Wirklich komplett interne Nachricht

Bleiben Sie heute dran, dann erleben Sie den 5.000.000. Pageview dieses Blogs. Huuu, bin ich aufgeregt.

Nachfragen

Liebe Frau Guney,
ich kann verstehen, dass Sie mit Ihrem Anderthalbjährigen nachts um zwei in die Notambulanz am Klinikum fahren, weil er zweimal gespuckt hat. Das kann einen nachts wirklich irritieren, und Ihrem Sohn ging es bestimmt auch nicht so gut dabei.
Ich kann auch noch verstehen, dass Sie in der nächsten Nacht um die gleiche Zeit – ach, nein, ich sehe gerade, es war eine Stunde später – nochmals in die Klinik gefahren sind, weil Ihr Mehmet wieder gespuckt hat, am Tag hatte er ja auch zweimal Durchfall, wie ich sehe.
Etwas unklar ist mir dann aber die Vorstellung in der dritten Nacht um 23 Uhr. Ok, der Durchfall ist nicht besser geworden, und, wie Sie sagen, war der Kollege in der Klinik etwas “unfreundlich und ungeduldig”. Trotzdem hat er Ihnen eine Elektrolytlösung rezeptiert. Die haben Sie aber in der Nachtapotheke nicht besorgen wollen, weil die Apotheke im Nachbarort ist. Gut, manchmal muß man weitere Wege fahren, wenn man möchte, dass das Kind wieder gesund wird.

Darf ich die Frage stellen, warum Sie heute morgen um neun Uhr ohne Termin in meiner Praxis stehen, in der Hoffnung, ich könnte Ihr Kind gesund machen? Ach, er hat gar nicht mehr gespuckt? Und seit gestern nacht – ja, da waren Sie im Krankenhaus, das habe ich verstanden – auch keinen Durchfall mehr gehabt? Klingt doch gut. Aber jetzt isst er nicht mehr richtig, soso. Nur die Hälfte des Keksbreis. Aha.

Doch doch, jeder macht sich Sorgen, wenn´s Kind spuckt und Durchfall hat. Das verstehe ich. Es macht auch Sinn, einen Anderthalbjährigen mal dem Arzt vorzustellen, damit der Schlimmeres ausschließen kann. Aber muß das zweimal nachts nach Mitternacht sein? Wissen Sie, Sie haben auch immer die Möglichkeit, im Laufe des Tages bei uns einen Termin zu machen. Tags war immer alles ok? Ja. Ich verstehe. Nachts ist ein spuckendes Kind anstrengender als am Tag.

In my pocket

Was sich so alles in meiner Tasche ansammelt – zum später lesen. Jetzt habe ich´s endlich geschafft:

What’s the right thing to do? Die erste von zahlreichen Vorlesungen des Juraphilosophen Michael Sandel. Taff zum Folgen für mein bescheidenes Schulenglisch, aber erbaulich. Nebenbei bekommt man einen tollen Einblick in das amerikanische Hochschulsystem.

Noch was für Anglophile: Moby Dick Big Read. Namhafte Engländer und Amerikaner haben das Nicht-nur-Wal-Epos eingelesen. Thrilling. Vorspulen zu Kapitel 58 und der Stimme von Benedict Cumberbatch lauschen.

Max Buddenbohm über das Kranksein seines Sohnes und wie krank das selbst macht und wie wenig man das verpassen möchte als Eltern.

Welchem Arzt kann man wirklich vertrauen? Diese Chart gibt einen genaueren Einblick. Wer fehlt? Dr. House, wie mir per twitter zugesteckt wurde. Ich hätte ihn rechts oben bei Dr. Huxtable lokalisiert, da es keine dritte Dimension für Freundlichkeit gibt.

Über die Uber- und AirBnB-Bewegung ereifert sich Stefan Schultz bei SPON – sehr weise Gedanken, ich fürchte aber, dass sich die Entwicklung kaum zurückdrehen lässt. Vielleicht sind die Gedanken auch sehr naiv, denn schließlich kauft jeder von uns gerne auf dem Flohmarkt.

Ganz frisch, so dass es noch nach Brötchen duftet: Eine Nacht in GIFs von Vorstadtmaus.

Und für alle Robin Williams Fans, die wie ich im Urlaub verpassten, dass dieser faszinierende Typ beschloss, seine Witze von nun an himmlischen Sphären zu reissen, das ultimative Interview:

Noch ein Video:

Dr Johannes und die Kinder

    Dr. Johannes hat auf YouTube ein paar Tipps für den Besuch beim Arzt gepostet und getwittert:

    … und ich habe ein paar Sachen ergänzt:

    Noch Ideen aus dem Auditorium?

Claus Ast lässt niesen

Herr Ast hat mal wieder etwas zum Thema Medizin veröffentlicht, ich möchte das nicht unkopiert lassen:

Sehr schön auch die Selfies der letzten Zeit und der Wicht.

An wen auch immer

Lass mich alles erkennen, was mir in der Praxis Blödes über den Weg läuft. Lass mich nicht zögern, die richtigen Dinge zur richtigen Zeit zu tun. Lass mich den Riecher behalten für das, was wirklich wichtig und gefährlich ist und lass mich dann angemessen reagieren. Lass sich mein Gehirn erinnern an alle Seiten, die ich je in einem Lehrbuch gelesen habe oder lass mir zumindest eine Ahnung davon, dass ich weiß, wo ich nachschlagen muß. Lass es nicht zu, dass mich mein Bildgedächtnis im Stich lässt.Lass meine Patienten gesund werden, auch wenn meine Fähigkeiten mal nicht ausreichen. Lass mich freundlich bleiben, trotz aller Widrigkeiten, Zeitdrücken und Googleauszügen. Lass mich meine Mitarbeiter und ihre Arbeit respektieren, lass die Praxis auch weiterhin gut gedeihen, dass ich jeder von ihnen ein gutes Gehalt bieten kann und alle weiter beschäftigen kann. Lass mich nicht alt im Denken werden, lass mich flexibel bleiben in meinen Methoden, aber trotzdem klar und sicher in meiner Linie und meinem Verständnis der Medizin. Lass meine Arbeit von Überzeugung und Wissenschaft geprägt sein und nicht von Geld, Vorschriften oder Bürokratie. Lass mich den Draht behalten zu den Kindern, ob Säuglinge oder Vorvolljährige, lass mich ihr Vertrauen in mich erhalten und niemanden enttäuschen. Lass mich nicht ungeduldig den Eltern gegenüber werden und erhalte mir die Gelassenheit. Lass mich Zeit nehmen neben der Arbeit für meine Familie und meine Freunde, damit dies meine Energie auflädt für die Zeit in der Praxis.

Danke fürs Zuhören, das Gebet für die Freizeit kommt ein anderes Mal. Erhalte Dir Deinen Humor.

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