smalltalk

sitzen mir schräg gegenüber in der u- oder s-bahn oder bus: zwei ich-schätze-mittfünfzigerinnen, no.1 etwas rund, im grünen trachtenjanker, darüber aber ein erstaunlich buntes batiktuch, kurze, grau-weiße haare, halbrunde rotgefasste brille, no.2 komplett in jeansuniform, im vergleich paar rundungen dünner, pferdeschwanz, anti-akw-plakette.

no.2: „und das ist jetzt dein neuer flyer?“
no.1: „ja, nett oder? hat mir der willi gemacht, am pc, drucken die bei copyshopy ganz günstig raus.“
no.2: „doch, wirklich schön. auch so das pastellige da. und der buddha.“
no.1: „weißt, jetzt hab ich die praxis ja schon ´n halbes jahr, da musste schon ein bissel marketing machen.“
no.2: „aber sonst läuft´s?“
no.1: „jaja. doch doch. die leute wollen ja zum heilpraktiker. die ärzte machen doch nur ihr schulmedizinisches zeugs. aber seitdem ich auch des reiki anbiete – ich sag dir: spitze. und die homöopathie läuft eh alleine.“
no.2: „gibts denn auch was schwieriges?“
no.1: „naa. eigentlich nicht. letztens war so´ne mutter mit´m kind da…“
jetzt werde ich aufmerksamer und spitze die öhrchen.
no.1: „… war ganz pickelig die kleine. von kopf bis fuss. so richtig neurodermitismäßig, weißte? ich hab dann mal eine störfeldsuche gemacht – musst du einfach machen in so einem fall – und klar: die hatte ja auch schon ihre impfungen bekommen. drei stück in drei monaten! schlimm ist das. was die leute den kindern so antun…“
jetzt wird´s aber interessant. doch leider: mist, sie stehen auf und steigen aus. grad jetzt, wo es spannend wird.
no.2 (beim aufstehen): „kann man da denn noch was machen?“
no.1 (beim drücken des halteknopfs): „hajaa! ich habe dann mal eine ausleitung gemacht und staphisagria und sulfur in d12 mitgegeben. wird schon. ich denke, man kann dem kind schon noch helfen…“
und sie steigen aus.

(und ich springe auf, lasse meinen bowlingabend bowlingabend sein, steige mit aus, gebe mich zu erkennen und verbringe den restlichen abend mit heißen diskussionen an der bahnsteigkante über den blödsinn, der hierzulande über eltern und die armen kinder ergossen wird) nein. ich lasse sie ziehen. ich feiger schulmediziner.

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68 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. zombielein
    Apr 12, 2011 @ 19:00:29

    hihihihi, was es nicht alles gibt 🙂 also wirklich, dass man die armen kinder auch immer gegen alles impfen muss und das in so kurzer zeit. *ggg wie haben wir das früher nur überlebt? o.O

    Antwort

  2. Sabine
    Apr 12, 2011 @ 19:04:24

    *hehe* …ich denke man kann dem Kind noch helfen… und dann Glauboli hinterherwerfen, klaro ^^

    Antwort

  3. Elawen
    Apr 12, 2011 @ 19:14:51

    nuja, du wärst wahrscheinlich durch bloße Gewichtsübermacht mundtot gemacht worden *ironieoff*
    Nein, war schon ganz richtig. Sonst hättest du deinen Bowlingabend plus den nächsten Praxistag im Dunstkreis nebliger Räucherstäbchen, Pendel und ähnlicher Paraphernalia zugebracht und hättest doch nichts an Überzeugung erreicht. Nur Fusseln am Mund.
    Ich will hier nicht alle Heilpraktiker über einen Kamm scheren, es gibt sicher einige, die gut sind. Aber manche Methoden muten denn doch ein wenig *hust* esoterisch und wenigversprechend an..
    Wenns schee macht.. 😉
    War dein Bowlingabend denn wenigstens schön danach?
    LG Elawen

    Antwort

  4. Anonymous
    Apr 12, 2011 @ 19:31:44

    Hehe, hihi? Was ist daran bitte witzig? Ich krieg bei sowas zuviel…

    Antwort

  5. Hajo
    Apr 12, 2011 @ 20:16:18

    so etwas kann man doch nicht wirklich ernst nehmen
    .. oder doch? 😦
    Mensch, Dok, ich bewundere Deine Beherrschung! Ich wäre vermutlich ausgerastet (obwohl ich eigentlich ein ganz Friedlicher bin)

    Antwort

  6. meerfrau
    Apr 12, 2011 @ 20:53:18

    Bei zwei Kindern, beide neurodermitsmäßig, packt mich die kalte Wut, wenn ich sowas höre. Das kommt nicht vom Impfen und ist auch nicht ansteckend, das ist angeboren, steckt in den Genen … Und die Kinder brauchen ebenso einen vernünftigen Impfschutz wie alle anderen. Wir leben doch nicht unter der Käseglocke. Allerdings hätte ich mich auch nicht um den Bowlingabend gebracht, diskutieren führt da wahrscheinlich zu nichts.

    Antwort

  7. gedankenfest
    Apr 12, 2011 @ 21:05:23

    Egal, was wem wie hilft, hauptsache es hilft.

    Mir hat die Homöopathie schon oft geholfen, wo die Schulmedizin versagt hat. Ganz ohne Pendel, Räucherstäbchen und Tanz vom Medizinimann! 😉

    Aber dennoch gibt es in der Schulmedizin wichtiges, was die Homöopathie nicht in der Lage ist zu ersetzen.

    Antwort

  8. timebanditsworld
    Apr 12, 2011 @ 21:05:30

    …. solche Eltern bzw. deren Kinder können mir nur leid tun und ich kann nur hoffen das sie nie ersnsthaft erkranken.
    Ich persönlich steh auf Schulmedizin und deren Ärzte^^ und glaube nicht an irgendwelche Hokuspokus Medizin .

    Antwort

  9. tibia
    Apr 12, 2011 @ 21:37:11

    Ich krieg da immer das kalte Kotzen, wenn ich sowas höre. Haben die Leute das denn schon vrgessen?

    Antwort

    • Cerise
      Apr 12, 2011 @ 22:42:18

      Tibia, leider ja! Polio gibts doch nicht mehr. Hier schonmal garnicht.
      Das es wieder auf dem Vormarsch ist will doch keiner sehen. Und wenn doch, dann wird das gleich „glaubuli“mäßig gemacht: Das kommt dann auch vom Impfen! Die bösen Lebendimpfstoffe. Oder sowas halt, was denen dann eben gerade so einfällt.

      Ja, ich krieg bei sowas auch die Krise. Gesunder Menschenverstand? Fehlanzeige…
      Ich wurde gegen alles geimpft, ein Glück! Als chronisch Kranke hätte ich damals einige der „ach so harmlosen“ Kinderkrankheiten vermutlich nicht überlebt. Mein Bobele ist ebenso durchgeimpft.
      Und wenn ich unter Müttern bin und sowas höre werde ich ganz schnell deutlich. Denn ich kenne Polio noch, von meiner Urgroßtante. Was habe ich sie als kleines Mädchen bedauert das sie kaum laufen konnte! Und wie schwer es mir fiel einzusehen das man ihr nicht mehr helfen konnte…

      Heutzutage sich und seine Kinder nicht zu impfen ist einfach dumm!

      Antwort

  10. EinMopskamindieKüche
    Apr 12, 2011 @ 22:56:50

    Ich muß zugeben, daß manchmal eine alternative Behandlungsmethode mehr hilft als die übliche Schulmedizin. Habe es schon selbst erlebt. Aber viele Erkrankungen kann man nur mit Schulmedizin behandeln. Man kann ja neben der üblichen Medizin noch andere Dinge ausprobieren, wenn man das möchte.
    Aber Impfungen sollten immer IMMER gemacht werden!!!!!

    Antwort

  11. Julia
    Apr 12, 2011 @ 22:58:31

    Ich hab mich jüngst auf die Diskussion eingelassen – in meinem Rückbildungskurs. (gekürzte Version):

    Mama A, letzte Woche: „Jetzt kommt ja die U4 und woher soll ich denn wissen ob ich mein Kind impfen lassen soll?“

    Ich: „Du sollst Dein Kind impfen lassen.“

    Mama B: „Nein, da muss man Nutzen und Risiko gut gegeneinander abwägen.“

    Ich: „Ich finde, Schutz gegen eine tödliche Krankheit ist eindeutig ein Nutzen. Auch für die anderen, die wirklich nicht geimpft werden können.“

    Mama A: „Ich denke eher, das Kind soll sich erst mal ein eigenes Immunsystem aufbauen.“
    Mama C: „Ja, und dann sind das gleich fünf Impfungen auf einmal, das ist doch grausam!“

    Ich: „Der Aufbau des Immunsystems hat mit Impfung oder Nicht-Impfung nichts zu tun. Und das beste Immunsystem hilft nichts bei Tetanus/Diphterie/Kinderlähmung/Masern. Die sind grausam. Fakt.“

    Mama B: „Also so einfach kann man das nicht sagen, aber ich habe ein Buch, da ist das sehr kritisch und gut erklärt, das bringe ich mal mit.“

    Mama A, C, D und E: „Au ja, das würde mich auch interessieren.“
    Ich: (mühsam beherrscht) *wutschnaub*

    Diese Woche wurde das Buch übergeben. Mit argwöhnischen Seitenblicken auf mich. Schade, ich hatte mir vom Kurs durchaus Mütterfreundschaften versprochen. Bin leider im falschen Film gelandet.

    Ob irgendjemand von denen ihr Kind nicht mehr mit ins Auto nimmt angesichts der Verkehrsunfallstatistik? Ich glaube kaum.

    Antwort

    • arzt4empfaenger
      Apr 13, 2011 @ 00:52:16

      „Schade, ich hatte mir vom Kurs durchaus Mütterfreundschaften versprochen. Bin leider im falschen Film gelandet. “
      Da kann ich mich nur anschließen. Hah, wir hätten im gleichen Rückbildungskurs sein sollen, dann hätte es vielleicht eine Mütterfreundschaft gegeben. 🙂 (anscheinend leben wir in der gleichen Stadt aber wahrscheinlich an unterschiedlichen Enden).
      Das mit der Beherrschung wird einem in solchen Situationen aber auch schwer gemacht! Bei dem, was man manchmal zu hören bekommt, könnte ich mir die Haare raufen.

      Antwort

    • Utta
      Apr 13, 2011 @ 09:56:37

      Oh Julia, da fällt mir beim Thema Vergleich von Verkehrsfolgen und Impffolgen eine kürzlich stattgefundene Begegnung ein:

      Eine Mutter aus der Nachbarschaft, die ihre Kinder nur gegen Tetanus hat impfen lassen, traf ich an einem sehr traurigen Ort: Dort ist einen Tag vorher ein Fünfjähriger tötlich überfahren worden. Wir waren beide bedient und betreten und kamen ein wenig ins Reden.

      Da erzählte sie von einem Vortrag über Impfen und Impffolgen wo der Vortagende an einer Stelle erzählt hat, dass Krankheiten ja eigentlich garnicht das größte Risiko im Leben der Kinder seien, sondern Unfälle, allen voran im Verkehr.

      Ich war noch ganz in Gedanken und konnte erst später eins und eins zusammenzählen, als sie schon weg war: Ja, eigentlich hat der Vortragende damit doch DAS schlagende Argument FÜR das Impfen vorgebracht, denn „Impffolgen“ sind ja nochmal seltener als Krankheiten, oder?!

      Aber scheinbar hat das damals im Vortrag niemand so verstanden…

      Antwort

    • caro
      Apr 13, 2011 @ 12:42:42

      Diese Situation kommt mir auch mehr als bekannt vor…
      Ich war schwanger in „Schweinegrippe“-Zeiten. Und während mein gesamter Geburtsvorbereitungskurs inclusive der ansonsten von mir sehr geschätzten Hebamme gegen den an Körperverletzung grenzenden Schwachsinn einer Impfung wetterte, ging ich zu meiner Gyn und hielt den Arm hin (als es den australischen Impfstoff endlich gab).

      Jetzt, wo die Kinder da sind, geht das so weiter. Wer übers Impfen überhaupt näher nachdenkt, gerät sofort in die Umlaufbahn der Impfen-ist-böse-Fraktion – und stellt damit ebenso viel Naivität unter Beweis, wie wenn er/sie blind ohne sich zu informieren entschieden hätte. Da ist mit Argumenten leider nix zu machen – insofern passt`s schon, kinderdoc, dass du bowlen gegangen bist…

      Ich habe noch keine einzige Mutter gefunden, die sich mit dem Thema Impfen wirklich befasst hat, gerne auch kritisch, und dann zu einer evidenzbasierten (= weitgehend impfbefürwortenden) Entscheidung gekommen ist. Wo sind die alle? Irgendwo müssen die doch sein?

      Antwort

      • kölnerin
        Apr 13, 2011 @ 14:29:07

        hier!!!

        ich war sehr kritisch – durch meinen kinderarzt auch darin unterstützt. er war ein kompletter impfgegner.
        trotzdem ist mein sohn durchgeimpft. habe mit allem etwas später angefagen aber es dann durchgezogen. desinformation verunsichert!

        Antwort

    • Rabenmama
      Apr 13, 2011 @ 13:12:20

      Mir ging es im Rückbildungskurs genauso. 🙂

      Schade das wir uns nicht getroffen haben- da wäre vielleicht dich eine Freundschaft rausgekommen…

      Mein Sohn ist auch durchgeimpft.

      Antwort

  12. docadenz
    Apr 13, 2011 @ 07:44:42

    Wah. Ich rege mich über sowas nur auf.
    Aber hey, die vielen Berichte hier von Leuten, die sagen, Hokuspukus hätte ihnen bereits geholfen zeigen, was von der Einschätzungsfähikgeit vieler Leute zu halten ist.
    Stichwort n=1….

    Antwort

    • gedankenfest
      Apr 13, 2011 @ 08:04:38

      Bloß nicht aufregen, das soll ja so schlecht fürs Herz sein! (Hat nicht mein Heilpraktiker gesagt, sondern die Frau meines Heilpraktikers –> meine Hausärztin!)

      Nun, du sagst, man weiß, was man von der Einschätzungsfähigkeit der Leute zu halten hat. Da kann ich nur schmunzeln. Letztendlich ist doch egal, was wem wie hilft, hauptsache es hilft. Und genau das sollte ein Arzt doch wollen – helfen! Der Arzt, der das nicht aus tiefstem Herzen will.. tja… hätte vielleicht kein Arzt werden sollen? Gerade den Beruf des Arztes sollte man aus Berufung ausführen.

      Und warum muss man sich als Arzt auf die Schulmedizin festfahren? Um deinen Text etwas umzuschreiben:
      Aber hey, die vielen Berichte hier von Leuten, die beruflich mit Medizin zu tun haben und in ihrer Meinung der Schulmedizin so unglaublich festgefahren sind und damit auch nicht bereit sind, dem Patienten möglicherweise auch alternative Behandlungsmethoden aufzuzeigen, die zeigen mir doch, was ich von manchen Medizinmännern (und damit meine ich Personen, die beruflich mit Medizin zu tun haben: Ärzte, Krankenschwestern etc!) zu halten habe.

      Ein kleines Beispiel von mir: Als ich mein Abitur machte, bekam ich Neurodermitis. Ich ging zum Arzt und bekam eine Cortisonsalbe (selbst jeder Nichtmediziner weiß, dass das nicht gut ist!). Es war nur in der Ellebeuge, ich konnte damit leben – kein Drama. Irgendwann breitete es sich aus. Kinn, Dekollete. Es wurde unangenehm, ich ging zum Arzt. Sie konnten mir nicht helfen. Jeden Tag Cortisonsalbe wäre nicht gut gewesen. Ich sollte es mit Feuchtigkeitscreme eincremen. Es hat nicht geholfen. Also ging ich zum Heilpraktiker. Hokospokus Fidibus oder meinetwegen auch Abra Kadabra: ich bin seit Jahren frei von Neurodermitis!

      Wieso, weshalb, warum ist doch egal, solange es hilft!

      Es gibt Sachen in der Medizin, da muss man nicht drüber diskutieren. Impfungen wie Polio lassen sich partout durch nichts anderes ersetzen. Aber Impfungen gegen Röteln oder Masern – muss das sein? Nein, das MUSS nicht! Es kann, aber es muss nicht.

      Ich habe übrigens nur die notwendigsten Impfungen bekommen. Ich bin gesund. Keine Allergien, keine chronischen Krankheiten – nichts.

      Antwort

      • kinderdok
        Apr 13, 2011 @ 08:14:46

        schöne geschichte aus dem bereich erfahrungsmedizin: ist ja auch ok so.
        trotzdem helfen 90% aller neurodermitiker die tägliche hautpflege und cortison-intervall-behandlung sehr wohl – nicht umsonst ist das seit *jahrzehnten* leitlinie.
        die letzte neurodermitis-mama, die plötzlich geheilt war, war die, die vom hp eine tolle chinesische salbe bekam, inhaltsstoff methylprednisolon…

        und: wenn du als neurodermitiker röteln oder masern bekämst – gute nacht, marie.

        Antwort

        • gedankenfest
          Apr 13, 2011 @ 08:21:29

          Meine Brüder wurden beide gegen Röteln und Masern geimpft. Und beide sind nicht davon verschont geblieben. Es lässt sich ja auch bei der Grippeimpfung diskutieren. Ich kenne nur Menschen, denen es danach schlechter ging als vorher.

          Aber das sind natürlich Erfahrungswerte.

          Ich finde es schade, dass man diese Behandlungsbereiche so strikt trennen muss. Die Schulmedizin ist unablässig, keine Frage. Aber sie ist wirklich nicht immer in ihrer medikamentösen Form notwendig. Ich glaube, von einer gezielten Kombination der Anwendungsbereiche würden viele profitieren.

        • Irislein
          Apr 13, 2011 @ 11:15:14

        • kinderdok
          Apr 13, 2011 @ 11:27:14

          macht n=2.

          bei mir ist n=282… pro Jahr, habe ich grad mal geschaut, für 2010. nur die masern/mumps/röteln/windpocken – impfung. macht ca. n=3000 in meiner praxislaufbahn. masern oder röteln trotz impfung in dieser zeit? n=0

        • Anonymous
          Apr 15, 2011 @ 21:42:51

          Wer sagt, dass man das trennen muss? Unsere Kinderärztin ist immer sehr verhalten, was Medikamente angeht, nur das nötigste, Kinder stehen eh nicht drauf, und es gibt auch gute Hausmittel und alternative Behandlungsmethoden. Aber Impfungen sind absolut notwendig, sie legt auch Grippe- und Zeckenimpfung jedes Jahr ans Herz, und eine gute Diagnostik mit ausführlicher Beratung ist sowieso unerlässlich. Wer darüberhinaus noch irgendwelche Salze oder Globuli zu sich nehmen will soll das tun, ich denke, dagegen hat auch der Kinderdoc nix, schlimm ist doch gerade das Nur-HP-alles-andere-ist-kapitalistische-Verblendung-Denken.

      • Toto
        Apr 13, 2011 @ 10:53:45

        D u bist gesund..Und wer heilt, hat recht, sagt man wohl.
        Aber wenn Du schwanger bist (Du bist doch eine Frau? Wegen Dekolleté und so…?) und bekommst Röteln?
        Im Kindergarten unseres Sohnes war so ein armer Spatz. Taub. Die Mutter hatte während der Schwangerschaft Röteln gehabt.
        Entschuldige die erneute Einwirkung auf Deinen Kreislauf! War im Moment vielleicht gar nicht nötig 😉

        Antwort

      • Blogolade
        Apr 14, 2011 @ 11:55:40

        Und du bist sicher, dass es nicht vom Stress kam? Abiturdruck, dann die Lebensumstellung von zuhause auf Uni oder Ausbildung?

        Das waren so Punkte die bei mir Neuroauslöser waren, übrigens auch in der Vorabiphase. Heute habe ich immer wieder Stellen die bei Stress überhand nehmen. Verordne ich mir, ganz ohne HokusPokus, Entspannung und Entschleunigung, geht der Haut binnen weniger Tage deutlich besser.

        Antwort

  13. gedankenfest
    Apr 13, 2011 @ 08:05:44

    Nachtrag: Ich hab immer so furchtbare Probleme mit dem Kreislauf. Danke, jetzt ist er in Schwung! 😉

    Antwort

  14. meerfrau
    Apr 13, 2011 @ 09:48:02

    Masern sind bis heute keine einfache Kinderkrankheit und gehen teilweise mit schweren Nebenerkrankungen einher, die zu dauerhaften Schädigungen führen können oder auch zum Tod (in einigen Entwicklungsländern stirbt noch jedes vierte erkrankte Kind) Impfschutz ist keine Sache des Einelnen, Impfen schützt die Gesellschaft im Gesamten. Vielleicht würde mein Vierjähriger die Masern gut wegstecken, aber das Neugeborene der Nachbarin, das wir gerade besucht haben, könnte daran sterben. Die meisten dieser Krankheiten sind ansteckend, bevor sie eigentlich ausbrechen und erkannt werden können. Jeder kann sich selber fragen, ob er das in Kauf nehmen möchte.

    Zu Cortison: „selbst jeder Nichtmediziner weiß, dass das nicht gut ist!“, @ Gedankenfest: Sie wissen aber schon, dass die Forschung da in den letzten Jahrzehnten nicht geschlafen hat? Solche pauschalen Aussagen gehen gar nicht. Neurodermitis ist einfach zu erkennen, weshalb auch gerne Wildfremde ungefragt Behandlungsmethoden anpreisen. Sie ist aber sehr divenhaft und teilweise schwer zu behandeln. Ein Kind mit akuter Neurodermits gehört nach meinem Erfahrungsschatz in die Hände eines spezialisierten Hautarztes. Wenn man daneben auch noch einen Heilpraktiker zu Rate zieht, ist das ja in Ordung. Ich kann aus eigener Erfahrung die Elternschulungen, die viele Kliniken anbieten, empfehlen.

    Antwort

  15. fishly
    Apr 13, 2011 @ 10:42:48

    Zum Thema Erfahrungsmedizin stellte einer meiner Dozenten mal fest:

    „Die Mehrzahl von Anekdote ist nicht Beweis.“

    Ich finde das trifft es ganz gut. 🙂 Übrigens wäre ich an Ihrer Stelle, lieber Kinderdoc auch lieber zum Bowlingabend gegangen. Die Diskussion an der Bahnsteigkante wäre höchstwahrscheinlich für keinen der Beteiligten zu einem befriedigenden Ergebnis gekommen.

    Antwort

  16. dienstarzt
    Apr 13, 2011 @ 11:23:44

    Des Menschen Wille ist sein Himmelreich … und sein Glaube eine Pest.

    Hab mal einen Link gesetzt – abgesehen vom vergnüglichen Inhalt vor allem wegen der Affinität zu alten Medizinbüchern, da bin ich extrem bestechlich.

    Antwort

  17. io
    Apr 13, 2011 @ 11:32:45

    Schon krass, dass JEDE Diskussion über das Impfthema immer in religionsähnliche Auseinandersetzungen abgleitet. Und zwar von beiden Seiten.
    Fakt ist, der Gesetzgeber überläßt den Eltern die freie Entscheidung bei dem Thema. Das sollte schon nachdenklich machen und man sollte sich ruhig kritisch mit dem Thema auseinandersetzen. Kritisch heißt aber nicht dieses oder jenes Konzept von Grund heraus abzulehnen, sondern sorgfältig zu überprüfen.

    Dabei wir einem das Leben nicht gerade leicht gemacht. Neben den parareligiösen Vertretern beider Seiten, gibt es auch noch wirtschaftliche Interessen auf beiden Seiten. Wenn man es dann zu Zahlenmateral geschafft hat, merkt man wie schnell man in die eine oder andere Richtung interpretieren kann. Statisktik halt. Dazu kommt dann noch, as z.B. Imfgeschädigte in unterschiedlichen Ländern unterschiedlich erfaßt werden, bzw. bei dem selben Impstoff über die Landesgrenzen deutlich unterschiedliche Zahlen zu Imfgeschädigte entstehen. Je nachdem ob der Geschädigte den Schaden nachweisen mu, wie und wann.

    Insgesamt ein Thema, welches Eltern leicht überfordern kann. Und das macht natürlich anfällig für leicht verständliche Lösungen (Scharlatanerie). Dem kann man mit Aufklärung begegnen. Das ist anstrengend und schwierig. Oder man tut die Elternsorgen leichtfertig ab und zieht sich auf einen Bastastandpunkt zurück. Das ist dann auch nicht sehr viel mehr wert als Scharlatanerie 😉

    Antwort

    • tibia
      Apr 13, 2011 @ 15:56:00

      Beim Impfen wird einfach mit Angst gearbeitet; mit der Angst der Mütter, sie könnten ihrem Kind was antun! Damit lässt sich super Bücher, Vorträge, Seminare etc. verkaufen; oder Stärkungen des Immunsystems mit Glaubuli, oder ähnlichen Scheiss. Gearbeitet wird idR mit gefälschten Statistiken (wie bei Buchwald; ich nehme auch mal an, das war das ominöse Buch, von dem Julia geschrieben hat) und mit uralten Fällen von Impfschäden, die auftraten, als die viel gefährlicheren Lebendimpfstoffe verwendet wurden. Dabei wird dann immer so getan als seien die Krankheiten, gegen die da geimpft wird, irgendwelche Harmlosigkeiten, die man ja einfach so wegsteckt. Sind sie nicht! Kinderkrankheiten heissen nicht so, weil sie so harmlos sind, sondern weil sie so ansteckend sind, dass man sie schon beim ersten Kontakt bekommt.

      Und funktionieren kann das alles nur, weil Grausamkeiten wie Polio, Pocken und dergleichen bei uns völlig verschwunden sind: also nur deswegen, weil Impfen so wahnsinnig gut funktioniert und lediglich ein minimales Risiko bei unschätzbarem Nutzen darstellt! Sonst würde ja jeder die ganzen gelähmten Kinder, die Kinder in der eisernen Lunge, die pockezerfressenen Gesichter etc. jeden Tag sehen können!

      Impfen ist mit Abstand die größte Erfindung, die die moderne Medizin hervorgebracht hat. Mich macht es unglaublich wütend, wenn sowas Großartiges so diffamiert wird. Und noch wütender macht es mich, wenn irgendwelche doofen Trullas sich auch noch wahnsinnig aufgeklärt dabei vorkommen, wenn sie ihre und andere Kinder (die unter Einjährigen nämlich) so einem tödlichen Risiko aussetzen.

      Antwort

    • Gloinson
      Feb 07, 2012 @ 11:39:10

      Impfgeschädigte werden alle gleich erfasst. Und zwar seit zehn Jahren in der UAW-Datenbank des Paul-Ehrlich-Institutes, auch online verfügbar. Die verzeichnet auch 137 tote und 110 permanent geschädigte Kinder unter 2 Jahren in der Zeit. Das ist furchtbar. Furchtbarer ist nur die 1 in 1000 Chance auf Meningitis bei zB Masern.

      Das Gesetz überlässt den Eltern auch nur deshalb die Wahl, weil das Grundgesetz den Eingriff am Menschen ohne dessen Einwilligung (Artikel 2 Absatz 2) untersagt. Gerade weil Impfen grundsätzlich sinnvoll ist, erlaubt das Infektionsschutzgesetz §20 (6) im Notfall sogar ein Außerkraftsetzen des GG.

      Antwort

  18. Frau Müller
    Apr 13, 2011 @ 11:33:53

    Jaja, was man den armen Kindern heutzutage alles antut: Homöopathie-Reiki-Transzendal-„Medizin“…
    Aber vielleicht kann man das Kind noch retten.
    Frau Müller.

    Antwort

  19. Cerise
    Apr 13, 2011 @ 15:36:18

    Hm, was mir bei Gedankenfests Eintrag einfällt ist folgendes:
    Ich habe schwere Neurodermitis, unter anderem. Und auch ich habe es mit Homöopathie probiert, denn: „Aber Kind, die Schwester der Nachbarin der besten Freundin meiner Wollverkäuferin, die hat NIE wieder Neurodermitis gehabt!“ Irgendwann hab ich gesagt, okay, ich machs. Bin hin, der Heilpraktiker war unglaublich nett und fand meine Vorbehalte sogar gut! Zitat: „Wie es wirkt weiß man nicht. Bei einem ja, beim anderen nein.“ Und genau so ist es! Mir hats nichts gebracht, außer einem 5monatigem Schub! Danach habe ich fast eine Jahresdosis Cortisontabletten gebraucht um meine Haut wieder zu beruhigen.
    Es ist also was drin was wirkt. Bei mir jedenfalls zum Negativen.

    Egal ob Globuli wirken oder nicht: Es ist niemals schlecht zu impfen! (Es sei denn das Kind darf wirklich nicht geimpft werden)
    Jedes einigermaßen gesunde Kind sollte geimpft sein, um eben die armen Mäuse zu schützen deren Immunsystem völlig verrückt spielt.
    Ich frage die Impfgegner-Mütter gerne: „Und, wenn dein Kind die Masern gut verkraftet, aber andere ansteckt und nur eines davon dann bleibende Schäden hat oder gar stirbt… Fühlst du dich dann auch noch gut?“

    Achja: Irgendwas wirkt wirklich. Durch Zufall habe ich eine Globuli-Mischung geschentk bekommen, so Wohlfühlzeugs. Brav genommen, weil die Schwiegermutter hats geschenkt. Und was war ich erstaunt das es hilft! Meine sonst heftigen Regelschmerzen verschwinden mit den Dingern. Keine Ahnung warum. So nehme ich sie immer in der Roten Woche und geniesse es nach Jahren einfach mal keine Krämpfe zu haben.
    Trotzdem: Ich bin und bleibe dabei: Schulmedizin rocks!
    Nichts ist so durchgetestet wie Schulmedizin, wird so genau dokumentiert und ist so weit gefächert.
    (Nur einige Ärzte, naja… Aber da kann ja die Medizin nix für)

    Antwort

  20. evasbuecherkiste
    Apr 13, 2011 @ 15:59:07

    Jahrelang quälte ich mich mit Bauchschmerzen herum. Lange Zeit konnte mir keiner sagen, was ich denn hatte. Bin dann zu einer Allgemeinmedizinerin gegangen, bei der sich nacher herausstellte, dass sie wohl mehr auf homöopathische Medikamente zu stehen scheint. Sie hat mir nicht wirklich helfen können, auch die angeblich so gut wirkenden Tabletten brachten keine tatsächlich Linderung – schmeckten aber ganz gut ;P. Letzenendes ist im Krankenhaus eine Lapraskopie gemacht worden, die enzündliche Fäden an den Darmschlingen hervorbrachte. Wurden weggemacht, mir gehts Prima.
    Da hätte ein Homöopath (und besagte Ärztin lehnte eine OP sogar ab!) mir bestimmt nich bei helfen können.

    Dazu noch: Ich bin als Kind gegen alles geimpft worden und auch später hab ich persönlich mich darum gekümmert, dass ich auch weiterhin (Jugendimpfungen) geimpft werden. Gegen die Schweinegrippe habe ich mich auf Anraten bekannter Ärzte nicht mehr impfen lassen. Aber ansonsten, gerade bei Kindern, würde ich da ganz genau hinsehen.
    Und auch wenn ich keine Kinder habe: Ich kann Eltern nicht verstehen, die ihr Kind nicht impfen lassen.

    Antwort

    • Anonymous
      Apr 15, 2011 @ 21:57:54

      Wenn ich das hier so lese bin ich immer wieder überrascht, was für tolle Ärzte ich doch habe. Mein Hausarzt steht auch auf Homöopathie, aber holla ist der abgegangen als er bei mir erhöhte Leberwerte festgestellt hat. Hat mich morgens um 8 mit dem Befund rausgeklingelt, zum MRT angemeldet und mich Stein und Bein schwören lassen dass ich bei der nächsten Kolik in die Klink fahr. Schön, einen Arzt zu haben der weiß, wo seine Grenzen sind und kein Problem hat, die Patienten darüber hinweg in geeignetere Hände zu geben.

      Antwort

  21. Claudia
    Apr 13, 2011 @ 17:22:24

    Ich ging mit meiner Kleinen kurz nach der Geburt zu nem Pekip-Kurs.
    Der Lütten hat das viel Spaß gebracht… mir weniger. Wenn solche Sätze über einen hereinbrechen
    „Überleg dir ob du dein Kind impfen lassen willst, es muss auch die Krankheiten durchleben“ Klar bei einem ehemaligen Frühchen, dass noch geschwächter war als normgeborene.
    „Such dir nen gutenHeilpraktiker“
    und das netteste…
    es war die Zeit der Vogelgrippe. Im Pekipkurs waren die Kinder alle auszuziehen
    „Überlegt euch bitte heute ob ihr die Kinder ausziehen wollt, wegen der Ansteckungsgefahr“ „der Ansteckungsgefahr? mit was?“ „Ja mit der Vogelgrippe“
    Die Leiterin meinte das ernst. Meine Kleine war die einzige, die ausgezogen wurde. Tröpfcheninfektionen sind durch tragen von Kleidung vermeidbar…

    Antwort

  22. justagirlonherway
    Apr 13, 2011 @ 23:40:32

    http://www.jennymccarthybodycount.com/Jenny_McCarthy_Body_Count/Home.html

    Wenn ich mal Kinder habe, werden die durchgeimpft. Genauso wie ich bei mir darauf achte meine Impfungen regelmäßig aufzufrischen.

    Antwort

    • IO
      Apr 14, 2011 @ 08:44:39

      Genau solcher Quatsch hilft gar nicht.
      Der Autor gibt in den FAQ selbst zu, daß er die Todesfälle nicht alleinig auf die nicht vorhandene Impfung zurückführen kann. Und Autismus ist bei weitem nicht die einzige Möglichkeit eines Impfschadens. Noch dazu stammen die Zahlen aus den USA und da haben die einzelnen Staaten sehr unterschiedliche Vorgehensweisen wie Impfschäden nachgewiesen werden können und müssen. Also wird nix belastbares mit nix belastbarem verglichen und mit nix belastbarem multipliziert. Und sowas ist dann natürlich Wasser auf den Windmühlen der Impfgegner.

      Antwort

      • achtelgott
        Apr 14, 2011 @ 09:32:03

        Das Masernimpfungen Autismus auslösen wurde vor Jahren schon widerlegt. Bitte argumentieren Sie wenigstens fundiert, um nicht andere, die sich wirklich informieren wollen, verunsichern. Das ist eines der größten Probleme: Jeder der Informationen will, geht ins Internet. Das Internet ist bei mThema Impfen nur meist sehr einseitig (Zitat Immunologie Dozent: „Wir werden Ihnen möglichst alles, was Sie wissen müssen, als Folien geben, zum Thema finden Sie im Internet nämlich fast nur Impfgegner.“).

        Antwort

      • tibia
        Apr 14, 2011 @ 10:12:22

        Andrew Wakefield, der diesen Mist mit Autismus durch Masernimpfung in die Welt gesetzt hat, ist ein Betrüger … ein Verbrecher, der sich mit diesem Stunt ausschließlich selbst bereichern wollte. So einem Typen geht Ihr auf den Leim! Diesem Schwein, das skrupellos Kinderleben aufs Spiel setzt, um selbst reich zu werden, glaubt Ihr mehr als Euren Kinderärzten!

        Antwort

  23. black4bull
    Apr 14, 2011 @ 11:43:00

    mehrheit ist kein garant für die richtigkeit … das gilt für, aber auch gegen die medizin.
    richtig ist nur, was/wer wirklich hilft !!!

    einen hals bekomme ich nur, wenn so manche „götter in weiß“ absolut respektlos über naturheilweisen (kein hokus pokus; gemeint sind massagen, mineralstoffbehandelungen, kräuterbehandlungen, usw.) herziehen und diese verdammen.
    es kann und muss ein vernünftiges nebeneinander geben, denn wie gesagt …

    recht hat nur der, der hilft.

    Antwort

  24. mimi
    Apr 14, 2011 @ 12:58:24

    Impfungen sind sinnvoll und gott sei dank haben wir sie. aber muss man die kinder im ersten lebensjahr impfen? gerade das erste lebensjahr ist so wichtig und prägt. nach dem ersten geburtstag würde impfen auch ausreichen! aber diese einnahmequelle lassen sich die kidocs nicht nehmen…

    Antwort

    • tibia
      Apr 14, 2011 @ 13:12:55

      Ich war heilfroh als meine Kleine als Einjährige durchgeimpft war.
      Auch Säuglinge können sich mir schweren Krankheiten anstecken, wieso sollten die das besser wegstecken als ein Einjähriges?

      Antwort

    • kinderdok
      Apr 14, 2011 @ 13:18:24

      @mimi:
      stimmt. und die krankenhäuser mit den beatmeten säuglingen bei keuchhusten oder der hib-infektion hätten dann im ersten lebensjahr auch wieder mehr schotter.

      einnahmequelle. wow. jau: knappe 9 euro pro kombiimpfung incl. aufklärung, untersuchung des säuglings, impfung, materialien wie kanülen und tupfer etc. pp.
      doch. das haut echt rein.
      aber nur gut, dass die nichtimpfenden kollegen dann bald konkurs anmelden.

      „gerade das erste lebensjahr ist so wichtig und prägt.“ … stimmt auch. aber was verprägt sich denn mit den impfungen? habe ich in meiner praxis nur sonderschulkinder und emotionale krüppel, nur weil sie nach der empfehlung ab 2./3. lebensmonat geimpft werden?

      (ich kann ja wenigstens deine email-adresse einsehen, warum werden so immer wieder vorurteile bestätigt?)

      Antwort

      • mimi
        Apr 14, 2011 @ 19:20:47

        wow, da mußte der herr doktor aber schnell antworten, bevor die böse hebamme, die ja nicht studiert hat, blödsinn erzählt… deine antwort zeigt mir doch, dass da was wahres dran ist. wohne in nrw und die kidocs hier impfen alles, nicht nur stikoempfehlung. wir haben ein buch zum thema impfen geschrieben, von daher nehmen wir mal an, dass ich von der materie ahnung habe. keuchhusten ist auch das einzige, was als einziges sinn macht im ersten lebensjahr zu impfen. weißt du, hatte letztes jahr drei kinder mit impfschaden – von 130 betreuten kindern im jahr, schon ne scheiß quote. und dann die äußerungen der doks… nee ist klar.
        du hast mich wahrscheinlich nicht richtig verstanden, ich bin dankbar, dass wir impfungen haben. nur dieses so frühe impfen, ob das sein muss war die frage. und o-ton zweier kidocs hier:“ na zu den ersten u´s kommen die mütter ja noch, da impf ich doch, ist doch wenigstens nen bißchen kohle.“
        nix für ungut, lieber unbekannter – aber das hebammenherz und -wissen wird immer auf kriegsfuss mit dem der kidocs stehen. ist schon nen unterschied ob man die kinder wöchtentlich oder täglich beobachten kann.
        und das deine anhänger dir nach´m mund reden, logo oder?

        Antwort

        • achtelgott
          Apr 14, 2011 @ 20:16:00

          Sie hatten also in einem Jahr in einer Stichprobe von 130 (dadurch, dass alle ihre Kunden waren muss man hier zusätzlich noch von einem selection bias ausgehen) drei Fälle mit – wie auch immer manifestiertem – Impfschaden und schließen daraus, dass Jahre der evidence based medicine falsch liegen?
          Ich verstehe natürlich, dass das eine Besorgnis erregende Häufung ist, aber sie gibt keinerlei Aufschluss darüber ob a) Impfungen für Kinder unter einem Jahr gefährlicher sind oder b) ob nicht ohne Impfung einige dieser 130 an ernsthaften Krankheiten verstorben wären.

        • kinderdok
          Apr 14, 2011 @ 21:26:04

          „deine antwort zeigt mir doch, dass da was wahres dran ist.“ da hast du mich aber so was von gründlich missverstanden.
          „wir haben ein buch zum thema impfen geschrieben, von daher nehmen wir mal an, dass ich von der materie ahnung habe. “ achja? es schreiben ja viele viel.
          „ist schon nen unterschied ob man die kinder wöchtentlich oder täglich beobachten kann.“ richtig. und du als hebamme betreust also täglich über jahre diese und jene kinder? alles klar.
          und die ca. 4000 kinder, die ich pro jahr versorge und impfe, spielen da keine rolle? wo kommen bloss immer diese tollen stichproben her?
          ich habe sicher auch ein selection bias – aber ich kenne *kein* kind mit impfschaden, aber einige mit masernspätfolgen, keuchhustenbeatmungen, pneumokokkenenzephalitiden. all diese eltern – überzeugte impfgegner – haben später weitergeimpft.

        • mimi
          Apr 15, 2011 @ 10:01:35

          nur damit dein puls sich normalisiert… ich rate meinen frauen, wenn das thema impfen kommt: achtung, du wirst es nicht glauben!!! das besprichst du am besten mit deinem kinderarzt, der ist fachmann. und sollte eine mal garnicht locker lassen, sage ich ihr, dass sie ja vor dem impftermin das buch von hirte lesen könnte, dann wüßte sie um welche krankheiten es geht.
          so, mein eigentliches statement war: WARUM SO FRÜH IMPFEN??? das war alles, nicht garnicht impfen! zur 6-fach-impfung: Keuchhusten haben wir ja erörtert, ( sinnvoll), Polio, nun gut – aber wenn kein auslandsbesuch stattfindet und kein krippenbesuch, mh…, tetanus – im ersten jahr unwahrscheinlich, dass ein Sgl. sich so verletzt und wenn, wird jedes geimpfte kind im krankenhaus nachträglich nochmal geimpft, Diptherie und Hib – bei indikation, aber mal ehrlich, seltenst oder?
          mein kind ist geimpft.
          Also, vielleicht kannst du mich ja belehren und sagen was für dieses frühe impfen spricht?
          zu den masern-statements, vielleicht belehrst du deine schreiberlinge mal, das masern erst ab 1 lj. geimpft werden. oder läufts bei euch anders?
          ich habe eine familie betreut, der vater ist selbst arzt und bei der stiko einer der empfehlenden – na da kamen sachen zu tage.
          nun gut, wünsche dir ein schönes we…

        • IO
          Apr 15, 2011 @ 10:50:19

          http://www.wochenblatt-online.de/artikel.php?id=966451

          Wenn es 16 Jahre braucht, um einen Impfschaden anerkannt zu bekommen, dann werden Kinderärzte wohl eher selten Kontakt mit Geschädigten haben 😉

          Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass manche Eltern vorher aufgeben.

          Wie gesagt 1 Impfstoff von 1 Hersteller in verschiedenen europäischen Ländern und deutlich unterschiedliche Quoten von Impfgeschädigten. Und so unterschiedlich ist die Bevölkerung, Lebensgewohnheiten, etc. doch nicht. Da kann man schon ins Grübeln kommen.

        • Kathrin
          Apr 15, 2011 @ 11:13:59

          Bloß weil Du ein Buch über’s Impfen geschrieben hast, heißt das noch lange nicht, daß Du was vom Impfen verstehst. Und wieso Du als Hebamme dazu qualifiziert sein solltest, Impfschäden zu diagnostizieren, ist mir auch nicht klar.

        • tutnichtszursache
          Apr 15, 2011 @ 16:58:27

          Wenn ich sowas höre, Tetanus… unwahrscheinlich dass sich ein Säugling verletzt. Schon kleine Verletzungen reichen aus, die Haut eines Säuglings ist sehr dünn und Säuglinge kratzen sich, schon die Allerkleinsten schaffen das.

        • remis
          Apr 15, 2011 @ 11:51:41

          Warum bloß habe ich das untrügliche Gefühl, daß en sehr großer Teil Hebammen Schulmedizin tendenziell verteufeln und esoterisches Gedankengut über den Klle loben und verbreiten?
          Meine Schwägerin (Hebamme in NRW…) hat auch so einige lustige Vorstellungen – wenn’s nicht so traurig wäre würde ich darüber nur lachen.

          Ich warte jetzt noch geduldig auf Belege, für deine Behauptungen, die wissenschaftlichen Kriterien standhalten…

        • tibia
          Apr 15, 2011 @ 12:10:45

          Ich hab meiner Hebamme und ihrer Antibiotikaphobie zwei „wunderschöne“ Narben auf der Brust zu verdanken. Leider war ich im Wochenbett leicht unzurechnungsfähig, sonst wäre ich sicher früher zum Gyn gegangen statt die Dame tagelang an meiner Mastitis rumdoktern zu lassen. Das Ende vom Lied waren 14 Tage KH, tagelang Antibiotika i.V. und zwei üble Abszesse, die operativ entfernt werden mussten.

    • achtelgott
      Apr 14, 2011 @ 13:23:40

      Kleine Kinder sind einfach noch anfälliger für Krankheiten bzw. deren Komplikationen aber das wurde bereits gesagt, aber was ich nicht verstehe: Verdient der Arzt mehr, wenn er ein 3 Monate altes Kind impft als bei einem einjährigen?

      Antwort

      • tutnichtszursache
        Apr 15, 2011 @ 16:52:41

        Nein tut er mit Sicherheit nicht. Wenn sich das Kind in den sieben Monaten bis zum ersten Lebensjahr ansteckt, dann darf er es ja behandeln und womöglich eine nicht unerhebliche Zahl mitangesteckter Opfer. Also verdient er weniger, wenn er früh impft. 😉

        Antwort

  25. jene
    Apr 14, 2011 @ 13:33:03

    Ich hatte beim Lesen des Gesprächs den Eindruck, die Frau betriebe ihre „Praxis“ eher wie einen Laden. „ich hab dann mal eine störfeldsuche gemacht – musst du einfach machen in so einem fall“ – das klingt irgendwie nicht so, als wäre sie vom Sinn des Ganzen überzeugt, eher etwas in der Richtung: Der Kunde will, das etwas gemacht wird, also veranstalte ich hier mal irgendwas eindrucksvolles…
    Klar, kann man verkaufen, und wenn der Patient an die Wirkung glaubt, könnte es sogar etwas bringen. Aber nur auf psychologischem Wege läßt sich nicht alles heilen.
    Nichts gegen Kräuter, Tee kann Wunder wirken, aber bei Globuli etc. werde ich doch sehr skeptisch.

    Antwort

  26. Sven
    Apr 14, 2011 @ 14:42:37

    Oha!
    Da steh ich drauf. Als es mich wegen einer Dienstreise nach China verschlagen hat, war ich auch erst einmal beim Arzt: Durchimpfen. In einem fremden Land z.B. die Tollwut zu bekommen, kann übelst ausgehen. Allerdings ist der Flug im Laderaum wahrscheinlich günstiger als der in der Kabine.

    Ein Kollege allerdings war der Meinung, dass mehr Menschen an Impfschäden und -folgen sterben als an den Krankheiten selbst. An dieser Stelle frage ich mich, welche Datengrundlage da zugrundeliegt (falls überhaupt eine). Sterben vielleicht weniger Leute (absolut) an der Krankheit, weil sie wegen einer Impfung nicht mehr so viele Leute bekommen?
    Ist das so, als würde ich behaupten, dass in Autos mit Airbag mehr Menschen sterben als in Autos ohne Airbag (so in Absolutzahlen müsste das doch hinkommen, weil es mittlerweile in D mehr Fahrzeuge mit Airbag gibt als ohne)?

    Zum Impfen bin ich trotzdem gegangen und auch gesund nach Hause gekommen. Mein Arbeitgeber hat auch ohne mit der Wimper zu zucken die Impfkosten getragen, obwohl ich laut Buchhaltung der erste war, der „sowas“ macht…

    Antwort

  27. Julia
    Apr 14, 2011 @ 18:27:38

    Was für ein wohltuender Kommentar-Thread!

    @tibia: ich werde nächste Woche ein aufmerksames Auge auf den Buchtitel werfen und gegebenenfalls mit dem neuerworbenen Wissen um die selbstgemachten Statistiken noch einmal versuchen, den Kindern dieser Damen etwas Gutes zu tun.

    Und, heute ins Auge gefallen: In Süddeutschland werden gerade 34 Kinder unnötig gequält …

    http://www.badische-zeitung.de/ortenaukreis/mehrere-faelle-von-masern-im-ortenaukreis–44203940.html

    Antwort

  28. tibia
    Apr 15, 2011 @ 10:29:57

    @mimi
    „Deine Schreiberlinge“, das ist ja mal Klasse … unterstellst du jetzt allen hier, die nicht deiner Meinung sind, dass sie Mietmäuler des kinderdocs wären?
    Klar wird Masern erst um den 12. Monat geimpft, aber mit gut einem Jahr hat das Kind alle wichtigen Impfungen durch und ist geschützt.

    Statt dich hier so zu echauffieren könntest Du ja auch mal erklären, was genau eigentlich dagegen spricht, die Kinder so früh wie möglich zu impfen? Und wenn Du schon dabei bist, kannst Du ja auch gleich erzählen, was genau denn da bei deinem Stiko-empfehlenden Klienten zutage kam.

    btw kinderdoc, wäre nett, wenn du meinen vorletzten Kommentar aus der Moderationsschleife befreien könntest.

    Antwort

  29. Trackback: masern im süddeutschen « kids and me
  30. Anonymous
    Apr 16, 2011 @ 23:22:24

    Oh Gott – wenn ich das hier lese „Impfen versursacht Authismus“ – entschuldigen sie, aber ach du heilige Scheiße, wer hätte geglaubt das Jenny McCarthy doch soviel kaputt gemacht hat.

    Um es mal klar zu stellen – seit Wakefields Studie gab es keine weitere Studie, die sein Ergebnis reproduzieren konnte.

    Um es noch besser zu machen: Wakefield erhielt wärend der Studio um die 55.000 Pfund (etwas mehr als 62.000€) von einer Gruppe von Eltern, die in einem Rechtsstreit mit Impfmittelherstellern lagen. Wakefield hat sämtlichen Mitautoren (so um die 13 Stück) diese „Mitgift“ verschwiegen – weswegen auch im Nachhinein ein großteil der Autoren sich von der Studie distanziert haben.
    Wakefield hat mittlerweile in Großbritannien Berufsverbot – nicht zu unrecht.

    Antwort

  31. Anonymous
    Feb 09, 2012 @ 11:50:38

    Ich habe da eine Lösung:
    Wiso lassen wir nicht alle impfen und schicken sie danach zum Homöopathen, um die Impfungen wieder „auszuleiten“ oder wie das auch heisst?
    Dann gehts doch allen gut? =)

    Antwort

  32. jj
    Feb 14, 2014 @ 16:28:57

    „wer heilt, hat recht“. Dann muß der aber auch beweisen, daß seine Therapie geheilt hat und das nicht von alleine passiert ist. Wenn ich dusche, geht meist die Sonne auf. Bin ich jetzt daran schuld? Der zunehmende Autismus kommt von Bio-Nahrung. Beweis: Kurve vom Verbrauch von Bio-Nahrung und Autismus: Beide ähnlich ansteigend. Ist das ein Beweis? Wenn zwei Dinge zur selben Zeit passieren, gibt es mehrere Möglichkeiten: A passiert wegen B, B passiert wegen A, B und A passieren wegen unbekanntem C, B und A passieren einfach und haben nichts miteinander zu tun. Was nun stimmt, können nur doppelblinde Studien und keine Anekdoten entscheiden…

    Antwort

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