Parallelen – TK berichtet über die Gesundheit von Kinderärzten?

Die Techniker Krankenkasse veröffentlichte dieser Tage die Krankheitsstatistik einer mit jungen Menschen beschäftigten Berufsgruppe.

Diese werde überdurchschnittlich häufig krankgeschrieben. Am Freitag stellte die TK ihre Zahlen vor: So sind die Mitglieder dieses Berufszweiges „im vorigen Jahr mit 18,9 Tagen vier Tage länger krankgeschrieben als der Bundesdurchschnitt. Den größten Anteil hatten dabei psychische Störungen (4,1 Tage) und Krankheiten des Atmungssystems (3,3 Tage)“.

Die TK-Präventionsexpertin Gudrun Ahlers sieht insbesondere „einen hohen Lärmpegel, immer komplexer werdende Aufgabenbereiche und zuletzt auch Auseinandersetzungen mit den Eltern“ als Ursache für den hohen Krankenstand. Die genannten Erkältungskrankheiten verwundern Frau Ahlers ebenso wenig: Bei der Arbeit mit Kindern bewegt man sich schließlich immer in einem „Sammelbecken für Viren und Bakterien„.

Nein. Es ging in der Statistik selbstredend nicht um Kinderärzte. Aber Parallelen, zumindest was die zitierten Arbeitsbelastungen angeht, lassen sich finden, oder?

Wir Ärzte haben wenigstens ein gutes Mittel gegen unsere „Sammelbecken für Viren und Bakterien“: Händewaschen, Händewaschen und Desinfizieren. Und Händewaschen. Das wirkt manchmal Wunder.

washing hands

(c) Foto via flickr bei Ruth

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7 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. hajo
    Aug 15, 2015 @ 17:14:22

    wird nicht Churchill der Spruch zugesprochen: „rau keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast“?
    Ich halte die „Aussage“ der TK für einen Ausdruck des Sommerlochs, oder?

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  2. arzt4empfaenger
    Aug 15, 2015 @ 17:20:04

    Ich wollte gerade sagen, daß es sich doch durchaus mit Kinderärzten überschneidet. Nur welcher KiA kann es sich leisten, 19 Tage die Praxis zu schließen? Vertreter(Honorarärzte kosten ja auch viel Geld.
    (Wir haben im Übrigen letztes Jahr am eigenen Leib festgestellt, was für ein potentes Sammelbecken das ist… https://arzt4empfaenger.files.wordpress.com/2014/12/multimorbide.jpg Und dennoch mußte ich mich über die Frage streiten, ob eine 60 Grad Wäsche bei kinderladeneigener Wäsche notwendig sei – ja, ist es, und es ist auch so in den Richtlinien festgelegt. Aber man hört eben auch oft „Bei uns ist noch nieeeeee jemand von der Wäsche krank geworden.“ )

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  3. Judi
    Aug 15, 2015 @ 20:17:42

    „Wir Ärzte haben wenigstens ein gutes Mittel gegen unsere “Sammelbecken für Viren und Bakterien”: Händewaschen, Händewaschen und Desinfizieren. Und Händewaschen. Das wirkt manchmal Wunder.“ Stimmt. Ist aber leichter möglich wenn man die Kinder einzeln nacheinander serviert kriegt als wenn man auf 20 davon gleichzeitig aufpassen muss 😎

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    • Bluete
      Aug 16, 2015 @ 08:20:58

      Genau. Und wenn man von 3-7 Kindern beim Vorlesen umringt wird, auf dem Schoß usw, dabei angeniest wird, Nasen putzt bzw. dabei auch der Naseninhalt auf dem Pullover des Erziehers verteilt wird usw. usw.
      Unsere Augenärztin verweigert in der Erkältungszeit sogar den Begrüßungshandschlag, um Infektionen zu vermeiden.
      Ich würde sagen, dass Kinderärzte NATÜRLICH mit kranken Kindern zu tun haben, aber letztlich unter „Laborbedingungen“, nämlich einzeln, mit der Möglichkeit sich zwischen den Kindern zu desinfizieren und ohne die Aufgabe sich um die alltägliche Versorgung der Kinder (Windeln wechseln, Nase putzen usw.) zu kümmern, wo man ja mit all den Erregern noch mal besonders gut in Kontakt kommt.

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      • arzt4empfaenger
        Aug 16, 2015 @ 12:52:29

        Wobei fairerweise wahrscheinlich mehr kranke Kinder pro Tag und Praxis aufschlagen als im Kindergarten (und beim Abhören schniefen sie einen ja auch u.a. an oder man wird angekotzt). Das Risiko nähert sich also wieder an. 😉

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  4. pfefferminz
    Aug 16, 2015 @ 11:36:15

    Das glaube ich gern. Und ich glaube auch, dass viele Patienten und Eltern darüber eher verwundert sind, da sie es im Alltag ganz anders erleben. Die Rätschläge die Ärzte ihren Patienten geben beherzigen sie selbst leider oft am wenigsten, sondern doktern selbst an sich herum, nehmen viele Medikamente und schleppen sich krank und unausgeruht zur Arbeit. Eigentlich traurig und nützt keinem was.

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  5. Opapapa
    Aug 16, 2015 @ 18:47:56

    Also unser Kleiner wird meistens von der Kindergartenerzieherin angesteckt,wenn die Montags mit roter Nase,hustend und schniefend im Kiga auftaucht dann ist unser Zwerg mit Sicherheit ab Mitte der Woche mit dem gleichen Krankheitsbild daheim und nicht mehr im Kiga.

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