Don’t shake the baby!

“Baby niemals schütteln
Eltern sollten ihr Baby niemals schütteln. „Die Nackenmuskulatur eines Babys ist noch schwach und kann seinen großen und schweren Kopf nicht unterstützen. Wenn Eltern ihr Baby kräftig schütteln, fällt der Kopf daher hin und her. Durch die Scher- und Rotationskräfte zerreißen u.a. die Blutgefäße zwischen harter und weicher Hirnhaut, es bilden sich Blutergüsse und Schwellungen im Gehirn, die Netzhaut der Augen kann einbluten, und Nervenzellen werden geschädigt.

Auch die Wirbelsäule kann verletzt werden. Die Folge sind schwere körperliche und geistige Schäden, wie verzögerte motorische Entwicklung, Sprach- und Sprechschwierigkeiten, Sehprobleme, Blindheit, Lähmungen, Epilepsie und sogar der Tod – Experten sprechen von Shaken-Baby-Syndrom oder Schütteltrauma“, erklärt Dr. Monika Niehaus, Kinder- und Jugendärztin aus Weimar sowie Mitglied des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).
Untersuchungen haben ergeben, dass das Risiko eines Babys, ein Schütteltrauma zu erleiden, im ersten Lebenshalbjahr besonders groß ist. Häufig sind Schreibabys betroffen. Eltern dieser Kinder setzen sich selbst meist stark unter Druck, weil es ihnen nicht gelingt, ihr Kind zu beruhigen. „In Situationen, in denen junge Eltern mit den Nerven am Ende sind, weil das Baby nicht aufhört zu schreien, sollten sie es auf dem Rücken in sein Bettchen legen und die Tür schließen, bevor sie unüberlegt handeln. Tief durchatmen oder eine vertraute Person anrufen, kann dann helfen. Wenn das Baby mehr als zwei bis drei Stunden täglich schreit, länger als üblich schreit, es einen kranken Eindruck macht oder den Eltern Angst macht, dann sollten sie den Kinder- und Jugendarzt kontaktieren“, rät Dr. Niehaus. Falls Großeltern, ein Babysitter oder andere Personen einen Säugling betreuen, sollten Eltern sie darüber informieren, wie gefährlich „Schütteln“ ist.
In Deutschland erleiden schätzungsweise 200 Babys pro Jahr ein Schütteltrauma. 30% der Kinder versterben und bis zu 70% der Überlebenden haben lebenslang unter den Folgen zu leiden.”

Quellen: Notfall + Rettungsmedizin, Pediatr Radiol, Mayo Clinic

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Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. 

Liebster Award – gleich dreimal!

Auf diese Auszeichnung gibt es zwei Reaktionen: “Achnöö, auf Kettenbriefe stehe ich nicht so sehr” und “Yeah, supi, Danke vielmals für die Auszeichnung”.

Also daher, von mir: Mit vielen Wünschen an Ulrike BehlHeidi und Sonja von TrennungmitKind: “Yeah, supi, Danke vielmals für die Auszeichnung, auf Kettenbriefe stehe ich zwar nicht so sehr, aber dennoch…”

Wer das Prinzip des “Liebster Award” noch nicht kennt: Erhält man diese Auszeichnung, so wird erwartet, dass man dem auszeichnenden Blog dankt, die gestellten Fragen beantwortet, wiederum ein oder mehrere Blogs nominiert und diesen Fragen stellt. Die Idee ist, junge und unbekannte Blogs ins Gespräch zu bringen. Das ehrt mich alten Knacker natürlich (wir begehen dieses Jahr den neunten Geburtstag…)
Nennt sich Vernetzung, Internet, weeßte? Oder modern: virales Marketing. Spread the word.

Hier die Fragen von Ulrike:

Wie bist Du zum Bloggen gekommen?
Einfach angefangen zu schreiben, ich kannte noch kaum einen Blog, dann selbst Blog eingerichtet (damals noch bei Myblog), dann für mich und das Nirwana geplappert. Der Hype kam erst mit den Kommentaren der Leser.

Für wen ist Dein Blog lesenswert, und wer darf ihn keinesfalls entdecken?
Lesenswert ist er für alle Kinderaffine: Eltern, Lehrer, Erzieher, Jugendliche usw., natürlich auch Kollegen, Krankenschwestern fürs Medizinische. Keinesfalls entdecken sollte ihn mein ehemaliger Chef, der würde nur den Kopf schütteln über so wenig Selbstsicherheit :-)

Welches Herzensthema zieht sich durch Deinen Blog?
Das Wiedererlangen der Gelassenheit und des Humors im Umgang mit Kindern.

Was war die allerschlimmste Situation, in der Du je gebloggt hast?

Im Urlaub unter GSM-Verbindung am Uralt-Smartphone.

Welche Tipps hast Du für Blogger-Newbies?
Schreibt regelmäßig. Lest, was Ihr schreibt, bevor Ihr es postet. Kommentiert bei anderen, aber schreibt nicht ständig “Schau doch mal bei mir rein”, das schreckt nur ab. Habe einen langen Atem und versuche nicht, zu kopieren.

Was brauchst Du un-un-unbedingt, um zu bloggen?
Meine Arbeit in der Praxis.

Was müsste passieren, damit Du zu bloggen aufhörst?
Abschaffung des Internets?

Vervollständige diesen Satz: Bloggen ist für mich…
… Erlebtes zu ventilieren.

Welches Ziel verfolgst Du mit Deinem Blog?
Keines.

Was Du schon immer sagen wolltest…
“Glauben Sie mir, Ihr Kind ist kerngesund. Sie brauchen keinen Arzt.”

Welche Frage würdest Du gern beantworten, die ich Dir nicht gestellt habe?
“Was ist Dein Lieblingstier?” ;-)

Hier die Fragen von Heidi (danke, nur fünf Fragen…):

Bloggen – ein Hobby, eine Berufung, ein zweites Standbein oder eher Therapie?
Therapie

Wie hoch ist der gefühlte (oder messbare?) Anteil an “Helikoptereltern” in der Praxis?
Unter einem Prozent

Ist man als Kinderarzt bei den eigenen Kindern im Krankheitsfall besonders entspannt oder kommt einem zuviel Wissen um alle möglichen Eventualitäten in die Quere?

Eher indolent als entspannt. Zitat meiner Frau: “Du bist doch hier der Arzt, was hat sie denn jetzt?”

Gibt es ein Geheimnis, wie man mit eigener Praxis und Familie Zeit zum breit gefächerten Lesen und Bloggen findet? Fällt dabei etwas anderes bewusst unter den Tisch?
Evernote und Pocket nutzen
Erst bloggen, wenn der Kopf frei ist
Die “Planen”-Funktion von WordPress nutzen

In einem Satz: was sollten alle Eltern wissen?
Kinder werden meist ohne Ärzte gesund.

… und die Fragen von Sonja:

Wenn Dir vor 10 Jahren jemand gesagt hätte “In 10 Jahren bist du Blogger”, was hättest du geantwortet?
Können wir das auf “9 Jahre” kürzen? Dann hätte ich geantwortet: Bin ich schon. Vor zehn Jahren hatte ich noch keinen Plan vom Bloggen. Die Entscheidung fiel sehr schnell, nach dem ich ein paar Blogs gelesen hatte.

Was hat dich an deinen oder bezüglich deiner Leser am meisten überrascht?
Dass sie doch recht souveräne Eltern sind. Wenn wir von den Eltern unter den Lesern sprechen. Bei den anderen: Dass mir viele so lange treu sind.

Was war der glücklichste Zufall deines bisherigen Lebens?
Als meine Frau die gleiche Veranstaltung besuchte wie ich damals. Wir kannten uns vorher bereits vom Sehen, aber da haben wir uns wirklich beschnuppert.

Wenn du heute deinen Blog noch einmal ganz neu starten würdest – was würdest du anders machen?
Eigentlich nichts. Ich hätte direkt bei wordpress.com begonnen. Das kannte ich 2006 noch nicht.

Hast du einen “Traum”?
To many to mention.

Angenommen morgen würde das Internet abgeschaltet – was würdest du tun?
Mehr Bücher lesen und schreiben.

Was hat dich im Internet bisher am meisten geärgert?
Die Skrupellosigkeit mancher Nachrichten und Multiplikatoren (siehe die Namensveröffentlichung des Germanwings-Piloten).

Die Welt wäre ein besserer Ort, wenn…?
… es keine Waffen gäbe (Da bin ich ein alter Kriegsdienstverweigerer. Wenn ich die Geschichten über den unsäglichen Waffenbesitz in den USA, den Amokläufen und Unglücksfällen lese, die verhindert werden könnten, wenn es weniger Waffen im Privatbesitz gäbe…)

Welche Jahreszeit liegt dir am meisten und warum?
Altweibersommer. Noch warm und schöne Farben.

Gab es ein alternatives Thema, über das du gerne bloggen würdest oder gebloggt hättest?
Bücher.

Dein Blog in 5 Jahren…?
Ich hoffe, noch bestehend. Hoffentlich mit einer weiterhin interessierten Leserschaft und Blogpostideen meinerseits.

———
So, das war´s ja schon, und hat auch gar nicht weh getan. 

Wobei ich versage, streike, keine Muße zeige: Meinerseits diesen oder jenen Blog zu nominieren. Nicht, dass ich nicht genügend Blogs in meinem Feedreader hätte, die ich ausgesprochen gut finde und tagtäglich genieße, aber a) sind diese in der Regel bereits (teils mehrmals) nominiert worden und b) fallen mir beim besten Willen nicht so gute Fragen ein, wie die oben gestellten. Daher, liebe Mitblogger, fühlt Euch alle “allerliebst” nominiert, und rechts außen in der Spalte seht Ihr eine Auswahl der Blogs, denen ich aktuell folge.

Kurzer Dank

… an die liebe Pharmama, für das freundliche Geschenk aus meiner A.-Wunschliste, noch zum Tag des Buches. Dir, liebe Pharmama, Dank für die steten Geschichten und Inspirationen zum Bloggen. Stay tuned!

PS Pharmama hat auch ein Buch

  

Wer reiset, impfet.

“Vor jeder Auslandsreise sollten Eltern überprüfen, ob die mitfahrenden Kinder einen ausreichenden Standardimpfschutz gegen MMR (Masern, Mumps und Röteln), Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Haemophilus influenzae (HiB), Hepatitis B, Poliomyelitis, Pneumokokken und Meningokokken besitzen.

„Um eventuell fehlende Immunisierungen rechtzeitig verabreichen zu können, sollten sich Eltern möglichst schon einige Wochen vor Reiseantritt von ihrem Kinder- und Jugendarzt beraten lassen. Er kann auch bei der Reiseapotheke behilflich sein“, empfiehlt Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Insbesondere bei älteren Kindern bestehen häufig Impflücken.
Neben den Standardimpfungen können auch andere Schutzmaßnahmen ratsam sein, wie ein Influenza-Impfschutz für Reisen in Regionen der Südhalbkugel. Dort tritt Influenza (Grippe) von April bis Oktober auf und in tropischen Gebieten das ganze Jahr. Impfungen gegen FSME, Hepatitis A, Typhus sowie Impfungen gegen bestimmte Meningokokken-Serogruppen zusätzlich zur Meningokokken-C-Impfung können für manche Länder sinnvoll sein. In seltenen Fällen, wie z.B. bei Aufenthalten in ländlichen Regionen Asiens, kann eine Immunisierung gegen die Japanische Enzephalitis erforderlich sein. Gelbfieberimpfungen sind empfehlenswert für alle Länder, wo ein entsprechendes Risiko besteht. Tödliche Erkrankungen wurden zuletzt von Reisenden im Amazonasgebiet, Venezuela und Westafrika bekannt.

„Eltern sollten auch wissen, ob in dem von ihnen gewählten Urlaubsland Tollwut-Gefahr besteht. Kleine Kinder haben hier ein erhöhtes Risiko für tödliche Infektionen, da sie unüberlegt Tiere streicheln wollen und gebissen werden können. Aber auch Kratzer oder kleinere Verletzungen, oder das Ablecken einer verletzten Hautstelle durch ein infiziertes Tier können zu einer Ansteckung führen“, gibt Dr. Fegeler zu bedenken. Die häufigsten Überträger in den betroffenen Ländern sind Hunde, gefolgt von Fledermäusen, Katzen, Füchsen, Wölfen, Dachsen, Waschbären und Affen. In einigen Ländern muss ein Fledermausbiss immer als ein Tollwutfall behandelt werden, da die Tiere Tollwut übertragen können, ohne selbst Anzeichen zu zeigen. Besonders gefährdete Gebiete sind hier Afrika und Asien. In Südamerika und der Karibik gibt es noch einige Tollwut-Fälle. Laut dem WHO Rabies Bulletin Europe wurden 2014 und 2015 u.a. noch in der Türkei (168 Tiere), in der Ukraine (185 Tiere) und in Georgien (29) infizierte Tiere gemeldet. Allerdings blieben Menschen bis auf einen Fall in Georgien verschont. Weltweit verursacht Tollwut schätzungsweise 60.000 Todesfälle – etwa die Hälfte davon in Indien.”

Quellen: MMW Fortschr. Med., pädiatrie hautnah, pädiatrie & pädiologie, WHO
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Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V.

Ich finde es stets interessant, wie blauäugig die Eltern in die exotischsten Regionen reisen, ohne sich rechtzeitig Gedanken zum Impfschutz zu machen. “Morgen fliegen wir nach Kuala Lumpur!” — schön. Dann wird es etwas knapp mit der empfohlenen Hepatitis-A-Impfung.

Viele Krankenkassen beteiligen sich inzwischen auch an den Kosten für Reiseimpfungen, die jedoch zunächst als Individuelle Gesundheitsleistung selbst zu bezahlen sind. Dieses Geld sollte es einem Wert sein. Die Kohle hat ja schließlich auch für die Weltreise gereicht.

Die Vorsorgeuntersuchungen – U5

Jetzt gehts endlich weiter: Tut mir leid an alle Eltern, die verzweifelt auf die nächste Folge gewartet haben und deren Kinder mittlerweile eingeschult sind.  Nun also kurz meine Gedanken zur U5 heruntergeschrieben:

Die U5 ist was Nettes. Früher habe ich da die letzte Säuglings-Sechsfach-Impfung gemacht, inzwischen haben wir uns in der Praxis einen neuen Impfrhythmus zugelegt, so dass die Halbjahresuntersuchung ohne Piekser auskommt. Das stärkt sehr die Moral aller Beteiligten. Die Kinder sind – hoffentlich – noch nicht in der Fremdelphase angekommen, manche aber schon, die drei Impftermine sind wieder vergessen, die Eltern im festen Futter-, Schlaf- und vor allem Wachablauf gefangen. Also alles easy.

Der Säugling zeigt jetzt Sport. Er dreht sich, er bewegt sich, Längsachse, Sagittalachse, ganz nach Belieben. Er greift, er exploriert mit den Händen, er versucht, angebotenes Spielzeug zu erreichen, egal wie, rutschend, robbend, rollend, irgendwie. Überraschend, wo ein Baby plötzlich landet, wenn man es machen lässt. Die Säugling quasselt und erzählt. Die Emotionen werden ausgefeilter, Heulen ist weiterhin an vorderster Kommunikationslinie, aber jetzt gibts auch viel Lachen, wenn´s was zu Lachen gibt und Zornen, wenn einem was nicht passt. Die Eltern haben ein gutes Gespür dafür, welches Gequietsche welche Emotion bedeutet. Da fällt auch schon der Satz: “Das ist eine Zicke” oder “Der simuliert nur”. Sagen die Eltern!

Sprache ist wichtig – wie in jeder Altersphase. Abzählreime, Lieder, Kommunizieren. Das Kind erzählen lassen, Antworten geben, wechselseitiges Wörteraustauschen. Manchmal hört man den Ansatz einer Silbenverdoppelung und eines Singsangs, der bereits an die Satzmelodie erinnern kann. Jetzt appelliere ich an die Eltern, den Großeltern auszurichten, sie sollen mit dem Enkelchen in normaler Sprache reden, keine UtziDutzi-Babysprache benutzen, keine Eididei und Wauwau, kein Ata-gehen und kein HappiHappi-Essen. Kinder kopieren Sprache, sie lernen sie nicht, sie baden in den Wörtern, die wir ihnen anbieten. Leider bleibt dann auch jeder Blödsinn hängen, und alle wundern sich, wenn´s Kind mit anderthalb immer noch Wauwau sagt und den Hund meint. Ja, liebe Omma, das Enkel versteht auch den Begriff Essen oder Windel statt Happi oder Pämpi. Wer hätte das gedacht. “So reden wir gar nicht, gell, mein Schatzi? Ooooh, musst Du da gleich weiniweini machen? Komm, ich mach schnell das Pupsi weg…”

Dann geht´s um Unfallverhütung. Schon von Geburt an predigen wir Kinderärzte, Kinder nicht alleine irgendwo erhöht liegen zu lassen, jetzt spätestens bei der U5 sind die Übermütigen mindestens einmal vom Wickeltisch gestürzt. Mit einem halben Jahr muß die Wohnung kindersicher sein: Es darf nichts mehr rumliegen, was nicht kindgerecht ist. Schubladen und Schränke dürfen unerreichbar, abschließbar oder leer sein. Steckdosen sind immer tabu (woher weiss ein Kind, ob eine Steckdose eine Kindersicherung hat oder nicht). Keine Bungee-Jump-Türrahmen-Aufenthaltsgeschirre, keine Säuglingsrollatoren. Treppen sichern.

Und schließlich das Essen: Spätestens jetzt sollte der Säugling anfangen, Beikost zu essen, auch die Gestillten. In welcher Dynamik das Kind dann an die Familienkost herangeführt wird, bleibt jedem selbst überlassen – mit einem Jahr jedenfalls tut die Familie gut daran, wenn Stöpke kein Extraessen mehr kriegt, sondern direkt vom Familienessen bekommt. Das macht es einfacher für die Eltern. Milch wird zum Auslaufmodell, Kauen ist angesagt – also Mut!

Je älter die Kinder werden, desto mehr gibt es zu besprechen, desto mehr rutscht die Untersuchung des Kindes in den Hintergrund, desto weniger begeistert sind dieselben auch davon. Also wird immer mehr und mehr geredet, Fragen beantwortet, diskutiert, abgewogen, die Individualität des Kindes hervorgehoben, die Variabilität der Entwicklung. Je älter die Kinder, desto mehr Largo wird vermittelt – jedes Kind ist anders, jeder Meilenstein des Einzelnen an verschiedenen Punkten des eigenen Lebensstrahles hinterlegt und zu erreichen. Das einzuschätzen ist ureigenste Aufgabe von kinderdoks Kolleginnen und Kollegen.

Aus dieser Reihe:
Die Vorsorgeuntersuchungen – U1
Die Vorsorgeuntersuchungen – U2
Die Vorsorgeuntersuchungen – U3
Die Vorsorgeuntersuchungen – U4

#12von12 im Mai

Der Tag in Bildern – es beginnt mit dem Mittagessen, weil ich vorher mal wieder nicht gecheckt habe, dass 12von12 Tag ist. Die liebe Nessy hat es “mir gesteckt” via Twitter.

osteopathologisch

“Herr Doktor, wir würden gerne mal zum Osteopathen, weil, die Maya kam ja mit die Saugglocke, und da hat mein Kieferorthopäde gesagt, da kann man mal zum Osteopathen gehen. Die Krankenkasse zahlt das auch, wenn Sie es verordnen.”
“Aber Ihre Tochter ist doch kerngesund?”
“Nur zur Vorsicht.”
“Vor was?”
“Dass sie sich normal entwickelt.”
“Tut sie ja, das haben wir bei der U3 und U4 schon prima gesehen. Mehr muss sie gar nicht können, als sie jetzt kann.”
“… und die anderen machen es ja auch.”

Gelesen im April

Leider hat mich Buch No.2 sehr lange festgehalten und damit fern von anderen literarischen Genüssen, das ist im Rückblick schade, die Lesefreizeit ist zu kurz, um sich mit Büchern abzugeben, die nicht für den eigenen Geschmack gedacht sind. Ich muss das Weglegen wieder konsequenter umsetzen. Hier meine Leseabenteuer des April:

Nazis, Nadeln und Intrigen: Erinnerungen eines Skeptikers von Edzard Ernst
Darüber habe ich bereits ausführlich geschrieben, jedem Skeptiker alternativer Medizin sehr ans Herz gelegt, gibt es einen interessanten Einblick in die “Szene” und gegen welche Windmühlen gestandene Wissenschaftler kämpfen müssen. (5/5)

Das achte Leben (Für Brilka) von Nino Haratischwili
Das Buch hat mich ratlos hinterlassen. Wohl geschrieben, angenehm zu lesen, sicher lange recherchiert. Stand auf der Liste zum Buchpreis 2014. Eine Familiengeschichte in Georgien und der Sowjetunion im letzten Jahrhundert, nebenbei erfährt man viel von der russischen Geschichte (bei mir einen große Lücke).
Ein ambitioniertes Projekt von über 1200 Seiten, und genau diese Tatsache hat mich scheitern lassen. Das Buch ist imho viel zu lang. Vielleicht habe ich auch nicht genug Durchhaltevermögen. Tut mir leid. Warum dürfen literarische Werke nicht mehrteilig erscheinen? George R.R. Martin kann es doch auch. Die “Brilka” jedenfalls habe ich nicht zu Ende gelesen, schade um die Zeit. (2/5)

Deutschland verstehen: Ein Lese-, Lern- und Anschaubuch von Ralf Grauel und Jan Schwochow
Ein Sachbuch, das schon lange in meinem Schrank steht, ich stehe auf Erklärbärgrafiken. Beim Schmökern durch meinen SuB bin ich bei diesem großformatigen Buch hängen geblieben, und habe mich ein ganzes Wochenende hineinvertieft. Ob es die Vorgänge bei einer Bundestagswahl oder die beteiligten Personen bei einem Bundesligaspiel sind, alles ist wunderbar einprägsam illustriert, genauso wie die beliebtesten Vornamen (und warum) oder die Luftbrücke. Wer Deutschland verstehen will, mal auf andere Weise, dem sei dieses Buch gegönnt. (5/5)

Revival von Stephen King
(Übersetzt von Bernhard Kleinschmidt, Gelesen von David Nathan)
Stephen King schreibt ein Buch über Religiösität, über Familie, über Drogen, Rockmusik und Elektrizität. Seltsam? Ja. Der Spannungsbogen ist klassisch, die Figuren faszinierend, die Atmosphäre unvergleichlich. Stephen King kehrt zum Horror zurück und bleibt seinem Stil “das Gruselige des Alltags” treu. Wie sich das Entspannte und Familiäre über Jahre fortentwickelt zur Abrechnung mit den Dämonen der Vergangenheit, das ist genial. Gelesen von David Nathan, mehr geht nicht. (5/5)


[Dieser Text enthält so genannte Affiliate Links – siehe Impressum]

Kein Codein mehr für Kinder

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat entschieden: Codeinhaltige Hustensäfte dürfen unter dem 12.Lebensjahr nicht mehr verordnet werden – über die genauen Hintergründe informiert u.a. die Ärztezeitung. Insbesondere geht es um eine adäquate Nutzen-Risiko-Abwägung. Manche Menschen verstoffwechseln das Codein im Körper sehr schnell zu Morphin, was zu einer Atemdepression führen kann.

Die Fachkreise zetern: Die einen beschweren sich, dass ein potentes Mittel zum Hustenstillen wegfällt, man könne den Kinder diese Qualen “vor allem bei Bronchitis” nicht zumuten. Die anderen jubilieren, weil wieder ein Medikament weniger auf dem Markt ist, was bei der Heilung eines Infektes keine Wirkung zeigt. Nachdem vor Jahren die frei verkäuflichen Kombinationspräparate als “fixe Kombinationen von Antitussiva oder Expektorantien oder Mukolytika” aus der Verordnungsfähigkeit genommen wurden – Lösen und Stoppen ist eben Quatsch – muß nun der Hustenkiller schlechthin dran glauben.

Zur Erinnerung: Husten ist ein Symptom, keine Krankheit. Husten hat den Sinn, Krankheitserreger oder Fremdkörper aus den tiefen Atemwegen fernzuhalten. Das mag mal störend sein, aber immer sinnvoll. In bestimmten Fällen, wie einer Bronchitis oder einer Lungenentzündung ist die Hustenblockade heilungsverschleppend, ein grenzwertiger Kunstfehler. Es gibt da andere Medikamente (Bronchenerweiternde Medikamente beispielsweise)

Nebenbei bleiben Hustenstiller mit Noscapin (auch ein Opium-Bestandteil) oder Dextromethorphan auf dem Markt, letzteres sogar frei verkäuflich. Beide sind schwächer wirksam als das Codein, wirken aber ebenso zentral antitussiv. Zu Vermuten ist, dass die Verordungen nun mehr auf diese Mittel ausweichen.

Bei Meineromma gab´s immer Salzwasser zum Gurgeln und heißen Tee mit Honig. Hat eigentlich immer gereicht.

Buchverlosung! And the books go to …

Gestern abend war hier große Verlosung im Hause kinderdok, alle Stars waren versammelt, Blitzlichtgewitter und Applaus. Hier sind die Gewinner:

Die Unperfekten von Tom Rachman gewinnt christinasbabyblog
Chill mal, Frau Freitag von Frau Freitag geht an Verena Eberhardt
Libellensommer von Antje Babendererde räumt niko ab und über
Die dunklen Gassen des Himmels von Tad Williams darf sich Caroline freuen.

Ich habe Euch bereits per e-mail benachrichtigt. Glückwunsch!

Wer diesmal leer ausgegangen ist: Hier gibts immer mal was zu gewinnen, Adventskalender und nächstes Jahr “Blogger schenken Lesefreude” inbegriffen. Nicht traurig sein. Stay tuned.

Euer kinderdok

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