Der aktuelle Impfplan für Säuglinge

Impfwoche

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Zur europäischen Impfwoche hier ein Überblick über den aktuell bundesweit empfohlenen Impfplan für Säuglinge – ohne lokale Empfehlungen wie z.B. die FSME-Impfung (für den süddeutschen Raum) oder die Meningokokken-B-Impfung (wie z.B. von der Sächsischen Impfkommission empfohlen).

Es gibt – geschickt geplant – insgesamt 7 Termine (bzw. 11 Injektionen und 2 Schluckimpfungen) zum Impfen bis zum 15. Lebensmonat. So machen wir das. Das Schema der STIKO erlaubt eine Abweichung von diesen Terminen, aber so ist es am rationellsten und wegen der wenigen Termine (z.B. Kombination mit den Vorsorgen) am wenigsten belastend für das Kind.

0) Bei U3 mit einem Monat Beratung und Aufklärung über die empfohlenen Impfungen
1) 1. Termin ab 8. Lebenswoche: Kombiimpfung (Tetanus/Diphtherie/Keuchhusten/Kinderlähmung/Hämophilus influenzae B/Hepatitis B) + Pneumokokken + Schluckimpfung gegen Rota-Virus
2) 4 Wochen später: Kombiimpfung (Tetanus/Diphtherie/Keuchhusten/Kinderlähmung/Hämophilus influenzae B/Hepatitis B) + Schluckimpfung gegen Rota-Virus – z.B. mit der U4
3) 4 Wochen später: Kombiimpfung (Tetanus/Diphtherie/Keuchhusten/Kinderlähmung/Hämophilus influenzae B/Hepatitis B) + Pneumokokken

4) ab 10. Lebensmonat: Kombiimpfung (Masern/Mumps/Röteln) + Varizellen
5) ab 12. Lebensmonat: Meningokokken C – z.B. mit der U6
6) 6 Monate nach 3), also z.B. 13. Lebensmonat: Kombiimpfung (Tetanus/Diphtherie/Keuchhusten/Kinderlähmung/Hämophilus influenzae B/Hepatitis B) + Pneumokokken
7) ab 15. Lebensmonat: Kombiimpfung (Masern/Mumps/Röteln/Varizellen)

Erläuterungen:
ad 1)-3)
– Der Rota-Impfstoff kann bereits ab 6. Lebenswoche gegeben werden, dann hat man einen Termin mehr.
– Startet man die Impfungen etwas später, verschieben sich die Termine jeweils um einen Monat, da hier immer ein vierwöchiger Abstand sein muss.
– Ein Rota-Virus-Impfstoff muss dreimal gegeben werden, wird dieser verwendet, gibt man diesen natürlich an allen drei Terminen
– Bei ehemaligen Frühgeborenen gibt man dreimal den Pneumokokken-Impfstoff.

ad 4) dies wird vor allem für Kinder empfohlen, die ab einem Jahr oder bereits jetzt in eine Betreuungseinrichtung gehen. Vermutlich wird die Empfehlung zur früheren Masernimpfung demnächst von der STIKO generell ausgesprochen werden.

ad 5)-7)
– Die MMR kann getrennt von der Windpocken-Impfung gegeben werden, wird sie als MMRV gegeben, könnte man 4) und 5) bei der U6 kombinieren – dann spart man sich noch einen Termin.
– Strenggenommen sind keine grossen Abstände zwischen den Impfungen einzuhalten, ein Monat hat sich aber als praktisch erwiesen.
– Die zweite MMRV-Impfung sollte erst nach dem 15. Lebensmonat erfolgen, kann aber „ab Beginn des zweiten Lebensjahres“ gegeben werden.

Impfkalender bei der STIKO auch in vielfacher Übersetzung erhältlich
Ausführliche Erläuterungen im Epidemiolgischen Bulletin
STIKO-Empfehlungen als App

impfkalender

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20 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Bettina Frank
    Apr 25, 2017 @ 10:42:04

    Danke für diese tolle Aufstellung!

    Antwort

  2. Abcdef
    Apr 25, 2017 @ 10:59:51

    Es hat sich aber nichts geändert, oder?

    Ich warte immer noch auf die Empfehlung für Meningokokken B….

    Antwort

    • kinderdok
      Apr 25, 2017 @ 11:55:29

      Nichts Neues, nein. Die Stiko hat weiter die Menigokokken B nicht allgemein empfohlen.

      Antwort

      • Bleistifterin
        Apr 25, 2017 @ 14:44:12

        Ja nu. Und? Wir wurden auf die Möglichkeit der Impfung hingewiesen per Faltblatt. Wir impfen bisher alles nach Stiko, und sind ob der Notwendigkeit Vor und Nachteile hier überfragt. (Bremen, 11Monate)

        Sollte man?

        Antwort

      • nina
        Apr 25, 2017 @ 14:47:36

        Laut SIKO empfohlen.Übrigens auch HPV für Jungs. Hat aber im restlichen Bundesgebiet noch nicht jeder mitbekommen, dass es empfohlen wird. Und damit ist leider die Kostenübernahme noch nicht immer gesichtert.

        Antwort

  3. Annuschka
    Apr 25, 2017 @ 12:18:03

    Im sächsischen Impfkalender ist die Men-B Impfung bereits mit drin.

    Antwort

  4. Ratlos
    Apr 25, 2017 @ 16:34:16

    Warum machen eigentlich die Sachsen bei der Masern-Impfung ihr eigenes Ding?

    Antwort

    • nina
      Apr 25, 2017 @ 20:21:49

      Extra Impfkommission (SIKO)- extra Empfehlungen, die STIKO zieht mit den gleichen Empfehlungen meist später nach.

      Antwort

  5. Jörg
    Apr 25, 2017 @ 19:31:42

    Danke für das Schema – unser Kinderarzt in Niedersachsen impft nach dem gleichen Schema. Wir sind jetzt allerdings auch dabi zu überlegen, die MMR-Impfung vorzuziehen, da in der krabbelgruppe, in die das Kind soll, ältere nicht geimpfte Kinder sind.

    Antwort

  6. Christian
    Apr 25, 2017 @ 20:19:58

    Lieber Kinderdoc, gerne gelesener Kinderarztkollege,
    sicher wolltest du das Schema vereinfachen und mein Kommentar mag nach Haarspalterei klingen. Die belesenen Patienten könnten sich aber vielleicht wundern:
    Daher die Vorschläge zur Korrektur
    erste Kombi-Impfung mit 2 Monaten (oder zur Not mit 8 Wochen =9.Lebenswoche)
    Auffrischungen im Abstand von 1 Monat
    (wir haben ImpfdocNe und das weist uns dauernd auf ungültige Impfabstände hin, weil es eben streng nach StIKo/ und Monaten geht….

    Antwort

  7. Windsandale123
    Apr 25, 2017 @ 20:20:02

    Soweit, so gut. Trotzdem verstehe ich nicht, wieso andere Länder (immerhin Italien, Österreich, soweit ich weiß auch die skandinavischen Länder) bei der 6-fach Impfung das 2+1 Schema empfehlen und in Deutschland immer noch das 3+1 Schema empfohlen wird. Heisst das ein in Österreich geimpftes Kind ist in Deutschland nicht geschützt??? 🤔

    Antwort

    • Monall
      Apr 26, 2017 @ 12:32:14

      Ich hoffe, dass ich mein Gespräch mit Österreich-Kennern sinngemäß korrekt weitergebe:

      Es spielt in die Impfpläne einiges mit rein, in Österreich wird in Kauf genommen, dass die Kinder zu beginn etwas länger ungeschützt sind, dafür kann man sich eine Impfdosis sparen. Dafür werden dann andere Impfungen übernommen, die in D nicht übernommen werden und ähnliches. Es ist ein Abwägen verschiedener Gesichtspunkte und jedes Land legt die Prioritäten anders fest

      Antwort

  8. Andrea
    Apr 26, 2017 @ 13:24:52

    Hallo
    Na klar wirken Impfungen, denn Giftstoffe die darin sind haben leider eine neg.Wirkung.Kein
    Mensch braucht Impfungen.Das Statistische Bundesamt hat es doch schon längst bewiesen ( laut der Statistiken).- gesund durch Gifte ??? EIN MÄRCHEN!!!!!!.MEINE Kinder sind völlig ungeimpft.

    Antwort

    • Kurt
      Apr 26, 2017 @ 13:43:46

      Genug getrollt

      Antwort

    • Bettina Frank
      Apr 26, 2017 @ 14:14:52

      @Andrea: Ihre armen Kinder, die Ihre Ideologie ungefragt mittragen müssen und denen Ihr Unwissen im schlimmsten Falle sogar mal das Leben kosten kann.

      Informieren Sie sich bitte auf seriösen Seiten und nicht auf Facebook oder YouTube – Ihren Kindern zuliebe.

      Antwort

    • Monall
      Apr 27, 2017 @ 08:37:19

      Wo beim statistischen Bundesamt findet man diese Daten?

      Dass die KIGGS-Studie von Frau Angelika Müller wunderbar falsch ausgewertet wurde, sollte sich ja mittlerweile rumgesprochen haben. Schon blöd, wenn die Studie genau das Gegenteil aussagt als das, was man möchte und das dann trotzdem als Tatsache verkauft. Sobald jemand mal die Originalquelle (KIGGS-Studie) liest, fällt es sofort auf.

      Ungeimpfte Kinder sind nicht gesünder als geimpfte Kinder, haben aber ein deutlich höheres Risiko, an vermeidbaren Krankheiten zu erkranken.

      Antwort

  9. carmen
    Mai 01, 2017 @ 09:40:46

    Ich musste meinen Kia regelrecht dazu drängen, dass ich früher als zur U4 (da ist der Zwerg genau 4 Monate alt!) einen Impftermin bekomme.. ist zwar jetzt nur 2 Wochen früher, aber immerhin.
    Zu Keuchhusten finde ich immer unterschiedliche Sachen:
    – einmal als Erwachsener
    – bei kleinen Kindern einmal.
    heißt das jetzt 1x reicht, oder sollte ich das auch alle 10 Jahre machen, 2018 ist wieder dran, und da der Zwerg nicht alleine bleiben soll…..

    Antwort

  10. Anonymous
    Mai 01, 2017 @ 11:02:16

    Was mich ja vor ca. 5 Jahren verwundert hat: Meine Kinder haben alle die Rota-Impfung bekommen – und der jüngste hat dann trotzdem eine Rotaviren-Infektion mit allem Drum und Dran gehabt, inkl. Krankenhausaufenthalt.

    Antwort

    • kinderdok
      Mai 01, 2017 @ 15:38:16

      a) Gibt es immer auch Impfversager b) gibt es Rotavirusstämme, die nicht impfbar sind.
      Trotzdem sind c) die stationären Aufenthalte bei kleinen Säuglingen sehr zurückgegangen seit Einführung der Impfung

      Antwort

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