Durchblick

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Ich: „Und seit wann hast Du die Kopfschmerzen?“
Erik-James: „Jetzt am Wochenende und am Ende der Schule.“
Ich (nach zahlreichen neurologischen Anamnesefragen und entsprechender Untersuchung): „Dann solltest Du mal zum Augenarzt gehen, vielleicht brauchst Du eine Brille.“
Vater: „Oh, eine Brille hat er.“
Ich: „Achso?“
Vater: „Ja, schon seit einem halben Jahr.“
Ich: „Aber Du hast sie jetzt nicht dabei.“
Erik-James: „Soll ich nur in der Schule tragen oder bei den Hausaufgaben.“
Ich: „Warst Du denn heute in der Schule?“
Erik-James: „Ja.“
Ich: „Und jetzt hast Du wieder Kopfweh?“
Erik-James: „Ja, seit der sechsten Stunde.“
Ich: „Brille nicht getragen?“
Erik-James: „Nee.“
Ich: „Ok. Letzte Frage. Ich glaube, ich kenne schon die Antwort.“
Vater: „Ja?“
Erik-James: „Ja?“
Ich: „Warum hast Du denn Deine Brille vor einem halben Jahr bekommen?“
Erik-James: „Ich hatte immer so Kopfweh…“

(c) Bild bei Pixabay/RondellMelling (Creative Commons)
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Tolle Spritze

thumbs up

Mutter, Kinderdok, Bobele (knapp sechs Jahre alt) – Letzterer strahlt mich an, als er durch die Türe kommt.

Bobele: „Oh, das ist aber alles schön bunt hier.“
Ich: „Äh … ja, danke!“
Mutter: „Ja, er ist grad auf dem Loben-Trip. Alles ist toll und schön.“
Bobele: „Wow, das ist aber eine tolle Liege.“
Mutter: „Sehen sie?“
Ich: „Spitze. Mensch, Bobele, du bist aber nett zu den Leuten.“
Bobele grinst sich eins.
Ich: „Ok. Trotzdem gibts heute eine Impfung. Weißt du ja.“
Bobele: „Klar. Kein Problem.“
Ich: „Ok, also, Achtung. Eins – zwei – drei. … fertig.“
Bobele verklemmt sich eine Träne: „Aua. Das hat aber jetzt … “
Kurzes Schlucken.
Bobele: „Das hat gar nicht weh getan.“
Ich: „Siehste. Du warst richtig tapfer.“
Bobele: „Mmh. Ja. Das war eine gaaanz tolle Spritze.“

Schon recht, Bobele, jedes Loben darf mal ein Ende haben.

(c) Bild bei Flickr/Anthony Kelly (CC Lizenz)

Die Prinzessin mit dem Bart [irgendwie Werbung]

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Heute lest Ihr einen Gastbeitrag von Elisabeth, sie hat mir geschrieben und mich auf ein Crowdfundingprojekt hingewiesen, das ich hiermit gerne unterstützen möchte:

„Lieber Kinderdok,

es geht um ein Crowdfunding-Projekt des Kinderbuchautors Martin Auer, in das ich nicht involviert bin (wiewohl ich den Autor von ein paar Lesungen kenne und auch Freunde habe, die ihn wirklich gut kennen und entsprechend schätzen), das ich aber für ein sehr wichtiges und unterstützenswertes halte.

Dieses Buch WÄRE sein dreißigstes, seine bisherigen sind in renommierten Verlagen erschienen und er hat auch bereits einige Preise dafür bekommen, dieses Buch aber wollen die Verlage nicht herausbringen, weil angeblich die Zeit dafür noch nicht reif ist.

Das Buch, „Die Prinzessin mit dem Bart“, ist nämlich insofern anders, als der Prinz nicht die Prinzessin heiratet, sondern einen anderen Prinzen.

Daher versucht Martin Auer nun, es per Crowdfunding herauszubringen.

Mehr dazu vom Autor persönlich hier: https://www.startnext.com/prinzessin-mit-dem-bart oder das Video direkt auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=WvS5cGsSkC4&t=43s

Seine Mittel, die Idee öffentlich zu machen, sind sehr begrenzt, und er hat jetzt etwa 75% dank des Crowdfundings beisammen. Die Crowdfunding-Aktion läuft noch bis Mitte November, und es wäre schön, wenn er es noch schaffen könnte bis dahin, denn dann kann das Buch in den Druck gehen.

Ich habe mit dem Projekt nichts zu tun, er hat mich auch nicht darum gebeten, aber ich mache das aus Überzeugung.

Mit freundlichen Grüßen

Elisabeth“

Stellen Sie immer offene Fragen, dann bekommen Sie mehr Auskünfte.

Question mark in Esbjerg

„Guten Morgen, na, was hat denn Ihr Bobele?“
„Das wollen wir von Ihnen wissen…“ — ja, Danke. Kenne ich schon.
„Und was führt Sie zu mir in die Praxis?“
„Der spuckt die ganze Zeit.“ — Im Moment nicht.
„Wie oft denn bisher?“
„Öfters schon.“ — So genau wollte ich es gar nicht wissen, doch, doch, eigentlich schon.
„Ja, ok, einmal seit heute morgen oder mehrmals?“
„Ziemlich oft.“ — Aha.
„Also häufiger als dreimal oder eher zehnmal?“
„Immer, wenn er was gegessen hat.“ — Jetzt kommen wir der Sache näher.
„Und wieviel hat er heute gegessen?“
„Der isst ja gar nichts mehr.“ — Falsche Fährte.
„Also hat er dann gar nicht gespuckt, wenn er gar nichts mehr isst und immer nur beim Essen spuckt?“
„Nenene, der hat schon ganz schön oft gespuckt.“ — Return to Zeile 4.
„Ok. Wann hat er denn zuletzt gespuckt?“ (Neuer Versuch, andere Fährte).
„Gestern abend.“ — Na dann.
„Und seitdem nicht mehr?“
„Nein. Aber essen tut er auch nicht.“

Und.so.weiter. Je.Des.Mal.
Hinweg mit allen Theorien zu offenen und geschlossenen Fragen. Manchmal wundere ich mich nicht, dass manche Kollegen gar nicht mehr mit den Eltern sprechen, sondern das Kind nur noch untersuchen und durchwinken oder einweisen.

(c) Bild bei Flickr/Alexander Henning Drachmann (unter CC.Lizenz)

Spielen um halb zwei

Final night

Mutter: „Herr Dokter, ich habe ein Problem mit meinem Sohn, der hat eine Schlafstörung.“
Der junge Mann ist dreieinhalb Jahre alt.
Mutter: „Wissen Sie, der geht nach dem Fernsehen um 21 Uhr ins Bett. Da trinkt er noch seine Flasche, dann steht er um elfe wieder auf und kommt zu mir rüber und weckt mich, dass er jetzt spielen will.“
Ich: „Und dann?“
Mutter: „Dann will er puzzeln, oder er macht den Fernseher an oder die Rolladen hoch. Ich weiß gar nicht, was ich machen soll.“
Ich: „Was machen Sie denn, damit er das lässt?“
Mutter: „Ich spiele dann kurz mit ihm, er will das ja so. Aber Fernsehen oder Rolladen, da schimpf ich dann schon. Letztens lag ich im Bett und da hat er an meinen Augenwimpern gezupft, dann hat er gesagt, Mama, Du hast die Augen auf, los, spiel mit mir. So was…“
Ich: „Was kann ich da tun?“
Mutter: „Der hat doch was. Solche Schlafstörungen sind doch nicht normal.“
Ich: „Ich bin ja kein Pädagoge, sondern auch nur Vater, aber ist das vielleicht eine Frage der Erziehung?“
Mutter: „Meinen Sie? Achso…“

(c) Bild bei Flickr/Matt (CC Lizenz)

Zweitmeinungen und Kollegialität

Ich möchte mich hier ausdrücklich bei allen Kolleginnen und Kollegen entschuldigen, denen ich in meiner Laufbahn bisher Inkompetenz angedichtet habe, sei es dem Unfallchirurgen, der beim Platzwundenähen vergessen hat, den Tetanusschutz des Patienten aufzufrischen, sei es dem Assistenten in der Kinderklinik, der das Extremfrühgeborene am Freitag abend nach Hause entlässt, sei es dem niedergelassenen Hausarzt, der dem Dreijährigen Cef.uro.xim-Tabletten verordnete. Nur so als Beispiele.

Es gibt immer Gründe dafür, wie man handelt. Sei es Stress am Arbeitsplatz, Stress durch den Vorgesetzten, Stress durch den Patienten oder Stress durch (in unserem Fall sehr oft) Angehörige. Jeder kann seine Kompetenzen überschreiten, ein gutes Fehlermanagement gehört zum Arztberuf dazu wie Rezepteschreiben. Nur lernen muß man aus ihnen.

Ich schicke genug Patienten auf die Reise, am Wochenende, im Notdienst, in Vertretung, deren weiteren Krankheitsverlauf ich nicht mehr im Auge haben kann, da sie in der Regel woanders betreut werden. Fehler mache ich genauso. Wie schön, wenn dann eine freundliche und kompetent sachliche Rückmeldung käme, was nicht so optimal lief.

Deshalb schicke ich auch Patienten, die beim Facharzt versorgt werden (bei uns vor allem Pulmologen, Hautärzte, Chirurgen) zurück, wenn die verordnete Therapie nicht richtig fruchtet („der hat mir dies und das aufgeschrieben, aber. Das. Bringt. Ja. Gar. Nichts.). Wie soll der Kollege korrigierend eingreifen, wenn er den Erfolg (oder Misserfolg) seiner Bemühungen nicht wiedersehen darf? Ein zweite Meinung mag für den Patienten zwar eine zweite Chance sein, für den Erstbehandler ist sie es nicht. Im besten Fall bekommst Du eine ähnliche Diagnose, eine andere Therapie bekommst Du immer, denn die „Zweite Meinung“ hat den Vorteil des Nachbehandelns.

Ich werde mitunter auch um eine Zweitmeinung gebeten. Das begeistert mich nicht, weil ich zwar das Recht des Patienten dazu sehe, mich aber stets als Kontrollinstanz überhöht fühle. Ich greife nur selten in das vorgeschlagene Regime des Kollegen ein, sondern plädiere, wenn ich die Sachlage anders einschätze, das Gespräch mit dem Vorbehandler zu suchen.

Je weiter die Diagnostik- und Therapiekette dann gediehen ist, und es gibt Patienten, die Arzt nach Arzt und Heilpraktiker nach Heilpraktiker „durcharbeiten“, desto höher die Wahrscheinlichkeit, das allumfassende Heilmittel zu finden. Auf nichts anderem bauen ja viele Alternativverfahren auf. Die Zeit heilt vieles. Und der Homöopath darf ausprobieren, das ist Teil des Konzeptes. Aber ich schweife ab.

Fehler sind ok, Fehler sollten nicht wiederholt werden. Aus Fehlern kann jeder lernen. Also gestehen wir sie jedem zu. Was aber gar nicht geht: Über den Kollegen oder die Kollegin schlecht reden. „Das hätte Doktor Soundso aber anders behandeln müssen“ oder „sehen müssen“, „Was, das hat sie nicht erkannt?“ oder „Ich schreibe Ihnen mal was auf, was wirklich hilft.“ Ein absolutes NoGo. Wir sollten als Ärzte soviel Ehrgefühl und Kollegialität unserem Stand entgegenbringen, dass wir rhetorisch nicht entgleisen, sondern besonnen und nüchtern formulieren. Die Patienten werden es uns und dem Ärztestand danken.

Entschuldigung Kolleginnen und Kollegen für die bösen Gedanken, die ich Euch manchmal hinterher sende. Die Patienten haben davon nichts gehört.

Euer kinderdok

(c) bei flickr/sergio santos (unter CC Lizenz), Credit: http://nursingschoolsnearme.com

Vorsagen

Sehr unterhaltsam ist es immer, wenn Eltern bei den „grossen“ Vorsorgeuntersuchungen, also U7+, U8 oder U9 ihren Schützlingen Hilfestellung geben wollen. Ich frage ja dann dies und das und möchte ein kleines Gespräch mit den Kindern entwickeln, um Sprache, Auffassungsgabe und Reflektion zu überprüfen. die Eltern wiederum haben natürlich den Wunsch, dass ihre Kinder auch funktionieren, mitmachen und möglichst auch alles richtig machen, damit der Tüv-Stempel am Ende auch stattfindet.
Ich (zeige auf das Bild mit dem Hammer): „Und was ist das?“
Bobele: „…?“
Ich: „Hat der Papa bestimmt zuhause.“
Bobele: „…?“
Papa: „Ei, Bobele, das ist doch ein Hammer.“
Danke.
Ich (Zum Bobele): „Genau. Ein Hammer. Und wozu braucht den der Papa?“
Papa: „zum Nägel einhauen.“
Ja. Danke.
Und so geht das weiter.
Ich: „Was ist das für eine Farbe?“ (gelb)
Bobele: „Lot.“
Papa: „Nein, Quatsch, das ist gelb.“
Böser Blick vom kinderdok.
Ich: „Und das hier?“ (rot)
Bobele: „Glün.“
Papa: „Ah, ne, das ist jetzt rot.“
Böser Blick und ein kurzes Anraunzen durch den kinderdok.

Und so geht das weiter, bis das Bobele durch die Einwürfe des Vaters immer unsicherer wird – Merke: Bei Vorsorgen immer loben, nie kritisieren und schon gar nicht verbessern – und dann entsprechend „zumacht“, blockiert.
Wir kommen zur körperlichen Untersuchung. Kinderdok möchte sich den Mund ansehen. Lampe, freundliche Aufforderung, Mund bleibt zu. Logisch. Kinderdok müht sich langsam ab, mit allen verbalen und handwerklichen Tricks (einschließlich des unleidigen und unbeliebten Spatels) – der Mund bleibt zu.
Ich (zum Papa): „Jetzt dürfen Sie mal was sagen.“
Papa: „Ach, jetzt soll ich? Ich dachte, ich darf nichts sagen?“
Ich: „Doch. Sie sollten nicht vorsagen und auch nicht verbessern, aber Auffordern zum Mundaufmachen, das dürfen Sie in ihrer väterlichen Autorität schon.“
Papa: „Der macht doch eh, was er will.“
Ja. Stimmt. Ganz der Vater. Merke: Kein Kind wird kooperieren, wenn´s die Eltern nicht selber tun.

 

Servicewüste Kinderarztpraxis

Telefon

 

Vater: „Ja, hallo, meine Frau ist krank, und kann nicht auf meinen Sohn aufpassen, deshalb muß ich zuhause bleiben und brauche eine Krankschreibung.“
fMFA: „Was hat denn Ihr Sohn?“
Vater: „Nichts, der ist gesund, aber meine Frau ist krank.“
fMFA: „Oh, Sie haben die Kinderarztpraxis Dr. kinderdok gewählt.“
Vater: „Ja, das weiß ich, ich brauche eine Krankschreibung, für den Arbeitgeber, dass ich zuhause bleiben kann.“
fMFA: „Aber Ihr Sohn ist nicht krank.“
Vater: „Das sagte ich schon. Meine Frau ist krank. Und. Ich. Muss. Deswegen. Zuhause. Bleiben.“
fMFA: „Tut mir leid, aber wir können nur eine Bescheinigung für den Arbeitgeber rausschreiben, wenn Ihr Kind krank ist und Sie deswegen zuhause bleiben müssen.“
Vater: „Meine Frau ist krank.“
fMFA: „Ich habe das verstanden, aber solange Ihr Sohn nicht…“
Vater: „Wissen Sie was? Mein Sohn ist krank. Ich brauche eine Bescheinigung, dass ich zuhause bleiben kann. Für den Arbeitgeber.“
fMFA: „… und was hat Ihr Sohn. Wann haben Sie denn Zeit vorbeizukommen, um ihn untersuchen zu lassen?“
Vater: „Geht´s noch? Jetzt soll ich auch noch vorbeikommen?“

(c) Foto bei Flickr/Idaponte (unter CC BY-SA 2.0)

Paul möchte ins Spielzimmer

Paul ist ganz irritiert.

Eigentlich dachte er, dass er mit Mama nur auf den Spielplatz geht oder in den Laden mit den vielen bunten Sachen im Regal und den Leckerlis am Ausgang. Da darf er immer in dem Auto sitzen, mit Lenkrad!, und Mama fährt ihn durch die hohen Gänge, in denen es mal kalt ist und mal warm, mal richtig gut und mal doof. Lustig, wenn die anderen Leute beseite springen, wenn er kräht.

Da fahren sie immer hin, wenn sie fahren, wenn Mama ihn auf dem Rücksitz festmacht in dem engen Sitz, bei dem man nur den Vordersitz sieht und schräg das Ohr von Mama. Sonst nichts. Vor dem Fenster hängt Winnie Puh, dabei schaut Paul viel lieber nach den anderen Autos.

Sie sind nicht zum Spielplatz gefahren, und auch nicht in den Laden, und auch nicht zur Oma Gerda mit den Katzen, sondern halten vor dem Haus mit den bunten Klappfenster und den Kinderwagen vor der Tür. Das ist auch nicht der Kindergarten, wo seine grosse Schwester hingeht. Das ist was anderes.

Mama hat was von Ausziehen und Messen gesagt, von Unter und Suchen und Spielen und anderen Sachen, die er nicht verstanden hat. An der grossen Theke sitzen zwei Frauen, die mit Mama reden, Mama holt ihre Tasche mit dem Geld raus und gibt der einen Frau ein Plastik und dann sollen sie gleich. Dabei sieht Paul in dem Zimmer direkt neben der grossen Theke ganz viel Spielzeug auf dem Boden liegen, Bücher und zwei andere Kinder, die da spielen. Da darf er nicht rein. Er soll „gleich mitkommen“.

Paul zieht Mama zu dem Zimmer mit dem Spielzeug. Da möchte er gerne rein. Mama sagt ihm, es sei keine Zeit und alles sei nicht so schlimm und er könne gleich noch spielen. Stattdessen zieht sie ihn in einen anderen Raum, der ist langweilig, und fängt an, sein Bob-Baumeister-T-Shirt auszuziehen. Dabei ist es gar nicht warm hier. Und ins Bett geht er hier auch noch nicht. Die Schuhe und die Hose auch. Die Frau von der Anmeldung kommt wieder herein und sagt, er soll sich auf das schwarze Ding an der Wand stellen. Das mag Paul nicht. Es wackelt bestimmt. Und dahinter steht noch etwas großes Langes, das will die Frau ihm auf den Kopf schieben. Nein. Das muss nicht sein. Außerdem macht das die Frau. Dabei soll das Mama machen. Sagt er auch.

Sie hören ihn nicht. Die Frau stellt ihn auf das Ding. Es wackelt. Hat er gewusst. Das Gefühl im Bauch wird grummelig, er merkt, wie er weinen muss, weil er das nicht will und weil Mama ihm dann bestimmt hilft. Die kommt auch, nimmt ihn auf den Arm, spricht irgendwas mit ihm, was er gar nicht wirklich hört. Dann stellt sie ihn wieder auf das Ding. Das wackelt. Paul ist jetzt sauer und schreit laut, weil, dann geht alles meist besser. Mama nimmt ihn wieder auf den Arm, also besser. Er schluchzt und wird leiser. Dann stellt ihn die Mama wieder auf das Ding. Kann er nicht bei ihr auf dem Arm bleiben? Dann wackelt es eben bei Mama und nicht bei ihm.

Später sind sie alleine im Zimmer und Mama spielt Puzzle und Steckspiele und zeigt ihm ein Buch. Dass er gerne wieder angezogen werden will, hat sie nicht interessiert. Paul ist irritiert. Und warum müssen sie jetzt hier rumsitzen und Puzzle spielen? Die gab es auch vorne in dem anderen Zimmer.

Ein Mann kommt durch die Tür. Wer ist das jetzt? Paul versteckt sich hinter Mamas Bein. Der Mann spricht mit seiner Mutter, Mama sagt, Paul soll „dem Mann“ Hallo sagen. Der spricht auch mit Paul, sagt Hallo und winkt ihm zu, die Hand, die er ausstreckt, will Paul nicht haben. Paul schaut lieber woanders hin. Vielleicht geht Mann ja wieder. Verkaufen tut der jedenfalls nichts.

Der Mann bleibt. Er spricht weiter mit Mama, schaut in das Gelbe Buch, das sie mitgebracht haben, fragt Mama viel, und Paul spielt in der Zeit mit den Puzzles. Hat er zwar schon zweimal fertig gemacht, aber dann eben nochmal. Der Mann steht auf. Mama nimmt Paul und setzt ihn auf die Liege am Fenster. Das Puzzle hält er gut fest. Vielleicht kann er dann weitermachen. Der Mann (wer ist das??) holt einen gelben Schlauch mit einem Plastikding aus der Schublade und drückt ihn auf Pauls Brust. Das kitzelt. Ach nein, der Mann kitzelt ihn dabei am Bauch. Das ist nett. Mama sagt, das sei ok so, er brauche keine Angst zu haben. Vielleicht doch, oder warum sagt sie das sonst? Paul hat keine Angst. Er möchte nur in das Zimmer mit dem Spielzeug.

Am Ende zieht Mama ihn wieder an. Paul musste Bilder erkennen und was sagen. Paul war sehr leise, so dass der Mann auch geflüstert hat. Da hat Paul ihn gar nicht mehr verstanden und hat die Wörter lauter gesprochen. Da hat der Mann gelacht. Fussball haben sie auch gespielt. Und die Puzzle musste Paul – nochmal! – zeigen. Hat der Mann das nicht gleich gesehen? Doof.

Sie sagen alle Tschüss zueinander, jetzt möchte Paul gerne noch zeigen, dass er auf einem Bein stehen kann, vorhin wollte er nicht. Jetzt schon. Aber der Mann hat ihm schon zum Abschied gewunken. Ach, vorher gab´s noch einen Luftballon. Paul mag den Geschmack nicht. Gummi. Mama und er gehen an der Anmeldung vorbei, er schaut nochmal in das Spielzimmer rein. Die anderen Kinder sind schon weg. Da wäre jetzt ganz viel Platz. Aber Mama sagt, sie haben keine Zeit. „Vielleicht beim nächsten Mal,“ sagt Mama. Das sagt sie immer.

Gemein

Ich hacke das hier kurz ins iPhone, weil mein PC… und das iPad… und, ach, egal. Das soll auch nur ein kurzes Statement sein, weil –

Ich: „Hui, Ihre Tochter hat aber ganz schön heftig ängstlich auf das Impfen reagiert, dabei ist sie doch schon acht. Da sollte sie das doch kennen, oder?“
Mutter: „Ja, nicht wahr? Und dabei habe ich ihr nicht mal was davor gesagt, dass sie eine Spritze kriegt.“

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