Brain Specialist

Viele Sketche mit Ärzten gibt es bei Monty Python ja nicht, aber zum heutigen letzten der letzten Konzerte der Reunion darf es nochmals Mister Gumby beim Brain Specialist sein:

(Meine Favoriten, Palin und Cleese)

Heute 20.7., 20 Uhr, gibt es the last concert of the Pythons – weltweit auch in den Kinos zu sehen, oder bei Arte Concert via Stream.   Und am 30.7., 21.30 auf arte im Fernsehen.

Don´t miss it!

Oleee ole ole oleee

Meine Tochter hat sich lautstark beschwert, als wir ihren Kuschelcouchschlaf in der 113. Minute jäh unterbrachen. Wir sind aufgesprungen, in der Wohnung herumgetanzt, haben die Balkontür aufgerissen und einfach so unsere Begeisterung in die Nacht gebrüllt. Kurz gelauscht, wer alles in der Nachbarschaft mitbrüllt (alle) und erstaunt, wer noch Böller von Silvester übrig hat (ein paar). Tom Bartels hat imho zu oft den Begriff der Erlösung bemüht, aber das Gefühl stellte sich wirklich ein (nach dem kurzen Erleichterungsgefühl, kein Tor in der 90.Minute zu fangen).

Der Rest war Glück und Müdigkeit, Sackenlassen der Tatsache, jetzt Weltmeister zu sein, Freude über die vielen Spielerkinder, die nach dem Spiel über den Rasen tanzten und auch etwas Genugtuung für uns Jogi.

Meine Highlights der WM:
– Die vielen Tore, jedenfalls in der Vorrunde und dank der deutschen Mannschaft
– Manuel Neuer
– Mein Kicker-Abo, just eine Woche vor der WM gewonnen 😀
– Oliver Welke statt KMH, am besten aber Mehmet Scholl
– Das schönste WM-Siegestor seit langem

… und auch das, was mir nicht so gefiel:
– Der Untergang der Italiener und Spanier, von den Engländern reden wir schon seit Jahren nicht mehr
– Der fehlende “Auftritt” der Messis und Chr. Ronaldos
– Die schwache Leistung der Schiris. Nach der Kartenflut der letzten WM jetzt viel zu wenige – Ursache für die Gewalteskalation mancher Partie
– Das Geheule von David Luiz
– Leute, die sagen, man dürfe nicht sagen, “wir” seien Weltmeister

Achja, und das war auch nett:

So. Und bald gibts auch wieder was on topic aus der Praxis. Versprochen.

Jogis Jungs – jetzt gilt´s

Egal, wie das Spiel ausgeht – zur Einstimmung oder zum Runterkommen und gerne immer wieder zeigen für mich das schönste Video zum Fussball – mit den ganzen alten Haudegen incl. Der Hand Gottes, dem Tor des Jahrhunderts und Andy Brehmes Elfmeter…


Wichtiger Tag

Wir wollen doch über all das Französisch-deutsche, das uns alle heute abend verbindet, nicht die armen Amerikaner vergessen, die heute ihren Nationalfeiertag mit einem Viertelfinalspiel hätten krönen können sollen.

 

“Forcin’ a light into all those stoned-out faces left stranded on this Fourth of July…”

Gelesen im Juni

Die Fussball-WM durchdringt meinen Kulturkonsum, daher gibt es diesen Monat nur drei Bücher – dafür aber in der Summe 14 mögliche Punkte. Und ein Bonus.
Gelesen habe ich:

autoreverse von Kai Thomas Geiger
Sehr nett, ein deutscher Coming-of-age-Roman, angelehnt an HardRock-Fandom einer Clique von Jugendlichen – vermutlich unglaublich autobiographisch. Leser aus Stuttgart und Umgebung werden sicher diverse déjà-vu erleben, das Buch strotzt nur so von Lokalkolorit. Alle anderen (auch ich) stehen dann etwas daneben. Wer aber selbst schon mal eine “HardRock”-Phase hatte und in den Achtzigern gross wurde, für den ist das Buch stimmig und nostalgisch. Netter Zeitvertreib. Homepage dazu. 4/5

Vor dem Fest von Sasa Stanisic
Nach dem “Distelfink” nun also ein zweiter Top-Roman dieser Saison, sonst gar nicht meine Art. “Vor dem Fest” bekam verdientermaßen den Preis der letzten Leipziger Buchmesse. Stanisic schildert die Tage “vor dem Fest” in einem Nest in der Uckermark, verknüpft intelligent Geschichte und aktuelles Geschehen, webt spannende Figuren in einen einfachen Plot und suhlt sich in Klischees und verblüffenden Wendungen. Ich las den Roman auf dem kindle mit abgeschalteter Fortschrittsanzeige, da war ich etwas überrascht, als er plötzlich zu Ende war. So sehr hat er mich gefesselt und so wenig ist der Roman “auf den Punkt” formuliert. Dennoch: 5/5

Zeiten des Aufruhrs von Richard Yates
(Deutsch von Hans Ulrich Wolf)
Im Gegensatz dazu ein Roman von 1961, hier wird eine Ehe peinlich seziert, die Beziehungen zerpflückt, die Verlogenheit der Mittelschicht offengelegt. Richtig gut übersetzt, mit den besten Dialogen, die ich seit Ewigkeiten gelesen habe (und davon gab es viele in diesem Roman). Es gibt keinen Charakter, der dem Leser eine Identifikation bietet, das ist bitter, aber es öffnet die Augen für die Art und Weise, wie wir miteinander umgehen – gerade mit dem Partner, der Partnerin – und was Unausgesprochenes anrichten kann. Der Roman wurde mit Leo DiCaprio und Kate Winslet verfilmt, leider wußte ich das und hatte immer die Schmierlocke von Leonardo vor Augen. Wenn ich den Film sehe, werde ich sicher umdenken. Er soll wohl richtig gut sein. 5/5

Bonus:Breaking Bad” Staffeln 1 + 2
Dank dem Amazon Instant Video Stream komme ich endlich in die Verlegenheit, all das zu schauen, was ich bisher in Fernsehen oder Kino verpasst habe: World War Z, The Office, Biutiful oder eben Breaking Bad. Es ist alles über diese Serie geschrieben worden, ganz ehrlich, ich habe praktisch gar nichts davon gelesen, weil ich mir nicht die Spannung verderben lassen wollte. Ich wußte nur: Chemielehrer wird Meth-Kocher. Aber da ist ja noch so viel mehr. Höchst intelligent konstruierte Staffeln, schöner schwarzer Humor, gemeine Anspielungen und Symboliken, Farb- und Szeneneinstellungen, die für sich bereits Botschaften vermitteln. Und mein neuer Lieblingsschauspieler … Aaron Paul. Aktuell bin ich mittendrin in der dritten Staffel, wehe jemand spoilert hier ;-) 5/5

[Dieser Text enthält so genannte Affiliate Links - siehe Impressum]

Gelesen im Mai

Nach dem “Distelfink” vom letzten Monat hatte ich Zweifel, ob mich ein Buch in diesem Monat ausreichend fesseln würde, damit ich es “durchhielt”. Nach einem guten Schmöker ist man da schwer zu überzeugen, finde ich. Ich habe trotzdem ein paar Bücher für diesen Monat.

Ein Wispern unter Baker Street von Ben Aaronovitch
(Übersetzt von Christine Blum)
Mit den Büchern um Peter Grant von Ben Aaronovitch ist es bei mir so eine Sache: Das erste habe ich in Englisch in London gelesen und fand´s ganz ok. Harry Potter für Erwachsene. Der zweite Band, dann aus Faulheit auf deutsch, war zwar etwas spannender und lustiger. Aber auch nicht der Brüller. Nun also der dritte. Irgendwie kehre ich immer wieder zu Peter Grant, den Zauberconstable aus London, zurück, aber wirklich packend spannend sind die Bücher nicht. Eher was für den gepflegten London-Witz. Und London-Fans sowieso. 3/5

Der Trafikant von Robert Seethaler
Ein Tipp aus den Weiten des Netzes, immer mal wieder beim Fremdbloglesen aufgetaucht, und zuletzt auch hier in meinem Gästebuch empfohlen. Ich habe das Buch genossen, mit eigenwilliger Sprache, die zugleich veraltet und doch junggeblieben wirkt. Auch wenn es vordergründig um die Zeit des Anschlusses Österreichs an das Dritte Reich geht, ist es letztendlich ein coming-of-age-Roman mit der ersten Liebe, dem ersten Sex, dem ersten und weiteren Verlusten. Ein tieftrauriges Buch, das Mut verleiht. Ein schwieriger Spagat in 250 Seiten. 5/5

Driver von James Sallis
(Übersetzt von Jürgen Bürger)
Sollte ein Mal-so-zwischenrein-Buch sein, aber war die Entdeckung des Monats. Ein Buch wie ein Schnaps, ein Whiskey, eine Dröhnung. Kurz, knackig und dreckig. Endlich kapiere ich, was der Begriff “hard-boiled” bedeutet. Ein Actionthriller vom Kaliber eines Don Winslow oder Josh Bazell. Auch wenn ich es zwischendrin nicht glauben wollte: Ein Krimi kann literarisches Format haben. 4/5

Matti und Sami und die drei größten Fehler des Universums von Salah Naoura
… ist mein Vorlesebuch gewesen in diesem Monat. Es lag schon einige Zeit bei mir herum, und hatte beim Sohn aktuell keine Chance gegen Harry Potter und Percy Jackson. Außerdem dauerte das Vorlesen vom Blaubär so lange. Trotzdem haben wir beide die schöne Geschichte von Matti und Sami sehr genossen. Ich tat mich nur etwas schwer mit dem finnischen Akzent von Mattis Vater. Ein sehr lehrreiches Buch über die Lügen des Alltags, und wie Kinder sie erkennen. 4/5

Kinderland von Mawil
Ein Comic, der gerade überall zu finden ist und das zu Recht. Mawil schildert ein paar Wochen im Leben eines Siebtklässlers kurz vor der Wende in der DDR. Auch wenn ich selbst im Westen groß geworden bin, finde ich mich in vielen Kinderängsten, -bildern und -sprüchen wieder. Ein Acker ist das gleiche im Osten wie im Westen, und dass Tischtennisbälle brennen können, gehört auch zum Kinderweltwissen. So einfache Bilder, aber so eindrücklich. 5/5

[Dieser Text enthält so genannte Affiliate Links - siehe Impressum]

Vorherige ältere Einträge

Gesundheitsblog 2009 - 2.Platz
Wir geben 8 aufs Wort - Banner
1. Platz in Kategorie Baby und Kinder bei den Hitmeister Superblogs 2012
%d Bloggern gefällt das: