Tolles Heft [Werbung, eigentlich*]

Früher hieß das „Schwungübungen“ oder „Schreib doch mal schön!“, heute sollen viele Grundschüler Ergotherapie bekommen, damit ihre Schrift hübscher wird, lesbarer, angenehmer zu Korrigieren für die armen Lehrer. Du könntest jetzt philosophieren, was da verpasst wurde oder wer da nicht genug gefördert hat, Kindergarten oder Eltern, aber meist ist es einfach so: Manche haben eine Grottenschrift.

Miriam Stiehler möchte das nicht so stehen lassen. Für sie ist ist Schrift eine Kulturtechnik, ein Ausdruck der Ästhetik. Und sie wünscht sich, eine bessere Handschrift bereits anzubahnen, als sie später zu therapieren. In ihrer eigenen Praxis und auf ihrem Blog http://www.praxis-foerderdiagnostik.de beschäftigt sie sich schon lange mit dem Thema. Und jetzt ist es da:

Ein Heft zum Üben. „Mit spitzem Stift zu schöner Schrift“

Mir gefällt es: Einer Einführung mit theoretischen Hintergrund und ein paar „handfesten“ Bildern zur optimalen Stifthaltung folgen Tipps zu Material, also den Stiften, der richtigen Körperhaltung und dem besten Schreibtisch. Wer mehr lesen will, findet noch Wort zur Lernerziehung und ein Plädoyer für die schöne Schrift. Dabei hebt Miriam nie den Zeigefinger, sondern weckt Begeisterung.

Und dann kommen die Übungen: Einfache, schwere, Bilder, Muster, Inka-Tempel, Monster, Tiere, Blumen, Zahlen, Feuerwerke und Marsmännchen. Immer mit Vorübungen, Strichelhilfe und viel Platz zum Nachmalen. Da bekommst Du Lust, selbst zu kritzeln, Pardon, zu zeichnen.

Ich bestelle sicher ein paar Exemplare für die Praxis – Eltern brauchen Hilfsmittel, mit „Machen Sie doch mal Schwungübungen mit Patrick“ oder „Kaufen Sie sich ein paar Vorschulblöcke“ ist ihnen zu wenig geholfen. Ohje, die Ergotherapeuten werden arbeitslos.

52 Seiten – 6,90€ – Jede Seite ist ihr Geld wert. Bestellen?

Weiteres:
Praxis Förderdiagnostik
Familienergo vom Kollegen Dernick
Da müssese mal zur Ergo

*[ist es eigentlich Werbung, wenn ich Dinge empfehle, die ich echt gut finde? Außer einem Rezensionsexemplar bekomme ich übrigens keine Prozente von Miriam. Also: Eigentlich Werbung, aber eigentlich eine Empfehlung]

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19 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Frau Gesk
    Aug 12, 2017 @ 19:14:33

    Sehr gut. Danke!
    Ich hatte mir die Hefte online schon einmal angeschaut für meine 10. Klasse Förderschule, ob ich sie vielleicht mit den Zeichnungen spielerisch an schönere Schrift heranführen kann. Ich nutze bisher einfache Freihand-Zeichnungen, auch als Konzentrationsübungen… Jetzt werde ich doch mal bestellen zur Ansicht. 😊

    Antwort

  2. UK
    Aug 12, 2017 @ 19:27:07

    Gekauft!

    Antwort

  3. Elawen
    Aug 12, 2017 @ 23:09:33

    Meine Meinung ist ja, dass die Schrift durch die neue (?) Lehrmethode -erst Druckschrift, dann Schreibschrift lernen – total versaut wird. Ich hab noch Druckschrift lesen und Schreibschrift schreiben gelernt und finde, dass das im großen und ganzen schönere Handschriften hervorbringt. Bei meiner großen Tochter, die jetzt in die zweite Klasse gekommen ist, tut sich die ganze Klasse schwer mit dem Schreibschrift schreiben…
    Ich glaube, das Heft könnte ihr helfen. Vielen Dank für die empfehlende Werbung 😉!

    Antwort

  4. Anonymous
    Aug 12, 2017 @ 23:56:25

    Wir haben hier auch so ein Kind mit Schmierschrift, der sie leider auch nicht mehr selber lesen kann. Allerdings haben wir Schwungübungen in der Schule gänzlich vermisst. Das heft werden ich ihm also mal anbieten, malen tut er ja gerne, vielleicht hilft es ihm. Insofern: Vielen Dank für die Empfehlung.

    Antwort

  5. Frau P.
    Aug 13, 2017 @ 06:00:04

    Während der Grundschulzeit meiner drei und meiner Tätigkeit als „Lesemutter“ habe ich zwei Dinge beobachtet, die eine schöne Schrift erschweren.

    Zum einen ist es die Tatsache, dass immer öfter Kinder bereits mit 5 1/2 Jahren eingeschult werden, die oft motorisch noch gar nicht in der Lage sind die ganze Komplexität einer zusammenhängenden Schrift zu erlernen, auch wenn sie mit Blockbuchstaben relativ gut klarkommen.

    Zum anderen ist es die Frustration, nach dem erfolgreichen erlernen der Druckschrift, mit seitenlangen Schreibübungen und Wiederholungen über ein ganzes Jahr hinweg, erneut eine Schrift lernen zu müssen – wieder mit seitenlangen Wiederholungen einzelner Buchstaben und Buchstabenverbindungen.

    Das erste mal macht es ja noch halbwegs Spaß. Es ist aufregend und man ist Stoz auf die erlernten Fähigkeiten. Aber nach der Druckschrift nochmal das ganze für die Schreibschrift? Alles mühsam erlernte jetzt umlernen? Da machen einigen dann schon gar nicht mehr richtig mit.
    Oder die Lehrer drücken den Schreibschriftlehrgang im Schnellverfahren durch, weil ja noch Zeit für anderes sein muss. Dabei kann dann ja gar keine schöne Schrift herauskommen.

    Daher denke ich, dass die besten Ergebnisse erzielt werden, wenn die Kinder, die hoffentlich schon alle gut 6 Jahre alt sind, gleich von Anfang an Schreibschrift lernen. Die Schwungübungen usw. gab es hoffentlich im Jahr davor.

    Antwort

  6. Julia
    Aug 13, 2017 @ 09:11:49

    Ich habe gleich Schreibschrift gelernt und habe und hatte immer eine Sauklaue. Ja, manchmal tu ich mich schwer, meine Schrift zu lesen. Meine Briefe kommen auch manchmal wieder zurück, da die Adresse nicht lesbar war.
    Trotz Schreibübungen tat ich mich auch im Grundschulalter schon sehr schwer.
    Mag sein, dass durch die heutige Lernmethode mehr Schüler mit schlechtem Schriftbild hervorkommen. Aber gegeben hat es sie immer 🙂
    Schöne Empfehlung!

    Antwort

  7. Sylana
    Aug 13, 2017 @ 10:37:56

    Ich geb zu, ich hab das Fach „Schönschreiben“ gehasst. Und doch sorgt dieses Fach heute noch dafür, das ich relativ viel in relativ kurzer Zeit relativ leserlich schreiben kann.
    Punkt eins für mich: Warum nicht gleich Schreibschrift lernen? Dann ist definitiv genug Zeit zum üben in den Grundschuljahren da, weil die Zeit nicht für Druckbuchstaben vergeudet wird. Damit hab ich gleich Punkt zwei, nämlich Druckbuchstaben zu schreiben dauert einfach viel länger. Spätestens, wenn die Zeit kommt, wo man sich selbständig Notizen machen muss, kommt man damit nämlich nicht mehr hinterher.
    So hab ich jetzt zwar keine besonders schöne Handschrift, aber sie ist immerhin leserlich. Wenn ich mit Füller schreibe. Was Punkt drei auf der Liste ist. Nur mit Füller lernt man es, die Kraft richtig zu dosieren.
    In meiner Schulzeit durften wir nur mit Füller schreiben, und zwar weit über die 4 Klasse hinaus. Ich denke, das so ab Klasse acht von den Lehrern nicht mehr so drauf geachtet wurde, aber ich bin mir sicher, das die meisten meiner Mitschüler auch da weiter mit Füller geschrieben haben.

    Antwort

  8. Hans Zauner (@HansZauner)
    Aug 13, 2017 @ 12:37:59

    Interessant. Finnland, sonst ja immer das große Vorbild für alles Schulische, hat den Schreibschriftunterricht abgeschafft – ohne dass es große Diskussionen gab.

    “We’ve hardly had any comments about the move from parents,” says Harmanen, “a few of the grandparents were upset, but everyone else seems fine.”

    https://www.theguardian.com/world/2015/jul/31/finnish-schools-phase-out-handwriting-classes-keyboard-skills-finland

    Ha, das Zitat hier noch, speziell für Kinderdoc und Kollegen:

    „“The age-old problem of not being able to read a doctor’s handwriting will no longer be an issue in the Finland of the future.”

    Antwort

    • henriettekocht
      Aug 13, 2017 @ 15:28:29

      ich halte das für eine Fehlentwicklung, denn das motorische mit der Hand schreiben ist etwas ganz anderes als mal gerade was in den Computer oder was auch immer reinzuhacken. Die Distanz zum Text ist grösser, wenn eine Maschine das Schreiben übernimmt. Ich bin auch froh, dass die Grundschullehrerin meines Kindes den KIndern garnicht erst das Druckschriftschreiben beigebracht hat, ich sehe da auch keinen Grund zu. Aber Schreibschrift sollte es schon sein, und was dann eine „schöne“ Schrift ist, liegt im Auge des Betrachters und im Laufe eines Schülerlebens ändert sich die Handschrift auch je nach dem gewaltig.

      Antwort

  9. Opapapa
    Aug 13, 2017 @ 13:56:20

    unser Zwerg,Klasse 2,hat bis zum heutigen Tag noch keine Schreibschrift im Unterricht erlernt,lesen kann er sie daher auch noch nicht.Wir haben versucht ihm sie spielerisch beizubringen aber er ist eher auf alles mit Zahlen fixiert,schreiben und Malen findet er einfach doof 😦
    Dafür raubt er mir immer mehr Platz im Bücherregal,er ist eine große Leseratte und das hat doch auch was.

    Da ich schon von ersten Schultag an auf Sauklaue programmiert bin sehe ich das daher locker,erlernt er sie gut,kann man sie dann auch noch lesen sehr gut.

    Antwort

  10. cara
    Aug 14, 2017 @ 12:43:47

    Für dieses Buch braucht man nur noch ein Kind, das so etwas freiwillig macht… Meines gehört leider nicht dazu. Die Übungen in der Schule (mehr als anderswo, da sind sie streng bei uns) hat er unter erheblichem Protest gemacht, gebracht hat es nicht viel. Klar, wenn man bei jedem Strich einen Widerwillen empfindet. Meine eigenen Versuche mit ihm zu üben hat er boykottiert. Nun steht im Zeugnis, dass die Schrift zu schlecht sei. Ihm ist es egal.

    (Er malt übrigens gern. Nur nicht nach Schema.)

    Wenn also einer weiß, wie man ein Kind für sowas motiviert, ich nehme noch Tipps entgegen…

    Antwort

    • kinderdok
      Aug 14, 2017 @ 20:05:03

      Das Buch kann nur technisch helfen, aber nicht pädagogisch.

      Antwort

    • Daniela
      Aug 15, 2017 @ 09:02:09

      Mein Kind war ähnlich schwer zu motivieren. Jegliche Versuche ihrerseits lesbar zu schreiben sind immer wieder gescheitert. Es gab unzähliche Korrekturen und häufiges Nacharbeiten – nochmal schreiben – und nochmal schreiben. Der Frust auf ihrer und meiner Seite war immens. Sie war vor allem frustriert weil sie nicht das Gefühl hatte, dass ihre Mühe irgendwie Erfolg hat. Egal wieviel Mühe sie sich gegeben hat, es wurde dabei nicht besser.
      Erst als ich mir angesehen habe, wodurch die Schrift eigentlich nicht schön wird (falsch erlernte Abläufe bei den Buchstaben) habe ich einen Ansatzpunkt gefunden. Ich habe mir die Videos und das Buch vom Handschriftenflüsterer angesehen und dann einen Deal gemacht.
      – Ich denke mir eine Methode aus (basierend auf dem Handschriftenflüsterer“ mit der ich denke, dass die Buchstaben schöner werden
      – Sie gibt dem ganzen eine Chance und vertraut mir dass sie es lernen kann
      – Wir üben täglich mit dem Wecker 5 min – nicht mehr. Das war ein sehr überschaubarer Zeitraum

      Die erste Woche haben wir so die Schreibabläufe aller Buchstaben gelernt – ich habe dafür die Buchstaben in logische Gruppen aufgeteilt (Gruppe 1: c, a, d, … alle Buchstaben die ähnliche aufgebaut sind – Gruppe 2: l, h, k, …)
      In der zweiten Woche haben wir geübt, wie die neu gelernten Buchstaben verbunden werden
      Ab der dritten Woche war die Schrift (nicht unbedingt schön) lesbar

      Nun üben wir nur noch gelegentlich – enger schreiben, schneller schreiben, …

      Antwort

      • cara
        Aug 15, 2017 @ 12:16:05

        Das ist eine gute Ursachenthese – das Problem mit den falschen Abläufen gibt es hier auch. Kommt bei ihm daher, dass er sich die Buchstaben vor der Einschulung selbst beigebracht hat, zu dem Zeitpunkt schon recht viel geschrieben hatte und dann nicht mehr umlernen konnte/wollte.
        Ich werde das mal im Hinterkopf behalten. Im Moment gibt es bei ihm noch keinen Frust und man kann die Schrift auch lesen, sie ist einfach nur ungleichmäßig und unsauber. Aber wenn er Leidensdruck hat, ist es ein guter Ansatzpunkt! (und sicher besser vermittelbar als reine Zeichenübungen)

        Antwort

    • Christian
      Aug 17, 2017 @ 12:47:26

      Genau! Das ist das größte Problem. Die wenigsten Kinder werden diese Schulübungen mit den Eltern machen.

      Antwort

  11. bohnemone
    Aug 14, 2017 @ 23:25:53

    Mir fiel weder das Erlernen der Druckschrift noch das der Schreibschrift schwer, aber sobald ich endlich die freie Wahl hatte, bin ich zur Druckschrift zurückgekehrt – das Schriftbild ist einfach schöner. Ich habe immer viel gelesen und bin ein optisch lernender Mensch. Mir erschließt sich nicht, was an der Schreibschrift besser sein soll, wo sie doch vom meist gedruckten Gelesenen abweicht. Geht bei mir auch nicht schneller. Vielleicht habe ich ja eine finnische Schreibhand. 😉

    Antwort

  12. Llusafin
    Aug 17, 2017 @ 08:40:29

    Danke für den Tipp! Ich hatte noch gar keinen Gedanken daran verschwendet, dass dieses Thema in zwei Jahren auf uns zukommt (Einschulung). Aber nun, wo ich darüber nachdenke, ist mein Sohn prädestiniert, Schreibschriftprobleme zu haben: eher Grobmotoriker, malt ungern figürlich, nur so großflächig schmierend, hat wenig Geduld.
    Ich denke, ich führe für den Herbst und Winter mal exklusive Mama-Zeit mit Kakaotrinken und im Heftchen malen ein …

    Antwort

  13. henriettekocht
    Aug 17, 2017 @ 15:55:55

    Antwort

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