aha
18. Dezember 2009 at 17:14 | In elternsachen | 6 CommentsTags: vernunft
„ich wollte meine tochter mal untersuchen lassen, weil ich selbst erkältet bin.“
„und die kleine hat im moment nichts?“
„nein, die ist gesund.“
„aha.“
wie man am besten …
17. Dezember 2009 at 09:14 | In infosachen | 12 CommentsTags: praxis
… einen arztbesuch plant:
- wenn´s bobbele krank aus der nacht kommt, bitte noch am frühen vormittag anrufen, um einen termin zu vereinbaren: zwar ist dann oft das telefon länger besetzt, weil viele anrufen, aber die termine können für uns und die patienten besser geplant werden.
- bitte das kind aus der schule oder dem kindergarten lassen: kinder sind entweder krank und bleiben zu hause oder nicht, dann brauchen sie aber auch keinen arzttermin.
- klar werden kinder auch im laufe des tages erst krank – dann kann man erst später anrufen: fragen sie die helferinnen nach einem guten termin – diese sind so geschult, am telefon je nach alter oder erkrankung des kindes zu entscheiden, ob noch am gleichen tag ein termin vonnöten ist oder erst am folgetag. vertrauen sie darauf.
- teilen sie den helferinnen am telefon mit, um was es geht: entsprechend werden die termine geplant. wenn sie im anschluss an die erkältung noch ein gespräch über die schulprobleme ihres kindes führen möchten, wird das den kompletten tagesablauf der praxis sprengen. da kommen sie lieber in ruhe an einem anderen tag. dann ist der doktor auch nicht so gehetzt.
- bitte alle kinder anmelden, die angeschaut werden sollen. warum? siehe oben.
- wenn sie einen gesprächs- oder vorsorgetermin haben, machen sie sich zuhause gedanken, was sie alles fragen möchten – gerne auch mit einer liste. an diesen terminen sollte immer ausreichend zeit sein, alles zu besprechen.
- wenn´s mal nur um eine impfung geht oder ähnlich kurze dinge (hypos oder so) – stellen sie sich auch nur auf einen kurzen termin ein. die wartezeit lässt sich daraus aber leider nicht ableiten. warum? siehe oben ![]()
- terminplanung ist für alle beteiligten das a und o: kürzere wartezeiten, leere wartezimmer, entspanntes kind, mama/papa und doc ![]()
- bitte das kind auf den arztbesuch vorbereiten: untersuchung, gespräch, impfung, was auch immer – jedes kind versteht das. zumindest ungefähr ab 2 jahren. alles andere ist unfair dem kind gegenüber.
- dabei keine horrorszenarien schildern („das tut nicht weh, es gibt keine spritze, der doktor ist nicht böse“ – schon gar nicht in diesen verneinungen), aber die dinge auch beim namen nennen („ja, heute bekommst du eine spritze, das geht aber ganz schnell vorbei“). das bobbele lernt, dass es jedesmal genau vorher erfährt, was passiert und hat dann mehr vertrauen.
- immer mitbringen: versichertenkarte, impf- oder vorsorgebuch, unterlage (viele praxen haben aus ökologischen gründen keine papierunterlagen mehr). was zum lesen? was zum spielen?
- bitte termine auch absagen, wenn man sie nicht wahrnehmen kann – das ist rücksichtsvoll den anderen eltern gegenüber.
demnächst: wie´s am besten dann beim arzt läuft.
rezept für die apotheke
14. Dezember 2009 at 17:35 | In sonstsachen | 26 CommentsTags: kindersprüche, väter
beim aushändigen des rezeptes:
papa: „is für apothek´ ?“
ich: „ja.“
papa: „nicht rossmann?“ (große drogeriekette, anm. d. bl.)
ich: „nein, rezepte sind immer für die apotheke. die lutschbonbons für die halsweh, die können sie bei rossmann kaufen.“
papa: „lutsch nicht in apothek´?“
ich: „nein.“
papa: „lutsch bei rossmann?“
ich: „genau. die sind da wahrscheinlich auch billiger.“
papa: „ah. gutt. rezept apothek´, lutsch rossmann.“
ich: „ja. prima.“
alpay-onur-tarik: „baba, krieg ich bei der apotheke einen traubenzucker?“
papa: „nix. lutsch bei rossmann.“
bitte jetzt nicht gleich wieder dem reflex folgen und auf mir einhacken, dass ich die sprachkompetenz des vaters auf die schippe nehme. jaja, mein türkisch ist auch nicht besonders gut. es war einfach nur nett, wie der kleine nach den bonbons gefragt hat.
mal wieder passivrauchen
11. Dezember 2009 at 17:05 | In elternsachen | 31 Commentsnein, liebe mama vom wiederholt bronchitisverhusteten bobbele, es ist nicht förderlich, dass sie immer nach rauch riechen, wenn sie bei mir in der praxis erscheinen. oder doch, denn es lässt mich ein olfaktorisches indiz finden, dass sie zumindest soeben im auto oder beim herlaufen (ach, sie kommen mit dem auto? na dann, also) eine geschmaucht haben, dessen sicher, dass das bobele einen anteil davon mit inhaliert hat. warten sie, doch ja, die kleidung des kleinen hat auch etwas abbekommen. ja, es ist richtig, das man das als passivrauchen bezeichnet. und nein, ihr offener kamin zu hause hat damit weniger zu tun als ihr eigenes offenes qualmen. und nein, auf dauer werden wir damit die chronische bronchitis ihres kindes nicht hinbekommen. nein, ich fürchte nicht, dass ihm die salzwasserinhalation da noch hilft. obwohl, vielleicht wird damit das nikotin in der lunge wenigstens verflüssigt. soll ja gegen bestimmt schädlinge helfen. die gibts aber in der regel nicht in der lunge, also bringt das auch keinen vorteil. und für eine homöpathische verdünnung ist es dann doch zu wenig wasser. ja, ich merke, dass sie geraucht haben. das überrascht sie? mich nicht. denn diese partikel inhaliert ihr bobbele genauso. meiner alten knackerlunge mir macht das nur nicht mehr soviel aus.
kurzer seufzer am abend
9. Dezember 2009 at 22:16 | In sonstsachen | 55 CommentsTags: praxis
wenn eltern mit ihren kindern immer nur in hohen oktaven und sigmatismatisch, also lispelnd, kommunizieren und dazu noch ständig silbenverdopplungen, kinderworte und i-chen einfliessen lassen (ja schnutßelchen, wo iß den daß wauwau? ach hinter dem brummbrumm? ßollen wir jetßt eideidei machen, nachdem wir daß kacki aus der windi geholt haben? dann gibßt noch ein bißchen breili, und dann macht schatßi ein bubu), bekomme ich schon immer eine krise, graue haare und manchmal auch selbige auf den zähnen, ganz zu schweigen von der sorge um die sprachgesundheit des bobbeles.
aber wenn nun auch noch meine medizinischen fachangestellten damit anfangen, dann muss ich wohl doch meine qualitätsmanagementbemühungen in der praxis auf das projekt „wie spreche ich normal mit einem kind“ ausdehnen.
überdosis globuli
8. Dezember 2009 at 16:34 | In sagmalsachen | 38 CommentsTags: homöopathie, vernunft
heute begebe ich mich mal auf bunte gala – spuren: ich bin bekennender billy-joel-fan, auch wenn dieser nach zahlreichen alkohol-exzessen und -entzugskuren keine wirklich gescheite musik mehr macht (wobei man nie weiß, welche dieser maßnahmen den kreativprozess am meisten förderte). und leider scheint seine tochter auch ihre drogenprobleme zu haben.
aber nun dieses: alexa ray hat eine überdosis tabletten eingenommen, angeblich aus liebeskummer – inzwischen sei sie aber auch wieder gut drauf. sie soll wohl eine große menge traumeel eingenommen haben, ein homöopathikum…
mir entlockt das natürlich nur ein diebisches grinsen: hallo? überdosis globuli? wie kann man von einem mittel, das nachweislich keinen wirkstoff enthält, eine überdosis einwerfen? anders gesagt: kann man homöopathika überhaupt überdosieren, oder ist nicht das prinzip der globuli, weniger sei mehr? ist dann nicht die gabe von einem globulus problematischer als einer lkw-ladung? oder ist es der zuckerschock, der einen ereilt?
jaja. schon klar, als arzt darf ich nicht über einen suizidversuch blödeln, sicher war das ein signal, und sicher spricht das für the mental turmoil, indem sich joel junior befindet. oder ist das einwerfen von mengen globuli eine frage der … mentalen stärke?
neulich im notdienst
7. Dezember 2009 at 18:49 | In elternsachen | 26 CommentsTags: väter, vernunft
bei uns ist der notdienst komplett kinderarztpraxiszentriert, ich hatte das schon mal erzählt, d.h. die niedergelassenen kinder- und jugendärzte sind 24/7 für ihre patienten erreichbar und organisieren ihren notdienst unabhängig von den kinderkliniken oder den notdiensten der allgemeinmediziner. da erreichen einen dann schon ab und zu interessante anfragen.
telefon bei kinderdok, zeit irgendwann jenseits 22 uhr.
ich: „kinderdok, guten abend.“
vater: „ja, ´nabend, ich bring ihnen jetzt mal noch meinen sohn zum untersuchen vorbei.“
ich (seit zwei stunden nicht mehr in der praxis, aber per telefon erreichbar): „guten abend, wie ist denn ihr name?“
vater: „äh, meier-müller-schulze. sie haben doch notdienst.“
ich: „ja. und was hat ihr sohn?“
vater: „na, dem gehts so richtig schlecht. also wirklich. war gestern schon bei ihrer kollegin in hoppelhausen. wegen erkältung.“
ich: „ok. hat die kollegin denn was verordnet?“
vater: „ja, schon, naja. so nasentropfen und was für fieber und was für´n husten. aber das wird ja nicht besser. dem gehts immer noch so wie gestern.“
ich: „wann hat´s denn überhaupt angefangen?“
vater: „na vorgestern, und gestern waren wir im notdienst da in hoppelhausen. den muss man jetzt nochmal anschauen, das wird ja nicht besser.“
ich: „ein bisschen dauern so erkältungen ja schon. wie alt ist denn ihr sohn?“
vater: „zwo´nhalb. das zeugs bringt doch nichts von der ärztin…“
ich: „für wunder sind andere zuständig. aber fieber hat er nicht? ein wenig brauchen so medikamente schon zum wirken.“
vater: „hab ich nicht gemessen. also der muss jetzt angeschaut werden.“
ich: „ok. ich kann ihn gerne anschauen, aber wahrscheinlich kann ich ihnen nach einem tag auch nichts anderes empfehlen als die kollegin.“
vater: „trotzdem. ich komm jetzt zu ihne in die praxis.“
ich: „alles klar. wenn sie meinen. viertelstunde? wissen sie, wo die praxis ist?“ (ich war schon zu hause, bin wieder hingefahren.)
vater: „jaja. hab ich navi.“
ich: „also bis gleich.“
vater: „mmh.“ klick.
—
szenenwechsel. ich in praxis. er mit kind halbe stunde später auch eingetroffen. murmelt was von navi nicht funktioniert oder strasse schwer zu finden etc. pp.
kind völlig übermüdet. augen klappen bei untersuchung zu. ziemlich verrotzt, ok, sonst aber eigentlich gut drauf, lässt sich ohne probleme untersuchen, was ich für die uhrzeit und das kranksein schon bezeichnend fand. keine bronchitis, keine ohrenentzündung oder rachen, alles ok soweit. fieber gemessen, 38,2 C.
ich: „na, dann. geben sie mal die medikamente der kollegin weiter. das passt dann schon.“
vater: „aber der braucht doch was anderes. das bringt doch nichts.“
ich: „ein bisschen brauchts schon. in zwei drei tagen ist der wieder auf´m damm.“
vater: „was? zwei drei tage? wenn ich sag, der braucht was anderes, dann braucht er was anderes.“
ich: „bin ich der doktor oder sie? das ist prima, was die kollegin aufgeschrieben hat, hätte ich auch getan, aber so haben sie doch alles, was er braucht.“
vater: „der braucht was anderes.“
ich: „wissen sie was? ihr sohn braucht vor allem schlaf. um die uhrzeit außerhalb vom bett wird er sicher nicht gesund. denken sie nicht auch? was war denn heute im laufe des tages?“
vater: „weiß nicht, war auf arbeit. der war die ganze zeit zu hause. hatte schnupfen. sind nicht raus, die mutter und er.“
ich: (pfui, ich zyniker:) „na, dann kam er wenigstens jetzt mal an die frische luft.“
vater: „also krieg ich nichts?“
ich: „ihr sohn hat alles, was gut ist und ihm hilft. geben sie der sache mal ein bisschen zeit.“
vater: „dann hätte ich mir das hier ja auch sparen können.“
ich: „ja. aber das habe ich ihnen schon am telefon versucht zu sagen. erkältungen brauchen nunmmal ein bisschen.“
vater: „na prima. und ich dachte, sie helfen meinem sohn.“
und das war dann doch zuviel. manchmal redet man ja aneinander vorbei. und manchmal ist man sicher abends um 22 uhr nicht mehr ganz so frisch. und manchmal verschleihert die sorge den realistischen blick. und manchmal ist das nonverbale geschehen eindeutiger als das gesprochene, aber manchmal sind die dinge auch einfacher, als man sie immer sehen will. ich habe ihm wortlos die versichertenkarte gereicht und ihn freundlich zur tür gebeten. dem jungen habe ich gute besserung gewünscht, aber der war schon auf dem arm vom vater eingeschlafen. der glückliche.
danke liebe apothekerin
4. Dezember 2009 at 18:03 | In sagmalsachen | 32 CommentsTags: kollegen
zitat einer apothekerin bei rezeptiertem inhalativem corticoid nach der nationalen leitlinie für chronische bronchitis und asthma im kindesalter für eine zweijährige: „ohje, so klein und schon cortison…“
danke liebe apothekerin, das stärkt unglaublich die mitarbeit der eltern und das vertrauen in die urteilsfähigkeit des arztes.
… sorry pharmama
vergleiche
2. Dezember 2009 at 11:35 | In infosachen | 25 CommentsTags: praxis
das mache ich immer mal gerne: das pc-programm für irgendwelche statistiken bemühen. und sehr interessant diesmal der vergleich zwischen oktober/november 2008 und 2009 - man beachte alleine die häufigkeiten ersten diagnosen:
2008
| Diagnose | Anzahl |
| Grippaler Infekt | 328 |
| Husten | 119 |
| Bronchitis | 106 |
| Pharyngitis | 90 |
| Konjunktivitis | 47 |
| Gastroenteritis | 47 |
| Tonsillitis | 45 |
| Enteritis | 35 |
| Harnwegsinfektion | 31 |
| Otitis media purulenta | 30 |
| Windelsoor | 28 |
| Otitis | 28 |
| Fieber | 26 |
| Bauchschmerzen | 26 |
| Otitis media, katarrhalisch | 25 |
| Rhinitis | 23 |
| Obstipation | 21 |
| Erbrechen | 20 |
| Platzwunde | 19 |
2009
| Diagnose | Anzahl |
| Grippaler Infekt | 734 |
| Husten | 246 |
| Bronchitis | 171 |
| Pharyngitis | 128 |
| Fieber | 77 |
| Tonsillitis | 60 |
| Otitis | 55 |
| Otitis media purulenta | 54 |
| Konjunktivitis | 54 |
| Enteritis | 49 |
| Bauchschmerzen | 41 |
| Otitis media, katarrhalisch | 36 |
| Harnwegsinfektion | 36 |
| Gastroenteritis | 36 |
| Erbrechen | 28 |
| Obstipation | 27 |
| Rhinitis | 27 |
| Windelsoor | 26 |
| Läusebefall | 22 |
| Fieberhafte Bronchitis | 22 |
natürlich haben wir noch mehr kinder gesehen, manche haben auch 2 diagnosen – deshalb die zahlen nicht als komplett ansehen. muss man immer dazu sagen, bevor ihr jetzt anfangt zu rechnen
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