krebsrisiko bei kindern um atomkraftwerke erhöht

ok, wir haben aktuelle anlässe: japan, die kernschmelze und just an diesem wochenende eine der größten demonstrationen in deutschland gegen die atompolitik im ländle und der bundesregierung – passend zur kommenden landtagswahl ende diesen monats. deshalb möchte ich dieses thema hier kurz nochmal zu gehör bringen. für uns kinder- und jugendärzte ist es schon seit langem klar, denn die kolleginnen und kollegen aus atomkraftwerksnahen praxen und kliniken haben schon vor jahren darauf hingewiesen:

Je näher ein Kind an einem Atomkraftwerk wohnt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, an Krebs oder Leukämie zu erkranken. leider bezweifeln das immer noch zuviele.

auf der offiziellen seite der „ärzte zur verhütung des atomkrieges“ ippnw finden sich die neuesten links zu diesem thema, für alle, die sich aktuell mit diesem thema beschäftigen, gute und sachlich fundierte argumente, nicht zuletzt stützend auf der neuesten kinderstudie kiggs aus 2007.

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18 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. WellnessDame
    Mrz 13, 2011 @ 21:09:06

    Danke für diesen wertvollen Beitrag!!! Ich hoffe, dass sich die Atompolitik in Deutschland aus gegebenem Anlass ändern wird!
    Viele liebe Grüße, Martina

    Antwort

    • Jan
      Mrz 13, 2011 @ 22:28:13

      Zu begrüßen wäre es, zu erwarten ist es leider nicht.

      Zu wirtschaftshörig ist die momentane Bundesregierung. Was der Wirtschaft gefällt, muss ja auch gut für Deutschland sein, nach dieser Prämisse wird im Moment Politik gemacht.

      Siehe die Hoteliergeschenke bei der Märchensteuer, siehe den Ausstieg aus dem Atomausstieg, siehe den Unfug bei den „Kleingewerkschaften“ (die man effektiv komplett nutzlos machen möchte)…

      Es wird verschärfte Sicherheitsvorkehrungen geben, die sicherlich auch ein wenig Geld kosten werden, aber den Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg (der besser schon vorgestern als gestern gekommen wäre) wird es nicht geben.

      Antwort

  2. Pharmama
    Mrz 13, 2011 @ 21:16:21

    „Scary stuff“ – und … das sind „nur“ die Fälle, die im Normalbetrieb auftreten. Nicht auszudenken, wenn wirklich mal etwas passiert – so wie jetzt in Japan. Und noch erschreckender finde ich: dort bauen sie für den Fall eines Erdbebens (wenn auch offensichtlich nicht für den Tsunami nachher) und hier … nicht.
    Und Erdbeben … die gibt es auch bei uns.

    Antwort

    • Ute
      Mrz 14, 2011 @ 13:30:12

      In Deutschland würden die Ummantelungen unserer ältesten noch laufenden AKWs nicht mal den Aufprall eines Sportflugzeugs aushalten.

      Antwort

  3. Muckeltiger
    Mrz 13, 2011 @ 23:52:39

    Thumbs up!!
    Danke fürs in die Welt schreien.

    Antwort

  4. Blogolade
    Mrz 14, 2011 @ 11:33:11

    Yes, danke. Leider wird das gerne mal von (bezahlten?) „Atomexperten“ widerlegt.

    Über welchen Radius um ein AKW im Normalbetrieb reden wir eigentlich? 20km? mehr? Hier ist auch eines, das ist so 25-30km entfernt…

    Antwort

  5. Holger
    Mrz 14, 2011 @ 12:55:08

    Guten Morgen!
    Als Betroffener (im Sinne von AKW Nachbar mit Kindern) interessiert mich dieses Thema. Und um die Funktion „Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren per E-Mail senden“ zu nutzen, muss ich kurz etwas schreiben. Hiermit erledigt.

    Antwort

  6. Hein
    Mrz 14, 2011 @ 14:18:41

    Lieber Kinderdoc und andere Interessierte,

    ich möchte nur darauf hinweisen, dass es sich lohnt, mehr als die Überschrift oder Pressemitteilung einer Studie zu lesen. Selbst schon in der Zusammenfassung dieser Studie kann man interessantes lesen (zitiert aus http://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Atomenergie/bfs_KiKK-Studie_Zusammenfassung.pdf ):

    „So wird für eine 50 Jahre alte Person, deren Wohnsitz sich in 5km Entfernung zum Kernkraftwerk befindet, eine kumulative Exposition gegenüber luftgetragenen Emissionen von 0,0000019 mSv (milli Sievert) (Obrigheim) bis 0,0003200 mSv (Gundremmingen) erwartet. Die jährliche natürliche Strahlenexposition in Deutschland beträgt etwa 1,4 mSv, die jährliche durchschnittliche Exposition durch medizinische Untersuchungen etwa 1,8 mSv. Demgegenüber ist die Exposition mit ionisierender Strahlung in der Nähe deutscher Kernkraftwerke
    um den Faktor 1.000 bis 100.000 niedriger. “

    und

    „Schlussfolgerung: […] Die Exposition gegenüber ionisierender Strahlung wurde weder gemessen noch modelliert. Obwohl frühere Ergebnisse mit der aktuellen Studie reproduziert werden konnten, kann aufgrund des aktuellen strahlenbiologischen und -epidemiologischen Wissens die von deutschen Kernkraftwerken im Normalbetrieb emittierte ionisierende Strahlung grundsätzlich nicht als Ursache interpretiert werden.“

    Aha: die Autoren messen keine Strahlung und haben noch nicht ein mal ein Modell darüber, aber lt. Presse bestätigt diese Studie, dass KKWs Krebs erzeugen. Kommt nur mir das komisch vor?

    So wie ich das interpretiere, heisst das doch, dass die festgestellte erhöhte Krebsrate eben *nicht* von der Strahlung kommt. Vielleicht gibt es ja in der Umgebung von KKWs noch andere Industrie, die z.B. krebserregende Dämpfe in die Luft abgibt? Es soll ja doch recht ungesunde Lösungsmittel geben. Hat eigentlich jemand mal untersucht, wie sich die Krebsrate um grössere Industriegebiete OHNE KKW verhält?

    Antwort

    • kinderdok
      Mrz 14, 2011 @ 20:01:34

      zitat hein: „ich möchte nur darauf hinweisen, dass es sich lohnt, mehr als die Überschrift oder Pressemitteilung einer Studie zu lesen. (…) Vielleicht gibt es ja in der Umgebung von KKWs noch andere Industrie, die z.B. krebserregende Dämpfe in die Luft abgibt?“

      zitat ippnw: „Der Strahlenschutz-Experte Dr. Sebastian Pflugbeil hat als Mitglied des vom BfS berufenen externen Expertengremiums die KiKK-Studie jahrelang wissenschaftlich begleitetet. Er weist darauf hin, dass in einer zusätzlich durchgeführten Fall-Kontrollstudie geprüft wurde, ob sich das Hauptergebnis der Studie, eine signifikante Abstandsabhängigkeit der Risikos, auch durch andere mögliche Einflussfaktoren („Confounder“) erklären lässt. Pflugbeil macht deutlich, dass allein die Radioaktität als Ursache für die Krebserkrankungen in Frage kommt:

      „Einen solchen Confounder hat man nicht gefunden. Die Forscher des Mainzer Kinderkrebsregisters stellten fest, dass lediglich der Abstand zu den Atomkraftwerken signifikante Ergebnisse lieferte. Wenn man davon ausgeht, dass die radioaktive Belastung ebenso mit der Entfernung abnimmt wie das beobachtete Risiko, liegt der Schluss nahe, dass die Ursache der erhöhten Krebsraten in den radioaktiven Emissionen aus den Atomkraftwerken zu suchen ist.“ zitat ippnw ende.

      Antwort

    • Walter
      Mrz 14, 2011 @ 20:09:41

      Zu diesen immer wieder auftauchenden „Studien“ sollte der selbständig denkende Bürger beachten:

      Grundsätzlich jede Lobby-Vereinigung, egal ob dafür oder dagegen, gut oder böse, lässt sich Studien auf den Leib schneidern. Irgendein geneigter Wissenschaftler findet sich immer.
      Insbesondere die Studien, die einen Zusammenhang Leukämie / Atomkraftwerk herstellen wollen, haben in der Vergangenheit darunter gelitten, dass ihre Ersteller bisweilen als beinahe schon militante Atomkraftgegner entlarvt wurden. Der Neutralität dieser Studien wäre sowas auch nicht gerade zuträglich.

      Im Falle des Nahe Hamburg gelegenen Kraftwerks Krümmel war über die Jahre hinweg mal das Kraftwerk schuld, dann wieder das nicht weit entfernt liegende Kernforschungszentrum Geesthacht. Wer gerade aktuell ist, kann ich nicht sagen.

      Davon unabhängig:
      Ein Wissenschaftler, der, wie in „0,0000019 mSv (milli Sievert)“ demonstriert, nicht einmal in der Lage ist, Einheitenpräfixe korrekt anzuwenden (1,9 nSv sollten es sein), und dann auch noch „milli Sievert“ schreibt (wie „kilo Gramm“ und „milli Meter“ …) – das ist wie ein Arzt, der nicht weiß, wie man mit einer Spritze umgeht.

      Antwort

  7. kritischer Geist
    Mrz 14, 2011 @ 16:19:28

    Obwohl ich der Atomkraft extrem kritische gegenüberstehe, sollte man diese Leukämie Studien mit großer Vorsicht betrachten! Jeder Medizinistudent lernt anhand folgendem Beispiel, dass Korrelation nicht mit Kausalität gleichzusetzen ist: Es wurde nachgewiesen, dass in einem Jahr, in dem in einem Gebiet besonders viele Störche nisten, auch besonders viele Kinder geboren wurden. Dennoch glaubt keiner, dass der Storch die Kinder bringt! Es gibt eben auch zufällige statistische Häufungen.

    Antwort

  8. Dr. Martin Bartonitz
    Mrz 14, 2011 @ 19:08:28

    Frau Merkel sagte gestern mehrfach: „Nach Allem, was wir wissen, ist die Sicherheit unserer Kernkraftwerke gegeben.“ Hier möchte ich Ihnen, Frau Merkel, entgegnen, dass uns genau aber das, was wir nicht wissen, solche Sorgen machen muss, dass wir uns eine solch Tot-bringende Technik nicht leisten können und wir Bürger auch nicht wollen. Wir haben die Erde nur von unseren Kindern geborgt und wollen sie ihnen heil übergeben!
    http://faszinationmensch.wordpress.com/2011/03/13/kernkraftwerke-und-warum-es-ein-wiegen-in-sicherheit-nicht-geben-kann

    Antwort

  9. Medistudi
    Mrz 14, 2011 @ 19:33:03

    Schon kurzes googlen liefert ein „Possible link between month of birth and childhood leukemia supports the hypothesis of an infectious etiology“.

    Eine aktuelle Theorie geht von (viralen?) Infektionen während der Schwangerschaft aus, ein Risikofaktor sei daher unter anderem hohe Mobilität der Bevölkerung, was auch die erhöhte Prävalenz in der Umgebung von grossen Einkaufszentren erkläre.

    Die Radioaktivität durch AKWs ist im Normalbetrieb gegenüber sonstigen Quellen zu vernachlässigen und keine hinreichende Erklärung für die behauptete Korrelation. In der Schweiz die radioaktive Belastung beispielsweise in Biasca weit höher als in Leibstadt (ein AKW Standort).

    Antwort

  10. Tinele
    Mrz 14, 2011 @ 20:30:30

    Ich mag solche Studien auch nicht. Wie hier jemand schon treffend formulierte, es lässt sich jede Lobby die Studien nach gusto maßschneidern.
    Das ändert nichts daran, dass Atomkraft gefährlich und nicht hundertprozentig händelbar ist. Wir müssen von ihr loskommen, meiner Meinung nach. ABER: Ganz ausnahmsweise und entgegen allen Unkenrufen: Bitte überlegt! Net von heut auf morgen AKWs aus, noch hängen wir von ihr ab… Leider 😦

    Antwort

  11. daFux
    Mrz 14, 2011 @ 23:28:34

    Man sollte die Studien besonders vorsichtig lesen, die die eigene Meinung unterstützen. Also konkret, diese von 2007 ist doch die, die damals im Spiegel besprochen wurde? http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,druck-522804,00.html

    Es lohnt der letzte Absatz: „Es geht um 29 zusätzliche Krebserkrankungen in 23 Jahren“ – während im Mittel in der gleichen Zeit in der gleichen Fläche 11 Kinder tatsächlich gestorben sind, aber ganz banal und traurig genug an Verkehrsunfällen.

    Es gibt allerdings mehrs genug andere Gründe, warum man sich so schnell wie möglich von dieser Technologie verabschieden sollte. Die Endlagerproblematik mal außen vor – es sollte es dem Letzten klargeworden sein, daß sie in der Praxis nicht beherrschbar ist.

    Antwort

  12. Trackback: Mahnwache | Ich laufe lieber
  13. Jerry
    Mrz 15, 2011 @ 16:32:50

    @Walter
    Es ist irrelevant ob man 1,9nSv oder 0,0000019 mSv schreibt. Das eine schreibt sich etwas kompakter, dafür illustriert das andere die Größenverhältnisse für einen Laien besser. Nicht jeder kann zu den Einheitenpräfixen (m,u,n,p usw.) gleich die korrekten Zehnerpotenzen runterbeten. Und auch das Ausschreiben dieser Präfixe („milli“, „mikro“, usw.) kann durchaus hilfreich sein.

    Antwort

  14. Jannika
    Mrz 18, 2011 @ 13:53:44

    Hoffentlich gibt jetzige Katastrophe in Japan den Regierenden einiges zum Nachdenken und führt dazu, dass man sich allmählich von der Atomenergie abwendet und mehr in die Richtung der erneubaren Energien begibt.

    Antwort

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