Ernste Einsichten aus Exeter


Wer Edzard Ernst nicht kennt: Er war bis zu seiner Emeritierung Leiter des ersten Institutes für Alternativmedizin (an der Universität in Exeter), eckte mit seinen Erkenntnissen, dass die meisten untersuchten Verfahren über die Wirkung eines Placebo-Effektes nicht hinausgehen (z.B. Homöopathie oder Akupunktur), sehr an und versteht sich nun via Blog und Twitter als Mahner und Erinnerer auf diesem Feld. Der ewige Skeptiker.

Nazis, Nadeln und Intrigen” ist seine Autobiographie. Primär vielleicht gedacht als Bericht aus dem Institut, vom Streit um die kritischen Erkenntnisse – immerhin nimmt dies über 50% des Buches ein – , beginnt es jedoch in früher Kindheit, berichtet von seinen Eltern, seiner Schulzeit, dem Medizinstudium und den ersten Anstellungen an verschiedenen Kliniken.

Schließlich führt seine eigentliche Berufung, die Forschung, Edzard Ernst über Wien nach Exeter, wo er eben da mit der Erforschung verschiedenster Alternativverfahren beauftragt wird. Das haben sich die Uni-Väter vielleicht anders vorgestellt, vielleicht auch die Stiftungsgeber: Ernst verstand seine Arbeit nicht als Feigenblatt zur Etablierung der Heilverfahren (allen voran der Homöopathie, welche in England einen hohen Stellenwert hat), sondern sah als korrekter Wissenschaftler, der Geistheilungen, Akupunktur und Globuli strengen (doppelverblindeten und randomisierten) Studienauflagen unterwarf. Anfangs unterstützt durch die Naturheiler (die Geistheiler waren Teil des erarbeitenden Forschungsteams) distanzierte sich das “Naturestablishment” immer mehr von ihm, als offensichtlich wurde, dass die Ergebnisse nicht in deren Interesse war. Alles gipfelt in öffentlichen Anfeindungen und einer persönlichen Fehde zwischen Edzard Ernst und dem britischen Thronfolger Prinz Charles, einem Verfechter der Naturheilkunde im Königreich.

Die Nazis auf dem Titelblatt mögen der Vermarktung in Deutschland geschuldet sein, immerhin reflektiert Ernst die bekannten Strömungen der “Germanischen Medizin”, das Heilpraktikergesetz datierend aus dem Dritten Reich und die Goutierung der Homöpathie während der Nazi-Zeit. Er veröffentlichte auf kritische Schriften zur Verflechtung der Wiener Universität mit dem Naziregime. Edzard Ernst sieht sich selbstkritisch als sturer Kopf, seine Vitae verschweigt nicht, dass er Probleme hat mit Autoritäten und Gängelung, mit Intrigen und Manipulation. Dabei hält er sich gentlemanlike noch vornehm zurück, ganz der Wissenschaftsprofi. Lediglich im Kernkapitel “Wunderland” (Originaltitel des Buches: “A Scientist in Wonderland“) räumt er ordentlich auf mit den falschen Heilsversprechen der Alternativerfahren, der unwissenschaftlichen Erarbeitung von Studienergebnissen, falscher Anekdoten-Medizin und der Gefahr unterlassener adäquater Therapie. Ein Behandlungsverfahren ist nicht alleine deswegen “effektiv, weil Millionen von Menschen sie anwenden.” Da wird er deutlich und unbequem.

Zitate:
“Wenn es darum geht, zu verstehen, wie verletzlich ein Patient ist, gibt es keine hilfreichere Erfahrung für einen Arzt in spe, als selbst zum Patienten zu werden.”
“Der entscheidende Punkt einer guten klinischen Studie muss es sein, ein verlässliches Ergebnis in Bezug auf die Therapie selbst zu produzieren.”
“Dieses Wissen [dass eine Behandlungsmethode nicht wirkt] versetzt Mediziner … in die Lage, die knappen Ressourcen des Gesundheitssektors jenen Therapien zukommen zu lassen, die nachweislich wirken, statt Zeit und Geld auf jene zu verwenden, die es nachweislich nicht tun.”
“Dabei folgten wir dem Grundsatz, dass es so etwas wie Alternativmedizin gar nicht gibt, sondern lediglich Behandlungsformen, die funktionieren, während jene, die es nicht tun, schlicht und ergreifend Quacksalberei sind.”
“…, die Verwendung von Placebotherapien bedeutet, den Patienten um etwas zu betrügen, das entscheidend zu seiner Gesundung beitragen würde. Und das ist zweifellos unethisch und potentiell gefährlich.”

Fazit:
Das Buch liest sich gut, es hat das ausreichende Maß an wissenschaftlichem Background und populärwissenschaftlicher Diktion – ich habe es in drei oder vier Abenden verschlungen. Es kann als Einstieg in die kritische Auseinandersetzung mit den alternativen Behandlungsverfahren dienen, Kritiker werden jedoch Edzard Ernst die Integrität nicht abnehmen. Es ist immer eine Frage der Perspektive, und kein Diskutant im Streit um Naturheilverfahren bringt die ausreichende Objektivität mit, die Edzard Ernst so einfordert.

Ich fand seine Ansichten, Ideen und Erkenntnisse schlüssig und entlarvend, dabei angenehm unaufgeregt, weil glasklar analytisch. Ein gutes Sachbuch, dem man beim heutigen Zeitgeist, wo viele Patienten Heilung in mystischen Verfahren suchen, viele Leser wünscht.

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Serviceblog: Buchverlosung! (Teaser)

Ich bin dieses Jahr wieder dabei, wenn Blogger Lesefreude schenken. Für alle Leser, dieses Blogs, aber vor allem schöner Bücher, verlose ich in der Zeit der Aktion “Blogger schenken Lesefreude” vom 20.4. bis 23.4. folgende Bücher:

Die Unperfekten von Tom Rachman
Chill mal, Frau Freitag von Frau Freitag
Libellensommer von Antje Babendererde
Die dunklen Gassen des Himmels von Tad Williams

Was tun? Du musst nur am 20.4. wiederkehren und Deine E-mail-Adresse und den Buchwunsch in der Kommentatorenliste hinterlassen. Genauere Bedingungen folgen dann. Das hier ist nur der Teaser.
Viel Spaß, und… schau ruhig in der offiziellen Homepage vorbei, da gibt’s noch mehr zu entdecken.
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Gelesen im März

Joyland von Stephen King
(Deutsch von Hannes Riffel)
Stephen King ist ein Phänomen: Seit Jahrzehnten erfolgreich, geliebt von den einen, gemieden von den anderen. Seine Fans sehen in ihm einen angehenden Nobelpreisträger, seine Gegner einen geschickt vermarkteten Groschenromanschreiber. Nachdem er mit Mr. Mercedes vor kurzem einen waschechten Thriller hinlegte (ohne Horror), kommt mit “Joyland” ein Krimi daher (ohne Horror). Die Geschichten sind allesamt nicht sonderlich sophisticated, aber den Thrill, den Spannungsbogen kann keiner so gut, wie Stephen. Man muß ja nicht seine Schocker lesen, aber seine “braven” Romane und Geschichten sind feinste Erzählliteratur. Ich lausche gerade “Revival”, dem allerneuesten Buch von ihm – nächsten Monat mehr davon. (5/5)

Von Männern, die keine Frauen haben von Haruki Murakami
(Deutsch von Ursula Gräfe)
Murakami wird gehypet, keine Frage. Seine Romane verkaufen sich weltweit wie geschnitten Brot, es ist chic, ihn als ewigen Nobelpreisaspirant zu bezeichnen (geht mir auch so). Mit den vorliegenden Geschichten tat ich mich jedoch etwas schwer. Klar, die üblichen schrägen Typen mit schrägen Ansichten, vor allem, was das Sexuelle angeht – das kennt man von Murakami. In vielen seiner Romane tauchen diese kurzen Geschichten auf. Trotzdem bleibt diesmal nicht viel “hängen”. Ein paar nette Ideen, ja, wie immer auch vorzüglich erzählt, aber mehr? Ich hoffe, Herr Murakami hat diese Geschichtensammlung nur dem Hype zuliebe veröffentlicht. Seine Romane sind mir lieber, weil verworrener und beglückender in der Auflösung. (3/5)

Die Straße von Cormac MacCarthy
(Deutsch von Nikolaus Stingl, Gelesen von Christian Brückner)
Weltliteratur. Simply as that. Unfuckingfassbar gut geschrieben, Metaphern zum Zungeschnalzen, biblische Symbolik und bedrückende Angstathmosphäre. Ganz großes Kopfkino dank Christian Brückner, den ich nur hören will (sein schauspielerisches und interviewtechnisches Können sind miserabel), der ein wenig scheitert an den Timbres der einzelnen (wenigen) Figuren, das kann David Nathan (siehe King) besser.
“Die Straße” gibts auch als Film, da bin ich noch gespannt drauf. Als Roman (jedenfalls in Hörbuchform) gibts eine (6/5)

Gestern Nacht im Taxi von Sascha Bors
Davon hatten wir´s schon vor einer Woche – lesenswert (4/5).

Der Araber von morgen von Riad Sattouf
(Deutsch von Andreas Platthaus)
Eine Graphic novel, der erste Teil, über den jungen Riad, der als Sohn einer Französin und eines Syrers hin- und herwandelt zwischen Paris und Libyen, Syrien und dem Irak, zwischen den Welten. Extrem gut eingefangen die Sichtweise des Kindes, authentisch heißt das wohl, angenehm und lustig gezeichnet in einem ganz eigenen Stil. Sattouf hat auch ein Buch über seine Beschneidung gemalt – habe ich vor einiger Zeit mal gelesen, genau der gleiche entwaffnende Witz. Vom “Araber” gibt es bald einen zweiten Teil, ich werde ihn sicher lesen. (5/5)

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Pre-Gelesen: Taxi! Taxi!

Diese Kolumne kommt eigentlich erst am Anfang des Monats, aber dem Buch “Gestern Nacht im Taxi” möchte ich gerne ein Extra Posting widmen, denn Sascha Bors, Blogkollege und Taxifahrer, hat was geschrieben (schon das zweite, nicht wahr?), anlehnend und erweiternd zu seinem ebenfalls sehr lesenswerten Blog “Gestern nacht im Taxi” (Achtung! Gleicher Titel! Manche Verlage können´s eben…).

Nun stehe ich sowieso sehr auf Berufsblogs. Auch wenn´s nur ein eingeschränkter Blick “aufs Janze” ist und nicht aus dem vollen Leben schöpft, wie die zahlreichen Mutti-, Privat- und Familienblogs, so bieten sie mir doch Einsicht in das, was die anderen da so machen. (… “Was machen die da?”, ein Teil von Buddenbohms und Frau Bogdans Werk, auch so was Nettes, da schon mal reingeschaut, wirklich spannend… aber das führt jetzt zu weit…).

Ich habe schon bei Buchhändlern reingeschaut, bei Anwälten, Leichenbestattern und natürlich den vielen Medizinern und Rettungsleuten, die sich in der Blogosphäre tummeln. Es gibt wohl noch mehr Taxiblogs, ich hänge aber nur bei Sash fest, dazu schreibt er von allen am regelmäßigsten und auch am lustigsten. Eine “good attitude” hat er außerdem noch, ist auch wichtig.

Im Buch nach dem Blog breitet er sich genüßlich weiter aus, wie sich das fürs Prosahafte außerhalb des Bloggens auch gehört: Jedes Kapitel gibt sich ganz einem Thema hin (Kohle, Kotzen, Pärchen :-)), er lässt seine Fahrgäste auf- und abmarschieren, also ein- und aussteigen und den Leser teilhaben an dem kleinen Mikrokosmos Taxi. Ich fand das Lesen sehr unterhaltsam, gönnte mir die letzten Abende je ein Kapitel – obwohl sich das Buch auch gut zum Rein- und Festlesen eignet, da kommts nicht so auf die Reihenfolge an. Ich habe viel erfahren: Über die Taxi-“fackel”, übers Trinkgeld, überhaupt das Verdienen als Taxifahrer, über Platzprobleme, Sarrazins Welt, Zechpreller und Sprachprobleme. Sash räumt auf mit Vorurteilen gegenüber dem Taxigewerbe, gibt aber freimütig zu, dass manche Gerüchte über schwarze Schafe auch ihre Berechtigung haben (naja, dumme Kollegen gibt es überall, oder?).

Ich fahre selbst selten mit dem Taxi, ergibt sich hier auf dem Lande nicht so. Außerdem knausere ich tatsächlich mit dem Geld, obwohl ich die Rechnung seit diesem Buch etwas anders sehe: Schließlich sind in einer Großstadt Taxen stets verfügbar, das kostet, schließlich holen und bringen sie Dich direkt vom Start zum Ziel, ein geldwerter Vorteil. Und die paar Male nach dem Nachtdienst oder dem Rockkonzert, in denen ich eine Taxe genommen habe (ach doch, da noch im Urlaub, weißte noch, mit dem vielen Gepäck…?), fand ich es immer angenehm bequem und kommunikativ. Sascha, wenn Du was erreicht hast mit diesem Buch, dann, dass kinderdok mal häufiger mit Euch mitfährt. Jedenfalls demnächst in Berlin.

Gestern Nacht im Taxi von Sascha Bors, erschienen 2015 bei emons:

PS an Sascha: Aber “Taxi” mit dem unvergleichlichen Andy Kaufman kennst Du auch, oder? Kam kurz auch im deutschen Fernsehen – und wird in “Man on the Moon” von Milos Forman gefeatured. Hier.

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Gelesen im Februar

Kindeswohl
von Ian McEwan (übersetzt von Werner Schmitz)
Einer meiner großen Favoriten: Ian McEwan. Nicht alle Bücher haben Nobelpreisreife, aber McEwans Sprache ist so dicht, metaphorisch und lyrisch, dass ich stets in Schwärmen kommen. Dabei bedient er in verschiedenen Sujets (Kriegsromanen, Zukunftsvisionen, Familiendramen, Beziehungsgeflechte, Thriller) das gleiche Thema: Eine vermeintliche bürgerliche Idylle wird durch ein oder zwei Wendungen aus der Bahn geworfen. Hier ist es die Familienrichterin Fiona, die eigentlich ihre eigene zerrüttete Ehe aufarbeitet, sich aber aus Berufsgründen mit ganz anderen Beziehungen auseinandersetzen muß. Ein Plot hinter dem Plot, ein starker jugendlicher Gegenpart zu der älteren Protagonistin und nebenbei die Arbeit einer Familienrichterin in England – sicher penibel recherchiert vom großen McEwan. (5/5)

Das große Hobbit-Buch: Der komplette Text mit Kommentaren und Bildern
von J.R.R. Tolkien, herausgegeben von Douglas Anderson
Doch doch, ich bin ein großer Herr-der-Ringe-Fan, habe quasi über Tolkien promoviert und freue mich auch über die Jacksonschen Filme. Aus dem Anlass der Hobbit-Reihe im Kino habe ich mir daher den Roman neu gekauft. Diese wunderschöne Ausgabe des deutschen Tolkien-Verlages Klett-Cotta versammelt ganz viele Materialien zu dem unterschätzten Vorläufer des Herrn der Ringe – Illustrationen aus den internationalen Ausgaben und zig Fußnoten, die die Komplexität des Werkes unterstreichen. Das macht die eigentliche Lektüre etwas schwierig, aber – man kennt´s ja schon. (4/5)

Ich bleibe hier
von Catherine Ryan Hyde (übersetzt von Marion Plath)
Das habe ich mir über KindleUnlimited als Leih-Ebook auf meinen Kindle gezogen, einfach , weil es auf der Bestsellerliste dort ganz oben stand. Es hat sich gelohnt. Kein tiefgreifend schöngeistiges Werk, aber eine herzerwärmende Geschichte über ein kleines Mädchen, dass durch seine Nachbarn im Mietshaus in Obhut genommen wird, weil ihre eigene Mutter zugekifft in der Wohnung vegetiert. Geschrieben ist das Buch in zwei Perspektiven: Aus Sicht des Mädchens und aus Sicht des Nachbarn Billy, dem schwulen Broadway-Tänzer, der seit Jahren wegen Agarophobie nicht mehr aus dem Haus gegangen ist. Das gibt der Sache zusätzlichen Reiz. Ein Frauen-Buch? Ja. (4/5)

What if?
von Randall Munroe (deutsch von Ralf Pannowitsch)
Oh, ein Sachbuch. Ja, die lese ich wenige, vor allem, wenn sie sich nicht gerade mit Kinderheilkunde beschäftigen. Aber dieses hat mich sehr interessiert, da vom XKCD-Macher Randall Munroe geschrieben. Allgemein bekannt: Munroe versucht, interessante “Was wäre, wenn”-Fragen wissenschaftlich aufzuarbeiten. Aufgelockert und erstaunlich gut ergänzt wird das ganze durch seine berühmten Strichmännchen. Ich habe nicht alles am Ende kapiert, konnte nicht allem Science-Geschwurbel folgen, aber lustig ist´s allemal, vor allem – ganz “Mythbuster” – , wenn die Fragen in Exzess weitergesponnen werden. Gegönnt sei dem Buch sein Platz auf den Bestsellerlisten. (5/5)

War and Dreams
von Maryse und Jean F Charles (übersetzt von Resel Rebiersch)
Eine Graphic Novel über den Zweiten Weltkrieg, in Rückblenden erzählt am Strand der Normandie, an dem sich die Schicksale von vier Soldaten kreuzen, entflechten und wiederfinden. Sehr schön konventionell gezeichnet, ich fand die Geschichte etwas verworren, aber als kurze Nachmittagslektüre ganz ok. (3/5)

Zahra’s Paradise
von Amir und Khalil (übersetzt von Reinhard Pietsch)
Meine zweite Graphic Novel in diesem Monat, die eindeutig bessere. “Zahras Paradise” schildert eine Zeit im Iran kurz nach der Grünen Revolution von 2009, als zig Menschen verschwanden, unter anderem Mehdi. Dessen Bruder (ein Blogger) und seine Mutter gehen auf Suche. Ihr Verzweifeln an den Hürden der Bürokratie, der Korruption der Diktatur und dem bigotten Verhalten der Geistlichen erschüttert den Leser. Eine ganz andere Welt, eine Historie, die Europa kaum tangiert, die doch der Menschenverachtung in Pinochets Chile oder Francos Spanien ähnelt, sich naturgemäß aber vielmehr hinter der Religion versteckt. Der Comic ist beworben als “Comic für Teens”, dürfte aber starker Tobak sein. (5/5)

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Gelesen im Januar

Matchbox Theater
von Michael Frayn
(übersetzt von Michael Raab)
Michael Frayn ist ein toller britischer Dichter, Theaterschreiber und Romancier, sein Matchbox Theater ein Abriss kurzer Sketche, mit ein paar netten Ideen und Jokes. Mehr aber auch nicht. Das ebook war günstig. Resteverwertung? (1/5)

Schwimmen in der Nacht
von Jessica Keener
(übersetzt von Maria Hummitzsch)
Ein tolles Buch, ich habe es in zwei Tagen durchgelesen. Coming-of-age, Familienroman, viel Verarbeitung, Auseinandersetzen mit dem Thema “Kranke Eltern”, dann Neuanfang, Erste Liebe und die Liebe zur Musik. Ein Roman aus der Perspektive der jungen Sarah, wie sie ihre geliebten Brüder wahrnimmt, ihre Mutter, den hilflosen Vater, die Flucht aus dem Schoß der Familie in ihre eigene freie Welt. Manches lässt den Leser an die eigene Jugend erinnern. Sehr empfehlenswert, übrigens ein Debütroman. (5/5)

Schweinskopf al dente
von Rita Falk

Keine Ahnung, was mich geritten hat, diesen “Provinzkrimi” zu lesen. Ich fand den ersten Film nach den Büchern von Rita Falk ganz lustig, Eberhofer ist ein sympathischer Unsympath. Dachte ich, schaunerwermal, wie das so als Buch rüberkommt. Lustig, jaja, jede Zeile ein Witzel, nett, prima, gelacht haben wir. Krimimäßig ein totaler Reinfall ohne irgendeine Spannung, geht das bayrische Gedönsel irgendwann auf den Wecker. Der Krimi taugt als schöne Vorlage für weitere Filme, keine Frage, aber als Roman imho nicht. Und irgendwie fehlt im Buch Eisi Gulp. (2/5)

Fair Play
von Tove Jansson
(übersetzt von Birgitta Kicherer)
Ja, das ist DIE Tove Jansson, die Schöpferin der Mumins, die finnische Astrid Lindgren. Mumins sind Teil meiner eigenen Kindheit und Teil des Vorlesestoffes bei meinen eigenen Kindern, ich fand auch das Sommerbuch über Tove Janssons Erlebnisse mit ihrer Großmutter genial und zeitlos. Aber das hier? Die Begegnung zweier Künstlerinnen in Helsinki und sonstwo in der Welt. Ganz nett geschrieben, sterbenslangweilig im Abgang. (1/5)

Pfaueninsel
von Thomas Hettche
(Hörbuch gelesen von Dagmar Manzel)
War ja auf der Shortlist des deutschen Buchpreises 2014, dementsprechend erwartungsvoll lauschte ich dem Text. Geschichte: Unglaublich detailreich recherchiert, sicher viel Arbeit. Text: Angelehnt an das neunzehnte Jahrhundert stilistisch antiquiert. Protagonistin: Liebenswert. Lesung: So spannend wie ein Märchenbuch, Dagmar Manzel hat die Stimme für diesen vergangenen Stil, das wirkt vor allem einschläfernd.
Es ist sicher eine Glanzleistung, einen Roman über ein Burgfräulein mit Osteochondrose im achtzehnten Jahrhundert komplett im entsprechenden Deutsch zu schreiben, nebenbei auch noch viel preussische Geschichte zu streifen und einen Einblick in die Botanik zu bekommen – so richtig weiterempfehlen mag ich das Buch dennoch nicht. Selbst gelesen wäre ich sicher über die ersten dreißig Seiten nicht hinausgekommen. (3/5)


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1000 Tode schreiben

Auch wenn der Kinderarzt sich meist nicht mit diesem Sujet beschäftigen muß, beschäftigt es umso mehr, wenn damit konfrontiert: Der Tod eines Patienten, eines Angehörigen, eines nahen Bekannten. Unsere Gesellschaft tut sich schwer mit der Auseinandersetzung damit, unsere Sozialisierung versteht den Tod als Gefahr, als Übergang in eine dunklere Zeit, geprägt von Angst vor dem Umgewissen.

Und trotzdem setzen wir uns alle irgendwann einmal damit auseinander. Auch Kinder müssen das, wenn Großeltern sterben oder auch nur der Familienhamster.

Frau Frohmann hat im Laufe des letzten Jahres ein Projekt ins Leben gerufen, dessen vorläufiges Ergebnis ich wirklich jedem/r zur Lektüre ans Herz legen möchte: 1000 Tode schreiben.
Sie rief Schreiberlinge allerlei Couleur zur Auseinandersetzung mit dem Tod auf, damit “wiederum ein plausibles Bild dessen entsteht, wie der Tod in der heutigen Gesellschaft wahrgenommen wird, welche Realität er hat, wie und was er ist.” Ziel ist es, 1000 Texte zu versammeln.

Der erste Teil sah 135 Texte, der zweite weitere 111, folgen sollen Teil Drei und Vier. Ein jede/r ist aufgerufen, mitzuschreiben und Texte einzureichen. Für den dritten Teil werden nun auch fremdsprachige Texte gesucht.
Ich habe mich gefreut, mit “Zu klein”, dem Blogeintrag vom 9.11.2014, Teil des Projektes zu sein (Text 240). Wer mitschreiben möchte, findet die nötigen Infos beim Frohmann Verlag.

Erhältlich ist das ebook in allen bekannten e-Formaten bei allen üblichen Verdächtigen, hier seien exemplarisch minimore und amazon genannt. Das E-Book kostet EUR 4,99, die Autor- und Herausgeberanteile am Erlös gehen als Spende an das Kinderhospiz Sonnenhof in Berlin-Pankow.


Frau Frohmann bei wired.
Noch mehr komprimierte Info zu 1000Tode bei Stefan Mesch, auch mit empfohlenen Lesetipps aus dem Projekt.
#1000tode

Spread the word – reblogg it.

Gelesen im Dezember

Lieben
von Karl-Ove Knausgard

(Deutsch von Paul Berf)
Nachdem ich in den Sommerferien den ersten Teil von Knausgards Biographie kennenlernen durfte (“Min Kamp”…), konnte ich nicht umhin. Es geht eine Faszination von diesem Werk aus. Am meisten fesselt mich der Drift von den alltäglichen Banalitäten hin zu philosophischen Betrachtungen, einfacher Sprache mit wunderschönen Worten wechselnd. Genau das, was andere so langweilig finden. Ich brauche nun wieder Zeit bis zum nächsten Band, aber er kommt sicher.
In der Geschichte hier: Seine Liebe zu seiner Frau und seinen Kindern, dazu der Kampf mit dem Alltag, der Vereinbarkeit seines Lebens als schriftstellernder einsamer Wolf mit den nervigen Kindern und der großzügigen Ehegattin. (5/5)

Ewig Dein
von Daniel Glattauer

Naja. Vor Jahren hatte ich mich anstiften lassen, “Gut gegen Nordwind” zu lesen (wer nicht?), jetzt habe ich Glattauer auf einer Lesung gesehen – das war wirklich gut -, erstmal kapiert, dass das ein Österreicher ist, also nochmal probiert. Angenehm: Es ist ein halber Krimi. Unangenehm: Die Protagonistin gehört nach jedem Kapitel geschüttelt. Außerdem kommt das Ende zu plötzlich, da hat bestimmt ein Lektor gekürzt. Und dann: Glattauer schreibe eigentlich keine Frauenbücher? Äh, doch. (3/5)

Tausend Tode schreiben
von Christiane Frohmann

Anthologien lese ich ungerne, auch mit Kurzgeschichten tue ich mich generell schwer, ich bin da eher der Romantyp, aber an 1000Tode kam man diesmal als Twitter-User und ebook-Leser nicht vorbei. Frau Frohmann fragte an und viele viele steuerten ihren Beitrag zum Thema Tod bei. Alle Vielfalt wird stilistisch und perspektivisch bearbeitet. Ich werde noch lange und immer wieder daran lesen, zum Von-vorne-nach-hinten-Durchlesen ist es wohl auch gar nicht gedacht, in Anthologien darf man ja auch stöbern. (5/5)

Missing. New York
von Don Winslow
(Deutsch von Chris Hirte)
Mit seinem Sensationsbestseller “Tage der Toten” konnte ich nicht genug anfangen, zu rasant, zu wenig Tiefgang, nee. Dieser Roman hier über den Ex-Cop Decker, der nach vermissten Kindern sucht, ist ähnlich geschrieben, klar, packt aber ungemein. Vielleicht ist es auch das Sujet, das mitreisst. Mein Interesse wurde übrigens wiedergeweckt durch das “Blaue Sofa” mit Wolfgang Herles, indem Winslow sehr anregend im Interview atwortete. Der Beginn einer neuen Romanreihe, da werde ich weiter dran lesen. Ein Punkt Abzug, weil ich nach einer Woche die Handlung vergessen hatte. Trotzdem gute Kurzweil. (4/5)

Kililana Song: Eine Kindheit in Kenia und Kililana Song 2: Liongos Lied
von Benjamin Flao

Ich lese gerne mal Graphic Novels, dieses zweibändige Werk habe ich mir in der hiesigen Bibliothek geliehen. Wer sich für Afrika interessiert, findet wunderschöne Aquarellzeichnungen, die jede für sich bereits ein Kunstwerk darstellen. Die Story entwickelt sich etwas zäh, der Knalleffekt am Ende ist dafür umso besser. Hintergrund bildet die Urbanisierung der afrikanischen Grenzregionen an der Küste Kenias, böser ausgedrückt: Die Ausbeutung historischer und ökologisch wichtiger Landstriche durch die Europäer, verflochten mit dem schnellen Geld der Immobilienhaie und des Drogenhandels, transportiert über die Geschichte eines kenianischen Jungen. (3/5)

Gescheiterteteres aus dem Skizzenblog
von Claus Ast

Claus Ast hatte seinen zweiten Band der gesammelten besten Cartoons schon lange vorgestellt, aber da dieser neue als Geschenk für die Tochter unterm Weihnachtsbaum lag und jedem, der daran blätterte, so einige Lachanfälle entlockte, gehört es hier einfach zu den Lesegenüßen des Dezembers dazu. (5/5)

Stoner
von John Williams
(Übersetzt von Bernhard Robben, gelesen von Burghart Klaußner)
Oh yeah, mein Highlight des Monats. Ich hatte schon viel von diesem Roman gehört, der unscheinbar wirkt und bereits so alt und vergessen ist. Die Amerikaner suchen immer noch nach ihrem “Großen Roman”? Das hier wäre doch einer. Die Geschichte kommt ganz ruhig daher, das Leben des Literaturprofessors William Stoner, aber es sind die – ungelogen – unvergleichlichen Metaphern und wunderschönen Umschreibungen, die das Buch so klassisch machen.
Ich hätte es selbst gelesen nach ein paar Kapiteln weggelegt, vielleicht, weil es mir dann doch zu unscheinbar erschienen wäre – aber ich durfte es als Hörbuch mit Burghart Klaußner hören. Mensch, welch ein Genuß! Ich dachte, David Nathans Stephen-King-Lesungen seien das Nonplusultra, auch Mathias Brandt im letzten Monat hat mich geschafft, aber das hier ist das Beste, was ich je vorgelesen bekommen habe! (6/5)

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Gelesen im November

Ich stecke momentan noch mitten im ausführlichen Knausgardschen Lieben, deshalb war der letzte Monat etwas hör-, sach- und bilderbuchlastig. Das hat mich beschäftigt im November:

Schreiben dicht am Leben: Notieren und Skizzieren
von Hanns-Josef Ortheil
Ortheil hat eine ganze Reihe von Büchern für Schreiber herausgegeben – es folgt gleich noch ein zweites. Sie sind alle teils lesenswert, teils, naja, ganz ok. Dieses hier beschäftigt sich mit Notizen des Alltags, die verschiedenen Formen des Notierens, verschiedenen Spielarten. Jedes Kapitel endet mit einer Übung, um das Gelernte zu vertiefen. Recht motivierendes Buch, ich wollte sofort zu Stift und Papier greifen, die Übungen sind wichtig für Vorarbeiten für größere Schreibaufgaben. Manche Übung hat mich nicht erreicht. (3/5)

Schreiben unter Strom: Experimentieren mit Twitter, Blogs, Facebook & Co
von Stephan Borombka
Aus der gleichen Reihe, den Inhalt vermittelt der Titel. Ich hatte mir mehr Empfehlungen gewünscht, *wie* man in den neuen Medien schreibt, leider beschränkt sich der Autor eher auf kunstvolles Experiementieren mit diesen. Außerdem merkt man dem Buch schnell an, was drei Jahre nach Erscheinen in der jetzigen Social-Media-Welt ausmachen – vieles ist einfach überholt. Twitter? Neu? (3/5)

Akim rennt
von Claude K. Dubois (Übersetzt von Tobias Scheffel)
Ein sehr schönes und kurzes Bilderbuch über ein Flüchtlingskind. Sehr wenig Text, wunderbar zurückgenommene Bleistiftzeichnungen, die in ihrer Struktur die Unwirklichkeit einer Flucht widerspiegeln. Alles wirkt dahinfließend, ungreifbar, die Welt aus der Sicht des Kindes. Meine pubertierende Tochter war beeindruckt. Aber für welches Alter ist dieses Buch wirklich? (5/5)

Ich mag Regen: Traurige Liebesgeschichten aus meinem Leben
von Marvin Ruppert
Der Poetry-Slammer Ruppert versammelt hier seine besten Texte. Sie lesen sich wie seine Auftritte: Lustig, mit viel Sinn für die deutsche Sprache und dem sezierenden Blick auf Alltagssituationen. Man muß sich ein wenig auf den Slammerhumor einlassen, damit er sich von Standyup-Comedians unterscheidet. Dann ist die Lektüre ein Vergnügen. Sonst bleibt es etwas flach. (4/5)

Ins Freie
von Joshua Ferris (Übersetzt von Marcus Ingendaay, Hörbuch gelesen von Matthias Brandt)
Ein Roman über den Zwang, weglaufen zu müssen. Tim Farnsworth kann nicht anders, als aufzustehen und zu gehen, auch wenn es draußen Minusgrade hat. Das bringt ihn immer wieder in große Gefahren. Seine Ehe zerbricht, seine Karriere geht den Bach runter. Nichts kann ihm helfen.
Das Buch gibt keine Antworten: Warum das so ist, was ihm helfen kann, aber schildert sehr bedrückend die Psyche einer Zwangserkrankung. Unbedingt lesenswert. In die Stimme von Matthias Brandt muß man sich hineinhören, aber sie passt zu der ganzen Geschichte. Ich höre meine Hörbücher im Auto auf dem Weg zur Praxis und zurück. Diesmal bin ich Umwege gefahren, um “dranzubleiben”, und zehn Minuten in der Garage sitzen geblieben, um das Kapitel zu Ende zu hören. (5/5)

Der Ozean am Ende der Straße
von Neil Gaiman (Übersetzt von Hannes Riffel, Hörbuch gelesen von Hannes Jaennicke)
Der Roman ist schön geschrieben, versetzt uns in die Kindheit des Protagonisten, als er – ganz typisch Neil Gaiman – wie selbstverständlich mit der mystischen Zauberwelt seiner Nachbarn konfrontiert wird. Wofür steht das? Die Phantasiewelt eines Kindes? Die Bornierheit der Erwachsenen, Parallelwelten nicht sehen zu können? Sind die Eltern und die böse Frau eine Metapher für die Übergriffe und Ignoranz der Großen? Oder ist es eine simple Märchengeschichte? Den überschwänglichen Lobeshymnen auf Amazon kann ich mich nicht anschließen. Das Buch ist ganz ok, aber Gaiman hat schon Besseres geschrieben.
Achtung: Hannes Jaennicke mag zwar ein guter Schauspieler sein mit sonorer Stimme, als Hörbuchleser taugt man aber nicht, wenn die Buchstaben /ICH/, /ISCH/ oder /IG/ alle gleich klingen. Grauselig genuschelt. (3/5, als Hörbuch 1/5)

Gelesen im Oktober

Die Bücher wirken sehr durcheinander diesen Monat, geprägt vom Lesestoff via Buchmesse und dank der Zeit, die ich abends beim Kinder- und Jugendärztekongress in Bad Orb hatte. Hier mein Lesen im vergangenen Monat:

Ein ganzes Leben von Robert Seethaler
Ein Geheimtipp in der deutschsprachigen Literatur, dieser Robert Seethaler. Bereits der Trafikant konnte mich fesseln, dieses neue Buch berichtet – Achtung – über ein ganzes Leben, und nur das. Aber gerade das. Und das macht Seethaler beeindruckend unprätentiös, umso größer ist der Sog. Die Geschichte eines Alpenbewohners im letzten Jahrhundert. Wer schöne Sprache ohne intellektuelles Gesülze mag – Lesen! (5/5)

Marias Testament von Colm Toibin
(deutsch von Giovanni und Ditte Bandini)
Holla, das Buch hatte ich vor einem Jahr mal auf Englisch gekauft, erlegt in einer irischen Buchhandlung, und bald weggelegt, weil zu schwer. Trotzdem war ich neugierig, und versuchte mich jetzt an der Übersetzung. Also… entweder bin ich einfach nicht schlau genug für diese Sprache, oder die Story (klar, die Leidensgeschichte und alles drumherum aus der Sicht der Heiligen Maria) hat´s nicht gebracht. Sehr anstrengend, am Ende: So what? Schade für das Thema. (2/5)

Die Held-Trilogie von Flix
Flix hat mich bereits mit seinem Don Quijote und den Ferdinand-Büchern gekauft. Jetzt habe ich ihn auf der Buchmesse getroffen, damit ich etwas zum Signieren in der Hand hatte, habe ich mir den “Held” gekauft. Was soll ich sagen? Richtig wirklich gut. Lustig, wundernett gezeichnet, obwohl nur schwarzweiss, mit drei Geschichten, die ans Herzle gehen. Gelacht, geweint, gefiebert — danke, Flix. (5/5)

Drohnenland von Tom Hillenbrand
Hillenbrand konstruiert in diesem Roman eine medial vernetzte Zukunftswelt, vor allem einen Überwachungsstaat, in dem jeder jeden durch seine Brille filmt, in dem Drohnen uns als Kameras auf Schritt und Tritt verfolgen, und in der die Vergangenheit durch so genannte Spiegelungen (Rekonstruktionen des Gefilmten) wiedergegeben und “begangen” werden kann. Sehr gewagt, sehr konsequent durchdacht, das fand ich toll. Die Story hingegen hat mich zwischendrin etwas gelangweilt, das Ende kam mir zu glücklich und wenig erarbeitet vor. Ein Zukunfts-Krimi mit einem lockeren Kommissar und beunruhigenden Visionen – noch etwas düsterer als “The Circle”. (4/5)

Opas Engel von Jutta Bauer
Dieses schmale Bilderbuch habe ich auf dem Flohmarkt wiederentdeckt – es ist bestimmt bei vielen bekannt, als Lektüre hier zu präsentieren, beinahe zu kurz. Dennoch: Immer wieder lesenswert, auch zu verschenken. Es gibt einen netten Film der Maus dazu (5/5)

Erziehung – Ein Abenteuer für die ganze Familie von Martina und Volker Kessler
Ein etwas anderes “Erziehungsbuch” – davon demnächst mehr. (3/5)

Mr. Mercedes von Stephen King
(deutsch von Bernhard Kleinschmidt, Hörbuch gelesen von David Nathan)
Ich bin King-Fan, seit “Shining” und “Feuerkind”. Er hat seine Höhen und Tiefen – dieses Buch hier ist ein absolutes High. Wer sich endlich aktiv vom Vorurteil befreien will, Stephen King schreibe nur Horrorbücher (“Uuuh, das ist mir zu eklig”), sollte sich Mr. Mercedes gönnen. Das ist ein handfester Thriller ohne irgendwelches übersinnliches Gedöns, mit fantastischen Charakterstudien, einem Spitzen-Plot und einem sympathischen Held. Was braucht es mehr für gute Unterhaltung? Ohja: Als Hörbuch einen kongenialen Vorleser wie David Nathan, mann, ist der gut! (5/5)

Abgebrochen: World War Z von Max Brooks
(deutsch von Joachim Körber, Hörbuch gelesen von David Nathan und Michael Pan)
Da ist schon ein interessantes Projekt: Das Zombie-Thema mit Berichten und Interviews einer weltweiten Plage wieder zu beleben, der Erfolg des Buches (incl. Film) gibt dem ja auch recht. Dennoch, ich fand, es funktioniert nicht. Die Spannungsbögen brechen regelmäßig ab, die Kapitel sind in sich zu öde, das eigentlich Thema zu wenig variiert. Das geht bei “The Walking Dead” besser. Ich habe das Hörbuch abgebrochen, das rettet nicht einmal David Nathan. Warum ein Kinderarzt so was hört und sieht? Meine dunkle Seite. (1/5)


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