Gesundheit für Kinder – Buchtipp [Werbung]

Das Buch habe ich schon häufiger hier erwähnt, vielleicht findet auch jemand noch die Erstempfehlung (ich habe es nicht geschafft), meine erste Wahl, wenn Eltern nach einem guten Buch über Kinderkrankheiten fragen:

Gesundheit für Kinder von Herbert Renz-Polster, Nicole Menche und Arne Schäffler

Es erschien wenige Monate nach meiner Niederlassung und hat mich gleich fasziniert, heuer erlebt das Buch seine neunte („überarbeitete“) Auflage und bleibt eine Empfehlung. Die Inhalte sprechen für sich: Prävention, Symptome und ihre Ursachen, Kinder mit Handicaps, Darstellung der Einzelerkrankungen und schließlich Erste Hilfe, schnell findbar am Ende des Buches und sauber rot abgesetzt.

Was gefällt?

Selten finden sich die wichtigen Dinge rund um die Kindergesundheit so gut zusammengefasst, sinnig gegliedert und gewertet. Tabellen zum schnellen Überblick, Cartoons und schöne Kinderbilder ergänzen die Auswahl, das Layout mit viel Farbe und dem „Kreidestil“ sind stimmig. Wer es braucht: Es finden sich genug Hinweise zu alternativen Heilverfahren.

Die Positionen zu denselben sind freundlich, es gibt Empfehlungen, aber es gibt auch gute Grenzsetzungen.

Was gefällt nicht so?

Der Ratgeber ist nun dick genug (528 Seiten). Mehr Inhalt in den nächsten Auflagen würde das Werk überfrachten und die Grenze zum Lehrbuch überschreiten. Bereits jetzt sind manche Texte zu lang.

Klar sehe ich die Empfehlungen zur Homöopathie sehr kritisch, aber die Be-wertung in den einführenden Texten wirkt zwar leicht distanziert, in den speziellen Krankheitskapiteln stehen dann jedoch Glaubuli und andere pseudomedizinische Heilverfahren oft gleichberechtigt zur echten Medizin.

Impfungen werden klar befürwortet, individuelle Impfentscheidungen für mein Empfinden kritisch gesehen, jedoch bestimmte Impfungen als eingeschränkt (Mumps, Hepatitis B, HPV, Rota) bzw. als verzichtbar (Windpocken) eingestuft. Hier hätte ich mir mehr Vertrauen in die STIKO-Empfehlung gewünscht, ich habe den Eindruck, die Autoren wollen es (wie bei den Alternativverfahren) allen Recht machen, deshalb wird alles erwähnt. Aber vielleicht muss ein Buch so sein.

Auch wenn der Absatz des Nichtgefallens größer ausfällt, bleibt das Buch eine Empfehlung, für mich gibt es keine gute andere, vor allem abseits der GU-Ratgeber-Flut.

Gesundheit für Kinder: Kinderkrankheiten verhüten, erkennen, behandeln von Herbert Renz-Polster, Nicole Menche und Arne Schäffler (alles Drs.)
€ 29,95 [D] inkl. MwSt.
€ 30,80 [A] | CHF 39,90*
(* empf. VK-Preis)
Gebundenes Buch, Pappband
ISBN: 978-3-466-30904-7

Link zu Random House mit mehr Infos, Videos und Leseprobe

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8 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Llusafin
    Sep 10, 2017 @ 18:52:01

    Ich habe es nach Empfehlung hier zur Geburt meines Ersten vor vier Jahren gekauft und ich empfehle es ständig. Es hat sogar bessere Tips gehabt als unser damaliger Kinderarzt.
    Die homöopathischen Tips überlese ich. Den Hustensaft habe ich schon gekocht.
    Dieses Buch, Largos Babyjahre und Renz-Polsters Born to be wild würde ich am liebsten allen Schwangeren schenken.

    Antwort

  2. Sanna
    Sep 10, 2017 @ 21:04:03

    Das Buch ist auch hier vorhanden, unser einziger Ratgeber in dieser Richtung – mehr braucht man nicht. 🙂

    Neuerdings holt die 8-jährige es immer wieder aus dem Regal, liest es Kapitel für Kapitel durch, guckt Bilder an, fragt nach. Deshalb die Frage: Gibt es eigentlich ein “Kindergesundheitsbuch“, das speziell FÜR (und nicht nur über) Kinder dieser Altersklasse geschrieben wurde und zu empfehlen ist?

    Antwort

  3. Lebenhoch3
    Sep 11, 2017 @ 07:15:14

    Liegt hier seit Ewigkeiten. 2. Ausgabe von 2007. Damals war Smartphone, Tablet und Internet nicht omnipräsent. Trotzdem würde ich auch heute noch zu diesem Buch greifen.
    Es schafft es, das Wichtigste anschaulich darzustellen und ist sehr umfassend. Wurde von mir auch schon oft empfohlen.

    Man kann natürlich auch stundenlang im Internet von Seite zu Seite surfen, zig verschiedene Meinungen und kontroverse Therapievorschläge erhalten und auf gefähliche Verlaufsformen oder Differentialdiagnosen aufmerksam gemacht werde.

    Oder man stöbert in diesem Buch, findet den passenden Absatz und weiss, dass der eigene KiA es genauso sieht.

    Antwort

  4. glueckhoch5
    Sep 11, 2017 @ 12:28:05

    Das Buch haben wir ebenfalls. Ich finde es sehr umfassend und gut. Wenn eins meiner fünf Kinder krank wird und ich mir unsicher bin, blätter ich mich durchs Buch und finde so sehr schnell Hilfe.

    Antwort

  5. cara
    Sep 12, 2017 @ 07:45:31

    Dank diesem Buch gab es hier schonmal den Fall, dass meine eigene Verdachtsdiagnose richtig war, im Gegensatz zu der des unerfahrenen Aushilfskinderarztes 😉 Die Texte, aber auch die Bilder sind einfach gut. Super finde ich auch die Tabellen mit den Leitsymptomen im vorderen Teil. Und die Homöopathie überlese ich auch, wie Llusafin oben schon schrieb.
    Ich mag aber auch einfach den sehr menschlichen, nicht so funktionsökonomisch-technischen Ansatz, der das Buch durchzieht.

    Antwort

    • rosakind
      Sep 12, 2017 @ 10:38:49

      Zu viel Information kann auch verwirren und der Laie kann oft nicht richtig damit umgehen. Was ist ein Aushilskinderarzt? Kenne ich nicht. Hier machen alle nach über 6 Jahren Studium noch einige Jahre ihre Facharztausbildung. Da werden die wichtigen Sachen eigentlich beherrscht. Klar, die Eltern kennen das Kind am Besten als Jemand der es mal 5min sieht. Aber ob es deshalb ein schlechter Arzt ist? Schwer zu beurteilen.

      Antwort

      • cara
        Sep 12, 2017 @ 20:42:12

        Ok.
        1. Es war ein Arzt in Weiterbildung, ziemlich am Ende der Facharztausbildung. Mein Ausdruck war zugegebenermaßen verkürzend und unsachlich. Aber du hast in meine Worte etwas hineininterpretiert, was gar nicht dort steht. Ich habe nicht gesagt, dass er deswegen ein schlechter Arzt ist, ich war in seiner Weiterbildungszeit noch öfter bei ihm und das hat immer gepasst. Nur in dem Fall war ihm das Buch einfach überlegen. Es ging um eine Haut-Geschichte, also etwas, was man durch Sehen durchaus beurteilen hätte können; der erfahrene Chef der Praxis sah sofort, was los ist und das Foto in dem Buch war, zusammen mit den Hintergrundinfos des Textes, ebenso eindeutig. Der junge Arzt konnte es vermutlich einfach mangels Erfahrung nicht einordnen, und ich freue mich, dass er auf diese Weise lernen konnte.
        2. Klar können Laien von zu viel Information überfordert sein. Ich finde aber, das ist in dem Buch eben nicht so, sondern gut dosiert. Ich lese auch schon mal eine Dissertation im Netz, wenn mich ein medizinisches Thema interessiert, aber von diesem Niveau ist das Buch ganz weit entfernt, es ist bei aller Genauigkeit kompakt und verständlich.

        Antwort

        • rosakind
          Sep 13, 2017 @ 14:37:46

          Genauso. Es gibt ja Eltern, die wittern hinter jedem Arzt/Hebamme/Lehrer etwas schlechtes und meinen sie müssen ihr Kind immer vor der bösen Welt beschützen. Da ist es dann schwer überhaupt zu helfen. Und natürlich sollen Eltern sich informieren, wo auch immer. Aber erfahrungsgemäß fehlen dem Laien eben doch Hintergrundinformationen um das Gelesene einzuordnen. Das führt zu Mißverständnissen und schlimmstenfalls zu Angst und macht es dem Arzt noch schwerer

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