Gelesen im Januar

Etwas verspätet – dennoch. Meine Lektüren im letzten Monat, diesmal etwas comiclastig:

Der begrabene Riese von Kazuo Ishiguro (übersetzt von Barbara Schaden)
Mein Buch des Januars, vielleicht des Jahres bereits. Ein Märchen aus der Zeit von König Artus, viel Traumphantasien, nebulösen Ideen, Rittern, Edelleuten und dem ganz normalen Volk. Vor allem aber eine Hommage an das Zusammenleben von Mann und Frau, damit der Familie, der Liebe, den Kindern. Ein Buch, das ein zweites Lesen zwingt, um es zu interpretieren, ein Buch für Lesezirkel, fürs Unterhalten darüber. Sensationell. Wenn man sich drauf einlässt. (5/5)

Florian Berg ist sterblich von Janko Marklein
Ja. Ganz nett. Der Typ ist ein Widerling, ich hätte ihm alles Blöde dieser Welt gewünscht, der Stil des Buches flockig, locker, das Setting: Studenten. Kann man lesen, ich wollte, ich hätt´s gelassen. (2/5)

Harold von einzlkind
Da schleicht ein wenig „Harold und Maude“ durch die Seiten, bei dem Titel natürlich beabsichtigt, der titelgebende Harold ist genauso einer. Der wiederum trifft auf einen inselbegabten Jungen, beide reisen sie quer durch England auf der Suche nach dem Vater desselben. Da gabs ein paar Plotholes, das nicht überraschende Ende, dass der letzte in der Liste der Namen der Vater sei … oder auch nicht? Unglaubwürdige Geschichten mit allerdings zwei sympathischen Hauptfiguren (die man aber auch irgendwo schon mal gelesen hat). (3/5)

Revival von Tim Seeley und Mike Norton
Soll so was wie „Walking Dead“ sein, nur dass hier die Toten wirklich wieder leben. Bisschen langweilig, zuviele Perspektivensprünge, die irritieren und ärgern, dazu etwas zu konventionell, also langweilig gemalt. Splatter alleine reicht nicht. (1/5)

Kinder der Hoffnung von Marc Levy und Alain Grand
Tolles graphic novel über die Resistance, nach einer wahren Geschichte, den Aufzeichnungen von Marc Levys Verwandten und seinen Mitrebellen in Frankreich. Erschreckend schöne Bilder, viel schlimmer die Visualisierung der Verschleppung der gefassten Resistancekämpfer ins KZ. Sehr beeindruckend. (5/5)

Weißer Schatten von Antoine Ozanam und Antoine Carrion
So, wie „Revival“ das zweite „Walking Dead“ sei, ist dies hier die Version für Arme von „Games of Thrones“. Die Bilder sind ganz schön gruselig und mystisch, die Story aber etwas zu dünn und durchsichtig. (1/5)

Irmina von Barbara Yelin
Und noch ein tolles graphic novel, wieder angesiedelt in der Zeit des Dritten Reiches. Irmina ist ein Mädchen, das kurz vor der Machtergreifung ein Auslandsjahr in London verbringt, sich dort in einen Schwarzen verliebt, zurückkehrt ins Hitlerdeutschland und am Ende einen SS-Offizier heiratet. Und dabei letztendlich ihr eigenes Leben verrät und verkauft an das angepasste Leben in Deutschland. Sehr traurig und ergreifend, immer wartend auf das große happy end, das zwar kommt, aber dann doch auch nicht. Schöne Bilder von London und – ja – auch Deutschland der damaligen Zeit. Viel Luft zum Nachdenken über die Zeit und, wie so oft bei diesen Büchern, darüber, wie man sich selbst verhalten hätte. Oder? (5/5)

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