Gästen wie Peter Fox oder Matthias Brandt (also: maulfauler Starschauspieler trifft auf Quasselstrippen) gibts dezente Abwechslung. Ich höre die Sendung zeitversetzt als Podcast im Auto, leider ist dieser dann ohne Musikpausen, was bei den annoncierten Songs seeehr schade ist. Kultsendung bedeutet, man bekommt kaum genug davon, das war es aber auch schon. Ich bleib trotzdem dran. (4/5)

(Ich habe keine Ahnung, warum die Bücherlinks momentan nicht immer das Titelblatt des Buches zeigen, irgendein Bug der Affiliate links)

Liebster Award – gleich dreimal!

Auf diese Auszeichnung gibt es zwei Reaktionen: “Achnöö, auf Kettenbriefe stehe ich nicht so sehr” und “Yeah, supi, Danke vielmals für die Auszeichnung”.

Also daher, von mir: Mit vielen Wünschen an Ulrike BehlHeidi und Sonja von TrennungmitKind: “Yeah, supi, Danke vielmals für die Auszeichnung, auf Kettenbriefe stehe ich zwar nicht so sehr, aber dennoch…”

Wer das Prinzip des “Liebster Award” noch nicht kennt: Erhält man diese Auszeichnung, so wird erwartet, dass man dem auszeichnenden Blog dankt, die gestellten Fragen beantwortet, wiederum ein oder mehrere Blogs nominiert und diesen Fragen stellt. Die Idee ist, junge und unbekannte Blogs ins Gespräch zu bringen. Das ehrt mich alten Knacker natürlich (wir begehen dieses Jahr den neunten Geburtstag…)
Nennt sich Vernetzung, Internet, weeßte? Oder modern: virales Marketing. Spread the word.

Hier die Fragen von Ulrike:

Wie bist Du zum Bloggen gekommen?
Einfach angefangen zu schreiben, ich kannte noch kaum einen Blog, dann selbst Blog eingerichtet (damals noch bei Myblog), dann für mich und das Nirwana geplappert. Der Hype kam erst mit den Kommentaren der Leser.

Für wen ist Dein Blog lesenswert, und wer darf ihn keinesfalls entdecken?
Lesenswert ist er für alle Kinderaffine: Eltern, Lehrer, Erzieher, Jugendliche usw., natürlich auch Kollegen, Krankenschwestern fürs Medizinische. Keinesfalls entdecken sollte ihn mein ehemaliger Chef, der würde nur den Kopf schütteln über so wenig Selbstsicherheit :-)

Welches Herzensthema zieht sich durch Deinen Blog?
Das Wiedererlangen der Gelassenheit und des Humors im Umgang mit Kindern.

Was war die allerschlimmste Situation, in der Du je gebloggt hast?

Im Urlaub unter GSM-Verbindung am Uralt-Smartphone.

Welche Tipps hast Du für Blogger-Newbies?
Schreibt regelmäßig. Lest, was Ihr schreibt, bevor Ihr es postet. Kommentiert bei anderen, aber schreibt nicht ständig “Schau doch mal bei mir rein”, das schreckt nur ab. Habe einen langen Atem und versuche nicht, zu kopieren.

Was brauchst Du un-un-unbedingt, um zu bloggen?
Meine Arbeit in der Praxis.

Was müsste passieren, damit Du zu bloggen aufhörst?
Abschaffung des Internets?

Vervollständige diesen Satz: Bloggen ist für mich…
… Erlebtes zu ventilieren.

Welches Ziel verfolgst Du mit Deinem Blog?
Keines.

Was Du schon immer sagen wolltest…
“Glauben Sie mir, Ihr Kind ist kerngesund. Sie brauchen keinen Arzt.”

Welche Frage würdest Du gern beantworten, die ich Dir nicht gestellt habe?
“Was ist Dein Lieblingstier?” ;-)

Hier die Fragen von Heidi (danke, nur fünf Fragen…):

Bloggen – ein Hobby, eine Berufung, ein zweites Standbein oder eher Therapie?
Therapie

Wie hoch ist der gefühlte (oder messbare?) Anteil an “Helikoptereltern” in der Praxis?
Unter einem Prozent

Ist man als Kinderarzt bei den eigenen Kindern im Krankheitsfall besonders entspannt oder kommt einem zuviel Wissen um alle möglichen Eventualitäten in die Quere?

Eher indolent als entspannt. Zitat meiner Frau: “Du bist doch hier der Arzt, was hat sie denn jetzt?”

Gibt es ein Geheimnis, wie man mit eigener Praxis und Familie Zeit zum breit gefächerten Lesen und Bloggen findet? Fällt dabei etwas anderes bewusst unter den Tisch?
Evernote und Pocket nutzen
Erst bloggen, wenn der Kopf frei ist
Die “Planen”-Funktion von WordPress nutzen

In einem Satz: was sollten alle Eltern wissen?
Kinder werden meist ohne Ärzte gesund.

… und die Fragen von Sonja:

Wenn Dir vor 10 Jahren jemand gesagt hätte “In 10 Jahren bist du Blogger”, was hättest du geantwortet?
Können wir das auf “9 Jahre” kürzen? Dann hätte ich geantwortet: Bin ich schon. Vor zehn Jahren hatte ich noch keinen Plan vom Bloggen. Die Entscheidung fiel sehr schnell, nach dem ich ein paar Blogs gelesen hatte.

Was hat dich an deinen oder bezüglich deiner Leser am meisten überrascht?
Dass sie doch recht souveräne Eltern sind. Wenn wir von den Eltern unter den Lesern sprechen. Bei den anderen: Dass mir viele so lange treu sind.

Was war der glücklichste Zufall deines bisherigen Lebens?
Als meine Frau die gleiche Veranstaltung besuchte wie ich damals. Wir kannten uns vorher bereits vom Sehen, aber da haben wir uns wirklich beschnuppert.

Wenn du heute deinen Blog noch einmal ganz neu starten würdest – was würdest du anders machen?
Eigentlich nichts. Ich hätte direkt bei wordpress.com begonnen. Das kannte ich 2006 noch nicht.

Hast du einen “Traum”?
To many to mention.

Angenommen morgen würde das Internet abgeschaltet – was würdest du tun?
Mehr Bücher lesen und schreiben.

Was hat dich im Internet bisher am meisten geärgert?
Die Skrupellosigkeit mancher Nachrichten und Multiplikatoren (siehe die Namensveröffentlichung des Germanwings-Piloten).

Die Welt wäre ein besserer Ort, wenn…?
… es keine Waffen gäbe (Da bin ich ein alter Kriegsdienstverweigerer. Wenn ich die Geschichten über den unsäglichen Waffenbesitz in den USA, den Amokläufen und Unglücksfällen lese, die verhindert werden könnten, wenn es weniger Waffen im Privatbesitz gäbe…)

Welche Jahreszeit liegt dir am meisten und warum?
Altweibersommer. Noch warm und schöne Farben.

Gab es ein alternatives Thema, über das du gerne bloggen würdest oder gebloggt hättest?
Bücher.

Dein Blog in 5 Jahren…?
Ich hoffe, noch bestehend. Hoffentlich mit einer weiterhin interessierten Leserschaft und Blogpostideen meinerseits.

———
So, das war´s ja schon, und hat auch gar nicht weh getan. 

Wobei ich versage, streike, keine Muße zeige: Meinerseits diesen oder jenen Blog zu nominieren. Nicht, dass ich nicht genügend Blogs in meinem Feedreader hätte, die ich ausgesprochen gut finde und tagtäglich genieße, aber a) sind diese in der Regel bereits (teils mehrmals) nominiert worden und b) fallen mir beim besten Willen nicht so gute Fragen ein, wie die oben gestellten. Daher, liebe Mitblogger, fühlt Euch alle “allerliebst” nominiert, und rechts außen in der Spalte seht Ihr eine Auswahl der Blogs, denen ich aktuell folge.

Kurzer Dank

… an die liebe Pharmama, für das freundliche Geschenk aus meiner A.-Wunschliste, noch zum Tag des Buches. Dir, liebe Pharmama, Dank für die steten Geschichten und Inspirationen zum Bloggen. Stay tuned!

PS Pharmama hat auch ein Buch

  

#12von12 im Mai

Der Tag in Bildern – es beginnt mit dem Mittagessen, weil ich vorher mal wieder nicht gecheckt habe, dass 12von12 Tag ist. Die liebe Nessy hat es “mir gesteckt” via Twitter.

Gelesen im März

Joyland von Stephen King
(Deutsch von Hannes Riffel)
Stephen King ist ein Phänomen: Seit Jahrzehnten erfolgreich, geliebt von den einen, gemieden von den anderen. Seine Fans sehen in ihm einen angehenden Nobelpreisträger, seine Gegner einen geschickt vermarkteten Groschenromanschreiber. Nachdem er mit Mr. Mercedes vor kurzem einen waschechten Thriller hinlegte (ohne Horror), kommt mit “Joyland” ein Krimi daher (ohne Horror). Die Geschichten sind allesamt nicht sonderlich sophisticated, aber den Thrill, den Spannungsbogen kann keiner so gut, wie Stephen. Man muß ja nicht seine Schocker lesen, aber seine “braven” Romane und Geschichten sind feinste Erzählliteratur. Ich lausche gerade “Revival”, dem allerneuesten Buch von ihm – nächsten Monat mehr davon. (5/5)

Von Männern, die keine Frauen haben von Haruki Murakami
(Deutsch von Ursula Gräfe)
Murakami wird gehypet, keine Frage. Seine Romane verkaufen sich weltweit wie geschnitten Brot, es ist chic, ihn als ewigen Nobelpreisaspirant zu bezeichnen (geht mir auch so). Mit den vorliegenden Geschichten tat ich mich jedoch etwas schwer. Klar, die üblichen schrägen Typen mit schrägen Ansichten, vor allem, was das Sexuelle angeht – das kennt man von Murakami. In vielen seiner Romane tauchen diese kurzen Geschichten auf. Trotzdem bleibt diesmal nicht viel “hängen”. Ein paar nette Ideen, ja, wie immer auch vorzüglich erzählt, aber mehr? Ich hoffe, Herr Murakami hat diese Geschichtensammlung nur dem Hype zuliebe veröffentlicht. Seine Romane sind mir lieber, weil verworrener und beglückender in der Auflösung. (3/5)

Die Straße von Cormac MacCarthy
(Deutsch von Nikolaus Stingl, Gelesen von Christian Brückner)
Weltliteratur. Simply as that. Unfuckingfassbar gut geschrieben, Metaphern zum Zungeschnalzen, biblische Symbolik und bedrückende Angstathmosphäre. Ganz großes Kopfkino dank Christian Brückner, den ich nur hören will (sein schauspielerisches und interviewtechnisches Können sind miserabel), der ein wenig scheitert an den Timbres der einzelnen (wenigen) Figuren, das kann David Nathan (siehe King) besser.
“Die Straße” gibts auch als Film, da bin ich noch gespannt drauf. Als Roman (jedenfalls in Hörbuchform) gibts eine (6/5)

Gestern Nacht im Taxi von Sascha Bors
Davon hatten wir´s schon vor einer Woche – lesenswert (4/5).

Der Araber von morgen von Riad Sattouf
(Deutsch von Andreas Platthaus)
Eine Graphic novel, der erste Teil, über den jungen Riad, der als Sohn einer Französin und eines Syrers hin- und herwandelt zwischen Paris und Libyen, Syrien und dem Irak, zwischen den Welten. Extrem gut eingefangen die Sichtweise des Kindes, authentisch heißt das wohl, angenehm und lustig gezeichnet in einem ganz eigenen Stil. Sattouf hat auch ein Buch über seine Beschneidung gemalt – habe ich vor einiger Zeit mal gelesen, genau der gleiche entwaffnende Witz. Vom “Araber” gibt es bald einen zweiten Teil, ich werde ihn sicher lesen. (5/5)

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Zwei runde Gitarrenhelden (o.T.)

Für Eric Clapton – 70:
(Platz 2 der besten Gitarristen der Welt)

Für Angus Young – 60:
(Platz 24)

Bonus:

Pre-Gelesen: Taxi! Taxi!

Diese Kolumne kommt eigentlich erst am Anfang des Monats, aber dem Buch “Gestern Nacht im Taxi” möchte ich gerne ein Extra Posting widmen, denn Sascha Bors, Blogkollege und Taxifahrer, hat was geschrieben (schon das zweite, nicht wahr?), anlehnend und erweiternd zu seinem ebenfalls sehr lesenswerten Blog “Gestern nacht im Taxi” (Achtung! Gleicher Titel! Manche Verlage können´s eben…).

Nun stehe ich sowieso sehr auf Berufsblogs. Auch wenn´s nur ein eingeschränkter Blick “aufs Janze” ist und nicht aus dem vollen Leben schöpft, wie die zahlreichen Mutti-, Privat- und Familienblogs, so bieten sie mir doch Einsicht in das, was die anderen da so machen. (… “Was machen die da?”, ein Teil von Buddenbohms und Frau Bogdans Werk, auch so was Nettes, da schon mal reingeschaut, wirklich spannend… aber das führt jetzt zu weit…).

Ich habe schon bei Buchhändlern reingeschaut, bei Anwälten, Leichenbestattern und natürlich den vielen Medizinern und Rettungsleuten, die sich in der Blogosphäre tummeln. Es gibt wohl noch mehr Taxiblogs, ich hänge aber nur bei Sash fest, dazu schreibt er von allen am regelmäßigsten und auch am lustigsten. Eine “good attitude” hat er außerdem noch, ist auch wichtig.

Im Buch nach dem Blog breitet er sich genüßlich weiter aus, wie sich das fürs Prosahafte außerhalb des Bloggens auch gehört: Jedes Kapitel gibt sich ganz einem Thema hin (Kohle, Kotzen, Pärchen :-)), er lässt seine Fahrgäste auf- und abmarschieren, also ein- und aussteigen und den Leser teilhaben an dem kleinen Mikrokosmos Taxi. Ich fand das Lesen sehr unterhaltsam, gönnte mir die letzten Abende je ein Kapitel – obwohl sich das Buch auch gut zum Rein- und Festlesen eignet, da kommts nicht so auf die Reihenfolge an. Ich habe viel erfahren: Über die Taxi-“fackel”, übers Trinkgeld, überhaupt das Verdienen als Taxifahrer, über Platzprobleme, Sarrazins Welt, Zechpreller und Sprachprobleme. Sash räumt auf mit Vorurteilen gegenüber dem Taxigewerbe, gibt aber freimütig zu, dass manche Gerüchte über schwarze Schafe auch ihre Berechtigung haben (naja, dumme Kollegen gibt es überall, oder?).

Ich fahre selbst selten mit dem Taxi, ergibt sich hier auf dem Lande nicht so. Außerdem knausere ich tatsächlich mit dem Geld, obwohl ich die Rechnung seit diesem Buch etwas anders sehe: Schließlich sind in einer Großstadt Taxen stets verfügbar, das kostet, schließlich holen und bringen sie Dich direkt vom Start zum Ziel, ein geldwerter Vorteil. Und die paar Male nach dem Nachtdienst oder dem Rockkonzert, in denen ich eine Taxe genommen habe (ach doch, da noch im Urlaub, weißte noch, mit dem vielen Gepäck…?), fand ich es immer angenehm bequem und kommunikativ. Sascha, wenn Du was erreicht hast mit diesem Buch, dann, dass kinderdok mal häufiger mit Euch mitfährt. Jedenfalls demnächst in Berlin.

Gestern Nacht im Taxi von Sascha Bors, erschienen 2015 bei emons:

PS an Sascha: Aber “Taxi” mit dem unvergleichlichen Andy Kaufman kennst Du auch, oder? Kam kurz auch im deutschen Fernsehen – und wird in “Man on the Moon” von Milos Forman gefeatured. Hier.

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