Auch elektrisch paffen Kinder mit

„E-Zigaretten nicht in Gegenwart von Kindern rauchen

Da der Dampf von E-Zigaretten gesundheitsschädliche Stoffe enthält, sollten Eltern nicht in Gegenwart ihrer Kinder rauchen und vermeiden, dass Kinder auch durch andere Menschen diesen Schadstoffen ausgesetzt werden.

E-Zigaretten sollten nicht in Gegenwart von Kindern geraucht werden, da Kinder durch den Dampf ebenso Nikotin ausgesetzt werden und sich dieses auf Oberflächen ablagert. Auch andere Stoffe, die als potenziell krebsauslösend und schädlich für die Atemwege gelten, sind im Dampf enthalten. „Eltern sollten deshalb weder im Auto noch zuhause E-Zigaretten verwenden“, rät Dr. Hermann Josef Kahl, Bundespressesprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Beispielswiese verbreiten E-Zigaretten Acetaldehyd sowie Acrolein. Beide Substanzen wirken reizend auf Haut und Schleimhäute und schaden dem Flimmerepithel in den Atemwegen. Sie stehen auch im Verdacht, Krebs auslösen zu können. Für das gesundheitsschädliche Chrom und Nickel wurden im E-Zigaretten-Dampf sogar höhere Werte als im Tabakrauch gemessen.

Da sich E-Zigaretten-Nebel aus ultrafeinen Flüssigkeitspartikeln zusammensetzt, können die Schadstoffe besonders tief in die Atemwege gelangen und sich dort vermehrt ablagern. „Wie sich das längerfristig auf die Gesundheit und die Atemwege von Heranwachsenden auswirkt, ist derzeit noch nicht abzuschätzen“, gibt Dr. Kahl zu bedenken. Einer aktuellen amerikanischen Umfrage zufolge sind nicht einmal jedem vierten Erwachsenen die Gesundheitsrisiken des „passiven Dampfens“ bewusst.“

Quellen: AAP, Kardiologe, Public Health Res Pract.“
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Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V.


 

In diesem Zusammenhang fordern wir Kinder- und Jugendärzte schon lange das Rauchen im Auto, wenn Kinder mitfahren, zu verbieten. Die Schotten sind da schon weiter. Trotz Brexit.

Wann immer Eltern sagen, sie rauchten ja nicht in der Gegenwart des Kindes, sehe ich die Kippe in der Hand meines autofahrenden Vaters. Der hätte das mit Sicherheit auch gesagt. Schließlich ist das Fenster offen, und es qualmt hinaus. Und die Balkone der Nachbarschaft sind bevölkert mit rauchenden Eltern, die sich im Anschluß Pullover, T-Shirt und Hose vom Leibe reißen, um sich neu einzukleiden. Ja, klar.

Schlafe stille…

n-tv und dpa berichten über ihre Online-Medien, dass „immer mehr Eltern“ ihren Kindern Schlafmittel geben würden. Valide Zahlen gibt es hierzu nicht, aber die Berichte zitieren die bayrische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) und den BVKJ in einer entsprechenden Stellungnahme. Dass dieser „Trend“ bedenklich sei, geschenkt. Wer würde dies schon gutheißen? Entsprechende Medikamente sind nicht ungefährlich, können zu Atemdepression und/oder -stillständen führen, ganz abgesehen von dem ethisch-sozialen Aspekt.

Sein Kind ruhig zu stellen, um „bloß mal wieder“ selbst schlafen zu können? Alle heben in Entrüstung die Hände, um sie kopfschüttelnd vors Gesicht zu schlagen. Eltern werden jetzt schnell verdammt, so etwas überhaupt in Erwägung zu ziehen. Aber der Leidensdruck ist oftmals sehr hoch. Durchwachte Nächte voll Ängste, was dem Kind fehle, fehlender Schlaf der – in der Regel – Mutter, Psychologie der Unzulänglichkeit und Ohnmacht der Handlungsversuche.

Aber natürlich ist es mit der zitierten Empfehlung des BVKJ-Sprechers Hermann-Josef Kahl, „wir empfehlen in der Regel den gnadenlosen Einsatz der Verwandtschaft“ statt Pharmaka nicht sehr weit her – wenn es so einfach wäre, das weinende Kind einfach der Oma oder wenigstens dem Vater in die Hand zu drücken, und alle seien dann zufrieden, na prima. Aber das greift doch sehr kurz.

Mehr Sinn macht da ein aufklärendes Gespräch über die Physiologie nebst Anamnese des Schlafrhythmus des Säuglings oder Kleinkindes und der ganzen Familie. Wann sind Ruhephasen, wann Aktivphasen, wie erkenne ich sie? Muß ich immer springen, wenn das Kind sich bewegt, sollte ich es vielleicht doch immer tun, denn Kind zeigen ihre Bedürfnisse im Weinen? Ganze Bücher werden darüber geschrieben, ganze Ambulanzen beschäftigen sich mit den „Schreikindern“ in entsprechenden „Schlaf-“ oder „Schreisprechstunden“.

Klar kennen wir Ärzte Substanzen, die beruhigen, naturheilkundliche, frei verkäufliche, bis hin zu rezeptpflichtigen, eine Wiedergabe würde den zitierten Trend unterstützen, also lasse ich das. Riskanter ist sowieso der Austausch darüber in Elternforen zu konkreten Medikamenten oder – natürlich immer dabei – passenden Glaubuli. Letzteres pharmakologisch weniger bedenklich, in der Interaktion aber ebenbürtig.

Die Dunkelziffer der „Behandelten“ dürfte nicht einschätzbar sein, wie üblich bei tabuisierten Themen. Anekdoten vom Oberarzt, der seine eigenen Kinder auf der Nordseeautofahrt ruhigstellt, oder der Vater, die stolz verkündet, er habe Mittel XYZ nachts um Drei verabreicht, weil „unerwünschte Nebenwirkungen auch mal erwünscht“ sein können, gibt es zu erzählen. Aber gibt es wirklich einen „Trend“ oder nur einen Sturm im Wasserglas? Eins ist sicher: Zur Sensibilisierung für das Thema ist eine Meldung dieser Art legitim. Oder ist die entsprechende Pressemitteilung des bayrischen Gesundheitsministeriums nur Aufhänger für das „neu aufgelegte Faltblatt ‚Hilfe für Eltern mit Schreibabys'“des Ministeriums?

Mein Kind schläft nicht – Infobroschüre der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin

10 Fakten zu… Scharlach

1) Eine Halsentzündung ist kein Scharlach.
80% der Halsentzündungen sind viral bedingt.

2) Eine Entzündung der Gaumenmandeln mit Streptokokken ist eine Streptokokken-Tonsillopharyngitis (früher -angina).
Kein Scharlach.

3) Der Nachweis von Streptokokken im Rachen ist eine Streptokokken-Besiedelung.
Dies ist keine Krankheit und kommt mitunter bei 25% der Bevölkerung vor.

4) Eine Streptokokken-Angina mit Hautausschlag in typischem Muster nennt man Scharlach.

5) Streptokokkeninfektionen werden mit einem einfachen Penicillin behandelt.
Es gibt keine Resistenzen.

6) Eine behandelte Streptokokken-Infektion ist noch ca. 24-48 Stunden infektiös.
Eine unbehandelte bis zu 2 Wochen.

7) Kriterien für eine Diagnosefindung und Behandlung finden sich bei McIsaac.
Gab´s hier schon einmal.

8) Streptokokken bieten keinen dauerhaften Immunschutz, man kann sich häufiger infizieren.

9) Streptokokken sind leider nicht impfpräventabel.
Das wäre mal was.

10) Die meisten „Wir haben Scharlach“-Fälle im Kindergarten sind vermutlich keine.
Siehe 1)-4)

Wer mehr wissen will.

Kein Tattoo vor Volljährigkeit

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte fordert:

„Junge Menschen sollten sich nicht vor ihrer Volljährigkeit tätowieren lassen

Wenn Minderjährige ein Tattoo wollen, brauchen sie für einen Vertrag mit dem Tattoo-Studio die Einwilligung der Eltern. Vor dem Gesetz gilt das Tätowieren von unter 18-Jährigen als eine Körperverletzung, die aber nicht bestraft wird, wenn die Eltern einwilligen, umfassend über die Risiken aufgeklärt wurden und der Jugendliche einsichts- und urteilsfähig ist.Mom Anchor

„Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) und die European Society of Tattoo and Pigment Research (ESTP) vertreten die Auffassung, dass sich junge Menschen nicht vor ihrer Volljährigkeit tätowieren lassen sollten. Denn es sind viele gesundheitliche, soziale und ästhetische Risiken zu bedenken“, warnt Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des wissenschaftlichen Beirats beim BVKJ. Wer in Deutschland ein Tattoo-Studio eröffnen will, braucht bisher noch keinen speziellen Befähigungsnachweis vorlegen. Tattoo-Farben müssen zudem nicht amtlich zugelassen werden. „Bei Hautkrankheiten wie Neurodermitis oder Schuppenflechte, bei Diabetes, bei Abwehrschwäche, bei Herzfehlern und bei Blutungsneigung (z.B. durch gerinnungshemmende Medikamente) raten wir generell von einer Tätowierung ab, da das Risiko für Komplikationen zu groß ist“, so Dr. Fegeler.

Interessieren sich Heranwachsende für Tattoos, sollten sie sich umfassend über die Risiken informieren, z.B. auf der Seite „Safer Tattoo“ (www.safer-tattoo.de/risiken.html) des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Bei Bedarf können sie sich auch von ihrem Jugendarzt aufklären lassen. Zwar ist in Deutschland das Risiko für die Übertragung von schweren Erkrankungen, wie infektiösen Lebererkrankungen (Hepatitis B und C) und HIV, selten, aber auch andere häufigere Virusinfektionen können über unsaubere Instrumente und Farben erworben werden. So können sich Warzen und Herpes nach einer Tätowierung ausbreiten. Bakterielle Infektionen können Abszesse entstehen lassen und im schlimmsten Fall auch zu einer Blutvergiftung führen.

In einer Übersichtsstudie an 3.411 tätowierten Personen klagten 6% über dauerhafte Beschwerden. Neben Narbenbildungen wurden auftretende Schwellungen, Papeln und anhaltender Juckreiz angegeben. Allergien gegen Farbbestandteile bzw. Konservierungsmittel können ebenso zum Problem werden. Die Behandlung solcher Unverträglichkeitsreaktionen, wie Ausschläge mit starkem Jucken, hat sich als schwierig erwiesen. Oft ist dann die Entfernung des gesamten Tattoos erforderlich.

Geschmack verändert sich im Laufe des Lebens

Befinden sich Teenager noch im Wachstum, so ändert das Tattoo später auch sein Aussehen, wenn es in die Länge und die Breite gedehnt wird. Dies gilt in jedem Fall, wenn die Faltenbildung einsetzt. Laut einer amerikanischen Umfrage bedauert jeder vierte Tätowierte zwischen 18 und 35 Jahren, dass er Tinte unter der Haut trägt. Als häufigste Gründe dafür wurde angegeben,

  • dass sie/er zu jung war, als sie/er ihr/sein Tattoo bekam,
  • dass sie/er sich verändert hat und das Tattoo nicht mehr zum gegenwärtigem Lebensstil passt,
  • dass das Tattoo im Zusammenhang mit einer Person steht, mit der man nicht mehr zusammen ist und/ oder
  • dass das Tattoo nicht professionell aussieht.

In Deutschland sind schätzungsweise acht bis zehn Millionen Menschen tätowiert.

Quellen: European Society of Tattoo and Pigment Research, The Harris Poll, Hautarzt

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Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V.

(c) Bild bei Mez Love/Flickr (Lizenz Creative Commons)

Ich wusste gar nicht, dass das ein so relevantes Problem ist unter Jugendlichen, wenngleich mir die Trend- und Modelinie gegenwärtig ist. Ein anderes Thema ist das Piercing. Insbesondere Nabelpiercings sind sehr verbreitet unter den jungen Mädchen, das Ohrenpiercen ist normal und gesellschaftlich anerkannt. Zahnschmerzen bekomme ich nur bei den Säuglingen, die bereits schier im Wochenbett gestochen werden.

5 plus 5 beste Mittel bei Erkältungen


1) Frische Luft
Die Zeiten, in denen kranke Kinder das Bett hüten mussten, sind vorbei. Egal, ob Fieber oder Husten, Rotz oder Durchfall – Kinder gehören an die frische Luft. Dies gilt auch nachts: Gut durchlüften, Heizung aus, vielleicht sogar bei offenem Fenster schlafen.

2) Nasentropfen
Die meisten Erkältungen sind nasenzentriert – sie beginnen über die Nase, dies ist die Haupteintrittspforte von viralen Erregern. Mit verstopfter Nase schläft es sich schlecht, der Mund geht auf, man hustet. Also: Nasentropfen 1-2x pro Tag, vor allem abends, damit das Kind gut schlafen kann. Aber nicht länger als eine Woche, sonst gewöhnen sich die Schleimhäute zu sehr daran.

3) Tee mit Honig
Warmer Tee mit Honig, auch Milch mit Honig toppt alle frei verkäuflichen Hustensäfte (Bitte nicht im 1. Lebensjahr). Darüber gab es sogar schon Studien. Man spare sich also das Geld für die werbegepushten „Schleimbagger“, egal ob mit Am.brox.ol, Efeu oder Primelwurz – Omas Hausmittel sind das beste.

4) Fiebermittel
Ein Streitpunkt, zugegeben. Fieber gehört zu Infekten dazu, man muss es nicht zwanghaft senken. Wer aber nicht schlafen kann oder (Ohren-, Hals- oder Kopf-)Schmerzen hat, darf Paracetamol oder Ibuprofen bekommen.

5) Hühnersuppe
Auch da gab es eine schöne Studie aus den USA – eine gute selbst gemachte Hühnersuppe nährt das Gemüt, die Kräfte und die Stimmung, und wirkt wohl entzündungshemmend.

Und:

6) Wunschkost
Wer krank ist und nicht gerade den Brechdurchfall hat, darf essen, was er/sie will. Kartoffelpuffer, Gummibärchen, Schokoküsse – egal. Da darf man es sich gut gehen lassen. Wer dann spuckt, hat Pech gehabt. Zurück auf Los.

7) Geschenke
Kinder freuen sich immer über Geschenke, besonders wenn sie krank sind. Also lieber sonst nicht zuviel und ständig Geschenke verteilen, aber: Wer mit Rotze nicht in den Kindergarten oder die Schule darf, sollte wenigstens mit Lego oder Playmobil bauen dürfen oder das neueste „Lustige Taschenbuch“ lesen. Wer liest heute noch das „Lustige Taschenbuch“? Egal. Die Überraschung zählt.

8) Ruhe
Wer krank ist, geht nicht in den Kindergarten oder die Schule. Nichts, was man da verpassen könnte, wäre es wert. (Dass die Eltern trotzdem arbeiten müssen, steht auf einem anderen Blatt.) Ruhe bedeutet auch Ruhe von lautem Geflimmer auf iPad oder Fernseher, stattdessen eine Vorlesegeschichte oder ein Hörbuch.

9) Wärme
Zum Beispiel mit No. 3) oder No. 4), aber natürlich vor allem durch Mama oder Papa im Elternbett in der Nacht. Was gibt´s Schöneres, als im dicken Kissen von Mama am Abend einzuschlafen, umgeben von deren Duft? Das bekommt sogar noch unser Teenager, wenn er krank ist.

10) Nähe
siehe 9), aber auch dank des Umtüttelns durch die Eltern oder die grossen Geschwister, vielleicht durch Omma und Oppa, vielleicht durch die Kuscheltierburg. Nähe ist Wärme ist Ruhe ist Wunschkost. Das ist, was der Körper braucht.

Achja: Und Susannchen braucht keine Globuli

Was ich den Unfallchirurgen schon immer mal sagen wollte

Stitch Composite

Liebe Kolleginnen und Kollegen der chirurgischen Zunft,

Ihr macht ganz tolle Arbeit: Eure Operationen sind einfach besser als meine, Eure Nähte und Klammerungen bei Wunden viel routinierter und hübscher, keine Frage. Viele von Euch können auch mit Kindern gut, basteln Gummihandschuhgesichter und benutzen bunte Verbände. Das ist alles ganz prima.

Kleine Anregung: Platzwunden könnt Ihr ja nähen oder mit Gewebekleber kleben oder auch mal Klammerpflaster benutzen, je nach Zustand der Wunde und Eurem Belieben, manche kleben eben lieber. Ist völlig ok.

Aber: Kombinieren muss man das nicht. Eine gut vernähte Wunde benötigt keine Klammerpflaster, schon gar keinen Histokleber oben drauf. Eine geklammerte Wunde wird auch so halten, dann muss das ganze nicht noch mit Sekundenkleber verziert werden (oder man benutzt gleich *nur* den Kleber).

Denn: Verdammt, ich muss die Fäden ziehen. Und wenn dann alles in einer einzigen Klebepampe verschwindet, macht das weder mir, noch dem Patienten wirklich Spaß. Das wollte ich mal anmerken. Vielleicht lest Ihr´s ja.

Achja: … dann war da noch die Sache mit den Haaren. Aber das ein anderes Mal.

Viele liebe kollegiale Grüße zum Nikolaus,

Euer kinderdok

(c) Bild bei Flickr/Pitt Caleb (unter Lizenz Creative Commons)

Lesepotpourri

Das letzte Lese-Posting ist tatsächlich schon fünf Monate her – trotz Sommerferienlektüre, Buchmesse und zwei bis drei Bücherflohmärkten bin ich nicht zu meiner Bücherrevue gekommen. Sträfliches Versäumnis.
Hier nun also im Schnelldurchlauf, meine Lektüre Juli bis November:

Bestimmt habe ich ein oder zwei Bücher im Rückblick vergessen – ein paar Graphic Novels zum Beispiel, aber vielleicht waren die auch nicht so gut, dass ich sie mir gemerkt habe. Die Bewertungen der letzten Monate entfallen.

Nur soviel:
Bestes Leseerlebnis – Andreas Pflüger – Endgültig
Bestes Non-Belletristikwerk – James Rhodes – Der Klang der Wut

Beides absolute Leseempfehlungen!

[Dieser Text enthält so genannte Affiliate Links – siehe Impressum]

Wenn das Kind unverträglich … isst

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„Ich glaube, meine Tochter ist unverträglich.“
„Das denke ich nicht, sie macht doch einen ganz umgänglichen Eindruck.“

Spaß beiseite: Die Frage von Eltern, ob ihre Kinder bestimmte Nahrungsmittel nicht vertragen, kommt pro Woche mehrmals vor, wenn nicht täglich. Säuglinge, die spannende Ausschläge präsentieren, Kleinkinder mit dickem Bauch und viel Pupsen, Kinder, die Nahrungsmittel ablehnen und Schulkinder, die Kopfschmerzen haben, regelmäßig Erbrechen oder dünnen Stuhlgang absetzen.
Keine Frage: Dies können alles Symptome sein für Unverträglichkeiten. Aber so häufig sind diese dennoch nicht.

Wir müssen ja mehrere Sachen unterscheiden: Tatsächliche Allergien, also IgE-vermittelte Reaktionen des Körpers auf bestimmte Lebensmittel (hier hat vorher eine Auseinandersetzung stattgefunden – klassisch: eine Nussallergie), dann nicht IgE-vermittelte Intoleranzen, wie die angeborene Zöliakie, bei der Gluten nicht vertragen wird. Dann gibt es Unverträglichkeiten, die im Darm entstehen, wegen mangelnder Verdauungsleistung (Laktoseintoleranz durch Laktasemangel) oder Probleme bei der Aufnahme in den Körper (z.B. bei Fructose). Diese können angeboren, aber auch passager sein (z.B. nach Durchfallserkrankungen). Ein weites Feld.

Eine Testung ist sehr schwierig. Natürlich gibt es vielerlei Möglichkeiten der laborchemischen Untersuchungen, wie Bluttests, auch Pricktests oder Atemtests, diese sind aber oft nur hinweisend und nicht beweisend für eine Unverträglichkeit. Dennoch stehen sie für die Eltern am Anfang jeglicher Diagnostik. Eine Blutabnahme muss doch den Beweis bringen.
Was beispielsweise gar nicht funktioniert: „Mein Kind verträgt bestimmt irgendwas nicht, es hat immer so [trockene/rote Haut, Durchfälle, Bauchweh]. Können wir da nicht mal Blut abnehmen?“ Leider braucht das Labor einen spezifischen Verdacht – also „Testet mal die Nüsse aus“ oder das Gluten oder Milch. Also führen wir manchmal einen RAST-Test durch, also eine Blutabnahme auf die häufigsten Nahrungsmittelallergien, wie Weizen, Milch, Ei, Nuss, Soja usw., am besten noch einen Test auf Zöliakie. Aber trotzdem bleiben Graubereiche.

Viel wichtiger ist in meinen Augen die Beobachtung, vielleicht unter Karenz des verdächtigten Nahrungsmittels: Für vierzehn Tage alle Milchprodukte auslassen oder jeglichen Fruchtzucker und dann beobachten, ob die Haut, der Durchfall oder anderes besser wird. Dann haben die Eltern und ich eine Arbeitshypothese, die ein Laborbefund eventuell festigen kann. Beweisend ist jedoch nach der Karenz dann die Belastung mit Stoff XYZ. Juckt die Haut dann wieder, ist das der klinisch sicherste Beweis für eine Unverträglichkeit.

Und dennoch gibt es Varianten: Manche vertragen diese Tomaten, jene nicht. Manche können ein Glas Milch trinken, essen sie noch einen Joghurt, kommen sie Bauchweh (typisch für einen Laktasemangel). Andererseits wiederum darf man eine Glutenunverträglichkeit nicht nach dem obigen Schema testen: Zwar werden die Symptome bei Glutenkarenz besser, aber ein Nachweis im Blut der entsprechenden Antikörper (Endomysium, Transglutaminase) funktioniert dann nicht mehr. Aber bei der Zöliakie sind genau diese sehr wichtig – denn die Sprue, wie man sie auch nennt, hat man ein Leben lang, d.h. Gluten muß ein Leben lang gemieden werden.
Bei den anderen Lebensmittelallergien kann man – vor allem bei Kindern – alle Jahre einen neuen Belastungsversuch starten, denn abgesehen von „hardcore“-Allergien wie Erdnussallergien, kann eine Lebensmittelunverträglichkeit im Laufe der Zeit besser werden.

Praktisches Vorgehen bei Verdacht auf eine Lebensmittelunverträglichkeit:
– Führen eines genauen Ernährungsprotokolls über drei bis vier Wochen (inklusive jeder, auch noch so geringer Zufuhr von Lebensmitteln), auch die Gutsle bei der Oma oder das Tauschfutter im Kindergarten oder der Schule nicht vergessen.
– Dazu parallel ein Symptomtagebuch: Haut, Bekömmlichkeit, Bauchweh, Durchfall etc.
– Gespräch mit Doc suchen, eventuell jetzt schon eine Blutabnahme oder einen Hautallergietest (machen Allergologische Ambulanzen) erwägen
– Alternativ, eher ergänzend: Bei überschaubarem Verdacht das (einzelne!) Lebensmittel meiden für zwei Wochen, die Symptome weiter protokollieren und wieder belasten.
– Nicht empfehlenswert: Generelle Auslassdiäten. Bei Heilpraktikanten sehr beliebt: „Dann lassen Sie mal die Eier, den Weizen und die Milch weg.“ Das hält sowieso niemand durch, und am Ende ist man nicht schlauer, was jetzt Schuld war.
– Ebenfalls abzulehnen sind dubiose Labortests, die suggieren, durch Schrotschuss-Diagnostik könne man dem Allergen auf die Spur kommen (z.B. IgG-Messungen). Ein tolles Geschäft für die Labors ohne pathophysiologischen Sinn.

Irgendwas ist ja immer. Trotzdem sollte man sich nicht verrückt machen, eine besonnene objektive Beobachtung führt eher zum Ziel als panische Diagnostik. Die Industrie ist auf den Zug der Unverträglichkeitsmoden schon längst aufgesprungen, das Lancieren von entsprechenden Artikeln in Gesundheitszeitschriften sensiblisiert zwar für das Thema, aber auch im negativen Sinne: Es scheint en vogue zu sein, bestimmte Lebensmittel nicht zu vertragen. Bevor dies jedoch Kindern unterstellt wird, schauen wir erst einmal genauer hin.

Nahrungsmittelallergie bei Kinderärzte-im-Netz
… und beim Deutschen Allergie- und Asthmabund DAAB
Unverträglichkeit ist keine Allergie (BZGA)

(c) Bild Wall_Food_10464 bei Flickr/Michael Stern, Lizenz Creative Commons

Wenn Weihnachten die Öle drohen

„Kinder- und Jugendärzte warnen vor ätherischen Ölen in Duftkerzen, -stäbchen und -lampen

Duftkerzen, Duftstäbchen und Duftlampen, die ätherische Öle verbrennen bzw. verdampfen, sind für Säuglinge und Kleinkinder gefährlich. Darauf weist der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hin.

Dr. Josef Kahl, Sprecher der Kinder- und Jugendärzte: „Auch wenn viele der Duftkerzen, -stäbchen und -lampen natürliche ätherische Öle enthalten, sind sie für Kinder schädlich. Durch die Verbrennung werden unter anderem Feinstaub, Ruß und zum Teil sogar Formaldehyd frei und verteilen sich in der Luft. Sie können die Haut und Schleimhäute reizen und auch Allergien auslösen.

Ätherische Öle in Gelform oder als Flüssigkeit können zudem von Kleinkindern verschluckt werden. Und wie bei Kerzen, so besteht auch hier Verbrennungsgefahr. Wo sich Kinder aufhalten, sollte man also auf die Aromatisierung von Räumen verzichten. Duftkerzen, -stäbchen und -lampen sowie die dazugehörigen Öle und Gels müssen unbedingt außerdem außerhalb der Reichweite von Säuglingen und Kleinkindern aufbewahrt werden.“


Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V.

Fisch fürs Baby

„Stillende Mutter: Zweimal pro Woche Fisch verringert Neurodermitis-Risiko beim Baby

Stillende Frauen sollten zweimal wöchentlich Meeresfisch – insbesondere fettreichen Fisch – verzehren und auf eine ausreichende Jodzufuhr achten.

Feeding MomentStillende Frauen sollten zweimal wöchentlich Meeresfisch verzehren, um das Neurodermitis-Risiko ihres Kindes zu verringern, davon einmal besonders fettreichen Fisch wie Hering, Makrele, Lachs und Sardinen. „Diese enthalten sehr viel Omega-3-Fettsäuren, die vorbeugend gegen allergische Erkrankungen wirken, wie in Studien nachgewiesen wurde. Diese Empfehlung wurde deshalb mittlerweile auch in der offiziellen Leitlinie für Allergieprävention aufgenommen“, erklärt Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des wissenschaftlichen Beirats vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) bei http://www.kinderaerzte-im-netz.de. Da größere Raubfische am Ende der Nahrungskette stehen und stärker mit Quecksilber belastet sein können, sollten stillende Mütter besser auf Hai, Thun- und Schwertfisch verzichten.

Der Fischverzehr der Mutter kann auch die Jodversorgung des gestillten Babys über die Milch unterstützen. Schon eine geringe Unterversorgung mit Jod kann sich u.a. negativ auf die Entwicklung des Kindes auswirken. „Um eine ausreichende Jodversorgung zu gewährleisten, sollten Frauen während der Stillzeit Jodsalz verwenden und Jodtabletten (100 Mikrogramm pro Tag) einnehmen. Wenn allerdings Schilddrüsenprobleme bekannt sind, ist eine vorherige ärztliche Beratung unerlässlich“, empfiehlt Dr. Fegeler. Um nicht versehentlich zu viel Jod einzunehmen und unter Umständen eine Schilddrüsenüberfunktion zu bewirken, ist es sinnvoll, getrocknete Algen und Tangprodukte zu vermeiden, die sehr hohe Joddosen enthalten können.“

Quelle: Monatsschrift Kinderheilkunde – Aktualisierte Handlungsempfehlungen für stillende Frauen


Dies ist eine Pressemitteilung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte BVKJ.

(c) Foto bei Flickr/Craig O Neal

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