immer wieder einen blick wert – xkcd II
9. November 2009 at 14:25 | In sonstsachen | 1 CommentTags: just for fun

nächtliche sorgen
7. November 2009 at 09:41 | In elternsachen | 20 CommentsTags: sorgen
telefon 1 uhr nachts.
mutter: „ja, ich hab da ein problem.“
ich: „guten abend, hier ist kinderdok, wie ist denn ihr name?“
mutter: „wieso? äh, hier ist frau xyz.“
ich: „was gibts denn?“
frau xyz: „ich habe grad meinen sohn geweckt, und der hat jetzt 39 fieber.“
ich: „und warum haben sie ihn geweckt?“
frau xyz: „wieso? na, der hat doch fieber.“
ich: „aber warum haben sie ihn denn geweckt? der hätte doch prima geschlafen, oder?“
frau xyz: „ja, der hat ganz tief geschlafen. aber der war so heiß.“
ich: „machen sie sich da bitte keine sorgen, schlafende kinder werden gesund, auch wenn sie fieber haben.“
frau xyz: „ok, das wusste ich nicht. und was mache ich jetzt?“
ich: „was macht denn ihr sohn jetzt?“
frau xyz: „der schläft wieder.“
ich: „prima. dann lassen sie ihn schlafen.“
frau xyz: „aber da muss man doch ein zäpfchen geben.“
ich: „nö. dann wird er nur wieder wach. falls er heut nacht mal unruhig ist, nach ihnen ruft, können sie das alles ja nochmal wiederholen mit dem messen und auch ein zäpfchen geben. aber jetzt darf er schlafen.“
frau xyz: „und was mache ich jetzt?“
ich: „auch schlafen gehen.“
frau xyz: „achso? ok. gute nacht.“
ich: „gute nacht.“
heben wir doch mal ein wenig die stimmung
6. November 2009 at 18:27 | In sagmalsachen | 7 CommentsTags: impfen, just for fun, schweinegrippe
in anbetracht der allgemeinen panik rund um die neue grippe und die entsprechend nüchtern und besonnen reagierenden politiker und gesundheitsberufenen experten, vor allem aber auch hinsichtlich des weit vorausschauenden planungsverhaltens pandemischer natur in pharmawesen und apothekenauslieferung -
hör dir das mal an und hebe deine stimmung: no.1 – stahlberg lacht.
selbsterkenntnis
4. November 2009 at 19:24 | In sonstsachen | 12 CommentsTags: jugendliche, rauchen, vernunft
jugenduntersuchung, mirko ist vierzehn, muskulös-kräftig, sportlertyp, thorax wie ein v. hatte früher asthmaprobleme.
ich: „und, was macht die lunge, hast du da noch probleme?“
mirko (eher kleinlaut): „mmmh, geht so.“
ich: „ja, beim sport?“
mirko: „hab im moment nicht viel sport.“
ich: „und wann hast du dann beschwerden?“
mirko: „na, nachts huste ich ab und zu.“
ich: „ok. wie war das, hattest du probleme mit den hausstaubmilben? haben wir das schon mal getestet?“
mirko: „nix hausstaubmilben….“
ich: „sondern?“
mirko (jetzt ganz kleinlaut): „das kommt vom rauchen.“
ich: „ohje. echt? ist mit deinem asthma natürlich riskant.“
mirko: „ja, weiß ich. hab´s auch schon wieder aufgegeben.“
ich: „klasse, gut.“
mirko: „ja, war dumm. beim sport habe ich´s total gemerkt. runde sportplatz, puste weg. blöde kippen.“
ich (beeindruckt, entsprechend dummer spruch): „selbsterkenntnis ist der beste weg zur besserung.“
mirko: „ja, klar. aber hätte nie gedacht, dass das solange braucht, bis die scheissdinger wieder aus´m körper raus sind.“
ich: „ja. das braucht.“
mirko: „und die mädels findens auch blöde.“
immer wieder einen blick wert – xkcd
30. Oktober 2009 at 20:03 | In sonstsachen | 7 CommentsTags: just for fun

u10 gratis für alle
26. Oktober 2009 at 22:16 | In infosachen, vorsorgesachen | 7 CommentsTags: bayern, bvkj, politik, versorgung
schon mehrmals war hier thema die so genannten hausarztzentrierten verträge, die die politik schon lange den krankenkassen und den niedergelassenen ärzten verordnet hatte – verträge, die die steuerungsfunktion des hausarztes, den so genannten „gate-keeper“, absichern sollen, damit dieser entscheidet, ob der patient und zu welchem facharzt überwiesen wird.
dies hatte vor allem im süden der republik zu den grossen hausarztverträgen zwischen der aok und den hausarztverbänden geführt, die als bonbon für die kollegen eine deutlich vereinfachte abrechnung über pauschalen – und ohne kassenärztliche vereinigung – brachte. uns kinder- und jugendärzte stiessen diese verträge stets sauer auf, da sie keine hinreichende qualifikation für die behandlung von kindern und jugendlichen vorsah. der patient konnte ab geburt beim hausarzt eingeschrieben werden, ob dieser dafür qualifiziert war oder nicht. nicht einmal eine säuglingswaage musste vorhanden sein.
die bayern hatten es dann geschafft, parallel zum hausarzzentrierten einen pädiatriezentrierten vertrag ins leben zu rufen – die aok bayern zeigte sich kinderfreundlich – im nachbarland schwaben-württemberg war dies nicht möglich: hier mauert die aok und möchte ihre blutsbruderschaft mit dem hausärzteverband und der standesorganisation medi nicht aufgeben, um ein paar wenige kinder- und jugendärzte (immerhin über neunhundert im ländle) zu gewinnen.
dies führte zu so schönen begebenheiten, dass ein kinderpatient, der in bayern wohnt, aber seinen kinderarzt in ulm und damit bawü hat, beispielsweise nur die klassischen vorsorgen u1-u9 bezahlt bekommt, wie vorher auch, die u10 und u11 aber, die die bayrischen aok-patienten (wie übrigens auch die der bkk und anderer ersatzkassen) inzwischen erhalten, wollte die aok bawü nicht bezahlen. es sei kein erkenntnisgewinn aus diesen vorsorgen zu ziehen, es sei nicht erwiesen, dass diese vorsorgen wissenschaftlich evaluiert und sinnvoll seien.
dann jetzt der neueste coup der aok baden-württemberg: still und heimlich aber sehr konsequent, wurde die u10 mit einem mal in den hausarztzentrierten vertrag integriert -
wohlgemerkt nur für die hausärzte, die dort auch eingeschrieben sind! möchte ein aok-patient diese u10 bei einem kinder- und jugendarzt durchführen lassen, der diesem vertrag nicht angehört (und 97% der kinder- und jugendärzte in baden-württemberg sind das nicht!) – erstattet die aok bw die kosten nicht.
denn: die u10 wurde in den vertrag integriert, ohne in irgendeiner weise die pauschale, die der arzt erhält zu ändern – also alles gratis! man könnte auch sagen kostenlos, oder umsonst – umsonst vor allem auch für den patienten, der diese u10 bei einem hausarzt durchführen lässt, der dies bis dato noch nie gemacht hat. denn die u10 war bis zu diesem moment ein reines gewächs der kinder- und jugendärzte (schon seit jahren). also alles beim alten: qualität kostet geld, und schlechte qualität kostet nichts.
… und besonders frech: die u10 wird als eigene erfindung verkauft – zitat hausärzte: „wir haben mit der u10 einen zusätzlichen baustein im bereich der kinder- und jugendmedizin etabliert“ (aus der allgemeinarzt 17/2009) – diese unverfrorenheit kam bereits vor einem jahr zum tragen, als die u7a (vorsorgeuntersuchung für dreijährige) regelleistung der krankenkassen wurde. beide vorsorgen (wie auch die vorsorgen u11 und j2) empfehlen die kinder- und jugendärzte schon lange – und sind bisher bei den kassen und der politik auf taube ohren gestossen. wohlgemerkt: wenn´s ins kalkül passt, ist mit einem mal alles recht, wenn man damit nur werbung machen kann.
impfung gegen h1n1
20. Oktober 2009 at 19:21 | In impfsachen, infosachen | 36 CommentsTags: impfen, pandemie, schweinegrippe
momentan gibt es doch drei probleme:
zum einen gibt es den impfstoff pandemrix (gsk), welcher das berüchtigte adjuvans (verstärkerstoff) enthält, damit mit weniger virusspaltmaterial mehr impfstoffe produziert werden können. zum anderen gibt es den impfstoff celvapan (baxter), welcher nun für die bundeswehr und bundesbeamte geordet wurde (wie man hört, weil es keinen anderen mehr gab, bzw. weil es schon lange einen vertrag mit baxter gab). dieser enthält eine ganzvirusvakzine ohne adjuvans, welche per se (da komplettes virus) mehr nebenwirkungen hat. übrigens eigentlich ein archaischer impfstoff, moderne impfstoffe sind allesamt spaltvirus-impfstoffe.
also erstens abwägung zwischen nebenwirkung durch adjuvans und nebenwirkung durch ganzvirus. welcher impfstoff am ende mehr probleme macht, wird sich erst nach anlaufender impfkampagne zeigen.
zweitens - viel bedenklicher aus kinderärztlicher sicht: weder pandemrix noch celvapan sind in allen altersgruppen getestet worden – genauer gibt es für pandemrix keine daten für unter 3jährige und für celvapan überhaupt keine daten für kinder (und übrigens auch schwangere).
und drittens - auch problematisch: der für die „landbevölkerung“ angekaufte impfstoff pandemrix wird nur in so genannten 10er-gebinden auf den markt gebracht, d.h. du musst erst einmal zehn impflinge zusammenbestellen, um den impfstoff in reihe zu verimpfen. wie soll das logistisch problemlos klappen? zumal kinder unter zehn jahren nur die halben impfstoffmenge bekommen sollen – also zwanzig kinder…
interessant auch, dass es jetzt großartig angelegte impfkampagnen pro und contra des schweinegrippeimpfens gibt (ja, ich mache mit vs. nein, ich nicht) – und sich dort aber in der regel menschen äußern, die in der ersten phase des impfprogrammes gar nicht geimpft werden, dies sind nämlich menschen in gesundheitsberufen, menschen mit gesundheitsproblemen und menschen, die schwanger sind.
die bundeswehr fällt also gar nicht in diese drei gruppen und auch nicht frau bundeskanzler (außer sie hätte ein bisher unbekanntes asthma).
bedeutet für uns kinder- und jugendärzte, dass wir guten gewissens erst die stiko-empfehlung nur für die über 3jährige umsetzen können, die eine entsprechende indikation haben, da es nur hier ausreichende daten gibt (pandemrix), und dass wir erst ein praktikables impfregime durchführen können, wenn diese auch in einzelimpfstoffen zur verfügung gestellt werden.
schlimm ist nur, dass diese fehlplanung seitens regierung und auch herstellern, und auch die jetzt losgetretene pressekampagne, die alleine auf sensationsgier („zweiklassenimpfung“) aus ist, dem eigentlichen impfgedanken zuwider läuft. wasser auf die mühlen aller radikalen impfgegner („ich habs ja schon immer gesagt, dass die pharmafirmen am meisten von den impfungen profitieren“). und schlimm ist, dass wieder einmal die interessen von kindern und die besonderheiten der medikamentengabe und auch impfstoffgabe nicht berücksichtigt wurde – wieder waren kinder- und jugendärzte, als impfexperten, nicht in der planung der reihenimpfungen involviert.
hoffentlich rächt sich diese unklarheit durch fehlplanung nicht im jahreswechsel, wenn der h1n1 in rekombination mit der saisonalen grippe richtig fette zurückkehrt.
vorsagen
14. Oktober 2009 at 18:39 | In elternsachen, erziehungssachen | 28 CommentsTags: eltern
sehr unterhaltsam ist es immer, wenn eltern bei den „grossen“ vorsorgeuntersuchungen, also u7+, u8 oder u9 ihren schützlingen hilfestellung geben wollen. ich frage ja dann dies und das und möchte ein kleines gespräch mit den kindern entwickeln, um sprache, auffassungsgabe und reflektion zu überprüfen. die eltern wiederum haben natürlich den wunsch, dass ihre kinder auch funktionieren, mitmachen und möglichst auch alles richtig machen, damit der tüv-stempel am ende auch stattfindet.
ich (zeige auf das bild mit dem hammer): „und was ist das?“
bobele: „…?“
ich: „hat der papa bestimmt zu hause.“
bobele: „…?“
papa: „ei, bobele, das ist doch ein hammer.“
danke.
ich (zum bobele): „genau. ein hammer. und wozu braucht den der papa?“
papa: „zum nägel einhauen.“
ja. danke.
und so geht das weiter.
ich: „was ist das für eine farbe?“ (gelb)
bobele: „lot.“
papa: „nein, quatsch, das ist gelb.“
böser blick vom kinderdok.
ich: „und das hier?“ (rot)
bobele: „glün.“
papa: „ah, ne, das ist jetzt rot.“
böser blick und ein kurzes anraunzen durch den kinderdok.
und so geht das weiter, bis das bobele durch die einwürfe des vaters immer unsicherer wird – merke: bei vorsorgen immer loben, nie kritisieren und schon gar nicht verbessern – und dann entsprechend „zumacht“, blockiert.
wir kommen zur körperlichen untersuchung. kinderdok möchte sich den mund ansehen. lampe, freundliche aufforderung, mund bleibt zu. logisch. kinderdok müht sich langsam ab, mit allen verbalen und handwerklichen tricks (einschließlich des unleidigen und unbeliebten spatels) – der mund bleibt zu.
ich (zum papa): „jetzt dürfen sie mal was sagen.“
papa: „ach, jetzt soll ich? ich dachte, ich darf nichts sagen?“
ich: „doch. sie sollten nicht vorsagen und auch nicht verbessern, aber auffordern zum mundaufmachen, das dürfen sie in ihrer väterlichen autorität schon.“
papa: „der macht doch eh, was er will.“
ja. stimmt. ganz der vater. merke: kein kind wird kooperieren, wenn´s die eltern nicht selber tun.
schweinegrippe impfempfehlungen
13. Oktober 2009 at 08:08 | In impfsachen, infosachen | 30 CommentsTags: impfen, schweinegrippe
soeben erschienen, die offizielle empfehlung zur impfung gg schweinegrippe amerikanische mexikanische wutzeschnubbe neue grippe a/h1n1/2009:
- 1) beschäftigte im gesundheitsdienst und wohlfahrtspflege mit kontakt zu patienten und infektiösem material
- 2) personen ab 6 monaten mit chronischen erkrankungen
- 3) schwangere (am besten ab dem 2.trimenon) und wöchnerinnen
dies sind die ersten populationsgruppen, bei denen die impfung zunächst gegeben werden sollen: a) um die „medizinische“ infrastruktur aufrecht zu erhalten (ad 1) und b) um die gefährdeten personengruppen zu schützen (ad 2 und 3 – die meisten todesfälle gab es weltweit bei risikopatienten und vor allem auch schwangeren)
im weiteren:
- 4) haushaltskontaktpersonen zu 2) und 3) und zu säuglingen unter 6 monaten (da diese nicht geimpft werden können)
- 5) alle übrigen personen zwischen 6 monate und 24 jahre (die meisten todesfälle gab es bei jungen erwachsenen und kinder/jugendliche gelten als hauptüberträger)
- 6) alle übrigen zwischen 25 und 60 jahre
- 7) alle übrigen über 60 jahre
pikanterweise muss man (aus kinderärztlicher sicht) sagen, dass für die anvisierten impfstoffe keine studien für patienten unter 3 jahren vorliegen! da die impfstoffe unter pandemiebedingungen, d.h. ohne die üblichen testverfahren, zugelassen wurden. ein heikles thema, das gerade sehr kontrovers diskutiert wird.
offizielles epidemiologisches bulletin des rki
adjuvansfreier impfstoff für die bundeswehr aber nicht für kinder?
ähnliches bei spiegel online
… und beim focus
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