Happy Birthday to me

Keine grosse Feier, aber jetzt ist das Blog schon acht Jahre alt.
Ich danke meinen Eltern, dem lieben BlogGott und den lieben Mitlesern und Fans, die immer wieder hier hereinschauen. Merci.

(c) Foto bei Theen Moy

Brain Specialist

Viele Sketche mit Ärzten gibt es bei Monty Python ja nicht, aber zum heutigen letzten der letzten Konzerte der Reunion darf es nochmals Mister Gumby beim Brain Specialist sein:

(Meine Favoriten, Palin und Cleese)

Heute 20.7., 20 Uhr, gibt es the last concert of the Pythons – weltweit auch in den Kinos zu sehen, oder bei Arte Concert via Stream.   Und am 30.7., 21.30 auf arte im Fernsehen.

Don´t miss it!

Neue Statements zur Beifütterkost

Neue Trends in der Babykost?

Ernährungskommission der DGKJ aktualisiert ihre Empfehlungen für das Säuglingsalter

“Zahlreiche aktuelle Studien und Publikationen hat die Ernährungskommission der Deutschen Fachgesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) ausgewertet und in ihre Empfehlungen für die Ernährung gesunder Säuglinge einbezogen. Dabei wurden auch neue Trends in der Babykost kritisch betrachtet.

z. B. Baby-led Weaning – Selbstfütterung des Babys

Selbstfütterung statt Babybrei – das ist das Ziel des sog. „Baby-led Weaning“ (weaning=Abstillen). Hier nimmt sich das Baby seine Beikost selbst, indem es die angebotene Nahrung selbständig zum Mund führt und sich daran versucht. Nun wird auch bei konventionellerem Zugang ein Säugling nach einigen Monaten dazu ermuntert, mal an einem Stück Obst zu lutschen, doch sehen die Experten die Methode des Baby-led Weaning als grundsätzlich problematisch an: Bei konsequenter Einhaltung der ausschließlichen Selbstfütterung und dem durchgängigen Verzicht auf Brei wird, bestimmt durch die notwendigen motorischen Entwicklungsfortschritte des Kindes, der Beginn der Beikostgabe in den Lauf des 2. Lebenshalbjahres verschoben. Zu spät, um die Chancen auf ein gemindertes Allergie- und Zöliakierisiko nutzen zu können. Denn, so belegen es Studien seit längerem, die Einführung von Beikost nach der 17. und vor der 26. Lebenswoche (5. – 7. Lebensmonat) mindert diese Risiken wesentlich. Zudem betont die DGKJ-Ernährungskommission, dass bei dieser Methode die angemessene Versorgung mit kritischen Nährstoffen wie Eisen nicht gesichert ist.

z. B. Vegetarisch bis vegan – auch für´s Baby?

Immer mehr Erwachsene ernähren sich vegetarisch oder vegan und wollen dies, wenn sie Eltern werden, auch überzeugt an ihre Kinder weitergeben. Die DGKJ-Ernährungsexperten kommen in ihrer Empfehlung zu dem Schluss, dass eine ovo-laktovegetarische Ernährung im 1. Lebensjahr möglich ist, dann aber eine sorgfältige Auswahl der Lebensmittel und den Blick auf die Eisenversorgung des Kindes voraussetzt.

Eine vegane Ernährung hingegen – rein pflanzlich, keine Milch, kein Ei – verursacht schwerwiegende Defizite in der Nährstoffversorgung des Kindes und ist mit hohen Risiken für seine Entwicklung und Gesundheit verbunden, bis hin zu irreversiblen neurologischen Schäden.

Insgesamt bestätigt die Ernährungskommission in ihrer wissenschaftlichen Publikation die Empfehlung, Säuglinge in den ersten 4 bis 6 Lebensmonaten ausschließlich zu stillen (auch kürzere Stillzeiten bzw. teilweises Stillen sind sinnvoll!) und eine stufenweise Einführung von Beikost bis hin zur normalen Familienkost zum Ende des 1. Lebensjahres.

Die gesamten Empfehlungen zur „Ernährung gesunder Säuglinge“ sind – samt eines Ernährungsplans für das Babyalter – hier einzusehen.”

Dies ist eine Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin DGKJ

Baby-led Weaning und Vegane Kost sind die neuesten Trends in der Beifütterkost, obwohl in den letzten fünf Jahren im Allgemeinen die Empfehlungen zur Beikost sehr entschlackt wurden: Es darf alles beigefüttert werden (außer Honig), die Familienkost soll zügig eingeführt werden und ausprobieren geht immer, finger food sowieso. Ok, die Empfehlungen sind noch dezidierter, aber darauf läuft es hinaus. Weg vom strengen deutschen langsamen Heranführen hin zum entspannten lockeren Umgang mit den ersten Löffelchen.
Aber diese neuen Trends: Wie seht Ihr das? Alles neumodischer bullshit, jeder wie er mag oder vielleicht auch problematisch (immerhin sieht es die DGKJ eher kritisch)?

Notdienstzecke

Mutter: “Ja, der Thor-Wart hatte da so eine Zecke.”
Ich: “Hatte…?”
Mutter: “Habe ich selbst rausgemacht.” Sie hält ein Plexiglasröhrchen hoch.
Ich: “Spitze, gratuliere, und was kann ich …?”
Mutter, sie wedelt mit dem Röhrchen: “Einschicken!”
Ich: “Was denn, die Zecke?”
Mutter: “Aber sicher, vielleicht hat sie Bollerose.”
Ich: “Dann würde ich die Zecke trotzdem nicht behandeln. Das kann gut sein, jede fünfte Zecke soll wohl den Erreger in sich haben.”
Mutter: “Ebend, und das möchte ich wissen.”
Ich: “Aber die Chance, sich dann zu infizieren, ist doch eher gering. Vielleicht bei zweihundert Zeckenstichen kommt es einmal zu einer wirklichen Krankheit.” (siehe)
Mutter: “Möchte ich aber sicher sein.”
Ich: “Gut. Das kann ich verstehen, aber sehen Sie, aus dem positiven Nachweis bei der Zecke wird sich keine Therapie bei Ihrem Sohn ergeben. Das Risiko einer Infektion ist viel geringer als die Häufigkeit der Durchseuchung bei den Zecken. Schauen Sie, man beobachtet die Stichstelle für ein paar Wochen, und wenn sich…” Zur Wanderröte kam ich erst gar nicht.
Mutter: “Naja, wenn die Zecke nix hat, kann er ja auch nix kriegen.”
Ich: “Darauf würde ich mich dann auch nicht verlassen. Zum einen sind die Tests nie hundertprozentig, und dann übertragen Zecken auch noch andere Sachen.”
Mutter: “Genau. Die FMSE – kann man auch untersuchen lassen, kost´ alles zusammen nur siebzig Euro.”
Ich: “Das ist der andere Punkt. Die Krankenkassen zahlen das gar nicht, deshalb kann ich das auch nicht einschicken. Müßen Sie schon schon selbst übernehmen.”

Und dann kommt immer der beste Satz:
Mutter: “Und warum bin ich dann hierher gekommen?”

Schneller Buchtipp

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Wer es noch nicht kennt und einen Ebook-Reader sein eigen nennt: Zuschlagen! Aktuell gibt es das Krankenhausbuch aller Krankenhausbücher, die Bibel aller Assistenzärzte, der Quell der klassischen Abkürzungen wie GOMER und Wortschöpfungen wie das “turfen” – als ebook gerade gesenkt, also die Chance nutzen:

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P.S. — 7:1 :-)

Urin Ruin*

Sehr regelmäßig gibt´s den Urin zu untersuchen in den Kinder- und Jugendarztpraxen: Bei jeglichen Bauchschmerzen, bei Säuglingen unter einem Jahr, wenn sie Fieber haben, bei den klassischen Harnwegsinfekt-Symptomen (Schmerzen beim Wasserlassen, Häufige Miktion, Fieber), vor allem natürlich bei Mädchen. Gerade, wenn diese anfangen, alleine auf Toilette zu gehen, treten die ersten Blasenentzündungen auf. Meist liegt es doch an der Hygiene.

Den Urin zu gewinnen, ist aus naheliegenden Gründen bei Kindern nicht so einfach: Säuglinge gehen noch nicht aufs Klo, oft kommen andere … mmh … Ingredienzen mit dazu, größere Kinder schaffen es nicht, rechtzeitig auf Toilette zu gehen, ein schöner “Mittelstrahlurin” (also ohne Verunreinigungen aus Scheide oder Penis und ohne “alten” Urin aus der Blase) gelingt erst im späterem Schulalter.
Was also tun?

Der ideale Urin wäre der direkt aus der Harnblase – also machen wir bei allen Kindern eine suprapubische Blasenpunktion… Spässle. Aber das ist der Goldstandard, und bleibt normalerweise Säuglingen in der Kinderklinik vorbehalten. Die nächstsaubere Alternative ist ein Katheterurin, der ebenfalls Urin direkt in der Harnblase gewinnt – auch sehr aufwändig, für die Kinder traumatisierend – und nichts für die Praxis. Den letzten Katheter haben wir bei uns vor sicher fünf Jahren geschoben – und das wegen eines akuten Harnverhaltes. Die Amerikaner sagen: “… ist zuvor eine Urinprobe (Katheterurin oder suprapubische Blasenpunktion) zu gewinnen…” (Diagnosis and management of an initial UTI in febrile infants and young children, Finelli et al, Pediatrics 128;e749-770)

Bleiben die praktikablen Methoden:
– Wenn das Kind alleine aufs Klo geht, sollte das Genitale vorher gesäubert werden (Wasser und Waschlappen reichen) und direkt in einen sauberen Becher (sauberes Schraubglas zuhause) gepinkelt werden. Da kann man versuchen, einen Mittelstrahlurin abzupassen.
– Wenn das Kind aufs Töpfchen geht, auch gut, das sollte natürlich pikobello sauber sein, sonst haben wir schon die ersten Kontaminationen.
Urinbeutel: Kleben wir bei Säuglingen und Kleinkindern, die noch nicht aufs Klo gehen. Auch hier muß das Genitale vorher gesäubert werden, vor allem auch von Salbenresten (sonst kleben die Beutel nicht). Nichts mit Mittelstrahlurin. Merke: Wer einen Beutel kleben will, sollte stets einen Becher zur Hand haben, oft pieseln die Kleinen genau in diesem Moment. Da muß man eben schnell sein.
– Säubern mit Desinfektionsmittel oder Beta-Lösungen halte ich für übertrieben und reizen das Genitale viel zu sehr.

Ist der Urin mal gewonnen, sollte er zügig untersucht werden. Da gehen die Meinungen auseinander, wann ein Urin noch “frisch” ist. Wir setzen eine Stunde an, dann muß die Probe in der Praxis sein. Ansonsten bilden sich Sedimente, die das Ergebnis verfälschen. Im Winter kann es zudem vorkommen, dass der Urin in der Außenluft gefriert – kann man dann auch vergessen.

Der Urin wird “gestixt” mit einem Reagenzstreifen, der recht genau ist, aber nie genau genug. Zu jeder Urinuntersuchung sollte daher immer eine mikroskopische Untersuchung dazugehören. Der Stix liefert nur Hinweise, keine Beweise. Sind beide Untersuchungen ok, kann man das Thema Blase vorerst ad acta legen. Eine Kontrolluntersuchung macht dann erst später Sinn, wenn das Kind weiter Beschwerden hat. Weitere Hinweise liefert eine Kultur, die über Nacht angelegt wird. Sie wird immer gemacht, wenn sich die Diagnose Harnwegsinfekt einstellt und/oder das Kind mit Antibiotika behandelt wird.

Gerne berichten Eltern, sie hätten zuhause den Urin in der Windel “gestixt”, manche Kollegen sind schon beobachtet worden, Urin aus der Windel zu gewinnen … (keine Ahnung wie) – das geht sicher gar nicht und lässt sich so auch nicht verwerten. Vergesst es. Bereits mit dem Beutelurin steigt die Chance auf eine Kontamination von 10% beim Katheter zu 63% beim Urinbeutel (Fahad et al. Journal of Pediatrics, Vol. 137 Nr.2). Nochmals die Amerikaner: “Wird der Urin mittels eines … Beutels gewonnen, ist nur der negative Befund verlässlich.” (Finelli et al., ebenda)
Dann lieber warten und warten und warten…

*hier gehts nicht um Ruin, aber der Buchstabendreher bot sich gerade an ;-)

… für BB, (c) Foto bei Britt-knee (nanny snowflake) via flickr

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