Hohen Blutdruck bei Kindern beachten

„Erhöhte Blutdruckwerte bei Kindern und Jugendlichen sind die Vorboten für Bluthochdruck im Erwachsenenalter ab etwa 38 Jahren. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Veröffentlichung in der Fachzeitschrift „Hypertension“.

Demnach sollten Jugendliche ab 12 Jahren einen Blutdruck unter 120/80mmHg anstreben und bei Kindern unter 12 Jahren wären Werte unter 110/70mmHg optimal. „Ein 11,5 Jahre alter Junge mit einer Größe von 149cm sollte laut KiGGS idealerweise einen Blutdruck von etwa 106,1/64,7mmHg aufweisen. Mit 13,5 Jahren und 163cm Körpergröße sollten die Werte etwa bei 111,6/66,8mmHg liegen“, nennt Dr. Hermann Josef Kahl, Kinder- und Jugendkardiologe sowie Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Beispiele.
Bei Kindern und Jugendlichen steigt der Blutdruck mit zunehmendem Alter und auch abhängig von der Körpergröße. Bis zum 13. Lebensjahr unterscheiden sich der systolische und diastolische Blutdruck bei Jungen und Mädchen kaum, aber mit der Pubertät erhöhen sich die Werte bei Jungen stärker als bei Mädchen. Als Bluthochdruck gilt nicht nur bei Erwachsenen, sondern auch bei Jugendlichen ein Wert über 140/90mmHg. „Bis zum Alter von etwa 5 Jahren sind normale Blutdruckmanschetten zu groß für Kinderarme, sodass eine Messung nur in der Praxis sinnvoll ist. Bei älteren Kindern können Eltern versuchen, auch zuhause den Blutdruck ihres Kindes zu erfassen. Idealerweise wird der Blutdruck im Sitzen nach etwa 5 Minuten Ruhe gemessen, und dies dreimal zur gleichen Tageszeit. Davon können Eltern dann einen Durchschnitt errechnen. Der Kinder- und Jugendarzt beurteilt anhand von Tabellen, die die Größe des Kindes berücksichtigen, ob der Blutdruck im Normbereich liegt“, erklärt Dr. Kahl.“

Mithilfe des Blutdruckrechners können eltern sich informieren, in welchem Bereich sich die Blutdruckwerte ihres Kindes befinden: www.kinderaerzte-im-netz.de/mediathek/blutdruckrechner/
Quellen: HealthDay, Hypertension, KiGGS (RKI)
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Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. 

10 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Uli
    Mai 06, 2016 @ 10:55:22

    Naja, mir wurde als Kind mal Blutdruck gemessen, der war ganz schön hoch – und die – Heilpraktikerin, zu der mich meine Mama geschleppt hat – hat das Ernst genommen und mir was „verschrieben“. – Zum Glück ist das in Vergessenheit geraten, denn ich hatte eigentlich immer superniedrigen Blutdruck, nur in diesem Fall „Weißkittel“-Aufregung. Hoffentlich wird das angemessen berücksichtigt von Kinderdocs dieser Welt.

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    • Ilaina
      Mai 06, 2016 @ 13:28:32

      Deswegen ist sicher den Hinweis, wann und wie Eltern daheim messen können, im Artikel. Und den Unterschied zwischen Nervosität und tatsächlichem Hochdruck kann zumindest ein aufmerksamer Arzt sicher erkennen (bei der Schnell-schnell-rein-raus-Mentalität mancher Ärzte ist es sicher schwieriger).

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      • kinderdok
        Mai 06, 2016 @ 13:31:53

        klar wird das berücksichtgt, grade auch bei den jungen Männern, bei denen die fMFA den Blutdruck messen. Dürfte noch mehr ausmachen als der arztgetriggerte RR.

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  2. Kirsten
    Mai 06, 2016 @ 13:44:56

    Und was hilft das Wissen darum? Wenn das Kind erhöhten Blutdruck hat, was sollen die Eltern dann tun? Mehr Sport? Blutdrucksenkende Medikamente? Und würde letzteres wirklich helfen, dass diese Kinder dann ab 38 Jahre NICHT erhöhten Blutdruck bekommen? Kommt Bluthochdruck bei Kindern denn häufig vor?

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    • kinderdok
      Mai 06, 2016 @ 14:18:04

      Es beginnt die Suche nach der Ursache: Familiär? Niere? Übergewicht? Hormone?
      Klar stellt man das dann auch medikamentös ein. Das mag vielleicht den Hochdruck mit 38 Jahren nicht verhindern, schon aber Gefäße und Herz für viele Jahre.

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    • kinderdok
      Mai 06, 2016 @ 14:19:10

      Achja: Pro Jahr sicher ca. zwanzig Kinder? Tatsächlich meist Übergewichtige. Tendenz steigend.

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      • cHHrissi
        Mai 06, 2016 @ 16:38:54

        Hat das Konsequenzen für die Arbeit in der Praxis? Jedem Kind ab … Jahren einmal RR messen? Oder Familienanamnese und BMI berücksichtigen und bei Verdacht messen?

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        • kinderdok
          Mai 06, 2016 @ 17:14:47

          Wir messen bei den „grossen“ Vorsorgen, also U10, U11 und J1, außerdem bei Adipösen und bei Symptomen (Schwindel, Synkopen usw)

    • Christina K
      Mai 10, 2016 @ 18:37:14

      Sport, v.a. Ausdauersport hilft übrigens tatsächlich. Und je eher man damit anfängt, umso leichter ist das im Erwachsenenalter beizubehalten.

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  3. Ralf
    Mai 13, 2016 @ 07:53:22

    „einen Blutdruck von etwa 106,1/64,7mmHg“
    Toll können die genau messen. +- 0.1 mmHg.😉

    Ich bin froh wenn ich mit dem Stetoskop unter guten Bedingungen
    eine Genauigkeit von +- 5 mmHg hinbekomme.
    Handelsübliche Geräte sind auf +- 3 mmHg geeicht.

    Übergenaue Ergebnisse sind immer ein Anzeichen schlechter oder gefälschter Studien. Ich würde dieser Studie also nicht so ohne weiteres trauen.

    Fragen wären unter anderem:
    Wieviele Versuchsteilnehmer.
    Welche Art der Blutdruckmessung.
    Welche Vorgaben wurden für die Blutdruckmessung gemacht. (z.b Höhe der Manschette).

    Einen Link auf die Orginalstudie würde mich interessieren.

    Sorry bei solchen Angaben geht beim mir immer der Statistiker in mir durch😉

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