Impfschutz für Eltern

Zur Internationalen Impfwoche nehme sich ein/e jede/r seinen/ihren eigenen Impfpass hervor und schaue nach:

Diphterie: Ist in den letzten 10 Jahren eine Impfung erfolgt?

Keuchhusten: Ist in den letzten 10 Jahren eine Impfung erfolgt?

Tetanus (Wundstarrkrampf): Ist in den letzten 10 Jahren eine Impfung erfolgt?

Poliomyelitis: Wie oft wurdest Du geimpft?
– Viermal? Dann bist Du sicher geschützt.
– Dreimal? Dann bist Du eventuell nicht sicher geschützt – kommt auf den Impfstoff an.
– Zweimal oder weniger? Impfen!

Masern:
– Vor 1970 geboren? oder
– Insgesamt zweimal geimpft? oder
– Als Erwachsener einmal geimpft oder
– Maserntiter nachgewiesen oder
– Vom Arzt bestätigt durchgemachte Masern? – alles klar, sonst impfen!

Das sind die wichtigsten Impfungen, die seitens des RKI für Erwachsene empfohlen werden. Wenn Du Kinder hast, achte auch auf den Impfschutz gegen Windpocken (durchgemacht oder einmal geimpft), eventuell auch gegen Meningokokken C.

Außerdem, wichtiger Tipp: Impformiere Dich über empfohlene Impfungen, Risiken und Nebenwirkungen bei dem Arzt Deines Vertrauens oder vertrauenswürdigen, wissenschaftlich fundierten Seiten im Internet. Meide Elternforen, Schwurbelseiten oder Facebook-Impfkritik-Gruppen.

 

Fragen und Antworten

Wieso ist es besonders für Eltern wichtig, sich impfen zu lassen?
1.) Eltern haben oft engen Kontakt zu Säuglingen, die selbst noch nicht vollständig geimpft sein können und darum besonders gefährdet sind. Keuchhusten z.B. kann für Säuglinge lebensbedrohlich sein.
2.) Junge Erwachsene haben häufig Impflücken.
3.) Erwachsene haben bei bestimmten Erkrankungen z.B. bei Masern ein höheres Risiko für Komplikationen.

Kann es sein, dass der Impfcheck irrt?
Der Impfcheck ist teilweise vereinfacht und ist deswegen nicht in jedem Ausnahmefall korrekt. Im Zweifelsfall halte Rücksprache mit einem Arzt.

Wie gefährlich sind Impfungen?
Impfungen haben auch Nebenwirkungen. Insgesamt ist die Gefahr durch die Krankheit viel höher als die Gefahr durch die Impfung. Auf der Seite http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Bedeutung/Schutzimpfungen_20_Einwaende.html finden sich Antworten zu Einwänden gegen Impfungen.

Gilt dieser Impfcheck auch für Kinder?
Nein, dieser Impfcheck gilt nur für Erwachsene.

Muss ich mich regelmäßig impfen lassen?
Gegen Wundstarrkrampf und Diphtherie muss der Impfschutz alle 10 Jahre erneuert werden. Andere Impfungen (z.B. gegen Masern) hinterlassen einen lebenslangen Schutz.

Wo kann ich mich über Impfungen informieren?
Auf der Seite www.impfen-info.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt es unabhängige und leicht verständliche Informationen. Auch auf der Webseite des Robert Koch-Institutes finden Sie unabhängige Antworten auf alle Fragen rund ums Impfen: www.rki.de/impfen.

Gegen welche Erkrankungen kann man sich noch impfen lassen?
Es gibt Impfungen gegen viele Erkrankungen. Wenn Sie einer Risikogruppe, z.B. medizinisches Personal angehören empfiehlt die STIKO weitere Impfungen. Schauen Sie hierzu auf die oben angegebenen Seiten.

(nach dem “Impfcheck für Erwachsene” der Nationale Impfkonferenz Berlin, Berlin, 18.- 19. 06. 2015, (c) Creative Commons CCZero)


Übrigens: Das Spiel zum Welttag des Buches läuft noch😉

Welttag des Buches

blogger2015v-w-177x300Ein schöner Tag, ein Lesetag, ein Wochenendtag, was will man mehr. Nehmt Euch ein Buch, nehmt Euch selbst oder ein Kind und lest für Euch selbst oder lest vor, genießt das Teilen der Phantasie.

Um diesen schönen Tag ausreichend zu würdigen: Heute gibts im Rahmen der Aktion “Blogger schenken Lesefreude” (wie auch schon 2014 und 2015) ein paar Bücher zu gewinnen.

Letztes Jahr hatte ich nach dem ersten Satz eines naheliegenden Buchs gefragt und Eurem Buch für die einsame Insel, das war spannend und produzierte diverse Lesetipps.

Heute gibts ein kleines Quiz: Es folgen die ersten Handlungssätze der vier Bücher, die ich verlose – wer mitmachen möchte, muß diese Sätze den verschiedenen Büchern zuordnen (Bei vielen Büchern gibt es Vorsätze, Vorwörter, Widmungen, Pseudokapitel. Ich habe den ersten echten Satz gewählt.)

Hier die Sätze:

1) “Was ist das?” fragte Niketas, nachdem er das Pergament in den Händen herumgedreht und einige Zeilen zu lesen versucht hatte.
2) “Heute ist es so weit!”, sagte sich Cate Perry begeistert, während sie sich dranmachte, ihre Lieblingsziege zu melken.
3) Aliide Truu starrte die Fliege an, und die Fliege starrte zurück.
4) Alexandria! Endlich! Alexandria, ein Tropfen hellen Taus, Speichel weißer Wolken.

Nicht wirklich schwer, wie mir grade auffällt…:-)

Und hier die Bücher:

A) Miramar von Nagib Machfus (der Nobelpreisträger schreibt die Geschichte einer kleinen Pension – übrigens eine Spende von Frau Kinderdok)
B) Fegefeuer von Sofi Oksanen (eine kleine Saga aus Estland – packend und politisch)
C) Baudolino von Umberto Eco (Historien-Roman des großen Italieners)
D) Verschlungene Pfade von Anne McCullagh Rennie (für die verliebten Träumer – übrigens eine Spende der Schwiegermutter)

– Du musst ansonsten nur Deine E-mail-Adresse und Nickname im entsprechenden Feld und den Buchwunsch (gerne auch “egal”, gewinnen kann jeder aber nur eins…) in der Kommentarzeile hinterlassen. Die E-mail-Adresse ist nur für mich sichtbar und wird – wie auch die postalische Adresse bei Gewinn – später wieder gelöscht. Bitte keine Namensangaben, Adressen oder e-mail-Adressen direkt im Kommentarfeld (= für alle sichtbar) posten. Was Nettes schreiben ist aber immer drin.
– Wer keinen Buchwunsch postet, kriegt irgendein Buch der Liste.
– Es werden nur die Einsendungen berücksichtigt, die unter diesem heutigen Posting stehen, also da unten (⬇️). Das könnt Ihr aber bis zum 27.4.2016/23:59:59 Uhr machen (ich hab den Einsendeschluss etwas verlängert, für alle, die am Wochenende Besseres vorhaben, als Blogs zu lesen).
– Ein paar Tage nach dem 27.4. (sobald ich dazu komme) verlose ich die Bücher mittels random.org.
– Ich benachrichtige Euch per e-mail, eine Erwähnung mit Nickname gibts hier auf dem Blog natürlich auch. And the winner is…
– Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Viel Spaß, und… schau ruhig in der offiziellen Homepage vorbei, da gibt’s noch mehr zu entdecken.

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[Dieser Text enthält so genannte Affiliate Links – siehe Impressum]

Teaser: Welttag des Buches

Ich bin ja kein eigentliches Buchblog, aber mein Autor hier liest schon sehr gerne, und schreibt hie und da bescheidene Rezensionen und diese “Habe ich gelesen in diesem Monat”-Kolumne, also dann trotzdem:

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Wie schon 2014 und 2015 beteilige ich mich auch dieses Jahr wieder an der Aktion “Blogger verschenken Lesefreude” – zum Welttag des Buches am 23.April 2016. Ich schreibe hier noch ins Unreine, soll nur ein Appetithäppchen sein, deshalb weiß ich nicht, welche Aktion genau am 23.April hier über die Bühne geht. Aber Bücher zu Verschenken gibt´s… auf jeden! Wer solange schmökern will, welche tollen (jahaa: echte Bücher-)Blogs noch so bei der Aktion mitmachen, sei die Teilnehmerliste mit Links (>250) empfohlen.

Also – schaut wieder rein und … Lest!

Besinnung im alltäglichen Grippewust

Jedes Kind ist speziell, jeder Virus auch, jede Mutter, jeder Vater, jede Familie. Jeder Fieberverlauf nimmt seinen eigenen Gang, jeder Rotz, jeder Husten, jedes Zipperlein. Jede Minute, die Eltern am Bett ihres Kindes verbringen, spät in der Nacht, mit der kühlen Hand auf der heißen Stirn oder massierend über den wehen Bauch. Jede Ohrenweh sind eigen, jedes Halskratzen, jeder müde, flaue und schmerzende Kopf. Jede Stich der Impfung, jede Blutabnahme, jede Sorge, weil vierzig Grad Fieber, jedes Schreien in der Nacht, jede Blähung, jede Kolik, jedes rote Auge. Jeder Schreck am Morgen, wenn die Nase blutet oder das Kind weinend auf der Toilette verbringt, weil der Magen das Frühstück nicht mehr hält.
Jedes Mal scheint der Verlauf gleich, doch jedes Mal ist er neu.
Die Flut der Kinder, die in die Praxis kommen, jede mit dem gleichen oder ähnlichen Wehwehchen, jeder Anruf scheint genauso, jede Frage der fMFA, jede Terminvereinbarung, jede Vertröstung, dass die Praxis erst zum späten Nachmittag einen Termin hat, jedes Bedauern, dass sie womöglich gar keinen Termin mehr anbieten kann.
Bei jedem Türeöffnen, dem hundertsten Mal an diesem Tag, bei jedem Erfragen des Verlaufes, der Symptome und des Befindens bedeutet es, da zu sein, frisch zu sein, interessiert zu sein, wachsam zu sein, zuzuhören, neu zu hören, neu zu tasten, neu zu sehen, abzuwägen, neu zu ordnen und neu und individuell und speziell zu entscheiden, zu beraten und zu verordnen.
Besinne Dich, Doc, auf das tägliche Neuerleben in jeder Familie, bei jedem Kind, bei jedem Patient. Die Menge verklärt den Blick auf das Einzelne. Das Alltägliche Deiner Praxis ist nicht das Alltägliche Deiner Patienten. Dein eigenes Kranksein magst Du vielleicht selbst einordnen in der profanen Grippewelle, wenn Du Dich selbst bei Dir Doktor nennst, aber als Patient bist Du spätestens dann so alltäglich wichtig wie jeder andere auch. Erwartest Du das von Deinem Gegenüber, dann erwarte das auch von Dir. Jeden Tag.

Lest keine Blogs. Geht wählen, SaAn, RhPf und BaWü!

o.T. 😎

“Tablets isolieren Kinder”

Child with Apple iPad

“Sprachentwicklung fördern: Häufig vorlesen und High-Tech-Spielzeug reduzieren

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Vorlesen fördert die Sprachentwicklung, während High-Tech-Spielzeug sie möglicherweise verlangsamen kann. Denn einer Studie der Northern Arizona Universität zufolge nimmt technisches Spielzeug zwar die Aufmerksamkeit eines Kindes gefangen, kann aber nicht die Qualität einer Wechselwirkung zwischen Eltern und Kind herstellen. Die verbale Entwicklung eines Kindes hängt vom Austausch mit Erwachsenen und Gleichaltrigen ab.

„‘Interaktives Vorlesen‘, d.h. auf Äußerungen des Kindes zu reagieren, Fragen zu stellen, Erklärungen anzubieten, Beispiele zu geben, über das Gehörte bzw. die Bilder zu sprechen, stimuliert schon sehr früh die sprachliche und geistige Entwicklung des Kindes“, erklärt Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des Expertengremiums des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) bei http://www.kinderaerzte-im-netz.de. Schon Einjährige reagieren während des Lesens mehr mit sprachähnlichen Lauten, und Mütter geben ihren Kindern dabei auch häufiger Rückmeldungen als bei anderen Spielen.

Tablets dagegen isolieren Kinder, so dass sie nicht lernen können, ihre Emotionen zu regulieren und mit anderen Kindern zu spielen. Alles, was das Kind perfektioniert, ist der Umgang mit einem Tablet sowie die Bedienung eines Touchscreens. Inhalte werden dadurch kaum vermittelt. „Durch Vorlesen können Eltern neben der Sprachkompetenz auch Einfühlungsvermögen, Fantasie, abstraktes Denken und Gedächtnis anregen“, so Dr. Fegeler. Haben Eltern keine Freude am Vorlesen, so können sie bei anderen Tätigkeiten, wie z.B. Puzzle-Spielen, die Sprachentwicklung ihrer Kinder unterstützen.”

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Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V.

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Frage an die erlauchte Leserschaft:
– Ab wann habt Ihr den Kindern Handys und Tablets in die Hand gedrückt?
– Besser Vorlesen als Kassetten CDs Spotify hören?
– Welche Regeln gab/gibt es, um den Konsum der neuen Medien zu steuern oder einzuschränken?
– Sind das alles nur übertriebene Ängste von alten Kinderärzten, wie man vor Jahrzehnten ebenso vor Fernsehen und den ersten Fernsprechern warnte? Erwartet Ihr von “uns”, dass wir Eltern z.B. bei den Vorsorgeuntersuchungen beraten im Umgang mit Tablets oder Handys?

(c) Bild bei Flickr/Intel Free Press

Gadgets, die Dein Kind schon immer brauchte

Das letzte Bild in dieser Reihe veranlasste mich zu einer wilden Tour durchs Netz
– was wird alles für Schrott angeboten, um Kinder…, mmh, … zu ärgern?

Viel Spaß:

Interessant dabei: Kinder erlernen auch ohne den ganzen Schund das Laufen.
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Eine Schnullerrunterfallschutzautomatik. Damit der böse böse Schmutz nicht an das Sabberteil kommt. Naja. Besser als Abschlecken.
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Was ist das? Ein Strohhalmverlängerungs-Gadget für das Auto? Oder ein Stillhalte-Immer-was-zum-Saufen-Teil? Oder ein Nonstop-Nieren-Spül-Gerät?
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Das heißt tatsächlich iPotty. Kommentar überflüssig. Fortsetzung am Ende dieses Artikels.
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Hundeleine für große Hunde, also, Kinder. Ich konnte die Variante mit dem Halsband leider nicht finden. Wie schade.
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Ok. Das ist ja prinzipiell nicht übel. Schließlich soll der junge Mann das Zielen üben. Gibts auch in anderen Varianten. Aber, äh, Hallo? Wollten wir nicht, dass sich die Jungs *hinsetzen*?
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Noch was zum Anleinen und “Laufenlernen”. Bitte, Leute: Stützräder fürs Laufen, oder was soll das sein?
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Der Klassiker. Wird hier überall noch verkauft. Sogar unter dem schönen Begriff “Lauflernhilfe”. Ergebnis: Späteres Laufen, Spitzfüße, Stürze auf der Treppe, Querschnittslähmungen (tatsächlich passiert). Abschaffen. Verbieten.
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Und der Auslöser für das Ganze hier. Die iPad-Halterung für die Wippe (die ist alleine schon blöd für die motorische Entwicklung).
Die Amazon-USA-Kommentare schwanken zwischen Entrüstung und Begeisterung (wenn man das Teil für “handicapped” Kinder einsetzt, für die solche Halterungen ein Vermögen kosten, wenn sie nicht von F.ish.er.Pri.ce sind).
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Ich habe auf die Verkauflinks verzichtet. Spart Euch das Geld. Kauft lieber eine schöne Krabbeldecke. Achja: Und die Schnullerthermometer, die Blumenstirnbänder und Schnullerketten, geschweige denn Bernsteinkettchen habe ich mal gar nicht erst erwähnt… , die mögen nur die Kinderärzte nicht, aber schaden tun sie nicht wirklich.

Ei

Mutter: “Ich möchte keine Flouretten geben, die Hebamme hat gesagt, die Nachbarin warnt im Internet steht, das sei schädlich.”
Ich: “Warum?”
Mutter: “Schließlich ist Fluor ein Nervengift.”
Ich: “Ja, das mag sein, aber Sie geben doch gar kein Fluor.”
Mutter: “… genau, weil die Hebamme …”
Ich: “Sie geben Fluorid.”
Mutter: “Ist das ein Unterschied?”
Ich: “Ja, ungefähr so wie zwischen Schwimmbad und Frühstücksei.”
Mutter: “?”
Ich: “Im Schwimmbad wird das Wasser gechlort, das Gas kann in hohen Mengen schon gefährlich sein. Auf das Frühstücksei machen Sie Chlorid.”
Mutter: “Ich esse mein Frühstücksei mit Salz.”
Ich: “Richtig. Und Speisesalz ist Natriumchlorid. Das ist ein Salz genauso wie Fluorid.”
Mutter: “Achso. Aber ich nehme immer das Himalaya-Salz. Ohne Jod. Und ohne Fluor.”

Ok, ich habe den Dialog etwas komponiert aus zwei Gesprächen mit verschiedenen Eltern. Meist einigen wir uns in solchen Fällen auf
– Fluor mit Vitamin D als Tabletten ab der zweiten Woche, ab dem ersten Zahn putzen der Zähne mit Wasser, sobald das Kind die Zahnpasta ausspucken kann, darf mit fluoridhaltiger Zahnpasta geputzt werden (kinderärztliche Empfehlung) oder
– Vitamin D als Tabletten für zwei Jahre, Fluor in Zahnpasta ab dem ersten Zahn (zahnärztliche Empfehlung) oder Fluoretten.

Wer allerdings weiß, wie effektiv man Kleinkindern die Zähne putzen kann, dürfte die erste Variante die sicherere Fluoridierung der Zähne bringen. Aber die Mär des Nervengiftes geistert weiter durchs Netz.

(Chemiker dürfen in den Kommentaren gerne die genaueren Zusammenhänge darlegen, wir Mediziner belegen da ja nur einen Grundkurs im Vorstudium.)

Empfehlungen der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin

Säuglinge haben keinen Schnupfen

… ok, diese Aussage dürfte etwas übertrieben sein, weil hie und da – vor allem bei älteren Geschwistern in der Familie, oder wenn Mama selbst dick erkältet ist – kann sich auch mal ein Säugling einen Schnupfen einfangen, aber zumindest für Neugeborene (noch eine Einschränkung) gilt: Säuglinge haben keinen Schnupfen.

Trotzdem machen die ständig Krach. Wer das erste Mal als frische Elter einem Neugeborenen beim Atmen zugehört hat, kann es mit der Angst bekommen: Da knarzt und knorzelt es, da hechelt und seufzt es, da wird geschluckauft und gespuckelt, gehüstelt und geräuspert, dass es eine Freude ist. Das Problem ist Anatomie. Die Nasengänge sind recht eng, der Kehlkopfdeckel noch locker und “weich”, außerdem muß Kleinbobele erst einmal lernen, Luft zu atmen, vorher gab´s ja nur Fruchtwasser.

Neugeborene können gut atmen und dabei trinken, uns fällt das schwer, weil sich unser Kehldeckel fest verschließen muß, sonst würden wir uns beim Trinken ständig verschlucken, also Flüssigkeit in die Luftröhre aspirieren. Dass dies trotzdem mal beim Baby passieren kann, muß Eltern nicht beunruhigen: Getrunkene Milch kann am Kehlkopf reizen, das Baby muß husten, um die Fremdflüssigkeit wieder nach oben Richtung Speiseröhre zu befördern. Manchmal bleibt – nach dem Aufstoßen, oder auch Stunden nach dem Trinken – Milch im Nasen-Rachen-Raum zurück, was verspätet zu Hustenreiz führt. Da kommt mitunter auch Milch aus der Nase.

Niesen und Husten sind Schutzreflexe des Körpers. Es juckt ein Staubkorn oder das Rasierwasser des Vaters, da ist ein Kältereiz der Luft draußen oder ein Reiz der trockenen Heizungsluft drinnen – die Schleimhäute der Luftwege müssen ständig reagieren, ihre Durchblutung schwankt, die Sekretion wechselt, Fremdstoffe wie Stäube oder Düfte sollen vom Körper hinausbefördert werden, das Baby niest. Geht´s eine Etage tiefer, wird gehustet. Nochmal: Das ist noch lange kein Schnupfen. Auch ein “Rasseln” ist vielfach nur Schleim oder der Kehlkopfdeckel, der beim Atmen vibriert.

Dennoch gibt es Dinge zu beachten: Hat ein Neugeborenes Probleme beim Trinken, ist die Koordination des Atmens und Trinkens gestört, sollte man der betreuenden Hebamme oder dem Kinderarzt Bescheid geben. Mitunter helfen Kochsalznasentropfen, um die Nasenschleimhäute etwas anzufeuchten oder vertrockneten Schleim (= Popel) zu entfernen. Muttermilch soll auch immer helfen, klar, ist auch Flüssigkeit. Manch sämig-dicke Muttermilch kann aber auch die kleinen Nasengänge verstopfen.

Säuglinge haben keinen Schnupfen.
Das ist übertrieben, aber in der Mehrzahl der Fälle sind verstopfte Nasen durch die Umwelt bedingt. Kränkelt das Kind wirklich, kommt in aller Regel ein schlechter Appetit oder Fieber hinzu. Ändert sich der Husten, ist das Baby sehr blaß oder bekommt ein bläulich-violettes Gesicht – Bitte umgehend einen Arzt aufsuchen. Das gilt natürlich auch bei jedem Verdachtsmoment, oder wenn man sich unsicher ist. Da muß niemand den Kinderarzt schonen :-)  – auch in der Praxis beruhige ich lieber die Eltern, das alles ganz normal ist, als dass ich mich sorge, dass Eltern zu lange gewartet haben. Spätestens beim zweiten Kind kennen die Eltern dann den “Säuglingsschnupfen”.

#12von12 im Februar

Ein guter Tag gestern für die Aktion der 12von12, ich hatte frei, wie passend, sonst könnte und dürfte nicht die ganze Zeit nur Bilder aus der Praxis veröffentlichen. Also denn, hier die Zwölf vom gestrigen Tag:

Reste des Frühstücks:

Reste des Aufräumens:

Lecker Mittagessen – das hier nennt sich Broccoli-Lauch-Quiche:

Kurz ins Krankenhaus, trotz des freien Tages, also Parkplatzsuche. Ja, so anheimelnd einladend sieht das hier aus:

Reste des Geburtstages:

Der Nachmittag ganz dem Relaxen vor dem Wochenende gewidmet:

Klassische ZEIT-Lektüre. Natürlich heute mit Willemsen-Nachrufen. Roger Willemsen, mit dem ich auch irgendwie groß geworden bin und von dem ich trotzdem so wenig weiß. Erhellende Artikel.

Und zum Relaxnachmittag der Relaxkaffee:

Trotzdem ruft die Pflicht, freitagnachmittags Einkauf. Und auch wenn hier gerne El.mex als Zahnpasta genutzt wird, von Verpackungsmüll haben die auch noch nichts gehört, zum Karton nun auch noch diese Zusatzpapplasche. Demonstrativ eine andere Zahnpasta genommen. Protest!


Ausgelesen am Relaxnachmittag, meine wöchentliche graphic novel. Diese hier war wunderschön, auch wenn ich vielleicht nicht ganz die Zielgruppe bin. Hab’s der großen Tochter mal auf den Schreibtisch gelegt.

Den Abendtee haben wir – wie früh im Jahr – auf der Terrasse eingenommen. Naja, war doch etwas zu kalt. Aber der Tee schön heiß.

…. und den Abend ausklingen lassen mit TV ….

Vorherige ältere Einträge

1. Platz in Kategorie Baby und Kinder bei den Hitmeister Superblogs 2012
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