Alles neu bei den Kinderärzten

Sie ist schon seit Jahren *die* Infoseite für alle Themen rund um die Kinderheilkunde: Die Kinderärzte im Netz. Jetzt hat sie einen Relaunch bekommen, und aus dem etwas altbackenen Grünstich mit der festen Spaltenbreite bekommen wir jetzt ein frisches Layout zu sehen mit ärztlichem Weiß und wenig Rest des BVKJ-Grüns.

Die Inhalte sprechen sowieso für sich:
- Aktuelle Nachrichten rund um Kinder und deren Gesundheit
- Eine bundesweite Arztsuche nach PLZ, Schwerpunkten, Namen
- Die Mediathek mit Broschüren und Erinnerungsnewsletter für Impfungen und Vorsorgen
- Und viele viele Artikel zu Kinderkrankheiten, Vorsorgen, Impfungen, Erste Hilfe, Notdienste usw.

Es lohnt zu stöbern. Ich bediene mich gerne, dies ist die Referenz.

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Plötzlich und unerwartet

Vorbeugende Maßnahmen gegen den plötzlichen Kindstod

“Um das Baby vor plötzlichem Kindstod zu schützen, können Eltern vorbeugende Maßnahmen ergreifen. „Dazu gehört an erster Stelle das Schlafen auf dem Rücken in einem passenden Schlafsack. Eltern dürfen kein Kissen, Bettzeug oder große weiche Spielsachen in das Kinderbett legen, da dies die Erstickungsgefahr im Schlaf erhöht“, zählt Prof. Nentwich , ehemaliges Vorstandsmitglied des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) mit langjähriger Klinikerfahrung (Leitung der Kinderklinik in Zwickau), die ersten beiden wichtigsten Maßnahmen auf. Ein weiterer vermeidbarer Risikofaktor für den plötzlichen Kindstod ist das Rauchen während der Schwangerschaft und später dann in der Umgebung des Babys.

Schläft das Baby zusammen mit der Mutter oder einem anderen Kind in einem Bett, in einem Sessel oder auf dem Sofa, so kann dies ebenso die Gefahr für den plötzlichen Kindstod erhöhen. „Um das Baby zu beruhigen oder zu stillen, können Mütter es kurz mit in ihr Bett nehmen, aber dann sollte es wieder in sein Bettchen, das unbedingt im Elternschafzimmer steht, denn die Mutter reagiert in der Regel auch im Schlaf sofort auf gesundheitliche Veränderungen des Babys“, rät Prof. Nentwich. Empfehlung Nummer fünf und sechs lautet: „Stillen Sie möglichst lange, und lassen Sie Ihren Säugling entsprechend den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission impfen“. Warum Stillen vorbeugend wirkt, ist bisher noch nicht geklärt. Auch der Gebrauch eines Schnullers hat einen positiven Einfluss, obwohl die Gründe dafür nicht bekannt sind. Und schließlich sollte das Baby vor Überhitzung bewahrt werden. Die Schlafzimmertemperatur sollte deshalb nicht über 18 °C-20 °C liegen.”

(Eine Pressemitteilung des BVKJ)

Infos zum Co-Sleeping
Weiteres zum Thema Sudden Infant Death Syndrome
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Glücklicherweise muß ich schon lange keinen Fall mehr des SIDS aus meiner Praxis beklagen. Ich habe aber den Eindruck, dass die bekannten Empfehlungen, wie sie auch oben vom BVKJ jüngst wieder einmal veröffentlicht wurden, in der Realität aufzuweichen scheinen. Wir predigen sie weiterhin.

Ok, das Rauchen in manchen Familien, da hat man als Kinderarzt so gut wie keine Chance. Schulterzucken ist noch die mildeste Form der Antwort, wenn man Familien darauf anspricht. Aber vor allem das Bewußtsein über das Co-Sleeping und die Bauchlage (“mal kurz nach dem Stillen in der Nacht … bin dann aber zum Glück aufgewacht, als das Mäuselchen zwischen mir und meinem Mann lag”) scheinen zu schwinden. Über das Pucken ist schon viel geschrieben worden. Auch hier sollte man vorsichtig sein.

Regelmäßig jedoch sind die Überwärmung durch Kleidung (das unleidige Mützchengetrage auch im Bett zuhause) und die überwärmten Wohnungen. Ich frage immer: Sommers wie winters sagen die Hälfte aller Eltern bei der U3, sie würden zuhause mehr heizen, seitdem das Baby da sei. Ob das dann die gleichen 50% sind, die mit einem Monat noch kaum vor der Tür waren, weiß ich nicht.

Die Rate der Plötzlich Verstorbenen Kinder ist durch die vielen Aufklärungskampagnen gut zurückgegangen, aber jedes Kind, das durch ein vermeidbares Risiko zu Tode kommt (der tatsächliche Mechanismus des SIDS ist immer noch ungeklärt), ist eines zuviel.
Also bitte: Hört auf die Experten!

Medienpreise des BVKJ

Am 7. Mai wird in Berlin zum sechsten Mal der Medienpreis des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland (BVKJ) feierlich verliehen. Der BVKJ-Medienpreis wird für herausragende journalistische Beiträge vergeben, die der Öffentlichkeit vom Kinderleben auf der Schattenseite der Gesellschaft berichten und benennen, worauf es ankommt, um sozial benachteiligten Kindern von Anfang an und nachhaltig zu helfen.
Die Preisverleihung findet in der Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt beim Bund in Berlin vor rund 100 geladenen Gästen aus dem BVKJ, den Medien und der Politik statt.
Rund 30 Journalistinnen und Journalisten hatten sich in diesem Jahr um den BVKJ-Medienpreis beworben, die meisten von den großen überregionalen Tageszeitungen.
 
Die Gewinner des BVKJ-Medienpreises 2014:

Der Hörfunk-Preis wurde 2014 nicht vergeben.

Eine Pressemitteilung des BVKJ.

Die Verlinkung zu den prämierten Fernseh- und Printbeiträgen habe ich eingefügt – der Artikel im Main-Echo ist leider kostenpflichtig, und daher online nicht sichtbar.

Don´t pust

“Abschürfungen: Nicht in die Wunde pusten

Hat sich ein Kind eine Abschürfung zugezogen, sollten Eltern zur Beruhigung und Schmerzlinderung nicht in die Wunde pusten, denn das kann die Verbreitung von Bakterien fördern. Abschürfungen sind oberflächlich abgescheuerte Hautteile, die z.B. häufig bei leichten Fahrrad- oder Roller-Stürzen auftreten.

„Achten Sie darauf, dass Ihr Kind die Wunde nicht ausleckt – Speichel enthält zu viele Krankheitskeime. Halten Sie die Wunde zum Säubern unter kaltes Wasser – ohne zu reiben. Entfernen Sie mit gereinigten Händen oder einer Pinzette Dreck- oder Steinpartikel. Danach desinfizieren Sie die Wunde und versorgen Sie diese mit einem luftdurchlässigen Pflaster oder einer Mullbinde. Grundsätzlich sollten Sie bei der Erstversorgung einer Wunde keine Heil-Salben oder Sprühpflaster auftragen“, rät Dr. Monika Niehaus, Kinder- und Jugendärztin vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Thüringen.

Ist die Wunde größer, z.B. auf der Brust oder auf dem Rücken, oder erstreckt sich über einen ganzen Arm oder ein ganzes Bein, sollten Eltern mit ihrem Kind zum Kinder- und Jugendarzt. „Auch wenn die Schürfwunde sich in der Nähe eines Auges befindet oder im Gesicht mit Dreckpartikeln in der Wunde, sollte der Kinder- und Jugendarzt gleich aufgesucht werden. Denn eine verunreinigte Schürfwunde, aus der Dreck und Kiesel nicht vollständig beseitigt sind, kann sich leicht entzünden und später Narben bilden“, warnt Dr. Niehaus. Wärmeentwicklung, Rötung und Schwellung sind Anzeichen für eine Entzündung, die ebenso der Kinderarzt kontrollieren sollte.”

Quelle: Pressemitteilung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V.

Dem ist natürlich nichts hinzuzufügen. Allerdings pusten die Eltern nicht mehr auf Schürfwunden, sondern werfen mit Zuckerkügelchen. Ist vermutlich ungleich harmloser. Also, liebe Glaubuliphilen: Wieder mal alles richtig gemacht.

#Kongress Tweet Splitter

Wiedergekehrt aus dem Ländle nach daheim – mit vielen neuen Eindrücken und netten Gesprächen, besten Dank an das tolle Team in Stuttgart, sowohl der SGKJ als auch des BVKJ. Es war eine nette Tagung.

Wenn die Katze beisst

“Wird ein Kind von einer Katze gebissen, sollten Eltern mit ihm zu ihrem Kinder- und Jugendarzt, damit er die Wunde professionell reinigen kann. „Katzen besitzen sehr spitze Zähne, die tief eindringen und mit dem Speichel Keime weit in das Gewebe bringen – auch wenn die Haut wenig verletzt scheint. Insbesondere Bisse in die Hand bergen ein hohes Infektionsrisiko“, warnt Prof. Hans-Jürgen Nentwich, ehemaliges Vorstandsmitglied des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) mit langjähriger Klinikerfahrung (Leitung der Kinderklinik in Zwickau).

Eltern sollten die Bisswunde unter lauwarmem, laufendem Wasser säubern und anschließend mit einer sterilen Mullkompresse abdecken.

Die Hauskatze

 

Den Impfpass nehmen sie am besten beim Arztbesuch mit, damit der Kinder- und Jugendarzt überprüfen kann, ob eine Tetanus-Impfung sinnvoll ist. „Kinder sollten früh den respektvollen Umgang mit Tieren lernen. Einer Katze sollten sie sich behutsam nähern. Sicherer ist es, nicht zu versuchen, fremde Katzen zu streicheln“, so Nentwich.

Rötet sich die Region um den Biss oder schwillt an, sind dies Warnzeichen für eine Infektion. Katzenbisse gehören nach Hundebissen zu den häufigsten Bissverletzungen. Entzünden sich etwa 4% der Hundebisse, so trifft dies für bis zu 40% der Katzenbisse zu.”

Quelle: Pressemitteilung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V.

 

Erinnert mich an die nette Familie mit den drei Kindern und dem Impfproblem. Bis zum zweiten Lebensjahr keinerlei Impfungen gewollt – das belaste das Immunsystem so sehr usw. – aber mit der Kleinsten kurz nach dem ersten Geburtstag kommen, weil der böse böse Hauskater zweimal zugebissen hat. Allerdings bereits vor vier Tagen. Entsprechend sah die Wunde aus. Für eine Tetanusinfektion wäre es zu spät gewesen.

Es ist schön, wenn sich Impfverweigerer wenigstens der alltäglichen Risiken bewußt sind …

Miau

(c) Cat Content by Claus Ast

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