Lesepotpourri Februar/März

Highlights der zwei Monate: Belletristisch sicher das sehr verstörende Die Vegetarierin von Han Kang (übersetzt von Dr. Ki-Hiang Lee), ich bin mir nicht sicher, ob ich hier eine Parabel lese oder schlicht die Studie einer psychisch kranken Frau. Das Nachdenken über das Buch hat mich noch einige Tage beschäftigt.

Noch mehr beeindruckt hat mich aber das Buch, das Essay, der Aufruf, die Schrift Gegen den Hass von Carolin Emcke, der Trägerin des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2016. Anhand der Übergriffe auf Flüchtlingsheime, der Polizeiwillkür gegen Schwarze in den USA und generell der Antipathie gegen das „Andere“ entwirft sie eine „Theorie des Hasses“, der entsteht aus der sinnlosen Suche nach dem „Reinen“ und dem ein jeder entgegenstehen sollte durch alltägliches Erkennen und Widersprechen. Sehr differenziert und nachvollziehbar propagiert Frau Emcke den Charme der Vielfalt, welche erst das demokratische Zusammenleben ermöglicht. Ausgrenzung sei zutiefst undemokratisch und menschenverachtend. Schon lange konnte ich nicht mehr über ein Buch sagen: Das hat mich verändert.

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