Neue Statements zur Beifütterkost

Neue Trends in der Babykost?

Ernährungskommission der DGKJ aktualisiert ihre Empfehlungen für das Säuglingsalter

“Zahlreiche aktuelle Studien und Publikationen hat die Ernährungskommission der Deutschen Fachgesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) ausgewertet und in ihre Empfehlungen für die Ernährung gesunder Säuglinge einbezogen. Dabei wurden auch neue Trends in der Babykost kritisch betrachtet.

z. B. Baby-led Weaning – Selbstfütterung des Babys

Selbstfütterung statt Babybrei – das ist das Ziel des sog. „Baby-led Weaning“ (weaning=Abstillen). Hier nimmt sich das Baby seine Beikost selbst, indem es die angebotene Nahrung selbständig zum Mund führt und sich daran versucht. Nun wird auch bei konventionellerem Zugang ein Säugling nach einigen Monaten dazu ermuntert, mal an einem Stück Obst zu lutschen, doch sehen die Experten die Methode des Baby-led Weaning als grundsätzlich problematisch an: Bei konsequenter Einhaltung der ausschließlichen Selbstfütterung und dem durchgängigen Verzicht auf Brei wird, bestimmt durch die notwendigen motorischen Entwicklungsfortschritte des Kindes, der Beginn der Beikostgabe in den Lauf des 2. Lebenshalbjahres verschoben. Zu spät, um die Chancen auf ein gemindertes Allergie- und Zöliakierisiko nutzen zu können. Denn, so belegen es Studien seit längerem, die Einführung von Beikost nach der 17. und vor der 26. Lebenswoche (5. – 7. Lebensmonat) mindert diese Risiken wesentlich. Zudem betont die DGKJ-Ernährungskommission, dass bei dieser Methode die angemessene Versorgung mit kritischen Nährstoffen wie Eisen nicht gesichert ist.

z. B. Vegetarisch bis vegan – auch für´s Baby?

Immer mehr Erwachsene ernähren sich vegetarisch oder vegan und wollen dies, wenn sie Eltern werden, auch überzeugt an ihre Kinder weitergeben. Die DGKJ-Ernährungsexperten kommen in ihrer Empfehlung zu dem Schluss, dass eine ovo-laktovegetarische Ernährung im 1. Lebensjahr möglich ist, dann aber eine sorgfältige Auswahl der Lebensmittel und den Blick auf die Eisenversorgung des Kindes voraussetzt.

Eine vegane Ernährung hingegen – rein pflanzlich, keine Milch, kein Ei – verursacht schwerwiegende Defizite in der Nährstoffversorgung des Kindes und ist mit hohen Risiken für seine Entwicklung und Gesundheit verbunden, bis hin zu irreversiblen neurologischen Schäden.

Insgesamt bestätigt die Ernährungskommission in ihrer wissenschaftlichen Publikation die Empfehlung, Säuglinge in den ersten 4 bis 6 Lebensmonaten ausschließlich zu stillen (auch kürzere Stillzeiten bzw. teilweises Stillen sind sinnvoll!) und eine stufenweise Einführung von Beikost bis hin zur normalen Familienkost zum Ende des 1. Lebensjahres.

Die gesamten Empfehlungen zur „Ernährung gesunder Säuglinge“ sind – samt eines Ernährungsplans für das Babyalter – hier einzusehen.”

Dies ist eine Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin DGKJ

Baby-led Weaning und Vegane Kost sind die neuesten Trends in der Beifütterkost, obwohl in den letzten fünf Jahren im Allgemeinen die Empfehlungen zur Beikost sehr entschlackt wurden: Es darf alles beigefüttert werden (außer Honig), die Familienkost soll zügig eingeführt werden und ausprobieren geht immer, finger food sowieso. Ok, die Empfehlungen sind noch dezidierter, aber darauf läuft es hinaus. Weg vom strengen deutschen langsamen Heranführen hin zum entspannten lockeren Umgang mit den ersten Löffelchen.
Aber diese neuen Trends: Wie seht Ihr das? Alles neumodischer bullshit, jeder wie er mag oder vielleicht auch problematisch (immerhin sieht es die DGKJ eher kritisch)?

Kurzes Bonmot in Vertretung

fMFA: “Wer ist denn der Kinderarzt sonst?”
Mutter mit Kind in Vertretung: “Der Herr Minnesang in Liedern.”
fMFA: “Aha. Das ist ja ein bisschen weiter weg, ist das ein Kinderarzt?”
Mutter: “Jaja, der untersucht auch Kinder. Hat auch selbst welche.”
fMFA: “Ich finde den jetzt gar nicht in meiner Liste, also richtiger Kinderarzt mit Ausbildung?”
Mutter: “Nee, ich glaub´ nicht, der ist nur Normalarzt.”

Notdienstzecke

Mutter: “Ja, der Thor-Wart hatte da so eine Zecke.”
Ich: “Hatte…?”
Mutter: “Habe ich selbst rausgemacht.” Sie hält ein Plexiglasröhrchen hoch.
Ich: “Spitze, gratuliere, und was kann ich …?”
Mutter, sie wedelt mit dem Röhrchen: “Einschicken!”
Ich: “Was denn, die Zecke?”
Mutter: “Aber sicher, vielleicht hat sie Bollerose.”
Ich: “Dann würde ich die Zecke trotzdem nicht behandeln. Das kann gut sein, jede fünfte Zecke soll wohl den Erreger in sich haben.”
Mutter: “Ebend, und das möchte ich wissen.”
Ich: “Aber die Chance, sich dann zu infizieren, ist doch eher gering. Vielleicht bei zweihundert Zeckenstichen kommt es einmal zu einer wirklichen Krankheit.” (siehe)
Mutter: “Möchte ich aber sicher sein.”
Ich: “Gut. Das kann ich verstehen, aber sehen Sie, aus dem positiven Nachweis bei der Zecke wird sich keine Therapie bei Ihrem Sohn ergeben. Das Risiko einer Infektion ist viel geringer als die Häufigkeit der Durchseuchung bei den Zecken. Schauen Sie, man beobachtet die Stichstelle für ein paar Wochen, und wenn sich…” Zur Wanderröte kam ich erst gar nicht.
Mutter: “Naja, wenn die Zecke nix hat, kann er ja auch nix kriegen.”
Ich: “Darauf würde ich mich dann auch nicht verlassen. Zum einen sind die Tests nie hundertprozentig, und dann übertragen Zecken auch noch andere Sachen.”
Mutter: “Genau. Die FMSE – kann man auch untersuchen lassen, kost´ alles zusammen nur siebzig Euro.”
Ich: “Das ist der andere Punkt. Die Krankenkassen zahlen das gar nicht, deshalb kann ich das auch nicht einschicken. Müßen Sie schon schon selbst übernehmen.”

Und dann kommt immer der beste Satz:
Mutter: “Und warum bin ich dann hierher gekommen?”

Oleee ole ole oleee

Meine Tochter hat sich lautstark beschwert, als wir ihren Kuschelcouchschlaf in der 113. Minute jäh unterbrachen. Wir sind aufgesprungen, in der Wohnung herumgetanzt, haben die Balkontür aufgerissen und einfach so unsere Begeisterung in die Nacht gebrüllt. Kurz gelauscht, wer alles in der Nachbarschaft mitbrüllt (alle) und erstaunt, wer noch Böller von Silvester übrig hat (ein paar). Tom Bartels hat imho zu oft den Begriff der Erlösung bemüht, aber das Gefühl stellte sich wirklich ein (nach dem kurzen Erleichterungsgefühl, kein Tor in der 90.Minute zu fangen).

Der Rest war Glück und Müdigkeit, Sackenlassen der Tatsache, jetzt Weltmeister zu sein, Freude über die vielen Spielerkinder, die nach dem Spiel über den Rasen tanzten und auch etwas Genugtuung für uns Jogi.

Meine Highlights der WM:
– Die vielen Tore, jedenfalls in der Vorrunde und dank der deutschen Mannschaft
– Manuel Neuer
– Mein Kicker-Abo, just eine Woche vor der WM gewonnen 😀
– Oliver Welke statt KMH, am besten aber Mehmet Scholl
– Das schönste WM-Siegestor seit langem

… und auch das, was mir nicht so gefiel:
– Der Untergang der Italiener und Spanier, von den Engländern reden wir schon seit Jahren nicht mehr
– Der fehlende “Auftritt” der Messis und Chr. Ronaldos
– Die schwache Leistung der Schiris. Nach der Kartenflut der letzten WM jetzt viel zu wenige – Ursache für die Gewalteskalation mancher Partie
– Das Geheule von David Luiz
– Leute, die sagen, man dürfe nicht sagen, “wir” seien Weltmeister

Achja, und das war auch nett:

So. Und bald gibts auch wieder was on topic aus der Praxis. Versprochen.

Heißgucken

Alles steht unter Einfluss dieser Fussball-WM: Die Kinder kommen alle in Dress, mit Tattoos auf Wangen und Armen, die Väter aller Nationalitäten weinen, gratulieren und wünschen Glück, die fMFA sind im Wettfieber (ohne Chance gegen den Chef) und haben sogar ein bisschen die Praxis mit Tor und zwei oder drei Fussbällen geschmückt. Wir haben es immerhin geschafft, die Termine für die Patienten nach den Spielzeiten auszurichten (war ja auch nicht so schwer bei 18 Uhr und 22 Uhr Spielbeginn), trotzdem habe ich einen Notdienst während der WM abbekommen. Es war ein Pokerspiel – Deutschland wurde Erster seiner Gruppe, dadurch ins erste Halbfinale – und ich habe nur das spannende Spiel der Argentinier gegen die Niederlande verpasst …

Meine Lesegenuß reduziert sich auch deutlich – gerade mal die Morgenzeitung und die zehn Minuten vor dem Einschlafen. Letzteres ging schnell, jedenfalls wenn die Spieler in Verlängerung und Elfmeter gingen. Und die beste Ehefrau aller Zeiten hat sich schließlich ausgebeten, vor dem 22 Uhr Spiel jeweils wenigstens zwei “Breaking Bad”-Folgen zu sehen, mit Freude, versteht sich. Also genießen wir die Geldprobleme eines Meth-Koches und wenden uns dann den Geldproblemen Brasiliens zu, die David Luiz nach dem Halbfinale so beweint hat.

Diese Mal auch kein Public Viewing für mich, ganz abgesehen davon, dass Dtschl immer verliert, wenn ich auf öffentlichem Platze die Spiele genieße (die letzten Halbfinals und auch das Finale 2006), ist der Sohn nun in dem Alter, wo er ein wenig fussballerische Historie gelehrt bekommt. Wir haben heute schon Grönemeyer auf Youtube gesehen, daraus leiteten sich die Videos zum Tor des Jahrhunderts, der Hand Gottes und selbstredend dem Finale 1990 ab. Dann gönnten wir uns noch das Elfmeterdrama 2006 (gegen Argentinien, mit Lahm und Mertesacker im Bild, die kennt er schon) – und sind nun ausreichend vorbereitet für heute abend. Heißgucken nennt man das wohl. Problem nur: Wenn der Sohn FIFA 14 auf dem iPad zockt, ist er Messi und gewinnt stets 6:0 (im Amateurmodus). Er gewinnt eben gerne.

Dann flaggen wir mal noch:

Schneller Buchtipp

Edit: Leider gibt es das Angebot nicht mehr, trotzdem bleibt der Tipp natürlich bestehen:

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P.S. — 7:1 :-)

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