Senfgläser voll Wein

Ich war Zivi und mein Arbeitskollege hatte mich in seine WG eingeladen, irgendein Geburtstag, hatte er gesagt. Es war die übliche Studenten-Zivi-Coolness-Fete, wir tranken unser Bier aus Flaschen und den Wein aus Senfgläsern. Salzstangen und Chips, nix mit Guacamole oder Tomate-Mozzarella. Eine Freundin hatte ich keine.

Groß war die WG nicht, dafür die Musik schön laut, irgendwo in einem Zehn-Parteien-Haus, vierter Stock, zweite Tür. Schuhe haben wir damals schon ausgezogen. Die Hälfte der Party fand im Wohnzimmer mit Balkon statt, die andere in der Küche mit Sitzecke. Die anderen WG-Zimmer waren anderen Dingen vorbehalten.

Der einzige, der sich den Abend gar nicht bewegte, war Peter. Er war der Älteste auf der Party, vielleicht fand er sich etwas fehl am Platze, vielleicht genoss er auch das junge Publikum, vielleicht wollte er nur seinem Sohn nahe sein. Oder er recherchierte für sein neues Buch. Ich hatte gerade sein „Windrad“ gelesen und den „Felix Guttmann“, und klar, den „Hölderlin“. Ich war mitten in meiner „Seine Bücher“-Zeit und hatte da noch nicht kapiert, dass er auch den „Hirbel“ und „Ben liebt Anna“ geschrieben hatte, die ich früher schon in der Schulzeit mochte.

Wir haben geredet, nicht über seine Bücher, ich wollte nicht so anmaßend sein, nein, mehr über Frankfurt, die Startbahn West und die Friedensbewegung. Ich weiß nicht mehr, ob er Bier trank, ich sehe ihn eher mit einem Senfglas voll Wein, jedenfalls haben wir viele Salzstangen und einige Bockwürste mit Kartoffelsalat verdrückt.

Später habe ich andere Sachen gelesen, bin nur kurz zum „Schubert“ zu ihm zurückgekehrt, aber vergessen werde ich nie seine Ruhe unter plappernden aufbrechenden unsicheren Jungspunden. So eine Weisheit.

Heute ist Peter Härtling gestorben.

schule-peter-haertling

Über das Geschichtenerzählen in (Mediziner)Blogs

Diesmal bewege ich mich weg von der eigentlichen Pädiatrie oder meinen Patienten und schreibe über das Bloggen selbst. Im Rahmen der Medmen-Veranstaltung habe ich einen Vortrag als Speaker zum Thema „Storytelling“ gehalten, wir dürfen aber auch „Geschichtenerzählen“ dazu sagen.

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Auf diesen Seiten gebe ich gerne Geschichten zum Besten, die mir oder anderen Kollegen in ihrem Praxisalltag so passieren. Jede/r, die/der hier mitliest, darf aber versichert sein: Diese Geschichten sind nie exakt so passiert. Sie sind verfremdet, pointiert, dramatisiert, teils zusammengesetzt aus verschiedenen Episoden, aber dennoch in ihrem eigentlichen Wahrheitsgehalt authentisch. Letzteres sei ebenfalls versichert. Trotzdem sollen die Geschichten auch Botschaften vermitteln und nicht zum reinen Vergnügen verkommen. Diesen Anspruch hat das Storytelling.

Geschichten erzählen die Menschen schon lange. Ob Märchen, Fabeln, Parabeln oder journalistische Artikel: Geschichten fesseln die Leser viel schneller ans Thema, als es das trockene Sujet kann. Schon das „Rotkäppchen“ vermittelte in einer vermeindlichen Kindergeschichte unterschwellige Botschaften (Die Symbolik des „Frauwerdens“ und die Versuchungen durch das Leben und die  Männer beschäftigte schon viele Analytiker). Eine gute Reportage in „Spiegel“ oder „Stern“ beginnt mit dem Einzelschicksal, um dann den Blick weiter zu öffnen auf das große Ganze. Das erhöht die Identifikation mit den Betroffenen, das Einfühlen des Lesers, und macht die Sache schlicht anschaulicher.
Das kannst Du beim Bloggen genauso nutzen, um eine Botschaft zu vermitteln.

Formen des Storytellings sind
– Einstiege und Aufhänger, wie oben beschrieben, Gatekeeper (z.B. Don Massimo)
– Anekdoten, die das eigentlich Thema genauer illustrieren sollen (z.B. Ich beim Zahnarzt)
– Beispiele (abschreckende, vorbildliche, diametrale), um das Thema eventuell zu diskutieren (z.B. was Eltern so Sorgen macht)

Noch was anderes: Jeder Blogger frage sich, wer die Zielgruppe ist, für die er schreibt. 

Schreibst Du nur für Dich, ist das Bloggen reiner Selbstzweck, um Deine Schreibskills zu verfeinern, oder um den Kopf zu lüften, zum Loslassen des Arbeits- und Lebensalltags? Ist das dann aber noch Storytelling?
Oder schreibst Du (als Mediziner oder andere/r Fachmann/frau) für den interessierten Laien? In meinem Fall für Eltern oder den Zufallsleser, der sich für den Beruf und die Hintergründe interessiert? Dient das Bloggen dann womöglich nur dem Voyeurismus und der Neugier?
Und schließlich könntest Du für andere Fachleute schreiben – für Ärzte, medizinische Berufe, Wissenschaftler, hier dienen die Geschichten als Illustrationen und Beispiele, viel besser, als das in einem trockenen Sachbuch möglich wäre.

Was brauchst Du für ein gutes Storytelling?
– Eine gute Geschichte, wie banal. Sie muss interessant sein, außergewöhnlich, aber vielleicht auch beispielhaft für das Thema, über das Du schreiben möchtest. Aber Du bist (als Mediziner oder sonst in Deinem Beruf) Experte und hast sicher schon Einiges erlebt.
– Sie muss also passen, sie sollte pointiert geschrieben sein, aber gleichzeitig auch verfremdet, denn Du möchtest keine Rückschlüsse der Mitwirkenden. Du hast die Verantwortung, diese zu schützen.
Lust zum Schreiben – ohne das geht es nicht. Schreiben ist zwar Arbeit, aber ohne Spaß bleibt auch Dein Ergebnis seltsam saftlos.
Talent zum Schreiben? Eigentlich nicht. Die meisten Skills bestehen doch nur zu 10% aus Talent, der Rest ist Routine, Übung, Training, wie Du es auch nennen magst.
– Ein gutes Setting, also die klassische Geschichte („Es war einmal“), eine Anekdote („Neulich habe ich was erlebt“), einen Dialog („Sagt der Vater…“), aber auch ein guter Tweet kann eine Geschichte erzählen.
– Wenn Du fertig bist mit Deiner Geschichte: Ist die Botschaft für Deine Zielgruppe angekommen? Ist das eigentliche Thema klargeworden?
– Dann lass den Blogpost liegen, lass ihn „abhängen“ und lies ihn erst in ein paar Stunden, einen Tag oder eine Woche später noch einmal.
– Editiere und streiche beherzt.
– Veröffentliche mit Mut.
– Kommentiere die Kommentare.
Dann erzählst auch Du Deine Geschichte.

Zum Schluss ein Appell – wenn Du als Mediziner bloggst:
– Das wichtigste sei die Wissensvermittlung, das Thema habe oberste Priorität
– Die Story nur der Story wegen bedient nur den Voyeurismus des Lesers
– Bleib sachlich in Deinen Themen und Deiner Wortwahl – Sensationen, Panikmache und Fakenews schreiben andere schon genug. Als Mediziner sollten wir da Contenance behalten.

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Mein Keynote-Vortrag:

Hot topic! Neulich in der Notfallambulanz

Sonne

 

Ganz blass und kaltschweissig sitzt Ayaz auf der Untersuchungsliege im Notfallzimmer. Gerade ist es etwas ruhiger, die obligatorischen fünf Zecken habe ich schon entfernt, ein paar Kinder mussten angesehen werden, weil der Kinderarzt nicht mehr zuhause war (und der – natürlich – keine Vertretung habe) und auch die üblichen „Bauchweh seit zwei Wochen“ habe ich heute bereits gesehen.

Ayaz geht es wirklich nicht gut. Seine Mutter sitzt neben ihm und drückt ihm ein nasses Geschirrhandtuch auf die Stirn. Sie ist viel kleiner als er, der Pubertätswachstumsschub hat ihn schon in die Höhe gezogen. Eigentlich ist er Fussballer, Handballer, Basketballer, man sieht es ihm an, heute abend ist er nur ein armer Kerl mit Sonnenstich.

Ich: „Wie lange warst Du denn im Schwimmbad?“
Ayaz: „So vier oder fünf Stunden?“
Ich: „Aber nicht die ganze Zeit im Wasser, oder?“
Ayaz: „Nee, wir haben auch Pizza gegessen dazwischen. Gekickt. Tischtennis. Sowas.“
Ich: „Und nun?“
Ayaz: „Mir war schlecht. Ich bin nachhause. Hab dann gekotzt. Zweimal.“
Ayaz´ „Anne“: „War ganz übel, ganz blass. Viel Spucken.“ Sie schiebt ihm das Handtuch in den Nacken. Er schiebt sie weg.
Ich: „Genug getrunken hast Du schon?“
Ayaz: „Safe. Ja, klar.“
Ich: „Mütze? Irgendwas auf dem Kopf?“
Ayaz schnalzt. Zu uncool.
Ich: „Du musst Dich immer wieder abkühlen, weißt Du, oder? Schatten gehen. Viel trinken.“
Ayaz: „Weiß ich. Meine Posse wars.“
Ich: „Wie jetzt, wieso?“
Ayaz: „Ahja, Alda, die Honks haben mich krass da liegen gelassen. In der knallen Sonne. Kacke, Alda. Bin eingeschlafen. Voll jenseits.“
Er schüttelt den Kopf über soviel Vertrauensverlust.
Ich: „Na dann, ein oder zwei Tage Pause vom Schwimmbad. Bleibst ein bissel drin. Schön abkühlen, ausreichend trinken, lieber was Warmes…“
Ayaz: „Kein Freibad?“
Ich: „Ja.“ Ich nicke bestätigend.
Ayaz: „Alda…!“
Jetzt schüttelt er den Kopf über soviel Kontaktsperre, soviel fehlende Integration in seine Posse für zwei Tage.
Ich: „Am besten auch kein Handy. Kein Whatsapp. Den Kopf schonen.“
Ayaz: „ALDA…!“

Seine Anne nimmt ihn in den Arm und tupft ihm nochmal mit dem Geschirrhandtuch über die Stirn. Sie nickt wissend.

(c) Foto bei Flickr/Afra Shmidt (Unter CC-Lizenz CC-BY ND 2.0)

Kinderdok erzählt im „Der Tagesspiegel“

Karl Grünberg hat mich für die Sonntagsausgabe des Berliner „Der Tagesspiegel“ interviewt. Dafür besuchte er mich zu noch kühleren Außentemperaturen in meiner Praxis. Bei Kaffee und Spezialitäten der Region plauderten wir sicher dreieinhalb Stunden über das Blog, die Arbeit in der Praxis, die Eltern und die Kinder.

Für mich ein sehr spannendes Erlebnis. Herr Grünberg war extrem professionell vorbereitet, strukturiert, fragte auf den Punkt und trotzdem blieb es ein Gespräch, weniger ein Frage-und-Antwort-Spiel. Das Ganze am Ende auf das vorliegende Interview einzudampfen war sicher keine leichte Aufgabe.

Erschienen ist der Beitrag am gestrigen Sonntag. Abonnenten des Tagesspiegels konnten direkt lesen, alle anderen dürfen dieses online nachhole.
Leider sind die Push-Tweets etwas reißerisch ausgefallen, aber das muss wohl so sein, um den Artikel zu bewerben.

Viel Spaß beim Lesen.

Kinderdoc? Kinderdok!

Lesepotpourri Februar/März

Highlights der zwei Monate: Belletristisch sicher das sehr verstörende Die Vegetarierin von Han Kang (übersetzt von Dr. Ki-Hiang Lee), ich bin mir nicht sicher, ob ich hier eine Parabel lese oder schlicht die Studie einer psychisch kranken Frau. Das Nachdenken über das Buch hat mich noch einige Tage beschäftigt.

Noch mehr beeindruckt hat mich aber das Buch, das Essay, der Aufruf, die Schrift Gegen den Hass von Carolin Emcke, der Trägerin des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2016. Anhand der Übergriffe auf Flüchtlingsheime, der Polizeiwillkür gegen Schwarze in den USA und generell der Antipathie gegen das „Andere“ entwirft sie eine „Theorie des Hasses“, der entsteht aus der sinnlosen Suche nach dem „Reinen“ und dem ein jeder entgegenstehen sollte durch alltägliches Erkennen und Widersprechen. Sehr differenziert und nachvollziehbar propagiert Frau Emcke den Charme der Vielfalt, welche erst das demokratische Zusammenleben ermöglicht. Ausgrenzung sei zutiefst undemokratisch und menschenverachtend. Schon lange konnte ich nicht mehr über ein Buch sagen: Das hat mich verändert.

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„Ganz normal“ und bitte keine Entschuldigung.

Heute hat sich (mal wieder) thumbs upeine Mutter entschuldigt, dass sie ihr Kind bereits zum zweiten oder dritten Mal seit Februar in der Praxis vorstellt. Jedesmal mit Erkältung, nichts Schlimmes, Husten, Schnupfen, die übliche Rotzgeschichte.

Liebe Eltern!
Was erlebt Ihr eigentlich in anderen Arztpraxen? Schimpft da jemand? Oder geht das Gerücht herum, wir Kinderärzte hätten kein Verständnis dafür, dass besorgte Eltern ihre kranken Kinder vorbeibringen? Steht Ihr unter Druck von außen, von Elternforen oder Elterngruppen, die Euch sagen, Ihr seid übervorsichtig, ängstlich, Helikopter?

Bitte zieht Euch diesen Schuh nicht an.
Kinderärzte haben überhaupt kein Problem damit, den Eltern die beruhigende Mitteilung zu machen, dass keine schlimme Erkrankung vorliegt, keine schwere Lungen- oder Ohrenentzündung, sondern alles „ganz normal“ abläuft.
Beruhigung ist unser zweiter Vorname.

Mir ist es lieber, ich sehe die Kinder einmal zu viel als zu wenig. Auch von verspäteten Diagnosen können wir ja ein Lied singen. Dennoch: Diese Aussage soll wiederum niemanden in Panik versetzen. Das wichtigste Kriterium einer Vorstellung beim Doc ist: „Die Eltern möchten das gerne abklären lassen.“
Wenn´s dann einmal zuviel war – egal.

Und bitte am Ende: Niemals dafür entschuldigen. Ich schimpfe nicht.

Grüße, kinderdok

(c) Bild bei Flickr/amanda tipton (License CC BY-NC-ND 2.0)

Chantalismus

Teil der Vorurteile: Seltsame Vornamen sind den sozialen Notschichten zueigen. Die Kevins, Justins und Marvins, die Chantals, Bonnys und Tschakkelines dieser Gesellschaft werden es später schwer haben, der Name sei Programm. So geht die Meinung. Bei den Promis sieht es da bekanntermaßen anders aus – da werden nicht Neoanglismen bemüht oder die Vokale mit „y“ vertauscht, hier findet sich die Nomifizierung von Substantiven, Blumen oder ganzen Ländern.

Warum allerdings die zukünftigen Starköche den Namen ihrer Restaurants bereits bei Geburt mitbekommen haben, ist mir schleierhaft:

jamie

… eigentlich bin ich Jamie-Fan.

Lesepotpourri Dezember/Januar

Und wieder ist einige Zeit ins Land gegangen seit des letzten Leserückblicks, aber die Tradition setze ich trotzdem fort, auch wenn keine Zeit für einzelne Rezensionen übrig bleibt. Wer Fragen hat, darf fragen.

Hier also der Lesestoff der letzten zwei Monate:

Ich war viel im Netz unterwegs, habe viele Blogs gelesen und recherchiert, außerdem habe ich mir zu Weihnachten ein Abo der ZEIT als Digitaldownload gegönnt. Das Leben besteht tatsächlich aus Lesen, oder? Ich kann gar nicht verstehen, wie es anderen ganz anders geht.

Absolute Lesehighlights aus dem obigen Potpourri:

Die Raumpatrouillevon Matthias Brandt – der Hype über dieses kleine Buch überrascht ein wenig, leider fragte ich mich ständig beim Lesen, ob dieser Erfolg auch gekommen wäre, wenn Matthias Brandt nicht Schauspieler und nicht berühmter Sohn wäre. Dennoch schöne Schreibe- und damit Lesekunst.

Außerdem, als Fan, die Biographie von Bruce Springsteen, klar, mit viel Neugier gelesen und klar überrascht, wie interessant der Mann auch neben seinen Songs schreiben kann. Viele Gedanken neben profanem Fanwissen, viel Poesie neben bescheidenem gerechtfertigtem Pathos.

Geheimtipp: Butcher’s Crossing von John Williams. Der Schriftsteller wird gerade auf der ganzen Welt wiederentdeckt, er hat nur drei Romane geschrieben, auf meinem Schreibtisch liegt schon sein berühmtestes Werk Augustus. „Butcher´s Crossing“ ist ein Roman wie ein Donnerschlag, so episch-wuchtig wie Jack London, so prosaisch wie Cormac McCarthy, so unterhaltsam wie ein Western von Quentin Tarantino. Lesen!

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Aus aktuellem Anlass


Ich weiss schon, Demokratie und so, und „vor Reagan haben auch alle gewarnt“ (zu Recht?), und, „was hat das mit Deinem Blog zu tun“, aber dieser Tag heute lässt mich nicht los. Also hier ein kleiner Gruss aus der Mittagspause in die USA. Es lesen ja ein paar mit.

Auch elektrisch paffen Kinder mit

„E-Zigaretten nicht in Gegenwart von Kindern rauchen

Da der Dampf von E-Zigaretten gesundheitsschädliche Stoffe enthält, sollten Eltern nicht in Gegenwart ihrer Kinder rauchen und vermeiden, dass Kinder auch durch andere Menschen diesen Schadstoffen ausgesetzt werden.

E-Zigaretten sollten nicht in Gegenwart von Kindern geraucht werden, da Kinder durch den Dampf ebenso Nikotin ausgesetzt werden und sich dieses auf Oberflächen ablagert. Auch andere Stoffe, die als potenziell krebsauslösend und schädlich für die Atemwege gelten, sind im Dampf enthalten. „Eltern sollten deshalb weder im Auto noch zuhause E-Zigaretten verwenden“, rät Dr. Hermann Josef Kahl, Bundespressesprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Beispielswiese verbreiten E-Zigaretten Acetaldehyd sowie Acrolein. Beide Substanzen wirken reizend auf Haut und Schleimhäute und schaden dem Flimmerepithel in den Atemwegen. Sie stehen auch im Verdacht, Krebs auslösen zu können. Für das gesundheitsschädliche Chrom und Nickel wurden im E-Zigaretten-Dampf sogar höhere Werte als im Tabakrauch gemessen.

Da sich E-Zigaretten-Nebel aus ultrafeinen Flüssigkeitspartikeln zusammensetzt, können die Schadstoffe besonders tief in die Atemwege gelangen und sich dort vermehrt ablagern. „Wie sich das längerfristig auf die Gesundheit und die Atemwege von Heranwachsenden auswirkt, ist derzeit noch nicht abzuschätzen“, gibt Dr. Kahl zu bedenken. Einer aktuellen amerikanischen Umfrage zufolge sind nicht einmal jedem vierten Erwachsenen die Gesundheitsrisiken des „passiven Dampfens“ bewusst.“

Quellen: AAP, Kardiologe, Public Health Res Pract.“
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Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V.


 

In diesem Zusammenhang fordern wir Kinder- und Jugendärzte schon lange das Rauchen im Auto, wenn Kinder mitfahren, zu verbieten. Die Schotten sind da schon weiter. Trotz Brexit.

Wann immer Eltern sagen, sie rauchten ja nicht in der Gegenwart des Kindes, sehe ich die Kippe in der Hand meines autofahrenden Vaters. Der hätte das mit Sicherheit auch gesagt. Schließlich ist das Fenster offen, und es qualmt hinaus. Und die Balkone der Nachbarschaft sind bevölkert mit rauchenden Eltern, die sich im Anschluß Pullover, T-Shirt und Hose vom Leibe reißen, um sich neu einzukleiden. Ja, klar.

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