Bücher vorher und nachher

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Hier die aus dem Urlaub:
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… Und hier die Geplanten für Demnäx – frisch gekauft:

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Außerdem in der Pipeline:
Das neue Buch von Herbert Renz-Polster, Wie Kinder heute wachsen
und
das erste Buch der guten Pharmama, Haben Sie diese Pille auch in Grün?: Risiken und Nebenwirkungen einer Apothekerin

Achja, und dann war da noch das ZEIT-Jahresabo als Geburtstagsgeschenk der besten Ehefrau von allen… Man könnte meinen, ich würde nichts arbeiten nebenher.

Sommerberg

Das Jahr teilt sich in zwei grosse Abschnitte, die Zeit vor dem Sommerurlaub und die Zeit danach. Ich stelle mir einen grossen Berg vor, den es dabei zu erklimmen gilt, auf der Spitze gibt es ein Plateau, das sind die drei freien Wochen während der Sommerferien. Davor ist grau und grün, danach ist braun und bunt, nach dem bunt kommt etwas weiß, aber das sehe ich kaum. Die Arbeit in der Praxis ist saisongeprägt, das wissen alle, die mit Kindern und ihren Krankheiten zu tun haben, im Winter isses fett, im Sommer dünnt es aus, man könnte sich hier auch eine Talsohle vorstellen, aber das Gefühl zeigt mir diesen Berg.

Erklommen will er werden, begonnen nach Neujahr, durch die kalte Zeit hindurch, die sämtliche Regelleistungsvolumina sprengt (es möchte keiner wissen, was das ist), scharf an Karneval vorbei, in dem alle ihre Infekte noch einmal wild durchmischen, in stiller Hoffnung auf ein wenig Sonnenschein kurz vor Ostern und dem bösen April, der Seuchen bringt. Dann kommt schon der Frühling mit der Pfingstzeit – außer diesem Jahr natürlich, da war der Berg noch steiler. Zwischenrein brauchte es ein paar Steigeisen oder zumindest ein Steigset, es war eine V nach der UIAA-Skala. Viel Motivation an Eltern und Kinder, viel Durchhalteparolen an die Chroniker, viel Verschieben von Impf- und Vorsorgeterminen.

Doch irgendwann stehe ich am obersten Camp vor der Gipfelbesteigung, es sind die letzten zwei oder drei Wochen. Die längsten des Jahres. Jetzt ziehen sich die Tage wie Kleber, jetzt verschwören sich die stillen Patienten, die ich seit Jahren nicht gesehen habe – jetzt kommen sie alle noch einmal. Jetzt sucht die KV wahlweise die ÄK wahlweise der eigene Berufsverband nach neuen Verträgen oder Richtlinien, die die Saure-Gurken-Zeit mit Bürokratie füllen. Das Gewerbeamt oder der Eichmann lassen nicht lange auf sich warten. Sonst wär´s doch zu langweilig. Und endlich macht auch das Wetter mit. Es wird heiß, die Luft flirrt, das Fensteraufreissen oder -zulassen hält sich die vernünftige Waage und die Ventilatoren in den Zimmer umwälzen augenwischend die Luft. Die Wärme ist wie die Sauerstoffknappheit vor dem letzten Anstieg – die Bewegungen verlangsamen sich.

Doch dann schlage ich den letzten Haken ein, die letzte Seilsicherung, ziehe mich über den Rand des letzten Terminkalendertages hoch und seile mich auf der anderen Seite auf die kleine Ebene ab, die da heißt: Urlaub. Ich falle in das grüne Gras auf der anderen Seite, jetzt erscheint der Berg gar nicht mehr so hoch, und der Anstieg liegt weit hinter mir. Ich sammle die Seile auf, lege sie ordentlich zu mehreren Rollen neben mich und lege meinen Kopf in die kleinste. Mein Blick geht nach oben, zu den Wolken, dem Himmel, der Stille hier oben.

“Tschüss, Herr Doktor, und schönen Urlaub. Erholen Sie sich”, flötet die beste MFA von allen um die Zimmertür herum. Die anderen haben schon frei. Wir beide sind die letzten. Ich hebe kurz den Kopf und winke mit dem Gamsbarthut.
“Ja, schöne Ferien!” Es sei ihnen gegönnt.

swimmer´s ear

es ist noch sommer, jedenfalls in den herzen der kinder und angesichts der shorts und röckchen, mit denen sie durch die türe kommen, und das
ist die jahreszeit der eitrigen ohren.

schwimmbad-otitis nennt man das auch im volksmund, oder otitis externa. hat mit den klassischen mittelohrentzündungen nichts zu tun und erwischt vor allem die größeren kinder.

also, liebe eltern: bei älteren kindern und jugendlichen, die ohrenweh haben, wenig fieber, aber gerne durchs wasser planschen, vielleicht schon verzweifelt antibiotika geschluckt haben (pathognomonisch: vom hausarzt im urlaub verordnet), ohne das es hilft – mal in die ohren gucken. steht da der eiter – ab zum kinderarzt oder hno – und gescheite ohrentropfen holen. das ist inzwischen das einzige krankheitsbild, bei dem man was ins ohr tropfen darf – meist ciprofloxacin-ohrentropfen. hilft prompt.

zitat dreizehnjähriger: “das ist vielleicht eklig, machen sie das mal weg.” ich bemühe mich.

Pseudomonas

Pseudomonas

wer liest ist im vorteil

lieber kollege der gelben marke – dhl – :
wenn auf dem schild an unserer praxis steht, dass wir zwei wochen im urlaub sind, dann sind wir übrigens zwei wochen im urlaub. da bringt es wirklich nichts, wenn sie ihren hübschen paket-benachrichtigungs-schein in den briefkasten werfen, wonach man das paket innerhalb der nächsten 7 tage bei der poststelle xyz abholen kann. da sind wir nämlich immer noch im urlaub. 1 plus 7 ist 8, und zwei wochen sind 14. was für mich ok ist: dass sie auf den zettel noch gross “auch beim zweiten mal nicht angetroffen” geschrieben haben, incl. drei ausrufezeichen. man muß seinen frust schon irgendwo loswerden.

auszeit jetzt II

ich bin dann mal im urlaub, sagte der doktor und ging seines weges.

mutter: “sie haben urlaub! das haben sie sich aber auch verdient, so wie sie heute aussehen.”
ich: “oh danke, das nehme ich jetzt mal als gute Wünsche.”
mutter: “aber sicher, herr dokter. wie lange gehen sie denn. eine oder zwei wochen?”
ich: “drei, frau merkers, drei. eine zum erholen, eine zum urlaub machen und eine zum wiedereinstimmen
die mutter erbleicht.
mutter: “und wo sollen wir hin, wenn wir krank sind?”
sie legt soviel betonung in das wort “wir”, als meine sie die gesamte menschheit.
ich: “wenn ich ehrlich bin, befinde ich mich schon in der zweiten woche. aber spass: es gibt genug vertreter.”
mutter: “und wen können sie da empfehlen?”
ich: “ich lasse mich nur von kollegen vertreten, die ich auch empfehle.”
mutter: “achso. ich dachte, sie nehmen lieber doofe ärzte, damit wir wieder zu ihnen zurückkommen.”

urlaub, jetzt ist urlaub.

auszeit jetzt

und hatte ich schon erwähnt, dass ich bereits im urlaub bin? ganz vergessen. man sehe, so unwichtig ist das eigentlich.

während rudolf harting sich das trikot bildschirmwirksam vom athletischen diskus-körper reisst und minuten später 110 meter hürden läuft, beschäftigt sich wohl laut online nachrichten die halbe welt mit dem beckenpinkeln eines michael phelps und der rest hoffentlich um den durchgeknallten assad. hier bin ich in einer anderen welt, habe wenig ahnung von der sprache, bin schon weit weg von der arbeit, auch wenn es erst ein paar stunden sind. trotzdem ist es stets das gleiche: keine zeitung mehr, kein fernsehen, so bewege ich mich informationstechnisch per inselsprung. nur alle paar wenig tage gibt es einen netzanschluss, wer braucht den auch ernsthaft im urlaub (ich!ich!ich!).

dafür ist es der erste urlaub komplett ohne papierbuch, sondern ausschließlich per kindle, bespickt mit – ich gestehe – dem letzten stephen king, der furcht der weisen von mr. rothfuss und shantaram von g.d. roberts, alles in allem sicher dreitausend seiten, die ich nicht mit mir tragen muss (aber bestimmt auch nicht komplett lesen werde, obwohl… der king und der roberts sind jeweils zu einem drittel schon durch). die beste ehefrau von alle durfte ihre bücher selber tragen, die kids machen fifty fifty, während eines noch nicht so im lesen drin ist, teilt das andere den kindlehype mit papa.

ich bin dann im urlaub, sagte der doktor und ging seines weges.

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