Happy Birthday to me

Keine grosse Feier, aber jetzt ist das Blog schon acht Jahre alt.
Ich danke meinen Eltern, dem lieben BlogGott und den lieben Mitlesern und Fans, die immer wieder hier hereinschauen. Merci.

(c) Foto bei Theen Moy

Sommerzeit Obstfliegenzeit

Die Mutter stellt sich mit ihrem Sohn vor, “weil man mal die Haut auf dem Kopf angucken soll”. So die fMFA vorab.

Ich: “Und was ist da genau am Kopf?”
Mutter: “Der Lucius hat da immer so komische Stellen, die kratzt er sich immer wieder auf.” Sie fängt an, dem Siebenjährigen die Haarpracht zu teilen – Frisur eher Marke Löw als Reus. Schließlich hat sie zwei Stellen freigelegt, die wundgekratzt sind.
Ich: “Und wie lange geht das schon so?”
Mutter: “Och, so zwei Wochen. Er kratzt, dann blutet´s, dann heilt´s, dann juckt´s und wieder von vorne.”
Ich übernehme die Haarsichtung, schaue rechts, schaue links, gehe gezielt an den Scheitel… da krabbelt´s.
Ich: “Oh lala, … da hat´s Läuse.”
Mutter: “Was? Wo?”
Ich zeige sie ihr, es sind drei, etwas träge, aber anwesend.
Mutter: “Ach, und das sind jetzt Läuse?
Lucius: “Iiiihh!!”
Ich: “Halb so wild, lässt sich gut behandeln.” Ich starte meine Festplatte zwecks Pediculosis-Vortrag, da fällt mir die Mutter ins Wort:
“Aber die drei, die kriege ich doch jetzt auch so.” Sie pflückt die Viecher ab und krümelt sie auf meinen Fußboden.
Ich: “Schon, aber wenn sie schon Eier…”
Mutter: “Geht ja gar nicht, die habe ich ja jetzt erlegt.”
Ich: “Aber hat er nicht schon seit Wochen diesen Juckreiz?”
Lucius: “Iiiih, geh weg!”
Mutter: “Jaja, aber dann muß ich das wohl auch noch melden?”
Ich: “Ja, auf jeden Fall. Bescheid geben in der Schule, Behandlung heute und weiter jeden Tag die Haare auskämmen.”
Mutter: “Na, mal sehen. Wenn der heute abend nichts mehr hat, muß man das ja auch nicht an die große Glocke hängen.” Dass die Leute mit “man” immer “ich” meinen, es aber nicht sagen.
Ich: “Mmmh. Aber verpflichtet sind Sie dazu schon…”
Mutter: “Wer will das kontrollieren?”
Ich: “… und ich auch, wenn eine ausreichende Behandlung nicht gewährleistet ist.” Was nicht stimmt.
Mutter: “Achso? Sie auch? Na dann.”

Es folgen die üblichen Beratungseinheiten. Abgang Mutter mit kratzendem Lucius und der Bemerkung beim Rausgehen, wenn auch leise gemurmelt: “So ein Aufstand wegen der paar Obstfliegen.”

 

(c) Fotos bei DW!zzy und Gilles San Martin

Gesucht gefunden

Was die letzten Tage so per Suchanfragen auf meinem Blog landete – kurz kommentiert:

“ab wann wieder kindergarten hand fuß mund” – sobald es dem Kind wieder gut geht. HFM ist ewig vorher und ewig nachher infektiös, also gibt es keinen Grund, ein fittes Kind aus dem Kindergarten zu lassen.
Zusatz: “hand mund fußball krankheit” – Äh. Ja.
Zusatz: “wie lange krankschreibung bei hand-fuß-mund-krankheit” – siehe oben.

“impfung im po oder oberschenkel bei baby besser” - schon wiederholt angemerkt: Gluteus ist obsolet – bitte immer im Oberschenkel impfen lassen.

“hebt ihr eure kleinen mädchen hoch wenn sie mal draußen aufs klo muss wenn ja wie” – ja, doch. Als unsere noch so klein war, dass man sie hochheben mußte, haben wir das so gemacht. Also so.

“otovowen direkt ins ohr” – nein. In den Mund. Aber auch da wirkt es nicht.

“aspiration homöopathie” – was homöopathisch gegen Aspiration hilft? Oder ob man Glaubuli aspirieren kann? Antwort a: Nichts, nicht einmal Rescue Tropfen. Antwort b: Ja, dann siehe Antwort a.

“was verschreiben hautärzte gegen bronchitis” – Vermutlich Cortison… Insiderjoke.

“bindehautentzündung erzieherin” - Händewaschen, vielleicht Desinfizieren. Sonst problemlos.

“offenes konzept kita personal sparen” – Hui. Gefährliches Gedankengut. Da wird einem sofort die reaktionäre Pädagogikpeitsche um die Ohren gesemmelt.

“darf kinderarzt sein eigenes kind gesundschreiben” – Warum nicht? Da ist ein Kind, da ist ein Arzt – was spricht dagegen. Die Frage ist eher, warum gesundschreiben?

“sonnenblumenkerne verschluckt kind” – Macht nichts.

Und sonst:
“wir wollen mit unseren kindern umziehen nur die wollen nicht” ;-)
“mütter suv” – ja, das habe ich mich auch schon gefragt.
“fenster ausbuchtung fachwort altbau” – Butzenscheiben?
“public viewing einnaessen” – Ja, wenn man Angst hat, beim nächsten Toilettengang fallen die nächsten sieben Tore…

Kurz vor Schluß ein Service-Notfall

Zehn Minuten vor Ende der Sprechstunde.
Mutter am Telefon: “Ja, unser Kinderarzt ist im frei, da kommen wir jetzt zu Ihnen.”
mMFA: “Äh… , und was hat Ihr Kind?”
Mutter: “Na, Fieber, schlecht, kotzt, wir kommen jetzt.”
mMFA: “… na dann.”
Mutter legt auf, steht eine halbe Stunde später vor der Tür. Ja, Privatpatienten.

Ich: “Guten Abend, was gibts denn bei Ihnen?”
Mutter: “Die Malena hat Fieber, gucken Sie mal.” Sie deutet auf das Häuflein Elend von sieben Jahr, dass mich von der Liege … angrinst. Die Bewegung macht klar: Ich soll jetzt retten, sie hat ihren Job getan.
Ich: “Und seit wann hat sie Fieber?”
Mutter: “Na, seitdem ich angerufen habe, so´ne Stunde. Gekotzt hat sie auch. Und Halsweh.”
Ich: “Dann schaue ich mal.”
Mutter: “Bitte!”, wieder diese Bewegung.

Eine Untersuchung später, incl. positivem Streptokokken-Nachweis im Rachen:
Ich: “Also, dann hat Malena eine Streptokokken-Angina.”
Mutter, klatscht sich auf die Schenkel: “Hab ich doch gewußt!”
Ich: “Kennen Sie das schon?”
Mutter: “Nee, aber das haben ja alle schon mal gehabt. Ich wußte, dass ich schnell kommen muß.”
Ich: “Muß man nicht, das hätte auch noch morgen gereicht. Naja, dann kann man es wenigstens jetzt schon behandeln.”
Mutter: “Ahja?”
Ich: “Ja, jetzt kriegt sie Penicillin, Saft, dann wird´s schnell besser.”
Mutter: “Soso… Aber ich muß das nicht behandeln, oder?”
Ich: “Äh… müssen Sie nicht, aber der Kinderarzt hier,” ich zeige auf mich, “empfiehlt es Ihnen, deswegen sind Sie hier, oder?”
Mutter: “Mmmh, naja. Mir ging´s mehr darum, dass ich heute noch zum Arzt komme, morgen früh in der Praxis Ihres Kollegen ist es immer so voll.”

(c) Foto bei Airflore

Brain Specialist

Viele Sketche mit Ärzten gibt es bei Monty Python ja nicht, aber zum heutigen letzten der letzten Konzerte der Reunion darf es nochmals Mister Gumby beim Brain Specialist sein:

(Meine Favoriten, Palin und Cleese)

Heute 20.7., 20 Uhr, gibt es the last concert of the Pythons – weltweit auch in den Kinos zu sehen, oder bei Arte Concert via Stream.   Und am 30.7., 21.30 auf arte im Fernsehen.

Don´t miss it!

Neue Statements zur Beifütterkost

Neue Trends in der Babykost?

Ernährungskommission der DGKJ aktualisiert ihre Empfehlungen für das Säuglingsalter

“Zahlreiche aktuelle Studien und Publikationen hat die Ernährungskommission der Deutschen Fachgesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) ausgewertet und in ihre Empfehlungen für die Ernährung gesunder Säuglinge einbezogen. Dabei wurden auch neue Trends in der Babykost kritisch betrachtet.

z. B. Baby-led Weaning – Selbstfütterung des Babys

Selbstfütterung statt Babybrei – das ist das Ziel des sog. „Baby-led Weaning“ (weaning=Abstillen). Hier nimmt sich das Baby seine Beikost selbst, indem es die angebotene Nahrung selbständig zum Mund führt und sich daran versucht. Nun wird auch bei konventionellerem Zugang ein Säugling nach einigen Monaten dazu ermuntert, mal an einem Stück Obst zu lutschen, doch sehen die Experten die Methode des Baby-led Weaning als grundsätzlich problematisch an: Bei konsequenter Einhaltung der ausschließlichen Selbstfütterung und dem durchgängigen Verzicht auf Brei wird, bestimmt durch die notwendigen motorischen Entwicklungsfortschritte des Kindes, der Beginn der Beikostgabe in den Lauf des 2. Lebenshalbjahres verschoben. Zu spät, um die Chancen auf ein gemindertes Allergie- und Zöliakierisiko nutzen zu können. Denn, so belegen es Studien seit längerem, die Einführung von Beikost nach der 17. und vor der 26. Lebenswoche (5. – 7. Lebensmonat) mindert diese Risiken wesentlich. Zudem betont die DGKJ-Ernährungskommission, dass bei dieser Methode die angemessene Versorgung mit kritischen Nährstoffen wie Eisen nicht gesichert ist.

z. B. Vegetarisch bis vegan – auch für´s Baby?

Immer mehr Erwachsene ernähren sich vegetarisch oder vegan und wollen dies, wenn sie Eltern werden, auch überzeugt an ihre Kinder weitergeben. Die DGKJ-Ernährungsexperten kommen in ihrer Empfehlung zu dem Schluss, dass eine ovo-laktovegetarische Ernährung im 1. Lebensjahr möglich ist, dann aber eine sorgfältige Auswahl der Lebensmittel und den Blick auf die Eisenversorgung des Kindes voraussetzt.

Eine vegane Ernährung hingegen – rein pflanzlich, keine Milch, kein Ei – verursacht schwerwiegende Defizite in der Nährstoffversorgung des Kindes und ist mit hohen Risiken für seine Entwicklung und Gesundheit verbunden, bis hin zu irreversiblen neurologischen Schäden.

Insgesamt bestätigt die Ernährungskommission in ihrer wissenschaftlichen Publikation die Empfehlung, Säuglinge in den ersten 4 bis 6 Lebensmonaten ausschließlich zu stillen (auch kürzere Stillzeiten bzw. teilweises Stillen sind sinnvoll!) und eine stufenweise Einführung von Beikost bis hin zur normalen Familienkost zum Ende des 1. Lebensjahres.

Die gesamten Empfehlungen zur „Ernährung gesunder Säuglinge“ sind – samt eines Ernährungsplans für das Babyalter – hier einzusehen.”

Dies ist eine Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin DGKJ

Baby-led Weaning und Vegane Kost sind die neuesten Trends in der Beifütterkost, obwohl in den letzten fünf Jahren im Allgemeinen die Empfehlungen zur Beikost sehr entschlackt wurden: Es darf alles beigefüttert werden (außer Honig), die Familienkost soll zügig eingeführt werden und ausprobieren geht immer, finger food sowieso. Ok, die Empfehlungen sind noch dezidierter, aber darauf läuft es hinaus. Weg vom strengen deutschen langsamen Heranführen hin zum entspannten lockeren Umgang mit den ersten Löffelchen.
Aber diese neuen Trends: Wie seht Ihr das? Alles neumodischer bullshit, jeder wie er mag oder vielleicht auch problematisch (immerhin sieht es die DGKJ eher kritisch)?

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